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Schweiz: Binationale Ehen werden oft nach fünf Jahren geschieden

Erstellt von Bajok Tower, 10.07.2011, 03:53 Uhr · 36 Antworten · 5.802 Aufrufe

  1. #1
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower

    Lightbulb Schweiz: Binationale Ehen werden oft nach fünf Jahren geschieden

    Interview mit Marcel Zufferey

    Um mit seiner asiatischen Freundin zusammensein zu können, musste Marcel Zufferey heiraten. Die Zeit zum Kennenlernen sei zu kurz, sagt der glückliche Ehemann.

    Binationale Ehen werden oft nach fünf Jahren geschieden, wenn der ausländische Partner die Aufenthaltsbewilligung bekommt. Sie sind mit einer Asiatin verheiratet. Haben Sie aufgeatmet, als die fünf Jahre vorbei waren, und Ihre Frau immer noch da war?

    Das hat gar nie eine Rolle gespielt bei uns. Meine Frau hatte in den Philippinen einen guten Job, sie war Chef de Service in einem guten Restaurant. Sie wollte gar nicht ins Ausland.

    Spielten Geld und der Pass keine Rolle?

    Sie sagt nein. Aber selbst wenn, sollte man das meiner Meinung nach moralfrei anschauen. Auch in unserem Kulturkreis spielen materielle Überlegungen eine Rolle. Ich habe gelesen, dass jede zweite deutsche Frau erwartet, dass der Mann die Familie auch alleine ernähren könnte. Die reine Liebesehe, wie man sie bei uns seit dem 19. Jahrhundert kennt, hält nicht unbedingt lange. Ideal ist doch, wenn romantische und materielle Aspekte übereinstimmen.

    Ein wichtiger Anreiz für eine länderübergreifende Ehe besteht im Erlangen des Passes. Keine gute Voraussetzung für Glück auf beiden Seiten.

    Der Schweizer Pass ist nicht jedem wichtig. Meine Frau und ich, wir kennen uns seit dreizehn Jahren, seit zehn sind wir glücklich verheiratet. Ich habe sie auf einer Asienreise kennengelernt, damals stand mir der Sinn nicht nach einer festen Bindung.

    Warum haben Sie trotzdem geheiratet?

    Um in der Schweiz zusammensein zu können, mussten wir heiraten. Für meine Frau war es unmöglich, mit einem Touristenvisum in die Schweiz einzureisen. Das einzige, was blieb, war ein Ehevisum. In der Verfassung ist die Ehefreiheit verankert, deshalb darf man mit einem solchen Visum einreisen. Dann müssen Sie allerdings innerhalb von drei Monaten heiraten. Dass in dieser kurzen Zeit andere Paare einen Fehler machen, ist klar. Man müsste mehr Zeit haben, um sich im täglichen Leben kennenlernen zu können. Aber das ist natürlich die Folge dieser restriktiven Politik.

    Sie kennen auch die andere Seite. Als Justizbeamter hatten sie diese Politik umzusetzen. Ein innerlicher Spagat?

    Im Beruf habe ich erlebt, wie der Staat bei der illegalen Immigration relativ hilflos agiert. Der Kontrast zu dem, was meine Frau und ich erlebt hatten, hätte kaum grösser sein können.

    Hilflos?

    Es gibt ja Staaten, beispielsweise in Afrika, die sich nicht an internationale Verträge wie zum Beispiel Rückübernahmeabkommen halten.

    Welche Rolle spielt die Ehe für Illegale?

    Aus Rücksicht auf das Amtsgeheimnis darf ich nicht viel erzählen. Nur so viel: Ich habe gesehen, wie 20-jährige Afrikaner, die ausgeschafft werden sollten, Besuch von dreimal so alten Schweizerinnen erhalten haben. Da kann man sich vorstellen, was für Überlegungen dahinter stehen. Das von der Verfassung garantierte Recht auf Ehe gilt für alle Schweizer Bürger. Ein Ausländer bekommt eine Aufenthaltsbewilligung, wenn er eine Schweizerin heiratet.

    Sie auf der anderen Seite wollten ganz normal heiraten und mussten dafür einen rechtlichen Spiessrutenlauf absolvieren. Ärgert Sie das?

    Mir scheint, dass auch das Gesetz den Weg des geringsten Widerstands geht. Der Staat hat mehr Möglichkeiten, einer heiratswilligen Frau, die im Ausland lebt, Steine in den Weg zu legen, deshalb greift er bei ihr umso härter durch.

    Quelle: «Das einzige, was blieb, war ein Ehevisum» - News Zürich: Stadt Zürich - tagesanzeiger.ch

  2.  
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  3. #2
    Avatar von strike

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    Wenn es nun auch noch konkrete Zahlen und Vergleiche zu nicht-binationalen Scheidungen gegeben haette, waere der Bericht etwas wert.
    Ansonsten bestaetigt er lediglich, dass fuer das Scheitern solcher Ehen auch der staatliche Druck zur schnellen Vermaehlung eine Rolle spielt.

  4. #3
    Avatar von spaniolo50

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    [QUOTE=strike;895897]Wenn es nun auch noch konkrete Zahlen und Vergleiche zu nicht-binationalen Scheidungen gegeben haette, waere der Bericht etwas wert.

  5. #4
    Avatar von spaniolo50

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    Hättest Du den Artikel im Tagi gelesen, hättest Du die gewünschten Infos! Zu berücksichtigen gilt aber wieder einmal, der "Sonderfall" Schweiz!
    Es geht hier vor allem um den "CH-Pass", den man bei Heirat mit einem Schweizer(in) nach 5 Jahren erhält.

  6. #5
    Avatar von Franky53

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    "binationale Éhen funktionieren oft besser als nationale" wird man sicher nie lesen ,interessiert ja auch keine Sau.

  7. #6
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von spaniolo50 Beitrag anzeigen
    Hättest Du den Artikel im Tagi gelesen, hättest Du die gewünschten Infos! ...
    Woran kann ich denn erkennen, wie sich die bi-nationalen Ehen verteilen?
    Eine deutsch-schweizer oder italienisch-schweizer Ehe wird wohl eher weniger wegen einer Aufenthaltsgenehmigung geschlossen (was fuer mich die Fragestellung suggeriert) als eine kambodschanisch-schweizer oder sudanesisch-schweizer Ehe.
    Zaehlen nur Erst-Ehen oder auch binationale Zweit-Ehen?


    Deswegen mein "konkret".

  8. #7
    Avatar von Leipziger

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    Hallo strike

    Wenn es nun auch noch konkrete Zahlen und Vergleiche zu nicht-binationalen Scheidungen gegeben haette, waere der Bericht etwas wert.
    In D liegt die durchschnittliche Dauer einer Ehe vor einer Scheidung bei 15 Jahren !

    Wie dies bei binationalen Ehen ist ist mir leider nicht bekannt ............. "oft nach 5 Jahren" steht da aber wieviel % sind denn "oft" ?!

    Wenn z.B. 25% dieser Ehen nach 5 Jahren geschieden werden 25% nach 25 Jahren und die restlichen 50% nie dann wäre der Schnitt nicht schlechter wie bei Paaren der gleichen Nation , oder ?

  9. #8
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von Leipziger Beitrag anzeigen
    ... wieviel % sind den "oft" ?
    Danke.
    Ich habe schon oft im Lotto gewonnen.
    Mein Nachbar nur einmal.
    Der war dann aber sehr schnell nicht mehr mein Nachbar ......

  10. #9
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    «Wir können von der Schweiz noch viel lernen»

    Die thailändische Botschafterin Arbhorn Manasvanich: «Die Schweiz ist für jeden Thai ein Wunschreiseziel.»

    http://www.derbund.ch/bern/Wir-koenn...story/16772453

  11. #10
    Avatar von Micha L

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    Vietnamesen in Baden-Würtemberg arbeiten am liebsten in der Schweiz, weil die Löhne höher sind....

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