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Thais und das liebe Geld.

Erstellt von Otto-Nongkhai, 06.11.2002, 01:47 Uhr · 5 Antworten · 1.520 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Thais und das liebe Geld.

    Ich liebe abgedroschene Themen und "Fans" von mir werden das Thema auch bestimmt kennen.
    Für die anderen möchte ich mich aber outen.

    Man sagt und kann lesen ,das so mancher Thai Probleme hat ,
    mit Geld umzugehen.
    Sparen gilt als Geizig .
    Die Chinesen sagen zum Beispiel: In den guten Zeiten mußt Du Geld für die schlechten Zeiten weglegen.
    Darum gelten sie ,wie auch viele Farangs ,als geizig.

    Wer Geld hat ,soll es auch ausgeben.
    Geld bedeutet Macht und selbst wenn man ein "djschai damm" ist
    (schlechtes Herz) kann man sich mit Geld wieder reinwaschen.

    Geld wird u.a.gerne für gutes Essen und Trinken ,auch für Luxusware
    wie Farang Whiskey ,Wein oder Farang Mode wie BeHa ,Make up ,Pafüm und Kleidung ausgegeben .
    Je teurer je besser ,je höher das Ansehen.
    Auch das Spiel z.b.Lotterrielose oder verbotene Casinos kommen nicht zu kurz.

    Selbst wenn ein Thai wenig Geld hat ,versucht er "hochzustapeln" und zeigt nach Aussen mehr ,als er in Wirklichkeit hat.

    Gute ,saubere Kleidung sind ein Muss ,aber auch Auto,Moped oder Haus ,fast Alles auf Kredit.
    Oft ist nicht der Gegenstand ,sondern der Gesichtsgewinn ,
    vor dem Nachbar ,entscheident.
    Sogar ein armer Samlor Fahrer hat heute in Thailand ein Handy.
    Er kann sich daher jetzt als "Funksamlor" verkaufen.

    Rückzahlung des Kredits zählt heute nicht,dafür ist ja im neuen Leben noch genug Zeit.
    Diese Einstellung war einer der Gründe der Kriese in 1997.

    Für einen Thai zählt oft nur das Heute,
    Gestern und Morgen sind Fremdwörter.
    Es stört ihn auch nicht ,wenn er Morgen kein Geld hat ,
    Hauptsache er hat es heute.


    Wir Farangs sind da oft ganz anders .
    Wir teilen unser Geld ein,Sparen für die Not
    (Deutsche sind Weltmeister im Sparen)
    planen Käufe und vergleichen die Preise.
    Oft kaufen wir etwas billigeres ,auch wenn wir Geld für etwas teures haben. Wir sind oft "tiefstabler"

    Ich z.b.benutze tagsüber im Zug die 3.Klasse weil sie oft gemütlicher ist ,als die 2.Klasse.

    Das Ganze ist für einen Thai nicht nachvollziehbar und er hat nur ein Wort dafür ,KieNieau =klebrige Scheissse =Geizkragen.

    Ich bin mit Thai Lehrern befreundet ,die müssen nach Bangkok das Flugzeug benutzen ,Zug ist unter ihrer Würde und das bei 20.000 Bath im Monat Verdienst.

    Wenn man diese unterschiedliche Einstellung zu Geld sieht ,kann man sich vorstellen,
    dass es in einer gemischtnationalen Ehe im Punkte Geld große Differenzen geben kann und Streit oft vorprogrammiert ist.

    Ein Farang mit einer roserroten Brille wird das aber nicht warhaben wollen.
    Wer mir nicht glaub ,sollte mal seiner Thai Partnerin Kontovollmacht geben.
    Natürlich gibt es auch unter 1000 Thais eine ,die dass nicht missbraucht ( siehe auch mein PS )

    Mal einmal eine andere Meinung dazu:

    Auf der anderen Seite ziehen Gegensätze sich ja bekanntlich an und vielleicht ist es auch für einen extrem Geizigen gut und lehrreich, von den Thais ein bißchen Leben lernen zu können.
    Eine Freundin sagt mir , was soll das ganze Sparen, wenn ich morgen sterben sollte, nützt mir mein Geld nichts mehr, lieber jetzt ausgeben und sich und andere damit glücklich machen!
    OK DIESE EINSTELLUNG KOENNTE MAN VERTRETEN ABER DANN BITTE MIT EIGENEM GELD

    Noch was ganz wichtiges. Asiaten denken in der Regel nicht auf einer linearen Zeitschiene so wie wir. Dort ist der Kreis(lauf) der Massstab. Alles kehrt wieder. Nach Unglück kommt Glück. Nach dem Hunger kommt die Völlerei, nach der Satang-Losigkeit kommen ein paar hundert oder tausend Baht. Also nutzen wir die Gelegenheit, wenn es uns gut geht.
    Amis und viele anderen Länder leben auch auf Kredit unter teils über ihre Verhältnisse.
    Aber diese Staaten können es sich leisten da sie Bodenschätze ,oder eine starke Industrie haben.

    Gruss Otto

    PS1.Es gibt hier,wie bei allem ,im Punkte Geld auch sparsame Thais.
    Ich will nichts verallgemeinern!

  2.  
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  3. #2
    Avatar von MichaelNoi

    Registriert seit
    07.02.2002
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    3.844

    Re: Thais und das liebe Geld.

    Hallo Otto,
    bitte nicht übel nehmen,
    dieses Thema ist aber wirklich durch ;-D

  4. #3
    mehling
    Avatar von mehling

    Re: Thais und das liebe Geld.

    Hi Otto,
    da hast du schon recht und viele die mit einer Thai verheiratet sind haben dieselben, manchmal leidvollen Erfahrungen gemacht. Deshalb ist ja auch so wichtig gleich von Anfang an klar zu machen welche Einstellung man selbst zu dem lieben Geld hat und man muß von Anfang an gleich den Daumen drauf halten.
    Kontovollmacht für die Thaiehefrau??? - Klar, für ihr eigenes Konto!
    Am besten man schaut daß die thail. Partnerin hier in D einen eigenen Job ´kriegt, dann bekommt sie auch eine Vorstellung vom Geldverdienen und oft ändert sich dann automatisch die Einstellung zum Geld.
    Trotzdem finde ich die unbekümmerte Art der Thais im hier und heute zu leben und sich zu amüsieren gut...

    Mehling

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    26.817

    Re: Thais und das liebe Geld.

    Nein, das man nun Farangs etwas unterstellen will,
    was im Grunde typisch Deutsch /Schweizerisch ... ist.

    Es stört ihn auch nicht ,wenn er Morgen kein Geld hat ,
    Hauptsache er hat es heute.
    Wir Farangs sind da oft ganz anders .
    Jeder andalusische Handwerker in Spanien lebt in der Beziehung wie ein Thai, was kümmert ihn schon, was manjana ist.
    Darum heißt manjana im Spanischen auch : morgen, in einem Monat, in einem Jahr, oder niemals.
    Wer als Kind mit dieser Bedeutung von Worten aufwächst, ist im Kopf anders formatiert, als ein Deutscher.

    Doch nicht nur Spanier, sondern im gesamten Mittelmeerraum herrscht eine lebendsbetonte Einstellung auf das Leben jetzt konzentriert.
    Jeder Italiener, der sich einen auf Pump finanzierten Sportwagen holt,
    will mehr Gesicht zeigen, als er sich leisten könnte.

    Das topic sollte daher eher lauten :

    Die Deutschen und ihre Einstellung zum Geld.

  6. #5
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
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    12.292

    Re: Thais und das liebe Geld.

    Hallo Dauwing!
    Mit Spanien hast du zum Teil recht.
    Ich habe kaum ein anderes Land gesehen ,dass den Thais so gleich ist ,als wie die Spanier .
    Selbst meine Frau wurde dort fuer eine Spanierin gehalten.
    Seit Spanien aber voll in der EG ist und die Subventionstoepfe nur so sprudeln ,hat sich Spanien geaendert ,ist geschaeftstuechtig und geldgierig geworden und steht uns Deutschen auch nicht mehr hinterher ,auch Andalusien ,das fruehere Armenhaus von Spanien.
    Waeren die Thais heute so geschaeftstuechtig wie die Spanier ,dem Land wuerde es viel besser gehen .
    Natuerlich fehlt den Thais auch der gute Onkel " EG "

    Gruss Otto

  7. #6
    chris
    Avatar von chris

    Re: Thais und das liebe Geld.

    Zitat Zitat von Otto-Nongkhai
    Das Ganze ist für einen Thai nicht nachvollziehbar und er hat nur ein Wort dafür ,KieNieau =klebrige Scheissse =Geizkragen.
    Auch ich liebe abgedroschene Themen!
    Hier mal wieder:

    ขี้ = "Kie" (fallender Ton).

    Hat wie so viele Wörtchen im Thai zwei Bedeutungen. Die erste Bedeutung ist "Exkrement" etc. (als Nomen oder Verb). In dieser Bedeutung wird ขี้ in ขี้เหนียว = "KieNieau" aber nicht verwendet.

    Es gibt noch eine zweite Bedeutung: "naturally bent to" sagt mein Lexikon, also etwa "natürlicherweise geneigt zu", und in dieser Bedeutung ist es ein Zusatz zu Adjektiven, und soll andeuten, dass das so bezeichnete Ding nicht einfach nur zufällig so ist, sondern natürlicherweise so ist.

    Und so ist es hier gemeint: geizig sein heisst, dass das Geld an einem kleben bleibt, und dass man auch natürlicherweise so beschaffen ist.

    In diesem Zusammenhang ein anderer beliebter Ausdruck aus dieser Serie:
    ขี้เกียจ = "KieGiat" = faul
    เกียจ = "giat" bedeutet "inaktiv". Das zusammengesetzte Wort ขี้เกียจ = "KieGiat" bedeutet nun aber nicht "inaktive Scheisse", sondern eben "natürlicherweise inaktiv", also "faul".

    Muss ja nicht jedes Volk auf der Welt so analfixiert sein wie wir Deutschen.

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