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Phuket im "Chaos"

Erstellt von Jinjok, 20.02.2002, 13:31 Uhr · 0 Antworten · 699 Aufrufe

  1. #1
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    Phuket im "Chaos"

    Aus der Aachener-Zeitung vom 20.02.2002

    Wo 007 seinen Martini trank, herrscht heute das Chaos

    Stolberg/Thailand. Mit einem Motorroller ist der Stolberger Weltenbummler Christian Meyer Richtung Süden Thailands unterwegs. Dort trifft er auf bizarre Felsen, geheimnisvolle Höhlen und paradiesische Strände.

    Die Silhouette der Ferieninsel Phuket mit ihrem Felsen «Khao Tapo» lieferte sogar schon den Hintergrund für einen James-Bond-Film mit Sean Connery in der Hauptrolle. Doch die fernöstliche Idylle verpufft schnell im Verkehrschaos der überlaufenen Touristeninsel.

    Mit meinem neuen Roller starte ich bald Richtung Westküste, um dieser in den Süden zu folgen. So durchquere ich das Landesinnere der schmalen Landzunge Südthailands und wundere mich über die hohen Berge und die steilen Felsen, die hier aus dem Boden herausragen.

    Phra-Kayong-Höhle besteht aus mehreren Hallen, die teilweise nach oben und auch zur Seite geöffnet sind. Die verbindenden Gänge sind nicht beleuchtet, und so habe ich meine liebe Mühe, mich mit meiner Minitaschenlampe zurecht zu finden.

    Die vielen Vögel und Fledermäuse flattern durch die Dunkelheit, dass es mir schon etwas mulmig wird. Mit meiner kleinen Taschenlampe habe ich aber keine Chance, die alten Höhlenzeichnungen oder gar die prähistorischen Fundstellen dieser Höhle zu entdecken, und so krabbel ich die steilen Stufen hoch, um in die verschiedenen Kammern zu gelangen.

    Die Tropfsteinformationen sehen recht gespenstisch aus. Ich finde auch das Bettlager eines Eremiten, der hier zeitweise zu leben scheint und auch seinen eigenen Altar gebaut hat, auf dem neben einigen kleineren Buddha-Statuen auch reichlich Räucherschmuck zu finden ist.

    Vorbei am Punyahan-Wasserfall brause ich über die Berge nach Ranong. Aber mein Roller will wohl nicht so recht, also suche ich in Ranong eine Werkstatt auf, um die Kette spannen und ölen zu lassen. Die Kette als auch die Kettenreader müssen erneuert werden.

    Ein kurzes Telefongespräch mit dem Verleiher meines Gefährts und schon geht die Reparatur über die Bühne. Inklusive aller Teile kostet mich diese Reparatur umgerechnet 10 Euro, dafür gibt es bei uns in Deutschland noch nicht einmal eine einzelne Kette.

    Den Tom-Pet-Wasserfall finde ich leider nicht, aber die Dschungelwanderung ist dennoch sehr beeindruckend. Im dichten und immergrünen Urwald tummeln sich viele Lebewesen, die auch beängstigende Geräusche von sich geben.

    eil die Straße hinter einer kleinen Bergkette verläuft, beschließe ich, einige Abstecher zu den einsamen Stränden zu machen und werde mit dem Blick auf goldene Sandstrände und bizarre Felsformationen belohnt. Hier ist es aber nicht nur recht einsam, sondern auch nicht unbedingt billig. Die Bungalows kosten zwar verhältnismäßig wenig, aber da ich alleine den Mietpreis aufbringen muss, liegt er außerhalb meines Reisebudgets.

    In Suksamran gibt es tatsächlich ein Gasthaus, das für ein kleines und schmuddeliges Zimmer einen unverschämten Preis erwartet und auch nach zähen Verhandlungen keinen Rabatt gewähren will. Also fahre ich weiter nach Takua Pa, wo ich nicht nur ein gutes Zimmer, sondern auch noch einen großen Nachtmarkt mit bester Essensauswahl finde.

    Ich bin heute weiter gekommen als geplant, deshalb verwöhne ich mich auch mit edelsten Speisen. Ich habe noch etwas Zeit, mir die Insel Phuket anzuschauen. Die Fahrt zu der bekannten Ferieninsel ist ein Traum! Am Pakarong-Kap liegen bei Ebbe die Korallenbänke frei und genau diese sind wohl einem Fischkutter zum Verhängnis geworden, der nun als Wrack auf den Korallen liegt.

    Die Küste um Phuket kann es wirklich mit der Côte Azur aufnehmen, was ihre Schönheit betrifft. Was den Touristenrummel angeht, ist sie aber auch nicht sehr weit von der Costa Brava entfernt.

    Also nutze ich die letzte Ruhe vor der Insel noch einmal und hüpfe in das angenehm warme und Wassser, lasse mich von den Wellen schaukeln und genieße dabei die Aussicht auf die dicht bewachsenen Landzungen und die Felseninseln. Paradiesisch!

    Auf die Insel gelangt man über eine lange Stahlbetonbrücke, die die Aussicht auf die Mangrovenwälder freigibt. Von nun an wird es immer schlimmer, je weiter man sich auf die Insel vortastet.

    Der Verkehr ist chaotisch wie in der dichtesten Innenstadt, nur dass es auf der Insel noch viele Touristen gibt, die ernsthaft versuchen die Verkehrsregeln der westlichen Industrienationen auf Thailand zu projizieren. Entsprechend viele Touristen laufen dann auch mit Gipsverbänden herum, und ich frage bald schon gar nicht mehr, wie das passiert ist. Die Antwort lautet in 95 Prozent der Fälle: Motorradunfall!

    Auch als halbwegs asienerfahrener Fahrer verhalte ich mich hier extrem vorsichtig und erlebe doch noch die ein oder andere brenzlige Situation. Hier gilt keine Logik mehr: Jeder versucht seinen eigenen Stil im Verkehr zu verwirklichen und das kann einfach nicht gut gehen!
    19.02.2002 17:39

  2.  
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