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Paranoia

Erstellt von sunnyboy, 04.02.2002, 18:43 Uhr · 18 Antworten · 1.285 Aufrufe

  1. #11
    KLAUS
    Avatar von KLAUS

    Re: Paranoia

    ....da kann man ja sehen, wie vielschichtig die Erfahrungen in Thailand mit Thai,s sind,
    das ist ja auch nicht weiter verwunderlich...
    ...schliesslich sind die menschen hier ja auch unterschiedlich, genau, wie anderswo auf der Welt..:-)
    ich hab zu diesem Thema. auch so meine Erfahrungen gemacht, ganz andere..:-)
    und aehnliche ..:-)
    Jedoch die breite Spanne der Moeglichkeiten ist ja bereits ausgelotet..:-)
    Gruss Klaus


  2.  
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  3. #12
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Paranoia

    @Nokgeo
    Den Job des (manchmal) genervten Wartenden hat mein Schwiegervater. Aber er trägt es mit buddhistischer Gelassenheit. Er ist für die Familie der (neuerdings Pick-Up-)Fahrer und kauft eigentlich selten selbst was. Er hat eben nur immer zu warten bis alle Schäfchen wieder zurück sind.
    [hr:d62e8c9d5e]
    Ansonsten würde ich das spezielle Verhalten, was an den Tag gelegt wird wenn ein potenter Geldbörsenbesitzer bei einer Familie auftaucht, die im Alltag nicht über unverplantes Geld verfügt, nicht mit deutschen Maßstäben messen.

    In meinen Augen überlegt ein Thai nicht, ob er den Geldgeber (schamlos) ausnutzt. In seinem Verständnis ist es einfach ein Tag, an dem seine Bitten im Tempel oder am Schrein nach etwas Geld für Sanuk erhört wurden, denn das Schicksal brachte ihm einen Geldgeber daher. Wenn der Geldgeber vom anderen Ende der Welt kommt, macht sich der Thai natürlich auch Gedanken, was es ihn kosten würde seinerseits ans das andere Ende der Welt zu gelangen. Da die Tickets ja ca. das gleiche kosten, bekommt er in etwa ein Verstellung davon, über welche Summen der weitgereiste Sponsor verfügen muß (im Gegensatz zu ihm).

    Desweiteren ist für viele Thai das reine Vorhandensein von Geld gleichbedeutend mit der Möglichkeit es auch ausgeben zu können. Selbst Geld welches nicht vorhanden ist, kann man ja in Thailand ausgeben (aber nicht nur da). Unsere Mentalität, Geld für später zurückzulegen, ist den meisten Thais ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht daß man das nicht versteht, nein man hat gar keine Ahnung davon das Leute sowas mit Geld tun. Das wäre ja kiniau mak, wäre Verschwendung und wer weiß ob man morgen noch lebt. (In Deutschland wurden im 2001 erstmalig seit Jahren wieder steigende Spareinlagen registiert - 13 TDM pro Einwohner)

    Weiter wird auch recht großzügig mit dem Geld umgegengen wenn es mal für kurze Zeit vorhanden ist. Da profitieren auch Freunde und Nachbarn davon. Da wird nicht eingeladen, sondern man kommt einfach und teilt die Freude über ein schönes Mahl mit den Gastgebern, die es durch Glück zum Sanuk von allen bezahlen können. Je mehr Leute kommen, desto besser für den Geber. Er tut damit (innerlich) auch etwas Gutes und das wird ja garantiert auch belohnt, so oder so wenn nicht jetzt dann spätestens im nächsten Leben.

    Nicht selten wird man bei so einem zum Fest ausgeuferten Essen dann auch sehr gute Freunde des einen oder anderen vorgestellt bekommen (die man nie zuvor sah), die natürlich zum Essen bleiben oder mit auf Tour oder ins Restaurant gehen. In EUR würde das als extrem ungehörig und schlechtes Benehmen gelten, in Thailand hingegen ist es in der Tradition der Dorfgemeinschaften und der Religion mehr oder weniger selbstverständlich.

    Natürlich kann man auch etwas gegensteuern, indem man der Familie klar die Grenzen aufzeigt. Wenn zum Beispiel gesagt wird, daß das Essen nicht mehr als z.B. 2000 THB kosten kann, wird sich jeder überlegen ob er noch 2 Freunde dazuholt und am Ende für alle nicht mehr genug da ist und der Sanuk eventuell der Peinlichkeit weicht. Denn der seinen Freund einlädt hat gewissermaßen auch ein Gesicht zu verlieren.

    Wer aber zu der Meinung kommt, seine Thai-Familie oder gar das ganze Land wären Schmarotzer, die sich ohne eigene Arbeit versuchen an anderen zu bereichern, hat das Land noch nicht verstanden.
    [hr:d62e8c9d5e]
    Ausklammern mus da allerdings das Rotlicht-Milieu. Denn da gibt es wie überall auf der Welt Ausuferungen und das hat wiederum nichts speziell mit Thailand zu tun. Ausuferungen kommen hier deshalb häufig vor, weil in weniger als einer Stunde durch Vermieten seines Körpers an einen Freier "verdient" wird, was ein Tagelöhner nach 5 Tagen und 10 Stunden täglich in der Gluthitze auf dem Feld bekommen würde. Aber das weiß man auch vorher, bevor sich in das Millieu begibt. Da fällt mir nur ein chinesisches Sprichwort ein: Wer sich zu Hunden legt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht.
    mfg jinjok

  4. #13
    nuum23
    Avatar von nuum23

    Re: Paranoia

    @all

    also ich bin in Thailand schon mehr eingeladen worden als umgekehrt.
    Ob das nun ganz arme Schlucker im Isaan waren, oder sehr wohlhabende Sino-Thais in BKK...überall war ich "selbstverständlich" Gast...und musste schon Tricks anwenden, wenn ICH mal bezahlen wollte...
    Klar aber auch, daß wenn ich bei besagten armen Schluckern im Isaan 2 Wochen lebe, esse trinke, schlafe, die Wäsche gemacht bekomme, daß ich dann auch mal ins Big C oder auf den Markt fahre und daß ich dann bezahle (wenn ich dann die Rechnung gesehen habe und dann vergleiche was das Hotel in BKK gekostet hat kann man sich schon schämen...)Sollte eigentlich eine Selbstverstädlichkeit sein, man kann ja auch nur das essen was tatsächlich da ist...bei aller Gastfreundlichkeit.
    Ich bin schon in einigen Ländern rumgekommen, am wenigsten "Angst u. Paranoia" hatte und habe ich in Thailand...bis bald...
    Chris

  5. #14
    ReneThai
    Avatar von ReneThai

    Re: Paranoia

    Jinjok

    Ich sehe schon, Du bist meiner Meinung nach einer der wenigen der die Thais nicht nur akzeptiert, sondern auch versteht. Deine Aussagen. über den Umgang der Thais mit Geld ist schon sehr präzise. Sie verstehen gar nicht dass man Geld auch für später aufheben könnte.

    Meine Frau ist schon seit 12 Jahren in der Schweiz, hat Pass, Arbeit, Auto und versteht die ich sage mal Gutbürgerlichkeit der Schweizer in der Zwischenzeit. Wir sagen dem (Bünzlischweizer).

    Ich hatte also alle diese Probleme nicht die entstehen wenn jemand eine Thai nach Europa bringt.
    Ich habe dafür ein anderes Problem:

    Wird für viele von Euch verlockend klingen. Meine Frau hat keine Familie. Keinen Pickup, keine Abzocke, sie ist nicht mal vom Isaan.
    Sie ist eine Waise, aufgewachsen im Waisenhaus und als sie alt genug zum Arbeiten war wurde Sie von einer Pflegefamilie adoptiert. Da arbeitete sie dann den ganzen Tag während die leiblichen Kinder zur Schule gingen. Da gäbe es jetzt Stunden zu erzählen.

    Aber was es für eine Thai heisst keine Familie zu haben, sollen diejenigen sich mal überlegen, die immer über die grosse Familie und die Zeit im Isaan lästern.

    Wisst Ihr wie oft sie heute noch noch weint und betet irgendwann Ihre Mutter zu treffen.

    Schluss für heute
    Gruss
    ReneThai



  6. #15
    Stefan642002
    Avatar von Stefan642002

    Re: Paranoia

    Hallo,das mit dem Paranoia ist zwar hart doch man wird automatisch vorsichtiger nach schlechten Erfahrungen.Hatte meine Erfahrung mit einem Thaigirl aus Trang gemacht.Sie wollte und hat mich teilweise. abgezockt.Bei den obligatorischen Besuchen bei den Eltern bin ich immer eine Menge Baht losgeworden und das mit dem Pickup stimmt wirklich.Dachte mir damals nichts dabei.Nach dem Schluß mit ihr vor 3 Jahren, wo ich endlich durch gute Thaifreunde erfahren habe, das sie mich hintergeht, wollte ich nie wieder nach Thailand.Doch einmal nach Thailand immer wieder nach Thailand.Letztes Jahr habe ich meine jetztige Freundin kennengelernt und sie ist das Gegenteil von der ersten.Doch ich war immer übervorsichtig und wollte eigentlich nur Urlaub machen.Nach drei Wochen hatte ich vorgeschlagen ihren Heimatort zu besuchen.Sie fragte mich einige male ob ich das auch wirklich wolle und ich sagte ja.Sie kommt aus Samut Songkran und es ist eine sehr schöner Ort an einem Fluß.Bei ihren Eltern angekommen
    kam in mir die Erinnerung an die vergangene Zeit und ich glaube man hat meine Distanz ihnen gegenüber gespürt.Ich bin zum Essen eingeladen worden und ich wollte mich halt mit Geld bedanken doch es wurde nicht angenommen.Ich fragte meine Freundin wieso und sie antwortete das ich immer willkommen sei und ich ihnen nichts geben solle.Sie sind nicht reich doch glücklich und Gastfreunschaft hat einen sehr hohen Stellenwert bei ihnen.Drei Monate später war ich wieder in Thailand und jetzt war ich viel lockerer und habe mich auf den Besuch bei meinen zukünftigen Schwiegereltern gefreut und wollte sie dann zum Essen auswärts einladen und nach etlichem zögern haben sie dann die Einladung angenommen.Ich bin mir jetzt 100 % sicher das ich die richtige Frau gefunden habe und ihre Familie mich auch zu 100% akzeptiert.Es gibt noch etliches zu erzählen doch vielleicht später mal mehr.Eins noch meine Freundin möchte so schnell nicht nach Deutschland kommen!!!Habe das am Anfang auch nicht verstanden doch ihr Argument ist verständlich.Sie will erst ihre Ausbildung zu Ende machen und danach arbeiten.Im Ausland hat sie bessere Arbeitsmöglichkeiten wie zur Zeit in Deutschland.Da stimme ich ihr zu. Stefan642002

  7. #16
    KlausPith
    Avatar von KlausPith

    Re: Paranoia

    Ich hoffe nicht zu lange, aber passt irgendwie zu diesem Thread.
    Gruss KlausPith
    **********************

    Mein erster Besuch im Isaan

    Also, ich war ja nun schon längere Zeit mit meiner Pith zusammen. Ich war sehr oft in Bangkok und wir verbrachten immer eine wunderbare Zeit miteinander. Unsere Beziehung entwickelte sich sehr gut, und obwohl ich nach einer gescheiterten Ehe mit meiner ersten Thaifrau eigentlich anderes im Sinn hatte, betrachtete ich unser Zusammensein schon als etwas Ernstes.
    So kam es dann, dass ich ihr eines Abends beim Essen die so berühmte Frage stellte: „.. wollen wir nicht mal einen Besuch in das Dorf deiner Eltern machen?“
    Die Bedeutung eines solchen Besuches bei den Eltern war mir durchaus bewusst und so war ich auch nicht überrascht den ungläubigen jedoch freudigen Ausdruck in ihrem Gesicht zu sehen.
    Im Nachhinein muß ich sagen, dass die Pause die nun bei ihr eintrat, mir einiges über ihren Charakter verriet. Sie sagte erst mal nichts. Wir machten uns weiter über unser „Paneng Gai, TomJangGung, ThomKhaGai etc.“ her und ich konnte in ihren Augen sehen wie es in ihrem Kopf arbeitete. „..meint er es wirklich ernst, was soll ich meinen Eltern erzählen, ...“.
    Nach dem Essen und nach Rückfrage ob ich auch wirklich diesen Besuch machen möchte, sagte sie dann endlich freudig ja und da ich einige Termine mit Bekannten hatte, kümmerte sie sich auch gleich um die Vorbereitungen, Flug nach UdonThani, div. Telefonate etc.. 2 Tage später sollte es losgehen.

    Der Flug nach UdonThani war sehr früh morgens um 06:30. Am Abend davor war ich mit zwei Bekannten unterwegs und kam erst gegen 04:00 ziemlich betrunken ins Hotel. Schnell noch eine Stunde geschlafen und dann weckte sie mich auch schon ziemlich energisch. Eine kalte Dusche (half auch nichts), umgezogen und 6.000,- Bath für die zwei Tage in meine Tasche gesteckt. Aus meiner ersten Ehe und aus diversen Berichten war mir durchaus bewusst, dass so ein Besuch teurer werden kann als ein exessiver Aufenthalt in Pattaya etc.. Aber darüber später mehr.

    Um 06:00 Uhr am Domestic Flughafen angekommen, jetzt aber schnell, in 30 Minuten geht der Flug. „Was ?, die Tickets sind hinterlegt, das sagst du mir erst jetzt.“ Schnell zum Thai-Schalter. Ups, eine wartende Menschenschlange davor. Sie stellt sich artig hintenan, wonach ich sie bissig fragte ob sie meint auf diese Art den Flug noch rechtzeitig zu bekommen. Naja, ich bin ja selbst schuld, hätte halt den Abend zuvor nicht so auf den Putz hauen sollten.
    Ich also in meinem halb besoffenem Kopf vorbei an 20 böse blickenden Thais und Farangs an den Schalter, fasle etwas von Zeit etc., hinter mir ein Schwall von Flüchen, aber ich nehme ja eh nicht alles wahr. Ich habe die Tickets, im Laufschritt zum CheckIn und 5 Minuten später in den Flieger vorbei an böse blickendem (schon wieder!) Bordpersonal und Fluggästen. Endlich auf unserem Platz. Die Hektik der letzten Stunde hat mich schon etwas nüchtern gemacht, dennoch sitze ich keine 5 Minuten, da fallen mir auch schon die Augen zu. Landung UdonThani. Was, das soll ein Flughafen sein, sieht aus wie der Bahnhof von Buxtehude. Wie ist der Flieger gelandet ? Gott sei Dank habe ich geschlafen. Man bin ich gerädert, aber wir sind ja gleich da. Denkste wohl.

    Mit meiner Erwartung des berühmtem PickUp´s mit ca. 20 Familienangehörigen gehen wir durch ein Spalier von hunderten wartenden Thais aus dem Flughafengebäude. Wie, kein PickUp, keine 20 Familienangehörige ? Sie verschwindet kurz für 5 Minuten im Flughafengebäude und kommt mit einem älteren Thai zurück, der mir als guter Bekannter der Familie vorgestellt wird und hier am Flughafen arbeitet. Jetzt weis ich auch warum sie die 2 Tage vor unserer Reise ständig telefonierte.
    Naja, fängt schon an mit dem bezahlen denke ich. Wir steigen ein und fahren los. Ich frage sie, was ich dem Fahrer geben soll für die kurze Fahrt. Sie meint, warum kurze Fahrt, wir fahren noch ca. 2 ½ Stunden bis zum Dorf. Oh nein, Schock, und das in meinem Zustand. Sie erklärt mir dann während der Fahrt, dass ich dem Fahrer nichts bezahlen muss. Er kommt aus dem gleichen Dorf und wäre heute sowieso diese Strecke gefahren. Während meine Freundin sich angeregt mit dem Fahrer unterhält, schlafe ich mal wieder und bekomme wenig von den Reisfeldern und kleinen Dörfern mit, an denen wir vorbeifahren. Zwischendurch macht er ein kleinen Stop an einer Tankstelle und mit viel Mühe schaffe ich es 120,- Bath fürs nachtanken loszuwerden.
    In einem größeren Dorf (BanMuang) halten wir wieder um auf dem dortigen Markt zu gehen. Sie meint von hier aus sind es nur noch 15km und wir können hier noch schnell auf dem Markt alles Nötige für den Abend besorgen. Also, jetzt geht’s los mit dem Shopping und hole schon mal meine Kohle aus der Tasche.
    Der Gang über den Markt wird ein Erlebnis. Ich muss gestehen ich bin ein Fan dieser Marktatmosphäre, aber dies hier ist einfach überwältigend. Alle 10 Meter ein Tratsch mit irgendeiner Bekannten von ihr aus gemeinsamer Jugendzeit und wenn wir mal stehen bleiben, bildet sich eine Menschentraube um uns. Sofort bekomme ich einen Hocker angeboten und man reicht mir irgend eine Kleinigkeit zu essen. Einige Kleinkinder rennen bei meinem Anblick weinend weg. Was soll denn das, selbst in meinem momentanen Zustand sehe ich nun wirklich nicht aus wie Quasimodo.
    Da fällt mir auf, dass wir beide schon einige Plastiktüten voll mit Gemüse und allerlei Zeug haben, ich aber nicht einmal in meine Tasche gelangt habe.
    Nachdem ich dann meinen Wunsch geäußert habe, dass ich heute abend gerne mein geliebtes „PanengGai“ essen würde, haben wir dann noch etwas Chicken gekauft und bei einem anderen Stand eine ganze Tüte voll mit so langem grünen Gemüse, wofür die Alte von mir 2,- Bath haben wollte. Ich fragte noch mal ob sie sich vielleicht nicht vertan hat, aber meine Freundin bestätigt es mir dann doch.

    Nachdem meine Freundin sich überall verabschiedet hat (einige der Gesichter habe ich abends bei der Party wiedererkannt), habe ich im nahen Getränkeshop noch eine Kiste Bier und eine Flasche SangThip gekauft. Alles in allem habe ich knapp 500,- Bath für dieses erste Shopping gebraucht. Voll bepackt sind wir dann wieder ins Auto, der Fahrer hatte ein kleines Nickerchen gemacht.
    Es waren dann wirklich nur noch 15km und ich war auch schon fast wieder nüchtern (leider nur kurze Zeit). Wir fuhren die Hauptstrasse in ein kleines Dorf rein und dann über ein Schotterweg, rechts und links kleine Holz/Blechhütten (bitte lass es nicht eins dieser sein), halten wir vor einem recht ansehnlichem Haus. Das Auto stand noch nicht richtig, da kam auch schon ihre Mutter (der Vater war noch auf dem Feld) und 2 Brüder (meine Freundin hat 3 Brüder) vor das Haus.
    Es folgte eine kurze respektvolle Begrüßung und dann ging es erst mal ins Haus.
    So nun ruhe ich mich erst mal aus. Denkste.
    Ich weis nicht wo die alle herkamen, aber innerhalb von 10 Minuten waren im und vor dem Haus ca. 50 Personen. Der Vater kam vom Feld zurück und nach kurzer Unterhaltung mit der Mutter, ging er vor das Haus, schnappte eine Gans zwei Hühner und zack....
    Es wurde getratscht, gelacht, gesungen, stundenlang gekocht, gegessen, wieder gekocht, wieder gegessen. Und natürlich viel getrunken, laufend wurde mir ein Glas gereicht mit diesem komischen Schnaps, den ich aber dankend abgelehnt habe und dafür auf meinen mitgebrachten SangThip verwiesen habe. Innerhalb einer Stunde war meine so hart erarbeitete Nüchternheit wieder dahin.
    Leute gingen und kamen, ich habe alles gar nicht richtig mitbekommen.
    Es war ein Riesenspass, auch wenn die Verständigung mit meinen paar Brocken Thai und der ständigen Übersetzung durch meine Freundin, nicht einfach war.
    Irgendwann wurde dann auch noch Lao-Dance veranstaltet, wobei ich natürlich unter dem Gelächter der Anwessenden auch mitmachte.
    Gegen morgen fielen wir dann in einen tiefen Schlaf, der jedoch nur von kurzer Dauer war. Um 05:00 Uhr wollte ich es in meiner Wut über den krähenden Hahn, meinem angehenden Schwiegervater gleichtun und dem verdammten Hahn den Garaus machen.
    Es half nichts, um 06:00 Uhr war die Nacht vorbei.
    Meine Freundin war schon lange wach um den vorbeilaufenden Mönchen den Reis zu reichen. Anschließend ging sie mit ihrer Mutter in das Dorfkloster, während ich in dieser Zeit um etwas klarer im Kopf zu werden, einen kleinen Dorfspaziergang unternahm.
    An jedem Haus an dem ich vorbeiging wurde ich freudig begrüsst und auch jedes Mal eingeladen etwas zu essen und trinken (natürlich Schnaps), was ich jedoch in Anbetracht der frühen Stunde dann doch dankbar ablehnte.
    Und wieder diese weinenden flüchtenden Kleinkinder. Verdammt, wo gibt’s hier ein Spiegel.

    Gegen Mittag lies es sich meine Freundin nicht nehmen wie in frühren Tagen mit Machete und Korb aufs Feld zu gehen und alles mögliche Grünzeug in ihrem Korb packte. Von diesem Zeug wurde anschließend eine köstliche Suppe und gebratenes Gemüse gemacht.
    Es war April und ca. 40 Grad heiß. Ohne mich zu bewegen lief mir der Schweiß in Strömen runter. Meine Freundin hüpfte und sprang auf den Feldern herum und sammelte bückend das Essbare ein.
    Dennoch waren es für mich die schönsten Stunden die wir beide alleine auf den Feldern verbrachten und sie nicht mehr aufhörte zu erzählen.
    Überhaupt muß ich sagen, dass bei meiner Freundin während der Zeit auf dem Dorf eine grundlegende postive Veränderung vorging. Wie aufgewühlt, lachend, freudig, fast wie ein Kind. Irgendwie verändert. Auch zuvor habe ich schon tiefe Zuneigung für sie empfunden, aber nach diesen Erlebnissen liebte ich sie aufrichtig.
    Anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch das ganze Dorf mit den üblichen Stops.

    Gegen Nachmittag wurde nochmals ausgiebig gekocht und ich bekam dann auch mein „PanengGai“ das am Abend zuvor irgendwie unterging.
    Nach dem Essen kamen wieder eine Unmenge von Leuten. Alle saßen um uns beide herum und vor uns stand so ein Tablett mit einem gekochten Huhn (hoffentlich das von heute früh) und sonstigem Gemüse. Wir mussten dieses Tablett berühren und einer nach dem anderen band uns eine kleine weiße Schnur um das Handgelenk und sagte dazu ein Spruch auf.

    Anschließend kam dann wieder unser Fahrer von gestern, der inzwischen auch wieder nüchtern war, wir verabschiedeten uns von allen und fuhren, diesmal ohne Unterbrechung nach UdonThani zum Flughafen.

    Auf der Fahrt kramte ich auf der Suche nach den Tickets in meiner Tasche und zählte dabei mein Geld nach (ich hatte gar nicht mehr daran gedacht).
    Es waren noch genau 5.400,- Bath.

    Dies war mein erstes Besuch auf dem Dorf bei der Familie meiner Frau.
    Alle weiteren Besuche die wir seither machten, verliefen ähnlich und ich freue mich jedes Mal auf die wenigen Tage die wir dort sind.

    KlausPith

  8. #17
    Avatar von Jinjok

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    Re: Paranoia

    @RenéThai
    Die Diskrepanz zwischen unserer Einstellung zum Geld und der vieler Thais wurde mir durch meine Schwiegereltern gewahr. Beide arbeiteten ihr Leben lang bei einer Bank bis sie nun seit ein paar Jahren ihre kleine aber wohlverdiente Pension genießen können. Während sie also tagtäglich bei ihrer Abreit in der Praxis sehen konnten, das es sehr wohl Vorteile bringt, sein Geld auch zu sparen (und nicht zuletzt die Pensionskasse der Bank tat ein Übriges), konnten sie zumindest ihre Kinder in dem Sinne erziehen. Dadurch bin ich in der glücklichen Lage eine finanziell unabhängige Thai-Familie geheiratet zu haben und obendrein eine Frau, die besser mit Geld umgehen kann als ich

    Aber natürlich sind da auch noch Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen und da sieht man dann genau, wie weit der erzieherische Einfluß meiner Schweigereltern reicht. Nicht daß sie in ihrem Leben enorme Reichtümer anhäufen konnten, aber dennoch stehen sie mitunter in der Stituation in der sich ein Fanrang wiederfindet, auf ihrem Konto ist Geld und diesen Sachverhalt können die Verwandten nur sehr schwer nachvollziehen. Die häufigste Reaktion ist natürlich das Wort kiniau, abwohl all die Jahre permanent Summen an die Geschwister geflossen sind.
    mfg jinjok

  9. #18
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Paranoia

    So ein Mist, ich hatte offline an. Sunnyboy,Günther G.,. Armin, was vorgeschrieben und. versehentlich statt kopieren ...löschen gedrückt.Alles wech.:-(

    An Jinjok, zur Info...also ich bin evtl. ein potenter Geldbörsenbesitzer,. mach mein Geldbörse i.d.R. nicht für andere auf. Bevor ich was helfe(gebe). möcht ich Leistung sehen und keine Abhänger. Beispiel: ein. Bruder von "Meiner", ist immer. gut engagiert,wenn wir vor Ort sind. Wenn er nicht wär...oh je.
    Er wollte sich von seinem erarbeiteten Geld,aus seiner Pilzzucht, ein gebrauchtes Mopped kaufen.....Interesse hatte er an meinem Teil, und wir hatten 9000 Baht für die Kawa Gto ausgehandelt.

    Als er. beim Abfackeln von Baumresten ,entstanden nach einer grossen Sägeaction , und sowas wie ne Feuerwache abends auf einem Baumstumpf sitzend abhielt....bin ich zu ihm und hab ihm mein Mopped geschenkt. So kann er sich das Geld dafür sparen, und sich ein zweites Pilzaufzuchtstrohhaus bauen...um mehr Gewinn zu machen.....

    Was ich vorher meinte...war...das meine Freundin mir manchmal in den Ohren "hängt"...das ihr Geld immer weniger wird. Worauf dann mein Hinweis kommt....das Essen gehen im Restaurant,eben kostet.....Und je mehr Leute ,umso mehr ,ist doch logisch.

    Was das Geldsparen bei Thais anbelangt.....wird auch nicht anders wie in D. sein. Die einen sparen ...die anderen nicht. Gibt auch Leute, die an morgen und übermorgen denken und schon ein gewisses Fingerspitzengefühl zu Geld haben und es nicht für Kinkerlitzchen ausgeben....

    Bekommt man evtl.von den Eltern "vorgelebt,vermittelt".

    Obs in meinem Fall bei der Familie jetzt oder vorher in Korat war....ist doch easy den Leuten in ner Runde was über D. zu erzählen und was es hier in D. so alles kostet. Und wenn die Leute nicht ganz bescheuert sind, chekken. sie recht schnell ...wieviel denn unterm Strich i.d.R. übrig bleibt ...zum Sparen...vielleicht für den grossen Urlaub.....Miete ,Strom,Autokosten--Sprit....Essen..Rentenbeiträge.,die Steuern allgemein natürlich nicht vergessen,alles. kurz angerissen.....
    Den kommen die Tränen....sinnbildlich. Nix locker...locker...easy Germany.....i.d.R.

    Hat eh keiner einen Schimmer wies im Arbeitsleben in D. aussehen kann,um. mal auf die Threadüberschrift zurückzukommen---Paranoia---- nur das wäre dann ja umgekehrt.....:-)

    Beispiel: ein Sohn von meiner Freundin....er arbeitet in Bang Na...in einer Firma....am PC, ist mit
    Kleiderstoffen ,und deren Repräsentation und Qualitätskontrolle beschäftigt (Monatsverdienst 10 000 Baht) Sein Chef ist ein Taiwanese,der auf die Uhr schaut... und ihn mies behandelt(moppt)
    gruss
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    Ps. wegen der kurz angerissenen Pilzzucht(hedfaang) schreib ich evtl. später was zu .Ist recht interessant für Leute ,die Land haben und in der Richtung Interesse haben, was zu machen.Ich war erstaunt,wie doch mit recht einfachen Mitteln...und dem nötigen Know how.....Kohle erwirtschaftet werden kann...vorrausgesetzt man ist nicht faul und hat ein kleines Startkapital......


  10. #19
    Avatar von sunnyboy

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    Re: Paranoia

    @Nogkeo, wenn mich Thais nach Einkommen gefragt haben. Habe ich ihnen immer erst meine Kosten vorgerechnet und erzählt wofür der Rest verwendet wird. Die kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Von wegen "rich man".
    Mit dem Sparen ist das so eine Sache, da sagt man für 3 Wochen Urlaub hat man ein Budget von X. Was passiert die Holde fängt an zu sparen.
    Es werden in den Hotels die Preise runtergehandelt, statt Flugzeug Taxi etc. Aber dann nach ein paar Tagen des "Normallebens" muß aus irgendeinem Grund das Geld mit großen Händen herausgeschmissen werden, denn man hat sich ja ein paar Tage gezügelt. Wenn man dann selber beim regelmäßigen Check der Urlaubsausgaben erwischt wird, ist man plötzlich ein kiniau.
    Mir sind aber auch aus meinem Bekanntenkreis in Deutschland etliche Fälle bekannt, bei denen die Thais in Sachen Verschwendungssucht noch
    etwas lernen könnten. Das ist wohl überall irgendwie das gleiche, bei uns Deutschen ist die Sparsamkeit wohl sehr ausgeprägt.
    Da fällt mir noch etwas zum Thema Pünktlichkeit ein. Bei dem Familienbesuch mußte ich feststellen, daß die wahrscheinlich alle im letzten Leben Uhrmacher waren. Der einzige der immer zu spät kam, war tatsächlich ich. Die hielten die Zeiten ein. Nur der Tourist, der sich dachte Urlaub, thailändische Zeitrechnung etc. fiel auf.

    Gruß Sunnyboy

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