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Thailändische Rechtssprechung

Erstellt von x-pat, 12.05.2015, 14:45 Uhr · 98 Antworten · 5.809 Aufrufe

  1. #51
    Avatar von Amsel

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Wir (und viele Andere auch) haben Familie in TH...

    Das ist der springende Punkt. Menschen die ihre Familie lieben denken weiter, muessen weiter denken.

    Das wird aber jemanden der keine Familie (Verantwortung) in Thailand hat nicht tangieren.

    Es sind eben Touristen, die zum reinen Vergnuegen hierher kommen.

  2.  
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  3. #52
    Avatar von Volker M. aus HH.

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    So, so, wenn einer die milden Strafen fuer fahrlaessige Toetung in Th kritisiert, dann ist der ein Gutmensch.
    Noe, nur unwissend in Sachen Straf/Zivilrecht in Thailand.

  4. #53
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Wüsste nicht was ich im fernen fremden Land zu missbilligen hätte.
    Wüsste ich auch nicht, wenn ich nur gelegentlich als Gast vorbeikommen würde.

    Es sollte aber klar sein, dass die gesellschaftliche Realität Thailands ganz andere Herausforderungen an Langzeitexpats stellt. Diese Herausforderungen können irgendwo zwischen unbequem und unerträglich liegen... je nachdem. Je mehr Verantwortung man übernimmt, zum Beispiel durch unternehmerische Tätigkeit, soziale Tätigkeit, Familie, und je mehr Interaktion dadurch mit den teils problematischen gesellschaftlichen Realitäten entsteht, desto wahrscheinlicher sind Probleme.

    Ich hatte bisher das Glück selbst nicht viel mit Gerichten und Polizei in Thailand zu tun gehabt zu haben, aber ich kann aus dem was mir andere erzählen schließen, dass das für die meisten Ausländer eine sehr frustrierende und manchmal auch leidvolle Erfahrung ist.

    Das Rechtssystem erscheint auf dem Papier zwar vernünftig, aber die großen Probleme sind Korruption, Ineffizienz, und mangelhafte Vollstreckung die das Rechtssystem auf allen Ebenen unterwandern. Die in diesem Thread gegebenen Fälle sind ein gutes Beispiel dafür. Die Geldstrafen im thailändischen StGB sind so gering, weil sie selten überarbeitet und der Inflation angepasst werden (Ineffizienz) und bei den Haftstrafen zeigt sich dann das Problem mangelhafter Vollstreckung.

    Cheers, X-pat

  5. #54
    Avatar von DisainaM

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    man kann es aber auch so sehen,

    die Allianz Versicherung macht in Thailand beste Geschäfte,
    - die Prämien sind auf deutschem Niveau,
    - die Ausgaben sind überschaubar, Menschenleben sind billig, die Gliedertaxe minimal, Verbraucherrechte nicht organisiert, und das Gerichtssystem so ausgelegt, das kaum ein Thai gegen seine versicherung klagen würde, soll heissen, die müssen alles schlucken, was man denen reinwürgt, dafür sorgt der 50% offizielle Teilhaber.

  6. #55
    Avatar von Volker M. aus HH.

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Das Rechtssystem erscheint auf dem Papier zwar vernünftig, aber die großen Probleme sind Korruption, Ineffizienz, und mangelhafte Vollstreckung die das Rechtssystem auf allen Ebenen unterwandern. Die in diesem Thread gegebenen Fälle sind ein gutes Beispiel dafür. Die Geldstrafen im thailändischen StGB sind so gering, weil sie selten überarbeitet und der Inflation angepasst werden (Ineffizienz) und bei den Haftstrafen zeigt sich dann das Problem mangelhafter Vollstreckung.

    Cheers, X-pat
    Das ist das Problem. Um die geschilderten Faelle beurteilen zu koennen, muesste man deutlich mehr Details kennen.

    Richtig ist, dass es eine historische Diskrepanz zwischen Haft- und Geldstrafe gibt. Das sieht unser Anwalt auch so. Da stehen einer mehrjaehrigen Haftstrafe einige tausend Baht Geldstrafe als Ersatz gegenueber. Das passt nicht mehr in die Zeit.

    Bei Unfalltoten ist es hier ueblich, dass die Beteiligten sich aussergerichtlich einigen. Das ist sogar in der first class insurance abgebildet.
    Nur wenn man sich nicht auf eine Kompensation einigen kann, wird Klaege erhoben. Der Staatsanwalt wird nicht aus Eigeninitiative taetig.

    Somit stellt sich die Frage, ob bei den genannten Faellen nicht etwas anderes abgeurteilt wurde. Das koennte z. B. Trunkenheit am Steuer oder ruecksichtsloses Fahren sein. Jemanden bei einem Unfall zu Tode zu bringen, stellt an sich keinen Straftatbestand dar.

    Haftstrafen werden nach meiner Erfahrung direkt aus dem Gerichtssaal vollstreckt. Da ist noch nicht mal die Moeglichkeit eine Zahnbuerste von zu Haus zu holen. Bei nennenswerten Haftstrafen war der Delinquent voher in U-Haft und traegt beim Prozess schon die schicke Anstaltskleidung.

    Du siehst, besser nicht den Wochenblitz lesen, sondern einfach mal ins Gericht gehen. Die meisten Prozesse sind oeffentlich.

    Eines noch: Ich habe es eigentlich noch nie erlebt, dass jemand dem "Unrecht" widerfahren ist, sein eigenes Fehlverhalten benannt hat. Es lag immer an den boesen, korrupten Behoerden.

  7. #56
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Volker M. aus HH. Beitrag anzeigen
    Bei Unfalltoten ist es hier ueblich, dass die Beteiligten sich aussergerichtlich einigen. Das ist sogar in der first class insurance abgebildet. Nur wenn man sich nicht auf eine Kompensation einigen kann, wird Klaege erhoben. Der Staatsanwalt wird nicht aus Eigeninitiative taetig.

    Somit stellt sich die Frage, ob bei den genannten Faellen nicht etwas anderes abgeurteilt wurde. Das koennte z. B. Trunkenheit am Steuer oder ruecksichtsloses Fahren sein. Jemanden bei einem Unfall zu Tode zu bringen, stellt an sich keinen Straftatbestand dar.
    Volker, du wirfst zwei Dinge in einen Topf.

    Zum einen geht es um Entschädigungen an Unfallopfer bzw. dessen Angehörige die entweder außergerichtlich oder in einem Zivilprozess verhandelt werden. Zum anderen ist fahrlässige Tötung ein Strafdelikt, auch in Thailand, wobei die Staatsanwaltschaft Klage erhebt.

    Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich aufgrund der Schwere der Fälle, dass bei einem Strafprozess in DACH der Täter mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen wäre. Das Verhalten der Fahrer in den ersten beiden Fällen war zumindest grob fahrlässig (die Umstände sind bekannt), und das Verhalten der betrunkenen Studentin grenzt an Totschlag, da die Gefährdung des Lebens anderer billigend in Kauf genommen wurde.

    Die Staatsanwaltschaft vertritt das öffentliche Interesse. Da das öffentliche Interesse in Thailand jedoch nicht viel zählt gibt es auch eine entsprechende "Kultur der Vernachlässigung" im Justizsystem. Das zeigt sich manchmal subtil und manchmal weniger subtil.

    Cheers, X-pat

  8. #57
    Avatar von Amsel

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Zum anderen ist fahrlässige Tötung ein Strafdelikt, auch in Thailand, wobei die Staatsanwaltschaft Klage erhebt.
    Richtig!


    Wer sich naeher informieren will kann mal hier reinschaun...


  9. #58
    Avatar von Dieter1

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Darüber hinaus ist es unwahrscheinlich aufgrund der Schwere der Fälle, dass bei einem Strafprozess in DACH der Täter mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen wäre.
    Wie kommste denn da drauf?

    Fahrlaessige Toetung wird in D mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahren geandet. Ein Ersttaeter geht so gut wie nie in den Bau sondern erhaelt eine Geldstrafe plus maximal eine Bewaehrungsstrafe.

    Bei der zum Tatzeitpunkt noch minderjaehrigen Studentin wuerde man ausserdem noch nach milderem Jugendstrafrecht verfahren.

  10. #59
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Wie kommste denn da drauf?

    Fahrlaessige Toetung wird in D mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 5 Jahren geandet. Ein Ersttaeter geht so gut wie nie in den Bau sondern erhaelt eine Geldstrafe plus maximal eine Bewaehrungsstrafe.
    Es kommt auf die Schwere der Fälle an. Die thailändischen Fälle sind ja sehr extrem. Bewährungsstrafen gibt es wenn ein Arzt eine Diagnose/Behandlung fahrlässig vermasselt, jemand einem Zweiradfahrer die Vorfahrt nimmt und dabei umbügelt, oder ein Bauarbeiter ungesichert abstürzt.

    Wenn man auf der Kriechspur mit dem Auto angerast kommt und dann auch noch auf dem Fahrzeugboden nach seinem Hut sucht ohne auf die Straße zu gucken, dann muss man schon Glück haben Bewährung zu bekommen. Zumindest ist eine hohe Geldstrafe fällig.

    In Thailand ist die Strafe zum Preis von vier Kinotickets erledigt.

    Die Studentin in Chiang Mai war übrigens 23 und ist damit voll strafmündig.

    Cheers, X-pat

  11. #60
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    EIn Thailand ist die Strafe zum Preis von vier Kinotickets erledigt.
    Wem das missfällt wäre mglw. in Norwegen oder in der Schweiz viel besser aufgehoben. Die Schweizer z. B. sperren Leute schon für zu schnelles Fahren ein, noch bevor überhaupt irgend ein Schaden entstanden ist.

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