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Sinn des Meditirens!

Erstellt von Otto-Nongkhai, 16.10.2005, 09:34 Uhr · 7 Antworten · 731 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Sinn des Meditirens!

    Ob Rigi,Yin Joga,Joga oder Meditiren,ich habe nie den Sinn dieser Sachen begriffen oder eingesehen.
    Gerade in Thailand ,auch in Nongkhai kann man viele Kurse besuchen oder im Tempel das Meditiren erlernen.
    Ich bin aber nicht so schnell zu beeinflussen und auch Hypnose hat bei mir keine Wirkung.
    Wuerde aber gerne diese Sachen verstehen und anwenden,da man dabei abschalten und ruhiger werden kann.
    Handelt es sich hierbei um eine Art Autogenes Training?

    Welcher Expert kann mir mal die Wirkungen erklaeren und wie man es am Besten und unter welcher Voraussehzung bzw.Zeitaufwand erlernt.

    Gruss

    Otto

  2.  
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  3. #2
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Sinn des Meditirens!

    Meditieren ist ne feine Sache. Ich mache es zwar nicht taeglich, aber doch mehrfach die Woche.

    Bei Meditation geht es darum, den Geist voellig frei werden zu lassen. An nichts mehr zu denken, ueber nichts mehr nachzudenken, aber dies mit aeusserster Konzentration. Der "Trick" dabei, sich eben nicht darauf zu konzentrieren, sondern es aus Dir selbst heraus geschehen zu lassen.

    Als Anfaeger ist es hilfreich, sich zunaechst eine Stuetze zu suchen. Zum Beispiel eine Klangschale, oder Musik, oder ein Bild, einen Autoreifen usw..., ist voellig egal was.
    Man versucht zu erkennen, worin die Essenz, das Wesen des Gegenstandes / Tons liegt, und wieso das so ist. Es geht darum, seinen Geist zu sammeln und vollkommen auf diesen einen Gegenstand / Klang zu fokussieren. Das ist eher eine Vorstufe der reinen Meditation, denn man konzentriert sich ja noch darauf. Aber es ist eine gute Uebung, seine vielfaeltigen Gedanken im Kopf nach und nach abzuschalten, und dann eben schlussendlich nur noch z.B. mit dem Reifen alleine zu sein.

    Ist man so weit gekommen, das man sich wirklich von den Alltagssorgen /-freuden trennen kann (und sei es nur fuer einen kurzen Moment), dann kann man die Hilfsmittel weglassen. Irgendwann erkennt man, das es keine Essenz gibt, und das es voellig irrelevant ist, was man da betrachtet, hoert, riecht oder fuehlt. Darum geht es auch nicht bei Meditation, zumindest nicht im reinen Sinn.
    Natuerlich gibt es ganz bewusste Meditationen zu einer Tatsache, und die sind ein wichtiger Aspekt. Man kann z.B. ueber die Welt meditieren, den eigenen Athemrythmus, ueber die Wesenheiten der Opfer des Tsunami - oder des Tsunami an sich.

    Meditation ist aber ein totales in-sich-gehen, und sich darin vertiefen. Wobei es ja ein "Ich" eigendlich gar nicht gibt, zumindest laut den Lehren des Buddha. Auch darueber habe ich schon mehrfach meditiert, war nicht einfach...

    Es ist ein auesserst bewusstes "auf-Null-schalten", das zu innerer Ruhe fuehrt. Da gibt es irgendwann keine Frau mehr, keinen Aerger am Arbeitsplatz, keine offenen Rechnungen und Mahnungen, kein ´das habe ich nicht gewollt´-Gedanke mehr, aber auch z.B. keine Freude an schoenen Erinnerungen.

    Dr. Timothy Leary hat mal in anderem Zusammenhang ein sehr treffendes Bild gepraegt (sinngemaess zitiert): "Du oeffnest Tueren, und wenn Du sie durchschreitest, dann betrittst Du einen Dir neuen unbekannten Raum. Entweder, Du fuehlst sich dabei wohl, oder Du bekommst Angst in dieser Kapelle. Wenn Du die Schwelle ueberschritten hast, gibt es aber kein Zurueck mehr."

    Recht hatte er, denn mit der Zeit veraendert sich unweigerlich die Sicht auf die Alltagsprobleme. Sie bleiben zwar Probleme, die geloest werden muessen, aber man begreift, das es auch anders geht als frueher. Gelassener, ruhiger. Man erkennt, was eigentlich wirklich wichtig ist - wenn ueberhaupt irgendwas wirklich wichtig ist.

    Als Buddhist moechte ich sagen:
    Wir sind -so wie wir jetzt zusammen sind und miteinander kommunizieren- Menschen, und sollten froh ueber diese Chance sein. Wir haben es in der eigenen Hand, aus der Moeglichkeit, ueber Sachen nachdenken (und meditieren) zu koennen, das Beste zu machen. Unsere Gehirne und die Evolution des Denkens hat uns soweit gebracht, dank des eigenen Karma nun diese Moeglichkeit zu nutzen.

    (...der Sinn der Meditation ist irgendwie ziemlich schwierig zu erklaeren, merke ich gerade.)

    Chock dii, hello_farang

  4. #3
    Avatar von Samuianer

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    Re: Sinn des Meditirens!

    Guckst du mal hier:

    Da es sich bei Pratyahara schon um die fuenfte Stufe des sogenannten "achfachen Pfades", (den ein Mensch Namens Hiranyagarbha gelehrt haben soll und von "Patanjali" zusammengefasst worden sind), im Yoga handelt solltest du zum besseren Verstaendniss hier: beginnen.

    Oder noch besser mal hier:

    reinschauen...Ueber Meditation sind mit einiger Sicherheit tausende von Buecher geschrieben worden, im Netz findest du viel, meditieren musst du letztendlich selbst - ein ruhiger, schattiger Ort... bestimmte, entspannte Atemuebungen (Pranayama in Sanskrit) koennen dabei sehr hilfreich sein.... dabei wuensch ich dir VIEL SPASS!

  5. #4
    Avatar von mipooh

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    Re: Sinn des Meditirens!

    Otto,
    jede Wette, dass Du enorm leicht zu hypnotisieren wärest. Meist sind es gerade diejenigen, die denken, das sei nicht möglich auch diejenigen, die schwupps in einer Trance sind.

    Die Trance einer Hypnose unterscheidet sich im Grunde nicht von der eines Meditierenden. (In manchen Foren würde ich dafür gesteinigt, aber wen juckt das schon, es stimmt trotzdem)

    Mal alles loszulassen, vielleicht sogar ohne daran (an Loslassen meine ich) jemals gedacht zu haben, ist so eine Trance oder auch eine Meditation. Ist eigentlich wurscht, sind eh nur Begriffe, die ein Erleben meinen, welches ein paar Aspekte hat, die in ziemlich jeder Lehre wieder auftauchen.

    Da wäre eine Zufriedenheit, oder ein Wohlbefinden, dann eine Art Nichtdenken, also (vorübergehend) keine Pläne, keine Sorgen, das kann soweit gehen, dass man erstmal sortieren muss (anschliessend bzw im Ausklingen), wer und wo man eigentlich ist. All das aber in einer Bewusstheit, die subjektiv angenehmer, bewusster, wacher ist als der Alltag.
    (Augen auf oder zu ist relativ wurscht, beides hat Vor- und Nachteile, nur nicht einfach pennen.)

    Lernen ist ganz einfach:

    Mach es Dir irgendwo recht bequem und lass Dich von Aussen nicht stören. Schalte Dein Handy aus, mach ein Schild an die Tür oder geh an den Strand, wo keine Leute sind. Schick Deine Frau zum Einkaufen...

    Und dann mach einfach nix (ausser wachsein), oder noch besser, geniesse es nix zu machen. Und wenn Du merkst, dass Du über was nachdenkst, mach Dir bewusst, dass Du das wohl in zehn, zwanzig Minuten wieder möchtest, aber nicht jetzt. Und dann mach weiter nix als Dasein. Das machst Du so oft, bis Du merkst, dass Du eigentlich ganz klar bist, aber keine Ahnung hast, was gerade abläuft, zB weder wer, noch wo Du bist (oder so ähnlich). Keine Sorge dabei, Du weisst es schon, Du fühlst ja alles, nur sortierst Du gerade nichts.

    Kann auch ganz ohne Übung einfach so gelingen, wenn es Dir gelingt einfach mal nix zu tun und nichtmal über nix nachzudenken...

    Wenn nicht, einfach mal öfter probieren.

    Sollte sich angenehm anfühlen, weil es doch enorm entspannt und ist ein ganz natürlicher Zustand. Lediglich ist man kaum daran gewöhnt. Bei den meisten war das als Kleinkind das letzte mal.

    Warum man das tut? Im Grunde weil man keinen Bock auf all den Stress hat, der einem nicht nur überflüssig vorkommt, sondern der es sogar ist. Ok, manche machen halt eine Religion draus, aber eigentlich ist das schon wieder Stress, muss gar nicht. Man kann doch auch einfach so mal abschalten...

    Falls Du dabei erleuchtet wirst, mach Dir auch da keinen Stress draus, das ist ganz natürlich. Auch wenn manche behaupten, dazu müsse man sich erstmal jahrelang quälen, kannst Du doch Glück haben, dass Du Weisheit einfach so nebenbei findest. Aber auch daraus mach Dir keinen neuen Stress. Ist eh alles vorübergehend, so wie Du und ich...

    Also mach einfach mal und mach Dir keinen Kopf...

    Und falls Du das zu einfach findest, kannst Du auch gern zu irgendwelchen Idealisten gehen, Dich jahrelang mit irgendwelchen krausen Gedanken quälen, bis Du dann eines Tages doch mal einfach fünfe gerade sein lässt und nix tust, ausser lebendig dazusein...

    Tut gut, ich mach den Quatsch schon mein ganzes Leben...

    Gruss und viel Freude mit Dir,
    mipooh

  6. #5
    Avatar von x-pat

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    7.208

    Re: Sinn des Meditirens!

    Otto: Welcher Expert kann mir mal die Wirkungen erklaeren und wie man es am Besten und unter welcher Voraussehzung bzw.Zeitaufwand erlernt.

    Es gibt viele Formen von Meditation. In Thailand wird im Zusammenhang mit dem Buddhismus fast ausschließlich Vipassana Meditation gelehrt und praktiziert. Die Methode ist recht einfach zu erlernen und kann in verschiedenen Positionen (Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen) ausgeführt werden. Anstelle die Technik hier lange zu erklären, kannst du ja einfach mal "Vipassana Meditation" googeln.

    Die Wirkungen hängen von der Praxis und von der Erfahrung des Meditierenden ab. Am Anfang kann man vor allen Dingen Entspannung und erhöhte Konzentrationsfähigkeit erfahren. Die weiteren Stufen sind schwierig zu beschreiben. Die Zielsetzung ist letztendlich spirituell und hat wenig mit dem zu tun was heute als "Wellness" bezeichnet wird.

    Obwohl Meditation sehr simpel ist, erfordert eine regelmäßige Praxis größte Selbstdisziplin, die leider die wenigsten von alleine aufbringen. Daher ist es sehr hilfreich einen Lehrgang oder ein Retreat mitzumachen.

    Gruß, X-Pat

  7. #6
    Avatar von Taoman

    Registriert seit
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    577

    Re: Sinn des Meditirens!

    @ otto

    hier ein recht guter informativer link zu Vipassana Meditation

    ein kurzer Auszug:

    Vipassana ist ein Weg der Selbstveränderung durch Selbstbeobachtung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der engen Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist, die durch trainierte, auf die körperlichen Empfindungen gerichtete Achtsamkeit auf direktem Wege erfahren werden kann. Diese Empfindungen bestimmen das Leben des Körpers, beeinflussen einander im ständigen Wechselspiel und konditionieren den Geist. Die auf eigene Beobachtung gründende, selbsterforschende Reise zu dem gemeinsamen Ursprung von Geist und Körper löst die geistigen Unreinheiten auf und führt zu einem ausgeglichenen Geist voller Liebe und Mitgefühl.

    Die Naturgesetze, die unser Denken, unsere Gefühle, unsere Urteile und Empfindungen steuern, werden klar. Durch direkte Erfahrung versteht man, wie man Fortschritte macht und wann man wieder zurückfällt, wie man Leiden schafft oder sich davon befreit. Das eigene Leben wird bestimmt durch gesteigerte Achtsamkeit, das Durchschauen von Illusion und Täuschung, größere Selbstkontrolle und inneren Frieden

    Die Kunst zu Leben

    gruß taoman

  8. #7
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Sinn des Meditirens!

    Ich bedanke mich fuer die guten,informativen Tips.
    Werde gleich mal damit anfangen zu meditieren.

  9. #8
    Tana
    Avatar von Tana

    Re: Sinn des Meditirens!

    Es gibt soviele Art-und-Weisen zu meditieren wie es Sterne am Himmel gibt. Blinde sehen diese Sterne nicht, manche Kurzsichtige können nur einen am Firmament erkennen, Andere mehrere. Wohl dem der Sie alle erkennt.

    Gruß

    Gerd

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