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Thailandmüde?

Erstellt von x-pat, 27.10.2014, 04:56 Uhr · 1.179 Antworten · 87.821 Aufrufe

  1. #681
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Na siehste, das bestätigt ja das, was ich vorhin sagte.
    Aber warte, ich frag mal nachher die Mutter, ob der Kassierer vom Strom bei anderen auch hupend bis vor die Tür fährt.
    Oder selber mal schauen. Vielleicht wohnt ja irgendwo ein อาจารย์ in eurer Nähe. Oder den am besten gleich selbst fragen.

  2.  
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  3. #682
    Avatar von Henk

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Warte, dass ist im Norden wohl ne Besonderheit. Die sind anders als die restlichen Thais. Die sehen sich als eine grosse Familie.
    Das musste ich auch erst lernen, als ich hierher kam, weil es das im Isaan so nicht gibt.

    Die Norder haben so eine Odenwaldschule- Attitüde (natürlich ohne diese bekannten negativen Vorfälle) in sich.
    Von daher finden sie überhaupt nix komisch dabei, einfach hupend auf anderer Leute Grundstücke zu fahren (macht hier jeder bei jedem).
    ??? Ist doch in D. auch völlig normal, wenn man genügend Platz vor dem EFH oder einen Hof hat...Bei uns (ca. 20 KM südlich von Stuttgart, also durch aus nicht ganz ländlich) sehen es die Nachbarn gar nicht gerne, wenn Besuch oder Handwerker auf der Strasse parken ... Auch wenn ich mich an meine Großeltern erinnere, welche einen großen Hof im Norden hatten, war es völlig normal, dass der Postbote (als er noch Zeit für einen Klönsnack hatte); Bäckerwagen, Kunden vom Hofladen....bei der Einfahrt aufs Gelände hupten...und wenn sich keiner meldete laut "Hini" ruften ...

  4. #683
    Avatar von MadMac

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    Man muss sich nun nicht umbiegen lassen und versuchen, Entschuldigungen zu finden. Wenn ein Depp mir (wie schonmal geschrieben) mein Wasserrohr zerbricht, an dem er nix zu tun hatte, dann 400B dafuer will, so bekommt er ein Laecheln und eine kleine Aufwandsentschaedigung fuer den Weg. Das Problem behebe ich dann selbst. Wenn man ein Depp ist, so sollte man sich nicht als Experte ausgeben, egal wo auf der Welt.

  5. #684
    Avatar von rolf2

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    Es gibt ganz einfach auch ungehobelte Dumpfbacken in Thailand die sich einfach nicht benehmen können, bzw schlicht zu blöd für ihren Job sind. Wüsste nicht warum man sich deswegen einen Kopp machen sollte und sich selbst und die eigene Kultur in Frage stellen sollte.

    Lächeln und gut ist, mit Schwachköpfen zu diskutieren bringt auch in Deutschland nichts, erst recht nicht in Thailand.

    Und wenn mir irgend jemand auf die Nüsse geht durch Hupen, dann bring ich ihm mehr oder weniger lächelnd bei das ich nicht auf sein Gehupe stehe. Da muss man kein Gewese drum machen.

  6. #685
    Avatar von lucky2103

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    Ich hab den Schwiegervater inzwischen getroffen und er meinte, dass diese Huperei hier in der Gegend total normal sei."Wir sind alle Pee Nong Kan", da hupend aufs Gründstück fahren nur normal."

  7. #686
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen


    Es geht ja nicht um triviale Widrigkeiten, die man überall antrifft. Damit muss man leben. Faule Arbeiter kann man feuern. Desinteressierte Verkäufer kann man links liegen lassen. Alles kein Problem.

    Es geht um die spezifischen Schwächen und Probleme der Thai Gesellschaft. Diese Probleme sind real und unausweichlich. Ich habe zum Beispiel keine Möglichkeit etwas gegen das Luftverschmutzungsproblem in Nordthailand zu unternehmen, außer hier weg zu ziehen. Ebenso wenig kann ich an der Politik oder dem Erziehungssystem in Thailand etwas ändern.

    Da kann man nur abwägen und Prioritäten setzen.

    Cheers, X-pat
    diese genannten Problematiken sind vom Einzelnen nicht zu lösen, dafür bedarf es langen Atem und Umdenken innerhalb der Gesellschaft. Auch bei uns wurden früher die Stoppelfelder abgebrannt und jeder Privatmann mit Garten verfeuerte Laub, Gartenabfälle und was weiß ich füher am Samstag. Das ist seit einigen Jahren erst vorbei.

    Dafür kommt jetzt bei jedem kleinem Lagerfeuer die Polizei vorbei und das Grillen ist genauestens gregelt, wann, wie oft, womit, und wo gegrillt bzw nicht gegrillt werden darf, alles schön in Gesetze gegossen. Was für Kamine Du innerhalb des Gebäudes aufstellen darfst wie und womit zu befeuern, all das penibel geregelt hier, auch nicht so toll.

    muss man abwägen.

  8. #687
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Mal eine ganz andere Frage, hat überhaupt schon mal jemand in Erwägung gezogen, dass so manche Widrigkeit wie z. B. warmes Bier, falsches Ersatzteil, falsche Auskunft, Pfusch am Bau etc, statt stets auf Unfähigkeit der Ausführenden, nicht auch hin und wieder auf pure Abneigung bzw. pures Desinteresse zurückzuführen sein könnte?

    Das würde wiederum bestätigen, dass die Beziehung zum jeweiligen Gegenüber oft einen höheren Stellenwert hat, als irgend welche Sachstände und Sachzwänge.
    Ja, diese Varianten gibt es tatsächlich, wobei bezüglich Handwerker man korrekterweise sagen müsste,
    wer nicht arbeiten will, nennt gleich einen Preis mit unglücklichen Zahlen,
    wer als Handwerker durch die Art der Änderungswünsche, oder durch die Tatsache eine Ausführungskritik, mit Wunsch zur Ausführungsmodifikation, sich gekränkt fühlt, und dies durch bewusstemn Pfusch, oder Sabotage, (Hammer aus "Versehen" auf Fliesen fallen lassen) oder durch erhöhte Unachtsamkeit, gegenüber den bereits fertiggestellten Gewerken, anderer Handwerker.

    Da nur wenige th. Handwerker sogenannte Verbundarbeiten ausführen, also abkleben und schützen von bereits fertigen Dingen, die nicht beschädigt werden sollen, ist hier das Beschädigungsrisiko am grössten.

    Doch pure Abneigung gegenüber dem Auftraggeber, also regelrechter Hass der gesamten umliegenden Nachbarschaft,

    Beispiel :
    Dorfgemeinschaft stellt Schutzeinrichtung für Aids-Kranke ein Ultimatum :: Wochenblitz - Ihre deutschsprachige Zeitung für Thailand

    sind besondere Fälle, und spielen sich in Gegenden ab, wo kein gemischtes Wohnen, sondern eine sehr homogene Bewohnerschaft einen neuen fremden Nachbarn einfach nicht wollen.

    Als ich einmal einem Thai erklärte, dass unser deutsches Qualitätsbewusstsein teilweise auch durch die Gesta.po geprägt würde,
    die während des Krieges jeden Verantwortlichen einer Pfusch-Produktion sofort abgeholt haben,
    sodass seine Familie zittern musste, ob er überleben würde,
    sagte er mir, nein, diese Angst haben Thais noch nie erlebt.
    Auch bei Vorliegen einer TIN (nicht DIN, sondern Thailändische Indusstrie Norm), würde mit "Schummlern" und "Pfuschern" moderat umgegangen werden, Thais seinen ja keine Na.zis.

    Allerdings kann man bei manchen Jugendbewegungen eine gewisse Ausländerabneigung finden,
    und wären westliche Ausländer ebenso aufmerksam, wie die damals, von der kambodschanischen Massenflucht betroffenden Menschen,
    dann würden manche Kontaktaufnahmen zu unbekannten Thais überhaupt nicht erfolgen.

    "Ich beschäftige nur einen unserer Leute, und keine "Fremden", würden Thai-Inder nun sagen, die Ausgrenzungserfahrung ausreichend erlebt haben.

  9. #688
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Mal eine ganz andere Frage, hat überhaupt schon mal jemand in Erwägung gezogen, dass so manche Widrigkeit wie z. B. warmes Bier, falsches Ersatzteil, falsche Auskunft, Pfusch am Bau etc, statt stets auf Unfähigkeit der Ausführenden, nicht auch hin und wieder auf pure Abneigung bzw. pures Desinteresse zurückzuführen sein könnte?

    Das würde wiederum bestätigen, dass die Beziehung zum jeweiligen Gegenüber oft einen höheren Stellenwert hat, als irgend welche Sachstände und Sachzwänge.

    Eigentlich kann ich deine Frage nicht ganz verstehen. Fusch am Bau gab und gibt es in D auch. Und in Th. gibt es auch Handwerker die ihr Metier beherrschen, allerdings ist das eine kleine Minderheit.

    Das alles hat aber weniger bis garnichts mit den Beziehungen von einer Person zur anderen zu tun.

    Ein guter Handwerker braucht keine besondere Ansprache, es reicht ganz einfach aus, dass man seine Vorstellungen mit ihm abspricht.

    Wenn ich z.B. zur Nissan Werkstatt fahre, muss ich nicht viel erklaeren, der Service z.B. 30 Tsd wird nach dem Service Buch gemacht. Extras wie etwa Erneuerung des Unterbodenschutzes(ist in Meeresnaehe wichtig) oder Komplettreinigung wird von dem Werkstattleiter angefragt.

  10. #689
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Eigentlich kann ich deine Frage nicht ganz verstehen. Fusch am Bau gab und gibt es in D auch. Und in Th. gibt es auch Handwerker die ihr Metier beherrschen, allerdings ist das eine kleine Minderheit.

    Das alles hat aber weniger bis garnichts mit den Beziehungen von einer Person zur anderen zu tun.

    Ein guter Handwerker braucht keine besondere Ansprache, es reicht ganz einfach aus, dass man seine Vorstellungen mit ihm abspricht.

    Wenn ich z.B. zur Nissan Werkstatt fahre, muss ich nicht viel erklaeren, der Service z.B. 30 Tsd wird nach dem Service Buch gemacht. Extras wie etwa Erneuerung des Unterbodenschutzes(ist in Meeresnaehe wichtig) oder Komplettreinigung wird von dem Werkstattleiter angefragt.
    Nach dem 3. Reich hatten wir in Deutschland eine Justizverwaltung, die dafür sorgte, dass Handwerker, die mangelhaft arbeiten, regelmässig unter die "Räder" des Systems gekommen sind.
    In Thailand gibt es das nicht.

    Micha meint die bewusste Sabotage eines Handwerkers, der zB. etwas gegen Farangs hat,
    das hat dann sehr wohl mit der Beziehung zur Person zutun.

    Effiziente Arbeiten, wie zB. der von Dir angesprochende Werksstattbesuch,
    ist überall da möglich, wo ein Niederlassungsleiter seine ausländische Kundschaft nicht "wegmobben" möchte,
    und ihnen dieselbe Qualitätsarbeit zukommen lässt, wie reine Thai Kundschaft.

  11. #690
    Avatar von DisainaM

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    In Thailand haben wir einen gesellschaftlichen Prozess, wo besondere Faktoren eine Rolle spielen.

    Tut man 80 Ratten in einen Käfig, und reduziert den Raum auf ein bestimmtes Niveau,
    werden sich die Ratten gegenseitig solange totbeissen, bis jede Ratte wieder den benötigten Lebensraum hat, die es zum überleben braucht.

    Die th. Gesellschaft ist nun erstmals in seiner Entwicklung auf eine Volksstärke von nahezu 70 Mio Menschen gekommen.
    Land ist nicht mehr beliebig verfügbar, und das Zeitalter der Verteilungskämpfe der unterschiedlichen regionalen Gruppen hat begonnen.
    In Deutschland hatten wir ebenfalls solche Entwicklungen, die in ihrer Konsequenz unweigerlich zum Krieg führten,
    wo ebenso regelmässig eine Selektion stattfand.
    Das Überleben der "Besten", die mit grösster Effizienz produzieren konnten, am wiederstandsfähigsten kämpfen konnten,
    führte in der Regel immer zu einer Verminderung der Schwachen in einer Gesellschaft.

    Ob nun Kranke, Alte, Aussenseiter, die Zeiten der Selektion dauerte solange an, bis ein, für die Mehrheit verträglicher Lebensraum geschaffen wurde.

    Wenn wir nun im 21. Jahrhundert in Volkswirtschaften aus einer derartigen Spirale ausbrechen wollen,
    braucht es Volkserziehung, teilweise "Umerziehung", wie die nun begonnenden Bootkamps für kriminelle Jugendliche,
    und eine effiziente Verwaltung, die Störer sofort aus dem System isoliert,
    bevor sie grösseren Schaden anrichten.
    Das ist in etwa das, was General Prayut versucht, wobei sein Feind das System der Begünstigung und Korruption ist.
    Schafft er es nicht, wird das Land wieder in die Nähe eines Bürgerkriegs kommen.

    Als Ausländer in Thailand belastet mich dies nur begrenzt,
    würde ich von Thais ausgegrenzt werden, würde ich meine Kontakte auf die Volksgruppen konzentrieren,
    die mir weiterhin freundlich gesonnen sind, oder ebenfalls unter Ausgrenzung leiden.
    Dies könnte zB. bedeuten, das Ausländer, die in gegenden mit hohem Ausgrenzungspotential leben, zB. ausschliesslich Thai-Inder als Handwerker beschäftigen,
    wo es eine Ausgrenzung gegenüber westlichen Ausländern nicht gibt,
    aber das ist nur ein Beispiel, es gibt genug andere "Überlebensstrategien".