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Thai. Sprechen, Lesen, Schreiben - oder besser andersherum?

Erstellt von Eutropis, 23.11.2015, 13:40 Uhr · 192 Antworten · 13.083 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von ediundbledi

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    Wo ist denn hier der anfang? Welches buch, welche cds? Würd mich auch interessieren..

  2.  
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  3. #42
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von ediundbledi Beitrag anzeigen
    Wo ist denn hier der anfang? ...
    Habe es nun im ersten Beitrag dieses Threads nachgetragen.
    Ausgangspunkt war dieser Post unseres Members @marekbrodzik:

    Zitat Zitat von marekbrodzik Beitrag anzeigen
    Hallo, ich möchte mich auch gleich mal kurz vorstellen:

    Ich bin Marek, inzwischen 48, und plane für die nächsten Jahre eine Auswanderung an einen Ort mit deutlich niedrigeren Lebenshaltungskosten (und idealerweise auch Steuern), das genaue Ziel steht aber noch nicht fest. Beruflich bin ich als Freiberufler tätig und bearbeite Aufträge, die ich über das Internet erhalte und ausliefere, ich bin also völlig ortsungebunden (vorausgesetzt, Strom und Internet sind zuverlässig verfügbar).

    Hobbymäßig lerne ich seit einiger Zeit thailändisch mit dem Buch "Thai zum Selbststudium" und kann inzwischen einigermaßen lesen und schreiben, bin aber wortschatzmäßig noch ziemlich am Anfang, will das Lernen aber intensivieren. Ich war aber noch nie in Thailand, mich hat aber das Land immer schon interessiert.

  4. #43
    chrima
    Avatar von chrima
    Ich nutze es auch, es handelt sich um dieses Buch
    http://www.amazon.de/Selbststudium-A.../dp/3924468303

  5. #44
    Avatar von KhunTom

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    Ich muss da @marekbrodzik meiner Meinung nach absolut Recht geben und auch beim Spracherwerb wird ja unter Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingestuft.

    Im Englischen können Australier, Engländer, Amerikaner, Inder ... miteinander kommunizieren und da in den verschiedensten Aussprachen und sie verstehen sich meistens noch. Das liegt natürlich dass diese Sprachen aus derselben Sprachfamilie kommen und es zahlreiche Internationalisten (Wörter mit römischer oder griechische Abstammung) gibt. So etwas geht im Thailändischen natürlich nicht, und das hat die verschiedensten Gründe. Wer thailändisch spricht, sollte die Nachrichten verstehen und deuten können, bei einer Prüfung hängt dann zu 80 Prozent am Schreiben und Lesen, es bringt ja nichts, wenn man die Aufgabe nicht versteht. Vorsicht, ein Bayer versteht den Hamburger Dialekt auch nicht unbedingt, beide sehen aber die Tagesschau oder ein Länderspiel in derselben Sprache und können es verstehen. Viele können Englisch singen aber haben grosse Probleme bei einer Unterhaltung, das liegt dann oft an fehlender Grammatik. Oft fehlt dann auch der Mut es Auszusprechen, da man Angst hat etwas falsch auszusprechen, das liegt dann oft an mangelnden Wissens in der Ortographie (die richtige Aussprache der Buchstaben, welches ja der erste Schritt sein sollte)

    1. Schrift
    Thailändisch ist eine tonale Sprache, das bedeutet: ändert sich der Ton, so ändert sich die Bedeutung des Wortes. Wie schon beim Beispiel ขาว Khaao die grammatikalischen Regeln wie schon richtig beschrieben: hoher Anfangskonsonant, langer Vokal, lebende Silbe, ergibt einen steigenden Ton und bedeutet somit “weiss“. Plus ein Tonzeichen Mai Too ergiebt dies einen fallenden Ton und somit “Reis“ ข้าว. Das sind eben Regeln die man lernen muss, gleichbedeutend mit einem der, die oder das im Deutschen auch das ist die Eigenschaft des Deutschen. Same same but diffrent.
    Ein Konsonant bleibt im Vergleich ein Konsonant (Zwielaut) und ein Vokal ein Vokal (Einlaut) es kommt halt besonders beim Thailändischen noch mit auf die richtige Aussprache an.
    Thailändisch kommt mit 6 T- Tönen, da falls ein Wort anders geschrieben wird, ändert sich natürlich auch die Bedeutung des Wortes. Anhand der verschieden Schriftzeichen kann man auch den Ursprung erkennen. Es gibt aber auch wie in unserer Sprache Wörter die gleich geschrieben werden und eine unterschiedliche Bedeutung haben (die Bank) so gibt es im Thailändischen ein ผม Phom mit steigenden Ton (hoher Konsonant, welches Kopfhaar (Nomen) aber auch ich (Pronomen) heissen kann.
    Anders sieht es da aus bei รต giessen (Verb) รส Geschmack (Nomen) รถ Fahrzeug (Nomen) alles wird als Rot mit hohem Ton ausgesprochen und ist in keiner Umschrift zu erkennen (2 Konsonanten eine Silbe ergibt ein “kuzes O“ dass man spricht aber nicht schreibt, dazu ein tiefer Konsonant plus ein kurzer Vokal (Vokallänge nur unterschiedlich bei tiefer Konsonantengruppe) und eine tote Silbe ergibt einen hohen Ton.
    Einen Analphabeten würde ich an offiziellen Stellen nicht zum Übersetzen mitnehmen, da beim Sprechen kann ich dich verarschen, in der Schrift liegt die Wahrheit (Verträge). Dazu natürlich noch die Schreibweise der Wörter aus einer anderen Sprachfamilie, dies ist eben dann Pali oder Sanskrit. Mönche aus verschieden Ländern können sich ja auch auf diese Sprache unterhalten. Dies sind dann auch die Oberbegriffe der Grammatik, in unserer Sprache wäre das dann Latin.

    2. Grammatik
    Thailändisch hat im Gegenzug zu unserer Sprache 7 Wortarten, da ein Adjektiv und ein Adverb als eine Wortart gelten. Die daraus resultieren Syntax (Anordnung der Wörter Subjekt, Verb, Objekt) ist aber trotzdem möglich. Besonders bei den Adjektiven kann es Unterschiede geben. Aber auch ein Vollverb kann in thailändische ein Verb plus Objekt sein (เดินทาง dtöön Taang = reisen). Mal die Basics: ผมชอบคุณ Ich mag dich. คุณชอบผม du magst mich (höflich) genau auf Subjekt Verb Objekt achten.
    Bei den Verben stimmt es wohl, dass es keine Konjugation sowie Zeiten gibt das Letztere kann man aber durch Satzstellung oder Zeit Adverbien ausdrücken. Es gibt keine Mehrzahl, dafür aber Klassifikatoren (Stückwort) mit denen ich auch die Mehrzahl angeben kann und noch viele andere Merkmale in den verschiedenen Wortgruppen. Das richtige Wort nur anhand der Zusammenreihung zu erkennen kann ein gefährlicher Irrtum sein, um so weiter das man lernt, um so mehr weiss man wie wenig man eigentlich weiss. Ich muss ja auch mal öfters fragen, wie man ein Wort buchstabiert.

    https://www.gotoknow.org/posts/208769

    3. kultureller Ausdruck:
    Ist natürlich bei einem Land, dessen Kultur nicht von Europäern besetzt wurde, ist diese natürlich auch unterschiedlich, auch dieses macht sich anhand der Wortzusammenstellung คิด kid = denken, คิดถึง = denken ankommen = vermissen. Oder eine Umschreibung des Wortes wie ระยะเวลาที่เพิ่มจากเวลาปกติในการแข่งขัน Laufzeit, die zusätzlich kommen aus normalem Wettbewerb (Arbeitszeit) = Überstunden. Aber auch die Denkweise anhand von Sprichwörtern ist eine Andere.

    Das ist meiner Meinung nach nur ein ganz kleiner Auszug im Vergleich aus dem Ganzen. Natürlich sollten solche Unterschiede Studenten aber auch Lehrer die in Thailand Englisch unterrichten kennen. Eure Frauen brauchen die Grammatik zu Deutsch lernen ja auch, das ist dann auch Same same but diffrent. Nichts ist aber unmöglich, ich kenne aber nur sehr wenige, die Thailändisch gut sprechen ohne lesen zu können. Anscheinen gibt es aber in Thailand 76 Dialekte, das wären dann so viele wie Provinzen.

  6. #45
    Avatar von storasis

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    Unser Denkfehler besteht ja schon darin, dass wir sagen "kao" hat diese vielfache Bedeutung, weil wir eben nicht gewohnt sind, dass eine andere Betonung schlicht und einfach ein anderes Wort ist. Damit gleichen wir dem Chinesen, der sagt Reise kann einmal einen Ortwechsel bedeuten und ein anderes Mal geringe Lautstärke - weil er L und R nicht unterscheidet.

  7. #46
    Avatar von marekbrodzik

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    Es wird ja auch tatsächlich in jedem einzelnen Fall unterschiedlich geschrieben und auch ausgesprochen, auch wenn die Unterschiede gering erscheinen mögen (mal wird das k aspiriert, mal ist das a lang, mal der Ton unterschiedlich). So besonders groß ist die Variationsmöglichkeit bei einsilbigen Begriffen eben nicht... Es gibt zwar auch Wörter, die gleich ausgesprochen werden (z. B. "tham" als "machen" oder als "buddhistische Lehre = Dhamma"), aber auch hier ist die Schreibung unterschiedlich.

    Weiß eigentlich jemand, mit welchem Ton "sabai" richtig ausgesprochen wird? Laut dem Lehrbuch mit hohem Ton, müßte nicht rein von der Logik her hier ein steigender Ton gesprochen werden? Da erste "a" ist ja eigentlich kein "richtiges" "a", sondern eher ein unbetonter Schwa-Laut, so daß das hohe "s" am Anfang einen steigenden Ton bewirken sollte. Oder ist dies eine Ausnahme?

  8. #47
    Avatar von marekbrodzik

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    Anscheinen gibt es aber in Thailand 76 Dialekte, das wären dann so viele wie Provinzen.
    Eigentlich sind die einzelnen regionalen Tai-Sprachen in Thailand sogar mehr als nur Dialekte (also nur mündlich überliefert, nicht standardisiert, auf einfache Sachverhalte beschränkt).

    Grund dafür ist die Geschichte der Region:

    Ursprünglich gab es auf dem Gebiet des heutigen Thailand eine Reihe unabhängiger Stadtstaaten (Müang), die untereinander in einem komplexen Abhängigkeitsverhältnis standen (Mandala-System). Der Umbau dieses Systems zu einem Nationalstaat mit einheitlicher Verwaltung und einheitlicher Sprache und Schrift begann erst Mitte des 19. Jahrhunderts unter König Mongkut, der erstmals den Begriff "Krung Sajam" prägte. Gleichzeitig begann damit erst die landesweite Durchsetzung der "thailändischen Sprache" gegenüber den einzelnen Regionalsprachen, die dann mit der Militärdiktatur der 1930er Jahre ihren Höhepunkt fand - zuvor konnte sich jeder Teilstaat weitgehend selbst verwalten und eine eigene Sprache und Schrift verwenden, solange nur die Tributpflichten erfüllt wurden.

    Die "thailändische" Sprache und Schrift von heute basiert auf der Kultur des Reiches Sukhotai, das im Laufe der Jahrhunderte vom weiter südlich gelegenen Ayutthaya absorbiert wurde, wobei sich aber Sprache und Schrift von Sukhotai im gemeinsamen Reich durchsetzten. Daneben gab es andere bedeutende Reiche mit eigenständiger Schrift und Kultur, die teilweise gegenüber Ayutthaya tributpflichtig waren, je nach Kräfteverhältnis auch gegenüber anderen Reichen wie den Birmanen.

    Aus dieser Eigenständigkeit resultierten dann regionale Varianten der Tai-Sprachen, beispielsweise Phak Tai im Süden (Nakhon Si Thammarat), Lan Na im Norden (mit eigener Schrift, der Tua Tham-Schrift, die seit den 1930er Jahren nur noch für religiöse Zwecke erlaubt ist) oder Lan Sang im Osten (zerfiel später in die Teilstaaten Luang Prabang, Vien Chanh und Champasak, die Keimzelle des heutigen Laos), ebenfalls mit eigener Schrift und Sprache ("Isan" ist ja eine Wortneuschöpfung aus dem 20. Jahrhundert, bei der Umbenennung wurde auch die regionale laotische Schrift verboten). Übrigens wurden die regionalen Könige teilweise erst seit spät abgeschafft, der letzte König von Lan Na repräsentierte noch bis 1939, das kleine Königreich Nan war noch bis 1931 semi-unabhängig.

    Daraus ergibt sich aber, daß wir es ursprünglich tatsächlich mit eigenständigen Sprachen zu tun hatten, da eine eigene Schrift mit einem umfassenden und standardisierten Wortschatz verfügbar war. Im Zuge der Vereinheitlichung der Sprachen hin zum Standard-Thai erfolgt aber auch ein Wandel hin zu "Dialekten", da ohne Normierung und eigene Sprachinstanzen keine Funktion als echte Sprache mehr erfüllt werden kann.

  9. #48
    Avatar von croc

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    Sabai di...

  10. #49
    Avatar von Dieter1

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    marek, als der Begruender einer einheitlichen Thaisprache und -schrift gilt eigentlich Koenig Ramkamhaeng (13. Jahrhundert). Koenig Mongkut (Rama 4) wird das Wiederentdecken seines Werkes zu Gute gehalten.

  11. #50
    Avatar von marekbrodzik

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    Stimmt, aber das war eben kein "thailändischer" oder "siamesischer" König, sondern König eines der vielen Teilreiche der damaligen Zeit, nämlich von Sukhothai (https://de.wikipedia.org/wiki/Sukhot...%B6nigreich%29) - daneben gab es noch viele weitere Tai-Königreiche, von denen schließlich Ayutthaya (https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nigreich_Ayutthaya) das bedeutendste wurde. Bei einem anderen Verlauf der Geschichte (z. B. kein Zerfall von Lan Sang) würde heute vermutlich eine etwas andere Tai-Sprache mit anderer Schrift als Standard verwendet... so aber gelten Schrift und Sprache von Sukhothai als Vorläufer des heutigen Thai (sogenanntes Proto-Thai).

    Der obige Sprecher spricht übrigens kein Standard-Thai, sondern Kham Müang, also die heutige Version der Sprache von Lan Na mit vielen thailändischen Lehnwörtern (worauf er im Text auch selbst hinweist). Bei der Schrift handelt es sich um die Tai Tham-Schrift, die ich oben schon erwähnt hatte, und die im Vergleich zur heutigen thailändischen Schrift deutlich stärker vom Khmer beeinflußt ist (z. B. vertikale Schreibung von Konsonantenclustern statt horizontal wie in Thai oder Lao) und - als wichtigstem Unterschied - einem kurzen "a" anstelle des kurzen "o" als inhärentem Vokal.

    Offiziell weiterhin in Verwendung ist diese Schrift übrigens bei den Tai-Völkern der Khün und Tai Lü in der benachbarten chinesischen Provinz Yunnan, da der chinesische Staat aktiv Regionalsprachen fördert (und unter anderem erstmals auch eine Schrift für Zhuang entwickelt hat, die weiterhin im ursprünglichen Siedlungsgebiet der Tai in Südchina/Guangxi leben und die größte Minderheit Chinas darstellen).

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