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Restriktive Politik in Thailand

Erstellt von Mr.Lof, 07.07.2006, 01:46 Uhr · 65 Antworten · 3.723 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von phi mee

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Zitat Zitat von x-pat",p="366314
    Diese Bestimmungen kommen von einer Regierung, die sich hauptsächlich aus Plünderern, Piraten und Narren zusammensetzt. Natürlich glaubt kein denkender Mensch ernsthaft an die Effizienz dieser Maßnahmen.
    Also ganz genauso wie in Deutschland!



    phi mee

  2.  
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  3. #22
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Restriktive Politik in Thailand

    @phi mee schreibt:
    "Also ganz genauso wie in Deutschland!"

    Nur mit dem Unterschied, daß dies viele Member hier, oft vollmundig und gerne wiedergeben, es aber für Thailand nicht wahrhaben wollen. Woran mag das wohl liegen?
    (phi mee ist aber damit nicht gemeint :-))

    Gruß
    Monta

  4. #23
    Avatar von maphrao

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    In Australien gibt es in Supermärkten etc. überhaupt keinen Alkohol, nur in Bottleshops und die machen oft ser früh zu, die allermeisten spätestens um 23 Uhr. Wer länger auflassen will, muss ordentlich zahlen. Versucht mal, in Brisbane nach 22 Uhr Alkohol zu kaufen, da müsst ihr weit rausfahren oder halt in Pus oder Discos gehen, wo für gewöhnlich um spätestens 3 Uhr dicht ist.
    Rauchverbot herrscht auch seit ein paar Tagen, find ich gut, da ich gerade mal wieder das rauchen aufgeben will
    Und wer nach 1 in Thailand ohne Alkohol nix mehr mit sich anzufangen weiss, sollte das Problem bei sich selbst suchen

  5. #24
    Avatar von Netandy

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    192

    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Ich wundere mich, dass über die Sperrstundenregelung, sowie das Alkohol Verkaufsverbot überhaupt noch diskutiert wird. :-)

    Das thailändische "Rahmengesetz" der sog. "social order crusade" (das diese, und auch noch viele weitergehende zukünftige Vorhaben) einschliesst, stammt ja bereits vom Januar 2004. Es war aber eigentlich noch kein Gesetz das Detailfragen regelt, sondern sozusagen nur eine Art gesetzlich verankerte "politische / ehtische Gundleitlinie" auf der dann alle zukünftigen konkretisierenden Gesetze aufbauen sollen.

    Auch in Deutschland gab (gibt) es ja so etwas, da nennt es sich dann "Agenda", also eine Art "Geschäftsordnungsliste" auf der zukünftige Vorhaben und gesellschaftliche Ziele schon heute festgelegt werden. Weder in Thailand, noch in Deutschland weis man allerdings, ob es je vollständig gelingen wird.

    Seltsamerweise fällt auch hierbei in diesem Zusammenhang immer der Name des thailändischen Premierministers. Das ist ungefähr genauso "stumpf", als wenn jemand in Deutschland sagt: "Merkel oder Schröder ist (war) schuld!".

    Ursprünglich wurde das Gesetzesvorhaben sogar schon 2001 vom damaligen thailändischen Innenminister Purachai Piumsombun iniziiert. Der gläubige Buddhist nannte es einen Weg in Thailand wieder mehr soziale Ordnung zu schaffen und den Alkohol- sowie den Drogenmissbrauch einzuschränken. Doch auch die ganze thailändische Gesellschaft sollte wieder näher an die Grundzüge des Buddhismus herangeführt werden, was natürlich viele zukünftige Regelungen nötigen machen wird, und von dem wir heute nur einen winzigen Bruchteil erleben.

    Die bereits heute verabschiedeten Gesetzte sind also nur ein sehr kleiner Teil, aus dieser, nennen wir es einmal thailändischen Agenda, der zur Zeit in Thailand regierenden Partei.

    Neben einer Zurückdrängung des zu stark ausgeuferten "Vergnügungswesens", verfolgt diese Agenda auch einen Schutz der Jugend, sowie eine Anhebung der Volksgesundheit durch konsequente Bekämpfung des Alkohol und Drogenmissbrauchs, ebenso des Rauchens. Weitere Punkte der Agenda beschäftigen sich mit dem "Sozialverhalten an sich", z.B. dem illegalen Lotterie und Geldverleihgewerbe, sowie mit der Bekämpfung der Korruption. Ebenso mit dem Schutz der natürlichen Resourccen (Naturschutz).

    Natürlich wird es wie "bei der deutschen Agenda" Jahre dauern bis alle Vorhaben abgearbeitet sind, bzw. werden viele grosse Hoffnungen eben an Unzulänglichkeiten scheitern. Dies ist aber wie z.B. der thailändische Premierminister sagte, kein Grund nicht damit zu beginnen. "Auch die grösste Reise beginnt mit dem ersten Schritt".


    So wurde dann damals als erstes das sog. "Sperrstundengesetzt" verändert. Es wurde darin festgelegt die Sperrstunde für ganz Thailand auf Mitternacht vorzuverlegen ist. Hierzu kam es dann aber zu sehr starken Protesten des entsprechnden Gewerbes, so das in einer "vorläufigen Regelung" die Sperrstunde dann auf 1 Uhr angehoben wurde. Dies wurde aber weniger aus "ethischen", sondern rein kommerziellen Erwägungen beschlossen , da zu schnelle Reformen dem thailändischen Tourismus "zur Zeit" noch schaden könnten.

    Eine der Begründungen für dieses Gesetz war die von Paiboon Suriyawongpaisarn (Thailändische Health Foundation) vorgelegte Studie, das sich in Thailand durchschnittlich im Jahr 42.000 Verkehrsunfälle ereigen an denen Alkohol eine Rolle spielt. Das sind mehr als 26% der Gesamtunfälle. Ebenso passiert die Mehrheit dieser Unfälle zwischen 24-02 Uhr. Es macht also schon Sinn "das Trinken" zeitlich einzuschränken um den Alkohlspiegel niedriger zu halten und dadurch die Fahrtüchtigkeit zu erhöhen.

    Der wichtigste Grund ist aber, das eine Sperrstundenregelung das einfache Vergnügungswesen (vor allem die ausufernden Bierbars) stark einschränkt. Dies vor allem durch massive Umsatzrückgänge der Betreiber. Konnte früher, "da Party die ganze Nacht", in einem langen täglichen Zeitraum Umsätze generiert werden, so stehen dafür heute nur noch "wenige Stunden am Tag" zur Verfügung, was einigen Betreibern so richtig weh tut.

    Viele Betriebe können dadurch in den Nebensaisonzeiten nicht mehr rentabel geführt werden und verschwinden. Bzw. sie sind dann gezwungen sich (zur Senkung ihrer Grundkosten) zu grösseren Einheiten zusammenzuschliessen. Diese Konzentration wird übrigends von den thailändischen Behörden gewollt, und auch gefördert. Es wurden zu diesem Zweck eigens neue sog. "Bierbarcenter" (viele Bars zentral unter einem Dach) in den Touristenzonen geschaffen. Noch ist die Akzeptanz allerdings nicht so hoch wie gedacht, vielleicht müssen dazu die Daumenschrauben noch etwas angezogen werden :-).

    Durch diesen Wegzug von Bars und Zentralisierung an bestimmten Bereichen werden dann entsprechende Stadtbereiche ihren Status als Vergnügungsbereich verlieren (dann auch keine Verlängerung der Barkonzessionen an die verbliebenen Betreiber mehr), und es findet die gewollte Veränderung der touristischen Infrastruktur zu gehobenem Tourismus satt. Durch die entsprechenden Verordnungen hat also der thailändische Staat sozusagen die Möglichkeit "zu spielen", und die Dinge in die gewollten Bahnen zu "beeinflussen".

    Natürlich ist diese Veränderung kaum merklich und nur schwer sichtbar, aber sie findet eben schleichend und unaufhörlich statt. Dies wird natürlich noch durch weitere flankierende Masnahmen unterstützt. So sind z.B. in Pattaya die Gebühren für eine "spätere Sperrstunden Lizenz" auf 300.000 THB angehoben worden.

    Entsprechende Betriebe die auch ein etwas gehobenes Publikum ansprechen (z.B. Discos, gute Pubs), und die höhere Einnahmen erwirtschaften, sind also durch Zahlung dieser Beträge in der Lage bis 2.00 Uhr zu öffenen. Dies bleibt anderen mit niedrigeren Umsätzen aus Kostengründen verwehrt. Auch hierdurch soll in touristischen Bereichen eine höherwertige Unterhaltungs-Infrastruktur geschaffen werden.

    Um jedoch Thailänder nicht zu diskrimieren, fallen z.B. Karaoke- Restaurants (mit überwiegendem thailändischen Besuchern) bisher nicht unter die Sperrbezirksregelung, bzw. erhalten ihre Verlängerungslizenz gebührenfrei. Dies bis eine veraenderte Version des Vergnuegungsstaetten- Gesetzes (über das schon lange diskutiert wird), und das dies eindeutig regeln wird, das Parlament passiert hat. (Thais lieben Thais).

    Alle diese Massnahmen zeigen zum Beispiel in Pattaya bereits Spuren. So haben sich z.B. im Bereich der 2nd Road zahlreiche durchaus schöne Pubs und gehobene Unterhaltungsbetriebe niedergelassen. Natürlich findet dies nicht unter allen Gewerbetreibenden vollste Zustimmung, so das es durchaus manchmal eben zu kleineren Reibereien kommt.

    Ingesamt ist aber schon der Einfluss des "social order crusade" auf neue Gesetze als Leitlinie (Agenda) durchaus erkennbar. So z.B. auch das Alkoholverkaufsverbot zu bestimten Zeiten, oder die "Nichtsichbarmachung" von Zigaretten in den Verkaufsstätten. Ebenso verhält es sich mit der nächtlichen Schliessung der Tankstellen. Die (Nacht)fahrten haben dadurch heute bereits beträchtlich abgenommen (Thema: Resourccenschonung, Deviseneinsparung).

    So gibt es eben viele kleine Dinge die auf den ersten Blick seltsam und willkürlich erscheinen, im Grunde liegt aber meiner Meinung nach schon ein von Wirtschafts- und Tourismu5experten ausgetüftelter grosser "Masterplan" zugrunde. Schwierig ist es eben, dies alles auch richtig der einfachen Bevölkerung zu "vermitteln". Aber vor diesem Problem stehen ja durchaus auch die Regierungen anderer Länder.

    Gruss an alle von

    Netandy

  6. #25
    Avatar von Mr.Lof

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    @x-pat Du scheinst auch die Entwicklung in den letzten Jahren mitbekommen haben. Ich nicht so ganz.

    Zitat Zitat von x-pat",p="366314
    [color=indigo]

    Die AAVZV (Alkoholabgabeverbotszeitenverordnung) ist ein Geschenk der Thaksin Regierung an seine Sponsoren in der Charoen Pokhapand Gruppe, denen die 7-11 Kette in Thailand gehört. Ihr Haupteffekt ist den Einkauf von alkoholischen Getränken von Supermärkten in die Convenience Stores zu verlegen.
    mai khao dschai. Grad im 7 kriegst du nichts. Beim No-Name Thai Shop im die Ecke schon. Um wieviel Uhr machen die Thais Großeinkauf bei Tesco?

    Zitat Zitat von x-pat",p="366314
    ... während sich für die Staatsdiener in Braun zahlreiche Nebeneinkommensgelegenheiten auftun im Zusammenhang mit Ausnahmenregelungen.

    Cheers, X-Pat
    Oder Sie sind gleich die Eigentümer ;-D (z.B. Chiang Mai - Spicy)


    Im letzten Urlaub habe ich die Auswirkungen von einem weiteren Selbstschutz-Gesetz gemerkt:

    Bei der letzen Wahl in LOS gab es ein 2-tägiges komplett Alkoholverbot(damit die Leute überhaupt zur Wahl gehen???) Das wurde zumindest in BKK auch ziemlich überall umgesetzt.

    Nein, ich bin kein Alki aber ich war doch sehr überrascht, als ich zum Abendessen kein Singha drinken durfte.

    Klar in D gibt es auch viele (unsinnige) Verbote, aber wir haben ja jetzt die große Koalition und dann wird das alles besser

    @netandi

    Super Beitrag. Hört sich nach einer plausiblen Erklärung an. Da mir die Sache kein Thai so Erklären konnte scheint die Aufklärung der Bevölkerung nicht gut zu funktionieren. Kein Wunder. Das politische Interesse ist ja meist sehr gering.

  7. #26
    Avatar von x-pat

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    netandy: Seltsamerweise fällt auch hierbei in diesem Zusammenhang immer der Name des thailändischen Premierministers. Das ist ungefähr genauso "stumpf", als wenn jemand in Deutschland sagt: "Merkel oder Schröder ist (war) schuld!".

    Hmm... es ist vermutlich noch "stumpfer" die thailaendische politische Szene mit der deutschen zu vergleichen. Selbstverstaendlich war der Premier bei der Gestaltung der "social order campaign" (oder dramatischer: "crusade") federfuehrend. Er hatte dafuer eigens Purachai Piumsombun als Bulldogge in das Amt des Inneren berufen.

    netandy: Ursprünglich wurde das Gesetzesvorhaben sogar schon 2001 vom damaligen thailändischen Innenminister Purachai Piumsombun iniziiert. Der gläubige Buddhist nannte es einen Weg...

    Jaja... glaeubiger Buddhist, aber auch ultrakonservativer Ex-Polizist...

    netandy:So gibt es eben viele kleine Dinge die auf den ersten Blick seltsam und willkürlich erscheinen, im Grunde liegt aber meiner Meinung nach schon ein von Wirtschafts- und Tourismu5experten ausgetüftelter grosser "Masterplan" zugrunde.

    Tut mir leid, aber so einen Unsinn habe ich selten hier gelesen. Die "social order campaign" ist nur ein populistischer Stein in der Krone der populistischen TRT. Es hat nie einen augetueftelten Masterplan gegeben und die genannten Massnahmen sind vollkommen bedeutungslos und unwirksam.

    Alkoholismus, Prostitution, und Drogen sind nach wie vor grosse Probleme in Thailand. Die Ergreifung von authoritaeren/populistischen Schnell-Loesungen hat eigentlich nur gezeigt, dass die Regierung diese Probleme weder versteht noch in der Lage ist, sie zu bewaeltigen.

    Cheers, X-Pat

  8. #27
    Avatar von tira

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Zitat Zitat von Netandy",p="366359
    ...meiner Meinung nach schon ein von Wirtschafts- und Tourismu5experten ausgetüftelter grosser "Masterplan" zugrunde....
    ja, ja pläne netandy,

    der grosse plan für den neuen airport, eröffnung zum wievielten male verschoben.

    gruss

  9. #28
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Ja, @netandy, liest wohl immer zuviel Propagande-Broschüren?
    Irgend wie häuft sich das in letzter Zeit.
    Da kannst Du noch so viel in schönen Worten schreiben, es blendet nicht jeden.

    Gruß
    Monta

  10. #29
    Avatar von x-pat

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    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Mr.Lof: mai khao dschai. Grad im 7 kriegst du nichts. Beim No-Name Thai Shop im die Ecke schon. Um wieviel Uhr machen die Thais Großeinkauf bei Tesco?

    Das ist eigentlich einfach zu verstehen. Man muss das nur einmal mit der chinesischen Denkweise betrachten. Es kommt dadurch zu einer Verlagerung der Alkoholeinkaeufe in die Abendstunden (wenn die Leute bereits zu Hause sind und die Hausfrau ihre Einkaeufe bereits getaetigt hat) und davon profitieren die nahegelegenen Convenience Stores.

    Cheers, X-Pat

  11. #30
    KraphPhom
    Avatar von KraphPhom

    Re: Restriktive Politik in Thailand

    Ich vermute bald, dass netandy ein implantiertes Forenmitglied der TRT ist, um uns den richtigen Weg zu zeigen.

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