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Respekt und Verehrung

Erstellt von dutlek, 01.04.2007, 12:55 Uhr · 24 Antworten · 2.512 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Armin

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    Re: Respekt und Verehrung

    Zitat Zitat von dutlek",p="467121
    Ist es denn ueberhaupt notwendig fuer einen Buddhisten, ob hier In D, in TH, oder anderswo (fuer das eigene Ego oder Khama) sich nahezu unterwuerfig einem Moench gegenueber zu verhalten?
    Für einen Buddhisten ja!
    Ein gewisses Ritual gehört zur Verehrung und muss nicht unterwürfig im negatven Sinne sein.

    Mit Respekt sollte man allen, und besonders religiösen Menschen immer begegnen.

    Ich hatte zu Beginn etwas Schwierigkeiten, wenn ich dieses oder jenes Ritual (nach Ansagen) vollziehen sollte, da ich in meiner Kindheit im stockkatholischen Allgäu, als einziger Ungläubiger(Heide),in der Schule gezwungen wurde bestimmte Rituale zu vollziehen.

  2.  
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  3. #22
    Avatar von Conrad

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    Re: Respekt und Verehrung

    Zitat Zitat von Dieter1",p="467245
    Ach herrjeh, ueber tiefempfundene religioese Gefuehle darf man sich halt nicht lustig machen :-).

    Mich wundert diese voellig humorlose Ausseinandersetzung mit dem Buddhismus, der eigentlich alles andere als humorlos ist.
    Man darf sich über alles lustig machen, läuft aber Gefahr, plötzlich als relativ peinliche Person dazustehen.

    Wenn jemand wirklich religiös ist, was ist so schlimm oder gar lächerlich daran ? Lächerlich macht man sich vielleicht, wenn man in überzogenem religiösen Eifer andere missionieren will und ständig als der große Weltverbesserer auftritt.

    Wenn man sich als Christ oder Buddhist eine friedliche Welt wünscht und aus Überzeugung heraus ein bescheidenes Leben führt und auf jeglichen Materialismus verzichtet, was soll daran falsch oder gar lächerlich sein ?

    Wenn man statt heiligem Krieg lieber Frieden und Wohlstand für alle anstrebt, vielleicht macht man sich vor manchen Leuten lächerlich oder gilt als naiv, aber ist das wirklich wichtig ?

    Die buddhistischen Mönche sind für mich verehrungswürdig, weil sie freiwillig ein Leben in Armut und Meditation leben und so der Welt vorführen, daß es auch anders geht.

    Ohne Materialismus und den Tanz ums goldene Kalb.

    Lieber ein Leben in materieller Armut, als ein Leben in geistiger Armut ohne jegliche Spiritualität...

  4. #23
    Avatar von x-pat

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    Re: Respekt und Verehrung

    dutlek: Ist es denn ueberhaupt notwendig fuer einen Buddhisten, ob hier In D, in TH, oder anderswo (fuer das eigene Ego oder Khama) sich nahezu unterwuerfig einem Moench gegenueber zu verhalten?

    Das ist leider ein Missverständnis, Dutlek. Die Verneigung ist kein Zeichen von Unterwürfigkeit gegenüber einer Person. Das Wort unterwürfig hat folgende Bedeutung: Synonyme: devot, kriecherisch, Oberbegriff : hierarchisch orientiert, Gegensatz: herrisch (canoo.net) Obwohl der Aspekt der hierarchischen Gesellschaftsordnung in Asien eine wichtige Rolle spielt, verhält es sich mit dem Respektbezeugung vor Mönchen oder religiösen Symbolen ein wenig anders. Es ist eine Art Mini-Ritual, das in etwa vergleichbar mit der Verbeugung in Richtung Mekka im Islam. Dabei geht es um die symbolische Aufgabe des Egos (bzw. im Islam um die Unterordnung unter Allah).

    Cheers, X-Pat

  5. #24
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Respekt und Verehrung

    x-pat, Demut ist hier der passendere Ausdruck.
    Und die beinhaltet eben ein Akzeptieren der eigenen Grenzen.

    Das Verhalten gilt also viel mehr sich selber als dem Moench, der Statue oder was auch immer. Es ist eben Ausdruck und Uebung einer bestimmten Geisteshaltung, genauso wie das generelle Ablehnen von so etwas.

    Daneben gibt es natuerlich auch den Respekt vor der Person und den Regeln der Gruppe. Auch hier geht es letztlich um den Ausuebenden selbst, oder eben den Nichtausuebenden.

    Sioux

  6. #25
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Respekt und Verehrung

    Die Demystifizierung dieser Riten und Gebräuche ist sicherlich notwendig. Auch eine ganz persönliche Interprätation ist legitim, da letztlich für die "Haltung" des Einzelnen ausschlaggebend.

    Man darf dabei aber den historischen sowie den sozio-politischen Hintergrund dieser Praktiken und "Traditionen" nicht ganz aus den Augen verlieren, oder gar verneinen.

    "Peinlich dem Achten" (Henry VIII) küsste man beispielsweise ebenso den Ring wie dem Erzbischof von England. Wobei mir jetzt nicht 100% schlüssig, ist wem diese Ehre als erstes zu Teil wurde, den Königen oder den Obehäuptern des Klerus? Es scheint mir aber so zu sein, dass dem Klerus zu gewissen Zeiten dieselbe "devote" Haltung entgegengebracht wurde, wie dem Adel, - und nicht umgekehrt. Vor zirka 60 Jahren, mussten die Kinder meines Heimatlandes übrigens noch vor dem Dechant oder Kaplan einen Kniefall machen und "gelobt sei Jesus Christus" laut aussprechen.

    Die buddhistische Sangha (oder viel mehr ihr Rang) ist aber nicht direkt mit dem Klerus der monotheistischen Religionen vergleichbar. Während der Klerus sich in unseren Gefilden zum grössten Teil selbst an die Macht (und an die höchste zu erreichende Stufe der sozialen und politischen Hierarchie) 'gepuscht', getrickst, manipuliert und gemordet hat, wurde die Sangha viel eher von den jeweiligen Monarchen dorthin plaziert. Eine soziale Stellung, die mit Sicherheit notwendig war um eine Religion zu etablieren und/oder zu festigen, - berechtigterweise oder nicht. Bereits im Hinduismus hatte die "Priesterkaste" stets den höchsten sozialen Rang nach dem "Sang Real" inne - machte dem "Restadel" sogar manchmal den zweiten Rang streitig und stand sogar über der machtvollen Kriegerkaste.

    Ein anderer (wichtiger) Umstand der für den Rang in der Hierarchie verantwortlich war, ist aber auch der Intellekt und das (geheime) Wissen das der Klerus, die Priesterkaste und die Sangha auszeichnete. Der jeweilige Adel hat stets gewusst, die Wissensquelle und Weisheit des Klerus zu schätzen, und nicht selten anzuzapfen.

    Der tibetische Buddhismus wurde übrigens aus mehr oder weniger politischen- und sicherlich aus klaren sozial-politischen Gründen vom damaligen König Trisong Detsen, (erst) im Jahre 774 (unserer-ZR) in Tibet im wahrsten Sinne des Wortes etabliert. Und es ist quasi selbsterklärend, dass auch in diesem Falle dafür gesorgt wurde dass die "wünschenswerte Staatsreligion" den nötigen Respekt bekam und die Oberhäupter die nötige soziale Stellung seit Anbeginn inne hatten.

    Der Buddhismus hätte die Jahrtausende ohne die Befürwortung und Unterstützung (sprich unter dem Protektorat) der einzelnen "Monarchen" sicherlich nicht überlebt. Die Ehrerbietung und die "devote" Haltung gegenüber der "Sangha", ihren Mitgliedern und Oberhäuptern, von denen hier die Rede ist, ist also auch im Falle des Theravada Buddhismus (zumindest) eine Mischung aus Restbeständen feudaler Sozialstrukturen, willkürlich etabliertem sozialem Rang der Sangha, - und dem Respekt vor den lebenden Vertretern des Dharmas (Wissens).

    Die individuelle Haltung muss nicht unbedingt auf diese komplexen Hintergründe zurückgreifen, - muss/sollte aber auch nicht durch Fehlen von Hintergrundwissen, vom Individuum romantisiert oder idealisiert werden.

    There are always three sides to every story:
    Your side, my side, and the truth.
    And no one is lying.
    Memories shared serve each differently.

    Robert Evans

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