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Was passiert im Kopf nach der Auswanderung?

Erstellt von DisainaM, 08.08.2012, 08:36 Uhr · 194 Antworten · 12.978 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Der Spruch meiner Mitarbeiter lautet: würde man mich im Urwald aussetzen, hätte ich nach 1 Woche einen Ureinwohnerstamm gefunden. Nach 1 Jahr wäre ich deren Häuptling, nach 2 Jahren hätte ich ein Sägewerk errichtet und nach 3 Jahren eine Fabrik für Zahnstocher....
    und somit zum Elend der Ureinwohner, wie auch zur Zerstoerung der Natur massgeblich beigetragen. Gratuliere zu der Parole

  2.  
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  3. #102
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    was aber allem die Krone aufsetzt, sind manchmal Erlebnisse, wo man nicht einfach wie ein Ausländer behandelt wird, sondern wie ein Ausländer in einem Kastensystem
    Ja was erwartest Du denn in dieser gesamten Region, wo die Ausländer eben jahrhundertelang die "weißen Teufel" waren, sich damals wie oftmals auch heute noch so benehmen? Die Welt ist für den Europäer überall hier i.O., solange er angesehener Geschäftspartner u. damit Teil des Kapitals ist. Sobald er in ausgefransten kurzen Hosen unrasiert auf einem verdreckten Moped durch die Gegend eiert gehört er in die "Schublade", die ihm gebührt - und das wird ihm auch gezeigt!

    In der Schweiz gibt es bei der großen (größten?) Kombi- Fremdgruppe "Rumänen, Roma, Ex-Jugoslawen" sicherlich eine ganze Reihe von aufrichtigen Mitgliedern der Gesellschaft, allerdings fallen sehr viele auch durch überproportionale Beteiligung in ungesetzlichen Königsdisziplinen auf - schwupps! sind sie alle ​in der entsprechenden "Schublade"

  4. #103
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Hm, nachdem ich hier so im Thread gelesen habe ist es fuer mich leicht die Ausgangsfrage zu beantworten.

    Viele Auslaender verlieren den Kopf in Thailand, weil sie einfach zu kompliziert in ihrem Wesen sind und Muecken zu Elefanten stilisieren.

    Mache nie im Haus die Klimaanlage an und die Fenster stehen immer offen. Lediglich Ventilatoren sind in Betrieb. Manchmal wache ich nachts auf und mache dann den Ventilator aus, weil es mir zu kalt wird. Kalt ist bereits alles, was unter 28 Grad geht. Bei 25 Grad ziehe ich nachts Socken an. Manchmal klagen die Thais wie schrecklich heiss es doch sei, waehrend ich es eigentlich nicht so empfinde. Vermutlich bin ich ueberklimatisiert und/oder mein Herz ist zu kalt.

    Heissherzigkeit ist oftmals ein Problem in Asien. Da verliert der eine oder andere schon mal den Kopf. Vielleicht ab und zu mal einfach einen Eiswuerfel im Munde zergehen lassen. Aus abgekochtem Wasser natuerlich, denn man weiss ja schliesslich, dass es in den Tropen nur so von Parasiten wimmelt.

    Woran erkennt man den integrierten Auslaender in den Tropen? An der nicht sonnengebraeunten Haut.

  5. #104
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Woran erkennt man den integrierten Auslaender in den Tropen? An der nicht sonnengebraeunten Haut.
    Jetzt weiß ich endlich warum mir die Leute vor Ort den Touristenstatus partout nicht glauben wollen.

  6. #105
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Also nicht vergessen vor dem naechsten Thailandurlaub das Solarium zu konsultieren, damit es nicht zu Verwechlungen kommt.

    Waan-jai-farbige Beine stehen Dir erst nach mehreren Jahren Daueraufenthalt hier im Lande zu. Dann, wenn Du klimaanlagenunabhaengig geworden bist. Alles andere waere Anmassung.

  7. #106
    Avatar von ItsmeSusan

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    Was passiert im Kopf nach dem Auswandern?

    Ich denke zunächst stellt sich eine Anfangsbegeisterung ein, die mehrere Wochen anhält. Man hat nur den Blick für das Neue, das Schöne, das Aufregende. Und alles ist erst einmal neu, schön und aufregend.

    Nach dieser Anfangsbegeisterung – so ist es mir in China ergangen – stellt sich erst einmal Frust ein, weil man dann doch irgendwann von der Realität eingeholt wird. Man sieht so langsam hinter die Fassade der Menschen, merkt, dass die vorher empfundene Freundlichkeit der Menschen doch nur berechnendes Kalkül ist, man sieht den Müll auf den Straßen, kommt mit dem Straßenverkehr nicht zurecht, dass Essen war nur am Anfang wunderbar exotisch.

    Nach ja, aber auch diese Phase geht vorbei und bald wird das Leben im Ausland zur Routine und die Anfangseuphorie ist verblasst.

    Ich denke, man muss einfach mal die rosarote Brille absetzten und nicht vom (Aus)Land erwarten, dass es einen rundumbespaßt, dass sich das (Aus)Land auf jeden einzelnen Farang einstellt. Man muss sich auf das Land einstellen, sich ein wenig anpassen ohne "überanzupassen".

  8. #107
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von ItsmeSusan Beitrag anzeigen
    Man muss sich auf das Land einstellen, sich ein wenig anpassen ohne "überanzupassen".
    Sehr gut, soweit der Plan, den man in Bkk wesentlich leichter umsetzen kann, als in kleineren Orten,
    wo die Notwendigkeit einer stärkeren Firewall um sein Wesen, wesentlich wichtiger ist.

    Doch im Grunde ist es schwer, sich davor zu schützen,
    es ist auch kein persönliches Problem einiger bestimmter Leute,
    es ist ein gängiger Effekt, der irgendwann jeden betrifft.

    Auch langjährige Expats sind von dem Tag nicht geschützt,
    wenn all die Identifikation mit dem neuen Ort plötzlich kippt,
    und aus einem halbvollem Glas ein halbleeres Glas wird.

    Man sagt in Asien, dass man sein Innerstes nicht nach aussen trägt, um sich besser zu schützen,
    doch für viele Europäer ist ein Leben in Tarnung so völlig diszipliniert und un-locker.

    Wer länger unter Asiaten lebt, wird dann sehr vorsichtig,
    denn meistens heisst dies,
    in der eigenen Umgebung ist eine Person, die Deine Seele ißt.

    --- gin weanjan กิน วิญญาณ ---

    Wenn all die positive Energie in Deinem Bauch aufgebraucht ist, kippt plötzlich alles.
    Dies ist eigentlich eine Schutzfunktion des Körpers, dass irgendetwas in der Umgebung nicht ok ist,
    und man sollte sich nicht ausbrennen lassen.

    Der Bkk Webjournalist Stickman hatte diesen Effekt in Thailand mit dem Bildniss beschrieben,

    when Somchai pulls the trigger
    When Somchai Pulls The Trigger

    Viele Leser des Nittaya Forums erleben hier manchmal total schräge Diskussionen,
    und können sich nicht vorstellen,
    was bei manchen Leuten abgeht.

    Dies ist dann oft eine Folge eines zu starken burn outs in Thailand.
    Typisch für manche ist das Reaktionsmuster, welches Starrsinnig an einem Standpunkt festhält,
    obwohl sich der Standpunkt rational gar nicht mehr halten lässt,
    die Aufgabe ist für die Person nicht möglich.
    warum ?
    Dann hätte man ja am Anfang einen Fehler gemacht,
    aber in Asien darf man keine Fehler machen,
    denn dann bekommt man downgrade- Stress, man wird vor Ort von allen möglichen Leuten gedrückt,
    also heisst die Devise, auch wenn es für Aussenstehende lächerlich erscheint,
    durchhalten, und jede Linie durchziehen, nein, mein Standpunkt ist kein Fehler.

    So wird denn sehr viel Lebenslicht für solche Dinge aufgebraucht,
    und ein Licht, das doppelt so hell brennt, brennt doppelt so schnell.

    Früher dachte man, Mann Junge, mach Dich mal locker,
    heute sieht man, dass diejenigen, die unlocker um ihr Licht kämpfen,
    durch Thailand geprägt wurden, denn es ist ihre Überlebensstrategie.

  9. #108
    Avatar von DisainaM

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    viele Auswanderer ärgern sich in ihrem Zwischendomiziel über einen Zustand,
    den man aus D A CH so nicht kennt, - der Korruption.

    Interesant zu beobachten,
    dass selbst eine Deutsch-Vietnamesin, die nach Vietnam zurückgekehrt war,
    ihren deutschen Pass gegen einen Vietnamesischen getauscht hatte,
    und voller positiver Energie startete,
    über das Thema Korruption denselben Frust empfindet, wie manch anderer Europäer.


    Frust

    von CathrinKa Pro @ 17.05.2012 – 16:34:30


    Die vietnamesische Buerokratie kann noch wesentlich frustrierender sein als die deutsche. Heute hatte ich einen Termin in Hòa Bình wegen diverser Papiere fuer den Baubeginn in Lương Sơn. Wie befuerchtet, verlief nicht alles nach Wunsch. Nach einem sehr langen Palaver habe ich mich mit den "netten" Herren noch einmal fuer den naechsten Mittwoch verabredet. Dann fahre ich aber nicht mit meiner Honda, sondern mit einem dicken Auto vor. Ausserdem habe ich extra fuer diesen Tag als Begleiterin das Maedchen auf dem Foto engagiert. Dann gibt es blaue Bohnen statt Schmiergeld!
    Gefrustete Gruesse
    Cathrin

    Frust - Zwischen Traditionen und Moderne

  10. #109
    Avatar von Joerg_N

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    Das empfindet sogar meine holde Ehefrau,
    mit Ämtern oder Banken in D-Land hat sie nur gute Erfahrungen,
    immer nett behandelt wurden ohne ein kleines Trinkgeld zu geben - auch wesentlich
    schneller läuft es hier - in den meissten Dingen als auf thailändischen Ämtern oder Banken
    und beim Arzt.

    Auch ein Gespräch in der Schule - jetzt als Mutter - scheint was anderes zu sein als in Thailand,
    wobei das natürlich nix mit Korruption zu tun hat.

  11. #110
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    Sehr gut, soweit der Plan, den man in Bkk wesentlich leichter umsetzen kann, als in kleineren Orten,
    wo die Notwendigkeit einer stärkeren Firewall um sein Wesen, wesentlich wichtiger ist.
    Da hier öfter auch schon das Meer genannt wurde ist wohl unser Plan gar nicht so schlecht einen Wohnsitz am Meer zu wählen und zusätzlich eine Wohnung im Heimatdorf meiner Frau.

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