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Thai-Ohren und die Konsonanten R und L

Erstellt von storasis, 02.10.2012, 19:08 Uhr · 11 Antworten · 1.617 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von storasis

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    Thai-Ohren und die Konsonanten R und L

    Wie hier schon oft erwähnt wird von vielen Thais das R nur ungern ausgesprochen - typisch u.a. für den Raum Bangkok. Für den Lernenden des Thai ist das allerdings eine zusätzliches Hürde, erstens weil wir im Deutschen die beiden Buchstaben an sich gar nicht in Verbindung bringen und wenn wir loon hören zuerst gar nicht daran denken dass das roon /heiß bedeuten könnte. Wenn dann noch ein R ausgesprochen wird, wo es eingentlich phonetisch "L" heißen soll, ist der Deutschsprachige völlig verwirrt. Es ist aber meinen Beobachtungen nach so, dass Thai, die sich bemühen, das R auch auszusprechen, manchmal übers Ziel hinausschießen und dann auch vereinzelt "L-Wörter" mit R sprechen.
    Meine These ist, dass es für Thai-Ohren gar keinen relevanten Unterschied zwischen L und R gibt*. Liege ich damit richtig?

    *R und L gehören ja in die gleiche Laut-Klasse, die so genannten Liquide.


    (Ein Versuch der amerikanischen Psychologin Dr. Alison Gopnik der University of California in Berkeley über kindliches Lernen im Jahr 2000 zeigte, dass sieben Monate alte japanische und amerikanische Babys noch gleich gut zwischen „R“ und „L“ unterschieden. Aber schon mit zehn Monaten konnten die japanischen Babys den Übergang von „R“ zu „L“ nicht mehr hören.)Quelle: http://www.inasien.de/magazin/stimmt...ts_2004-05.php

  2.  
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  3. #2
    Avatar von waltee

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    Also meine Thaifrau kennt den Unterschied, sie spricht rinks und lechts akzentfrei aus.

  4. #3
    Avatar von waanjai_2

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    Du hast schon recht mit der Lautbildung. Aber es hat weniger mit den Ohren zu tun, als mit dem Kopieren der Lautbildung der Mutter durch das Baby.
    Das R wird halt von den asiatischen Müttern ziemlich vorne in der Mundhoehle gebildet, wo auch ansonsten das L gebildet wird.
    Im Gegensatz bei den Europäern, die lernen, das R im Rachen zu rollen.
    Die Babies gucken ja monatelang auf die Lippen der Mutter und lernen, wie die Mutter die Laute bildet. Z.B. für etwas was Baba ist, also nicht gegessen werden sollte Wenn sich darunter auch Heuschrecken befinden, wird das Baby später auch keine Heuschrecken essen wollen. Ist halt baba.
    Jedenfalls, so entsteht die "Muttersprache" mit all ihren verschiedenen Lauten, die einรge bilden koennen, die anderen jedenfalls nicht.

    Wenn es aber generell in einer Sprachregion gilt, daß es "anstrengend" ist, ein richtiges L und ein richtiges R zu bilden, dann versagen dabei vor allem die Sprachfaulen. Womit wir wieder bei den Bangkokern wären. Das wäre ja alles halb-so-schlimm, wenn die nicht gleichzeitig auch so hochnäsig wären. Die dort nur unvollkommen assimilierten Thai-Chinesinnen.

  5. #4
    ccc
    Avatar von ccc

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    Zitat Zitat von storasis Beitrag anzeigen
    Meine These ist, dass es für Thai-Ohren gar keinen relevanten Unterschied zwischen L und R gibt*. Liege ich damit richtig?
    Ob du richtig liegst weiß ich nicht, ich sehe es aber ähnlich. Der Unterschied ist für uns eindeutig, für Thais nicht so ganz, andererseits haben wir das Problem mit den Vokalen. Wir hören oft gar keinen Unterschied, wo der Thai gleich 5 verschiedene Vokale (bzw. Tonhöhen) hört. Andere Völker haben andere "Hörschwierigkeiten". Ich habe vor vielen Jahren feststellen müssen, dass die Philippinos (zumindest die auf Luzon) nicht wirklich zwischen "i" und "e" unterscheiden. Das ging soweit, dass die Landeswährung manchmal als Peso, manchmal als Piso klingt, und die Schönen der Nacht boten "six" statt "5ex" an (ja, damals war ich noch fast 40 Jahre jünger).

    Ich habe auch noch keinen Thai getroffen, der bei genauerem Hinhören das "r" oder das "l" nicht aussprechen kann, es klingt nur für unsere Ohren anders, je nachdem ob das Wort schnell oder langsam ausgesprochen wird. Ich habe auch manchmal den Eindruck, dass genau dort wo ich ein "r" erwarte, ich ein "l" höre, aber umgekehrt ein "r" höre, wo ich eigentlich ein "l" erwarte.

    Bei vielen Wörtern höre ich folgenden Effekt: Bei schneller Aussprache wird ein "r" zum "l", die Thais hören dabei gar keinen Unterschied, ich aber schon.

    Bei meinem ersten Thailandurlaub hatte ich das, was ich gerne als "Sapperlot-Erfahrung" bezeichne. Eine junge Dame hatte mir erklärt, dass das Getränk das ich gerade schlürfte ein "Nam Sapperlot" war. Ich versuchte mir das einzuprägen indem ich es mir langsam vorsagte "Nam Sapperlot". "Nein", sagte die Hübsche, und wiederholte ganz langsam "Nam Sapperot". Ok, dachte ich mir, ein Hörfehler und bestellte noch ein "Nam Sapperot", allerdings schnell ausgesprochen. "Nein" kam es wieder, und diesmal schnell: "Nam Sapperlot". Das ging so 3 oder 4 mal, bis ich begriff, dass es auch auf die Geschwindigkeit ankam, in der man das "r" und das "l" spricht.

  6. #5
    Avatar von Micha L

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    Auch Chinesen "Albeiten ohne Mullen und Knullen" und Bayern reden immer von Kinesen und Kemie und Berliner machen janz viel falsch. Daß Sachsen geine Fehler machen, kann man auch nicht behaupten.
    Sowas gibts also in der ganzen Welt

  7. #6
    Avatar von Yogi

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    Meine Frau wollte immer zu Andi.
    Mann, hab ich gedacht, kaum 2 Wochen in D-Land, kennt die schon nen anderen Kerl.

  8. #7
    Avatar von singha

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Meine Frau wollte immer zu Andi.
    Mann, hab ich gedacht, kaum 2 Wochen in D-Land, kennt die schon nen anderen Kerl.
    der ist gut

  9. #8
    Avatar von songsalung

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    Das Problem der Thais mit z.B. der dt. Aussprache liegt weniger am R und L die können noch auseinander gehalten werden und ein R können zumindest alle muttersprachlichen Thailänder auch sprechen.

    Ein L ist da schon eine grössere Herausforderung, wie es Yogi mit seinem Witzchen schon klar gemacht hat.

  10. #9
    Avatar von siamthai1

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    abend songsalung

    betrifft nicht nur das sprechen der deutschen sprache, auch in thai ist für die leute das R schlecht zu sprechen,dafür kommt wieder mehr das L zum ausdruck.
    bestimmt aber nicht für alle,aber für viele.

  11. #10
    Avatar von waanjai_2

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    Zitat Zitat von songsalung Beitrag anzeigen
    Ein L ist da schon eine grössere Herausforderung, wie es Yogi mit seinem Witzchen schon klar gemacht hat.
    Aber abhängig davon, wo es steht. Die Sprache der Thai-Isaaner strotzt vor lauter Worten mit führendem L. Man denke nur an die ganzen Laabs - Salate, kalt gegessen.

    Ich wiederhole, es hat nix mit den Ohren zu tun, sondern mit der Lautbildung im Mund- und Rachenraum. Mit der Stellung der Zunge.

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