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Tätowierungen älterer Thai-Männer?

Erstellt von Taoman, 08.05.2005, 01:16 Uhr · 12 Antworten · 1.670 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Taoman

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    Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Wer kennt die verschiedenen Bedeutungen der Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Ich meine die "traditionellen Tätowierungen" welche überwiegend in Klöstern per Hand gestochen werden wie man sagt.
    Einige Tätowierungen sollen als Schutz vor Geistern o.ä. dienen?

    Mich wundert es das diese Tätowierungen in Klöstern gemacht werden obwohl dies mit der Lehre Buddhas nichts zutun haben kann.
    Manchmal erkennt man jedoch auch buddhistische Symbole, oder es steht da irgendwas auf der Haut geschrieben.
    Manche Männer haben den ganzen Rücken, Brust und Arme voll damit.

    Wer weiss genaueres darüber?

    Vielleicht hat es ja bereits jemand von seiner Verwandtschaft oder vom Schwiegervater persönlich erklärt bekommen?

    Welche Riten stecken dahinter?
    Gibt es irgendwelche Statuten die ein Mann erreicht haben muss um bestimmte Symbole zu bekommen?
    Gibt es eventuell so etwas wie Ränge/Grade bei den verschiedenen Symbolen/Tätowierungen?

    Werden diese trad. Tätowierungen ausschließlich in Tempeln gemacht, oder ist dies offiziell sogar verboten?

    Ich freue mich auf sachliche "kompetente" Antworten.

    Gruß taoman

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    @Taoman,

    Es würde mich wundern wenn hier jemand eine "kompetente" Antwort aus dem Stegreif geben könnte ohne das Thema zu recherchieren.

    Ich weiß nur soviel dass sie ganz ähnlich wie die Amulette diverse Schutzfunktionen haben. Desweiteren habe ich sie auch bei 'jüngereren' Männern gesehen, - besonders bei Buramesen.

    Mich wundert es das diese Tätowierungen in Klöstern gemacht werden obwohl dies mit der Lehre Buddhas nichts zutun haben kann.
    Und hier ist es genau wie bei den Amuletten, die Praxis zeigt ganz einfach dass die Lehren Buddhas nicht als feste Doktrin gesehen werden, - was ja auch nicht der Sinn dieser Philosophie ist.

    Das was man als 'Buddhismus' bezeichnet hat sich ja in diverse Richtungen entwickelt. Ob nun zum Tibetanischen Vajrayana, zum Zen-Buddhismus oder zum Tantrismus. In der Praxis sind dieser Richtungen sehr diversifiziert und eine puristisch-orthodoxe Sicht führt nur in die Irre. Beispiel: ist Zen-Buddhismus überhaupt als Buddhismus zu bezeichnen? Oder handelt es sich im Grunde um eher um Zen mit buddhistischen Einflüssen?

    Wenn wir nur einen Blick auf den Tantrismus werfen, (zu dem sich der Tibetische Buddhismus ja bekannt hat) dann findet man eine ganze Fülle von Praktiken, die mit dem Dharma und den Lehren und Worten Buddhas geradezu widersprüchlich sind. Es gibt eine Vielzahl von Texten die neben dem Dharma studiert und gelehrt werden.

    In der Blütezeit des Tantrismus in Indien wurden die traditionellen Buddhisten sogar offen kritisiert. Plötzlich galt es nicht mehr "den 'Dorn' auswachsen zu lassen", (ein paar tausend Widergeburten lang) kein Karma zu erzeugen, - sondern "den Dorn mit einem Dorn zu entfernen! Was soviel heisst wie sein Karma durch gezieltes Karma herauszufordern. Nicht verharren, sondern ein frontaler Angriff auf sein Schicksal! Tantrismus ist eine Textkultur, die Überlieferung von Geheimwissen, das weitaus älter als der sogenannte "Buddhismus" ist. Viele Mantras, Texte (manche ellenlang), die im Tantrismus gelesen und rezitiert werden, haben (wenn man so will) nicht das geringste mit Dharma zu tun. Und doch spricht man vom tantrischen Buddhismus, dem diamantenen Fahrzeug des Buddhismus (the diamond vehicle)! As strong and sharp as a Diamond! Power pur!

    Und ich vertrete nach wie vor die Meinung des auch der traditionelle Theravada Budhismus in Thailand von Tantrismus und deren Geheimwissen, magischen Texten und Praktiken "durchwachsen" ist. Den Puristen und Schulbuchbuddhisten passen solche Ansichten wiederum nicht besonders in's Konzept, weil diese Einflüsse sehr schwierig einzuordnen und zu klassifizieren sind.

  4. #3
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Mein Schwager ist 37 Jahre ( also kein aelterer Mann ) ist auch auf Ruecken und Brust komplet mit Schriftzuegen taetowiert - schoen mit Kloeppel einzeln eingebracht in die Haut

    Ich weiss das es einen buddhistischen Hintergrund hat bzw. das es bei seinen Schriften auf dem koerper um Buddhismus geht ueber die Bedeutung haben wir aber nie geredet - Warum eigentlich nicht

    Also ich kann eben leider auch nicht wirklich weiterhelfen werde das aber mal im Dezember nachholen was er da indivieduell auf seinem Koerper eingemeisselt hat .

  5. #4
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Auf der Brust hat er nur das eine Symbol



    der Ruecken ist aber gut voll ( habe leider kein Photo ) und auf den Armen hat er auch alles zugeprikt, kann man auf dem Photo hier leider schlecht sehen



    die vielen Bierpullen da am Rand, NEIN , wir waren nicht jeden Tag am saufen - das war Sylvester 99/2000 - da gab es mal ne Pulle mehr ;-D

  6. #5
    Avatar von didl69

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Hallo,

    hier einiges für Frank und diejenigen die thailändisch lesen können.

    http://www.geocities.com/watbangpra/tattoo.html


    Dann für die anderen das meine Frau, deren Vater auch Tätowierungen an Brust, Rücken und Armen hat, gesagt hat das diese Tätowierungen Angriffe (in dem Fall Stichverletzungen) abwehren sollen.

    Und der Tiger (sh. obige Webseite) soll Angreifer vertreiben.

    D.h. also das die Tätowierungen eine Art Schutzfunktion übernehmen sollen.

  7. #6
    Avatar von Samuianer

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Diese Tattoos heissen Yantras auch Yoan und sind auf animistisch, vor-brahmanische Zeiten zurueck zu fuehren, spaeter sind mit dem "Buddhismus" auch buddhistische Elemente mit eingebracht worden, namentlich Auszuege aus dem Dhammapada in Pali Schrift.

    Den Tattoos werden uebersinnliche Kraefte zugesprochen. Sie sollen seinen Traeger vor Unheil schuetzen oder ihm uebernatuerliche Kraefte vermitteln.

    Haeufig bei Pistolenmaennern, Soldaten, Kriminellen - aber auch bei Moenchen und Schamanen sprich "Geisterbeschwoerern"...

    Es werden auch 'heilige' Metallkuegelchen, Plaettchen oder Staebchen unter die Haut implantiert. Auf diese Metallstueckchen wurden magische Formeln gekratz, ziseliert, manchmal werden diese in einem magischen Ritual eingeschmolzen und ebenfalls unter die Haut plaziert. Es ist auch ueblich dieselben an der Huefte zu tragen - jeh nach Sinn und Nutzen diser magischen Teile.

    Alles geschieht zum gleichen Zweck: Den Traeger vor Unheil zu schuetzen oder ihm 'uebernatuerliche Kraefte' zu verleihen.

    Ist dabei aus der 'Mode' zu kommen, weil sich Heute die juengeren Maenner lieber 'tribal Art' und von einem Profi-Master-Tatooist taetowieren lassen - auch in Asien!

    Ich habe da schon mal einen Link zu Amuletten gelegt, waren Einige recht preiswert... ist ja heutzutage alles zu haben - sogar schon per Versandhandel! ;-D

  8. #7
    Avatar von ling

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Hi!

    Ich hab auch schon gehört,dass soche Tätoos Kugelgeschosse (z.B. im Krieg) abwehren sollen/können

    Hier ein Foto, das ich in Thailand gemacht hab: (hoffe, das klappt)



    Ling

  9. #8
    Avatar von Dieter1

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Hi Mr Luk,

    das hat Du gut auf den Punkt gebracht! Die Taetowierungen haben alle eine Funktion wie ein Amulett, d. h. bedeuten sie Schutz vor allerlei Ungemach. Die Hochhausbauarbeiter in Bangkok tragen sie alle.

    Gruss Dieter

  10. #9
    Avatar von Taoman

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    @ all

    vielen Dank für die Infos und schönen Fotos.

    Ist wirklich sehr interessant

    gruß taoman

  11. #10
    Avatar von Samuianer

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    Re: Tätowierungen älterer Thai-Männer?

    Mr.Luk:die Praxis zeigt ganz einfach dass die Lehren Buddhas nicht als feste Doktrin gesehen werden, - was ja auch nicht der Sinn dieser Philosophie ist.

    Das was man als ´Buddhismus´ bezeichnet hat sich ja in diverse Richtungen entwickelt. Ob nun zum Tibetanischen Vajrayana, zum Zen-Buddhismus oder zum Tantrismus. In der Praxis sind dieser Richtungen sehr diversifiziert und eine puristisch-orthodoxe Sicht führt nur in die Irre.


    Der erste Satz ist eine Auslegung deinerseitz d.h. deine Meinung zur Sache - letzte Satz ist aeusserst beeindruckend - Purismus und Orthodoxie in einem Satz miteinander zu vermischen halte ich fuer eine akrobatische Meisterleistung! Vielleicht meintest du ja Pragmatismus...?

    Vielleicht sollten wir dazu mal unter "Sonstiges" einen neuen Thread aufmachen!?

    Die ´diversen Richtungen´, Animismus, Schamanismus, ethnologische und kulturelle Gegebenheiten sind in den relativ jungen "Buddhismus", der sich in ganz Asien auszubreiten begann, miteingeflossen - oder der Buddhismus begann allmaehlich die gewohnten Praktiken zu ueberlagern - nur um mal bei den Dingen zu bleiben.

    Schutztattoos gibt es u.A. auch bei den Maoris und die haben noch nie was von Buddha oder Dhamma gehoert!

    Ob puristische oder orthodoxe Sichtweise - Butter bleibt Butter und kann nicht ploetzlich zur Kartoffel werden oder kennst du einen Schamanen der aus einem Fahrrad ein Moped hat werden lassen?.

    Ist irgenwem jemand bekannt der z.B. ein Schutztatoo gegen Geschosse traegt, auf den geschossen wurde und die Kugel nicht in seinen Koerper eindringen konnte? Bitte vortreten!

    Hat jemand ein soclhes Tattoo oder Amulett und moechte mal testen ob das funktioniert? ;-D Oder darf Mann die ´Schutzgeister´ nicht so unverfroren herausfordern?

    Ich kannte jemanden der Traeger eines solchen Amuletts war, der hat sich irgenwann selbst erschossen, er hat sein Schutzamulett leider vorher abgenommen - sonst haette er sich ja wohl nicht erschiessen koennen...

    Jetzt stellt sich die Frage: "Warum hat ihn dieses Amulett NICHT vor ihm selbst beschuetzt?" Haben Amulette ´Augen´ das sie die Geschosse differenzieren koennen und ´wissen´ die selben das sie gerade NICHT um den Hals ihres Traegers haengen sondern irgenwo an der Wand?

    Wie verhaelt sich das mit den Taetoowierten? Die koennen die 'Schutztattos' ja nicht einfach so ablegen ?

    ich weiss, ich weiss... jetzt gehts ab ins Metaphysische - jemand eine rationale Erklaerung parat?

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