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Schwellenland?

Erstellt von Dieter1, 01.09.2005, 08:05 Uhr · 69 Antworten · 4.918 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von x-pat

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    Re: Schwellenland?

    Nun habe ich mir tatsächlich 3 Seiten zu dem Thema durchgelesen.

    Ob wir Thailand persönlich als Schwellenland oder Entwicklungsland wahrnehmen ist eigentlich irrelevant -zumindest wenn man die größeren Zusammenhänge betrachtet- da es dafür offizielle Klassifikationen gibt.

    Die UNO hat Thailand als NIC (Newly Industrialised Economy) qualifiziert (obwohl ich mich jetzt leider nicht mehr erinnern kann, welche UNO Organisationen für solche "Titelvergaben" verantwortlich ist), und für das BMZ ist Thailand offiziell ein "Schwellenland". Dementsprechend sind die Budgets und die Aktivitäten des DED (Deutscher Entwicklungsdienst) und der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) umrissen.

    Da gibt es eigentlich nicht viel zu diskutieren.

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #32
    woody
    Avatar von woody

    Re: Schwellenland?

    Zitat Zitat von x-pat",p="271323
    ........Die UNO hat Thailand als NIC (Newly Industrialised Economy) qualifiziert (obwohl ich mich jetzt leider nicht mehr erinnern kann, welche UNO Organisationen für solche "Titelvergaben" verantwortlich ist)
    Da gibt es eigentlich nicht viel zu diskutieren.....
    @x-pat
    Ja die Diskussion halte ich auch für überflüssig.

    Thailand wurde als 'Newly Industrialised Economy' von der UN eingestuft.


    @Tramaico
    Dass Deutschland seit der Einheit ein 'Newly Declined Country' ist, liegt wohl einzig allein an dem Verfahren, wie diese Einheit vollzogen wurde.


    gruss woody

  4. #33
    Avatar von ling

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    Re: Schwellenland?

    @pef:

    ...Fakt ist, dass in Thailand das Schulsystem noch reichlich Entwicklungspotential hat.
    Das hat auch niemand in Frage gestellt. Immerhin ist Thailand ein Schwellenland, was bedeutet, dass es noch in der Entwicklungsphase ist, noch viele Neuerungen bezüglich des Schulwesens über sich ergehen lassen muss.

    Ich sage es gerne nocheinmal, ich bin froh, dass ich unsere Tochter nach D´land geholt habe und sie hier zur Schule gehen kann. Egal welchen Abschluß sie hier macht, ob Abi oder Mittlere Reife, ihre Chancen einen akzeptablen Job zu bekommen, sind ungleich höher als in Thailand.
    Es wäre ja, wie Dieter1 schon gesagt hat, auch lächerlich, das schulische System eines Schwellenlandes wie Thailand ernsthaft mit dem einer Industrienation wie Dtl. auf ein Level zu stellen. Natürlich ist die schulische Bildung in Dtl. besser als in Thailand, es wär ja auch mehr als schlimm, wenns andersrum wäre.


    Gruß vom ling

  5. #34
    Avatar von Claude

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    Re: Schwellenland?

    Hallo zusammen,

    ich versuche mal, diesen auch sehr interessanten Thread wieder zum Ursprungsthread (Thailands Schulen..) zurück zu bringen:

    Ein Schwellenland oder NIC (newly industried country) hat nach der innenliegenden Bedeutung der Defintion eine grossartige Zukunft vor sich:
    Es wird bald aufsteigen in die Klasse der vollkommen entwickelten Staaten, zu denen D ja gehört. Diese blühende Zukunft lässt vermuten, dass bald - neben dem schon bestehenden Arbeitsangebot im industriellen Sektor - der akademische Bereich blühen wird, da sonst diese Entwicklung nocht vollzogen werden kann.
    Insofern könnte es eine gute Idee sein, Vertrauen in das jetzige, sich schnell bessernde Schulsystem zu haben.
    Hingegen hat ein zur Old Economy gehörender Staat wie D schlechte Karten:
    Das schulische Angebot ist im Vergleich zu gleichermassen entwickelten Ländern sehr schlecht, es besteht zudem - da kein Geld vorhanden ist - keine Aussicht auf Besserung. Letztlich noch wird in Windeseile ein großer Teil der industriellen Produktion ins Ausland verschoben.

    Also, wenn über schulische Bildung geredet wird, dann geht es auch um zukünftige Entwicklungen (man lernt für die Zukunft). Ob dies in der von mir beschriebenen Weise passieren wird, weiss ich nicht. Aber ich befürchte, dass wir in D die Wende zum Besseren nicht schaffen werden.

  6. #35
    Avatar von eletiomel

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    Re: Schwellenland?

    ich sehe die deutsche zukunft nicht so pesimistisch.
    das unternehmen arbeitsplätze auslagern ist auf lange sicht gesehen ein vorteil.
    sie müssen diese sogar auslagern wegen der demografischen entwicklung.
    das der sozialstaat zurückgefahren wird,ist nach dem zusammenbruch des komunismuss nicht verwunderlich,war er doch der einzige grund weshalb die kapitalisten den sozialstaat geduldet hatten.
    die entwicklung der zweiteilung unserer gesellschaft wird weiter beschleunigt werden,bis wir us-verhältnisse haben.
    ich denke deutschland wird auch weiterhin ein wohlhabendes land bleiben,viele werden aber nur noch für das reine überleben arbeiten müssen.
    von daher,denke ich,wird deutschland auch weiterhin ein land erstklassiger zukunftschancen,bei entschprechender qualifikation,bleiben.
    das aussuchen der richtigen schule und eine intensive förderung der eigenen kinder werden in zukunft noch wichtiger werden.

  7. #36
    Tom_Bern
    Avatar von Tom_Bern

    Re: Schwellenland?

    Schwellenland? Das ist Thailand nicht erst seit kurzem! Bereits in den 80er-Jahren hat die UNO Thailand offiziell zum Schwellenland erklärt und dort steht Thailand noch heute. Man muss also feststellen, dass Thailand in den letzten 20 Jahren nicht wirklich weitergekommen ist. Klar, dies könnte an dem enormen wirtschaftlichen Rückschlag liegen, welcher 1998 passierte. Von diesem hat sich Thailand zwar inzwischen wieder einigermassen erholt, aber vieles stimmt mich doch äusserst skeptisch. Es bleibt zu hoffen, dass die thailändische Wirtschaft und ihre ausländischen Investoren die Lektion aus dem Jahre 1998 kapiert haben und sich bewusst sind, dass ein kurzfristiges Wachstum auf Pump auf die Dauer nicht funktionieren kann. Zuversichtlich stimmt mich, dass die Wirtschaft in China und Indien zu grossen Zukunftsmärkten heranwachsen. Dies könnte gerade Thailand in der Zukunft sehr gute Perspektiven eröffnen. Allerdings sollte hierfür die Weltkonjunktur nun nicht wegen dem hohen Oelpreis in eine Rezession fallen. Dies wäre dann nicht nur für uns schlecht...

    Ich möchte noch rasch 2 Sachen zum Isaan sagen, welche ich vielleicht etwas anders sehe als die meisten. Es stimmt, der Isaan kann wirtschaftlich (logischerweise) nicht mit Bangkok oder dem Süden mithalten. Aber die Bewohner des Isaans sind oft viel weiter als viele es ihnen eigentlich zutrauen. Gerade durch die vielen Beziehungen von Farangs mit dem schönen Geschlecht des Isaans, haben viele Einheimische viel die grössere Ahnung über die westliche Welt als Thailänder welche nur etwas ausserhalb von Bangkok wohnen. Dies habe ich schon ein paar Mal persönlich erleben können. Aber der Isaan ist und bleibt nun halt mal der Isaan. Er wird nie mit anderen Gebieten konkurrenzieren können, schon nur wegen seiner Beschaffenheit und den weiten Entfernungen. Im kleinen sieht man dies ja auch in der Schweiz, hier hat es genau so Regionen, welche es nie mit der Region Zürich oder der Region Basel aufnehmen können. Dies müssen diese Regionen aber auch nicht, denn sie haben dafür andere Aufgaben zu leisten.

    Noch ein Wort zu den Durchschnittslöhnen. Ich stelle immer wieder fest, dass diese oft als sehr tief angegeben werden. Deshalb scheint es mir wichtig zu erwähnen, dass es sich dabei wirklich um "Durchschnitt" handelt. Auch im Isaan sind die Löhne nicht grundsätzlich immer sooo tief. Zwei Beispiele kann ich aus der Familie von meiner Frau aufführen:

    1. Ein Lehrer in einer normalen Dorfschule bekommt aktuell mit 20 Jahren Berufserfahrung ein Monatsgehalt von rund 16000 Baht. Gemäss seinen eingenen Aussagen soll dieser Betrag in Kürze angehoben werden. Ein junger Lehrer in der gleichen Schule, der erst gerade mit dem Beruf begonnen hat, bekommt jedoch nur gut 4000 Baht!
    2. Eine Nachbarstochter arbeitet in einer Bank in der nächsten Stadt (rund 60 km entfernt). Sie hat einen guten Job, aber keinen Chefposten und arbeitet seit mehreren Jahren in der selben Bank. Sie verdient mit ihren gut 30 Jahren inzwischen über 20000 Baht im Monat.

    Damit möchte ich nur sagen dass es wohl stimmt, dass die "Durchschnittslöhne" so tief sind. Dies muss aber nicht bedeuten, dass grundsätzlich schlechte Löhne bezahlt werden. Das Gefälle ist aber definitiv riesig! Doch vergessen wir nicht, dass halt Thailand schlussendlich nicht mit Westeuropa verglichen werden kann.

    Gruss Tom

  8. #37
    Avatar von x-pat

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    Re: Schwellenland?

    ling: Es wäre ja, wie Dieter1 schon gesagt hat, auch lächerlich, das schulische System eines Schwellenlandes wie Thailand ernsthaft mit dem einer Industrienation wie Dtl. auf ein Level zu stellen.

    Das kann man gar nicht pauschal sagen! Kuba hat zum Beispiel als Entwicklungsland ein sehr gutes Bildungssystem. Man muss schon den Einzelfall betrachten und dann die richtigen Indikatoren suchen (z.B. Staatsausgaben für Bildung als Prozentsatz des Gesamthaushalts, Anzahl Lehrer/Schulen pro Kopf, usw.).

    In Thailand ist das Problem aber noch etwas spezieller, da es hier sowohl strukturelle als auch kulturelle Hürden zu überwinden gilt.

    Tom_Bern: Man muss also feststellen, dass Thailand in den letzten 20 Jahren nicht wirklich weitergekommen ist.

    Nein, das stimmt nicht. Thailand hat in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gemacht. Natürlich hat auch das BMZ erkannt, dass Thailand schon recht weit in der Industrialisierung fortgeschritten ist. Daher hatte man Anfang der Neunziger darüber nachgedacht die klassischen Entwicklungsprogramme langsam auslaufen zu lassen. Allerdings erkannte man, dass Zusammenarbeit in dieser Phase weiterhin wichtig ist und so wurde die Rolle der Projektträger ein wenig umdefiniert. Die GTZ Projekte in Thailand sind heute zum Beispiel auf einem ganz anderen Niveau als vor 20 Jahren. Die Mission der GTZ in Thailand ist heute "Wirtschaftsreform und Aufbau der Marktwirtschaft", insbesondere im Hinblick auf "sustainable" Industrien.

    Cheers, X-Pat

  9. #38
    Avatar von Dieter1

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    Re: Schwellenland?

    Zitat Claude:

    "Ein Schwellenland oder NIC (newly industried country) hat nach der innenliegenden Bedeutung der Defintion eine grossartige Zukunft vor sich:
    Es wird bald aufsteigen in die Klasse der vollkommen entwickelten Staaten, zu denen D ja gehört. Diese blühende Zukunft lässt vermuten, dass bald - neben dem schon bestehenden Arbeitsangebot im industriellen Sektor - der akademische Bereich blühen wird, da sonst diese Entwicklung nocht vollzogen werden kann."

    In Thailand hat sich, wie ein Vorposter treffend bemerkte, in den letzten 20 Jahren der Status des Landes nicht geaendert. Die Zukunft des Landes seh ich alles andere als bluehend. Wenn die Kreditblase der Taksin Wirtschaft platzt und das ist nichts als eine Frage der Zeit, dann wirft es Thailand erneut um 10 Jahre zurueck.

    Thailands Problem ist ein kulturelles. Wie soll ein Land einen Sprung nach vorn machen, das eine so isolationistische Politik wie Thailand unter TRT verfolgt?

  10. #39
    Rene
    Avatar von Rene

    Re: Schwellenland?

    Zitat Zitat von Dieter1",p="271434
    Thailands Problem ist ein kulturelles. Wie soll ein Land einen Sprung nach vorn machen, das eine so isolationistische Politik wie Thailand unter TRT verfolgt?

    Gaaaaanz vorsichtig.

    René

  11. #40
    Avatar von Samuianer

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    Re: Schwellenland?

    Zitat Zitat von Dieter1",p="271434
    ...Wenn die Kreditblase der Taksin Wirtschaft platzt und das ist nichts als eine Frage der Zeit....
    Well, bis dahin werden wieder einige Leute kraeftig verdient haben!
    Dann kaufen 'wir' den Schrott auf!
    Hoffentlich ist bis dahin Suvannabhumi eroeffnet!

    Mr. Allen Greenspan hat schon die Glocke gelaeutet! Der Immobilien Markt ist am ueberkochen und das mit einiger Sicherheit nicht nur in den US of A.... Wenn ich mich so umschaue, was hier (auf Samui) und anderswo im LOS so alles gebaut wird..frage ich mich fuer wen?

    Eine 4 + Millionen (teure) Huette kann sich auch keine Bankmanagerin mit einem, fuer T. 'hohen' Monatsgehalt von 20.000 ThB leisten.

    1997 war auch der Immobiliensektor der Ausloeser der Finanzkrise - alles nur geborgt und auf einer rasiermesserscharfen, superlativen spekulativen Kurve angesiedelt!

    'Flipping' nennt sich der neue Trend, moeglichst billig erwerben, 'teuer' (einige Eimer Farbe, frischen Bodenbelag, neue Einbaukueche..) umgebaut und ganz schnell wieder mit riesigem Aufschlag auf den Markt und dann gepusht, gepusht, gepusht... bis sich's ausgeflippt hat.

    Ist ein Phaenomen der Wirtschaft, muss halt staendig was Neues her und weitergehen muss es auch irgendwie, geht's ja auch, selbst die 97/98er Finanzkrise ist vergessen...bis dann halt wiedermal eine Neue kommt.

    Und wenn die dummerweise heftiger ausfaellt, dann trifft es wen?
    Die Armen? Wenn Arme als solche bezeichnet werden, was haben die dann nicht? Wie koennen die dann 'was' verlieren?

    Wer klapperte in Argentinien vor den Banken mit den Toepfen und Deckeln? ;-D

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