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Thai. Sprechen, Lesen, Schreiben - oder besser andersherum?

Erstellt von Eutropis, 23.11.2015, 13:40 Uhr · 192 Antworten · 12.577 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Siamfranky

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Das liegt sicher daran, dass im Deutschen der Reis einfach ein Nahrungsmittel ist, waerend das thailaendische Pendant "Kao" je nach Aussprache Berg, Reis, innen/hinnein, Nachrichten oder das persoenliche Fuerwort "er" bedeuten kann.

    Normal bekommt man aus dem Zusammenhang mit, um was es geht. Manchmal ist es muehsam.
    Richtig, der Zusammenhang macht schon viel, das möchte ich bestätigen. Ich sage gern so:
    Stehe ich im Kaufhaus in der Hemden-Abteilung und möchte ein selbiges kaufen (süa), wird
    kaum jemand vermuten, ich möchte (wegen der falschen Betonung) einen Tiger erwerben.

    Klugscheissermodus on: Beim Reis (kao) hast du übrigens noch die
    Farbe "weiss" vergessen. Aber auch beim "süa", ach, lassen wir das ...

  2.  
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  3. #22
    Avatar von Dur_Farang

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Von allen 7 Sprachen, die mir im Laufe meines Lebens gelehrt wurden oder die ich sonstwie erlenen musste, um den jeweiligen Alltag einigermassen autark zu meistern, ist Thailaendisch die mit Abstand schwerste.

    Das liegt sicher daran, dass im Deutschen der Reis einfach ein Nahrungsmittel ist, waerend das thailaendische Pendant "Kao" je nach Aussprache Berg, Reis, innen/hinnein, Nachrichten oder das persoenliche Fuerwort "er" bedeuten kann.

    Normal bekommt man aus dem Zusammenhang mit, um was es geht. Manchmal ist es muehsam.
    das liegt daran das unmusikalische die Sprache so gut wie nicht erlernen können, zumindest haben die es sehr schwer.

  4. #23
    Avatar von marekbrodzik

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    Das ist ja gerade das schöne und geniale an der Schrift - hier ist nicht nur das Schriftbild eindeutig, du kannst auch unmittelbar daraus die Aussprache ableiten:

    Reis wird ข้าว geschrieben, also ein hohes aspiriertes "k" am Anfang (somit [kh] und nicht [k]), danach folgt ein langes "a" (genauer gesagt ein helles a, das vorn im Mundraum gebildet wird - das dunkle "a" gibt es im Thai nicht), im Auslaut dann ein Halbvokal, der zwischen "o" und "u" liegt (in der standardisierten IPA-Lautschrift ist das ein "w" - nicht mit dem "w" in der "allgemein üblichen" Sprache zu verwechseln - im Anlaut wird das ว aber tatsächlich ähnlich einem "w" ausgesprochen). Als diakritisches Zeichen haben wir ein Mai Tho, damit ergibt sich in Kombination mit einem hohen Konsonanten ein fallender Ton. Die Vokallänge wird durch den Doppelpunkt (= lang, wenn keine Markierung erfolgt, ist der Vokal automatisch kurz )markiert.

    Das sieht dann wie folgt aus: ข้าว = [khâ:w]

    Alle anderen genannten Beispiele weisen eine andere Schreibung und Aussprache aus, Beispiel "er/sie", also เขา:

    Hier steht ebenfalls ein ข, also ein hohes aspiriertes [kh], der Diphthong [aw] mit kurzem "a" wird durch das umlaufende เา realisiert (die Position der Vokalzeichen ist immer statisch). Tonzeichen gibt es hier keines, daher muss die Silbenstruktur analysiert werden:

    Es handelt sich um eine lebende Silbe, da sie auf einen Halbvokal endet. In Kombination mit einem hohen Anfangskonsonanten ergibt dies einen steigenden Ton. Daraus resultiert:

    เขา = [khˇaw] (leider hat meine virtuelle IPA-Tastatur seit dem Update auf Windows 10 den Geist aufgegeben, das ˇ zur Markierung des steigenden Tons müsste direkt über dem "a" sein wie im obigen Beispiel beim â)

    Beim Beispiel "hinein" wiederum ist die Schreibung genau wie bei "er/sie", also mit kurzem "a", dafür mit Mai Tho wie bei "Reis". Daraus ergibt sich: kurzer Vokal, aber fallender Ton. Analog unterscheiden sich die allermeisten Wörter nicht nur in der Schreibung, sondern auch in der Aussprache, auch wenn uns die Unterschiede gering erscheinen mögen.

  5. #24
    Avatar von marekbrodzik

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    Klugscheissermodus on: Beim Reis (kao) hast du übrigens noch die Farbe "weiss" vergessen
    Nachtrag: Die Farbe "weiß" unterscheidet sich vom "Reis" durch das Fehlen der Tonhöhenmarkierung, daher gilt: aspiriertes k, langes a, halbvokalisches w am Ende, aber mit steigendem Ton (da hoher Konsonant und lebende Silbe). Es hat also alles seine Ordnung, und die Aussprache der thailändischen Tonhöhen ist (verglichen mit dem Chinesischen oder Vietnamesischen) auch schnell und einfach erlernbar.

    Ohne Kenntnis der Schrift könnte ich mir die ganzen Feinheiten auch nicht auswendig merken, genauso wenig wie ich Französisch rein nach Gehör sprechen könnte.

  6. #25
    Avatar von Siamfranky

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    Das hat ja niemand bestritten, aber langsam wird mir die Bedeutung der Schrift dann doch ein wenig
    zu hoch gehängt. Abgesehen davon, ob Kinder schneller lernen, oder ob wir für eine tonale Sprache
    länger brauchen - es ist noch immer so: Egal, ob in Deutschland, oder in Thailand, bevor ein Mensch
    auch nur einen einzigen Buchstaben in einer Schule gelernt hat, spricht er m.E. perfekt die Sprache!
    Da kann ich noch so viel Schrift büffeln, die praktische Anwendung einer Sprache ist der Königsweg.

  7. #26
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Egal, ob in Deutschland, oder in Thailand, bevor ein Mensch
    auch nur einen einzigen Buchstaben in einer Schule gelernt hat, spricht er m.E. perfekt die Sprache!
    Da kann ich noch so viel Schrift büffeln, die praktische Anwendung einer Sprache ist der Königsweg.
    Das intuitive akzentfreie Erlernen von Sprache ist aber nur im Kindesalter möglich. Dieser Zug ist ab der Pubertät abgefahren, und je älter man wird, umso mehr Aufwand muss man investieren, um sich in einer Sprache halbwegs verständigen zu können.

    Ein Kind braucht keine Schriftsprache, um eine Sprache zu lernen. Aber für einen Erwachsenen kann die Schriftsprache ein wichtiges Hilfsmittel sein, um das was von der Natur nicht vorgesehen ist (Spracherwerb im Erwachsenenalter) noch einigermaßen zu erreichen.

  8. #27
    Avatar von Siamfranky

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    @ffm, auch das ist bekannt und soweit richtig. Es geht mir nur darum, dass das eine das andere
    nicht ausschliesst. Und ohne die ständige Anwendung einer Sprache reiten wir m.E. ein totes Pferd.
    Auch mit den perfekten Schriftkenntnissen, wirst du nie akzentfrei irgendwas sprechen können.
    Das schafft doch kaum ein 12jähriger, der von Hamburg nach Bayern umzieht. Wenn überhaupt,
    hilft da nur das Training am lebenden Objekt. Ich bleibe dabei, die Schrift hilft, aber ist kein Muss.

  9. #28
    Avatar von Siamfranky

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    Zitat Zitat von ffm Beitrag anzeigen
    Das intuitive akzentfreie Erlernen von Sprache ist aber nur im Kindesalter möglich.
    Gut, das bedeutet aber, Kinder sprächen in der Tat intuitiv akzentfrei. Das ist mir nie begegnet.
    Kinder wenden an, sofort, immer wieder. Farang in TH? Mal schauen, ob einer Englisch kann.

  10. #29
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von Dieter1 Beitrag anzeigen
    Das liegt sicher daran, dass im Deutschen der Reis einfach ein Nahrungsmittel ist, waerend das thailaendische Pendant "Kao" je nach Aussprache Berg, Reis, innen/hinnein, Nachrichten oder das persoenliche Fuerwort "er" bedeuten kann.
    Das sind doch völlig verschiedene Wörter. Weder ein thailändischer Muttersprachler noch jemand der die thailändische Schrift kennt, würde zwischen diesen Wörtern irgend einen Zusammenhang sehen.

  11. #30
    ffm
    Avatar von ffm

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    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Gut, das bedeutet aber, Kinder sprächen in der Tat intuitiv akzentfrei. Das ist mir nie begegnet.
    Selbstverständlich sprechen sie nicht von Anfang an akzentfrei. Aber nach einigen Jahren können Kinder eine Sprache auf muttersprachlichem Niveau beherrschen, und das ist bei Erwachsenen nicht mehr möglich.

    Zitat Zitat von Siamfranky Beitrag anzeigen
    Wenn überhaupt, hilft da nur das Training am lebenden Objekt.
    Dieses Training an lebenden Objekten ist doch bei den Ausländern, die nach Thailand kommen, durchaus die Regel. Und das Resultat ist das Bierbar-Pidgin-Thaideutschenglisch, mit dem sich so viele verständigen.

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