Seite 10 von 10 ErsteErste ... 8910
Ergebnis 91 bis 97 von 97

Palliativmedizin und schmerzbefreiende Morphine

Erstellt von Socrates010160, 12.05.2012, 15:22 Uhr · 96 Antworten · 8.701 Aufrufe

  1. #91
    Avatar von sombath

    Registriert seit
    03.03.2009
    Beiträge
    2.733
    Hallo Socrates ,
    es ist eigentlich nicht meine Art alles besser zu wissen , aber auch hier habe ich
    andere Erfahrungen gemacht .
    In einem normalen Krankenhaus , ( nicht Uniklinik ) füllt der Patient , oder ein Angehöriger
    ein Aufnahmeformular aus .
    In diesem Formular wird klar u. eindeutig gefragt , ob der Patient lebensverlängernde Maßnahmen wünsch
    oder nicht .
    Ebenfalls findet ein Gespräch mit dem zuständigen Stationsarzt statt .
    Nach meinen Erfahrungen werden lebensverl. Maßnahmen nur auf Wunsch gemacht .
    Anders die Situation in einer Uniklinik ! !
    Hier ist auf jeden Fall eine Vertretungsvollmacht erforderlich ! !
    Hier bekommt der Patient u. der Angehörige bei der Aufnahme ein anderes Formular vorgelegt .
    Da steht dann :
    Sie haben in unserem Haus die einmalige Gelegenheit an einer Studie teilzunehmen u. werden
    besonders behandelt . Stimmen sie zu ? Ja Nein
    Wer hier zustimmt , ist den meisten Fällen ( zB Krebskranke ) gleich zu setzen einer Versuchsratte !
    Es werden mit dem Patienten Versuche durchgeführt u. er ist nicht mehr Herr seiner selbst .
    In diesem Fall , ist eine Vollmacht besser als eine Patientenverfügung .
    Der Bevollmächtigte kann jeder Zeit eingreifen u. die Behandlung beenden .
    Eine Patientenverf. kann auch zweideutig ausgelegt werden .
    Soweit meine persönlichen Erfahrungen .

    Gruß
    Sombath


    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    In D darfst Du nicht sterben... so lange Du noch Kohle für die Krankenhäuser bringst... Kassenpatienten dürften es mit dem Sterben wohl leichter haben... da sie mit den Fallpauschalen ab dem Tag X nur noch Kosten verursachen und nichts mehr bringen... Privatpatienten haben es da wohl schwerer.


    Ich möchte gerne selbst entscheiden, wann es zu Ende ist... und habe kein Interesse an Reanimation, lebensverlängernden oder lebenserhaltenden Massnahmen... denn was habe ich davon, reanimiert zu werden und wegen längerem Sauerstoffmangel ein Pflegefall zu sein... Diese Gesetze müssten in D dringend verbessert werden...

    Weiss jemand wie es in Thailand ist, wenn jemand sein Leben wegen Krankheit auf erträgliche Weise beenden will...?

  2.  
    Anzeige
  3. #92
    Avatar von raksiam

    Registriert seit
    10.08.2006
    Beiträge
    2.827
    Wir haben hier in Bangkok eine Art Hausarzt. Der Mann ist Internist und arbeitet im BNH Krankenhaus. Am Abend und am Wochenende betreibt es eine Privatpraxis. Zu diesen Arzt gehen wir aschon seint Jahren.

    Dieser also unser Hausarzt ist fuer uns immer Ansprechpartner bei allen Gesundheitsfragen. Nach Konsultation und Absprache werden rezeptpflichtige Medikamente immer schon ueber ihn bezogen.

    Bis heute gab es noch nie irgendwelche Nachfragen von Seiten des Krankenhauses bei der Einreichung der Rezepte. Ich kann wirklich nur jeden raten sich hier in Thailand nach einen vertrauenswuerdigen "Hausarzt" umzusehen.

    Auch bei der angesprochenen "Sterbehilfe" geht nichts ohne den Kontakt zum Hausarzt. Der sollte am bestne wissen wie die Gesetzeslage hier in Thailand ist.

  4. #93
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.369
    Zitat Zitat von sanukk Beitrag anzeigen
    ....In D kannst Du eine Patientenverfügung erstellen (Broschüren erhältlich beim Gesundheits- und/oder Justizministerium), mit welchem Du festlegst, wie weit die ärztlichen Leistungen gehen sollen (dürfen). Wenn Du gleichzeitig noch eine Vorsorgevollmacht (für jemanden, dem Du vertraust) erstellst, falls Du im Ernstfall selbst nicht mehr gefragt werden kannst, bist Du auf der sicheren Seite. Die Ärzte müssen und werden sich in D danach richten und Deinen Willen respektieren.
    Das stimmt für Krankenhausaufenthalte..

    Leider gilt dies bei Unfällen oder wenn jemand den Notarzt ruft, nur in der Theorie... da sich jeder Arzt auf seinen hippokratischen Eid beruft... und so lange an einem reanimiert, bis ihm (dem Arzt) die Puste ausgeht... erst dann wird gefragt, ob es eine Patientenverfügung gibt... bis dahin kann man bereits ein Pflegefall sein... ich habe sowohl meinen Organspenderausweis als auch auf dessen Rückseite mein Verbot, mich zu reanimieren in meinem Geldbeutel.... ich denke jedoch nach meinen vielen Feuerwehreinsätzen, dass da niemand schaut... erst wird "gerettet", was zu "retten" ist.

  5. #94
    Avatar von sanukk

    Registriert seit
    08.10.2011
    Beiträge
    9.780
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    .. erst wird "gerettet", was zu "retten" ist.
    Finde ich eigentlich auch richtig. Es gibt ja auch Unfallopfer, die vollkommen genesen und NICHT zum Pflegefall werden. Also die Vorgehensweise der Notärzte ist wohl der überwiegenden Mehrheit ganz Recht. Die können ja nicht erst rumtelefonieren, ob jemand, der vor Ihnen auf der Strasse liegt, überhaupt gerettet werden will oder nicht.

    Steiger Dich da nicht rein. Zum sterben ist es nie zu spät........das kannst Du, nach dem Du "gelebt" hast, jederzeit nachholen.

  6. #95
    Avatar von Chak

    Registriert seit
    02.06.2010
    Beiträge
    16.506
    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    da sich jeder Arzt auf seinen hippokratischen Eid beruft...
    Wohl kaum, da sie einen solchen nicht leisten.

  7. #96
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.369
    Zitat Zitat von sanukk Beitrag anzeigen
    Finde ich eigentlich auch richtig. Es gibt ja auch Unfallopfer, die vollkommen genesen und NICHT zum Pflegefall werden. Also die Vorgehensweise der Notärzte ist wohl der überwiegenden Mehrheit ganz Recht. Die können ja nicht erst rumtelefonieren, ob jemand, der vor Ihnen auf der Strasse liegt, überhaupt gerettet werden will oder nicht.

    Steiger Dich da nicht rein. Zum sterben ist es nie zu spät........das kannst Du, nach dem Du "gelebt" hast, jederzeit nachholen.
    Das hat nichts mit reinsteigern sondern mit Selbstbestimmung zu tun...ich hab was dagegen, wenn jemand mit meinem Leben macht, was er will... und nicht, was ich will...

    ich musste miterleben, wie meinem Exschwiegervater erst der linke Fuss und nach 4 Wochen das ganze linke Bein... nach weiteren 8 Wochen der rechte Fuss und nach weiteren 4 Wochen das ganze rechte Bein abgenommen wurde.... dann hatte er unvorstellbare Phantomschmerzen und fiel nachts im Krankenhaus aus dem Bett und brach sich die Hüfte... worauf er wieder operiert wurde.... erst dann durfte er für immer gehen...

    er hat so viele male gebeten, man möge ihn sterben lassen... wenn es mir möglich gewesen wäre, ich hätte ihm dabei geholfen...

    wenn Du so etwas aus der Nähe erlebt hast, möchte zumindest ich ausschliessen, dass mir ähnliches passiert.... bin seit 20 Jahren Mitglied bei der DGHS (deutsche Gesellschaft für humanes Sterben)... wo ich im Notfall eine Beratung für einen schnellen Abgang und Hilfe bei der Schwestergesellschaft in der Schweiz erhalte...

  8. #97
    Avatar von Socrates010160

    Registriert seit
    05.04.2011
    Beiträge
    8.369
    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Wohl kaum, da sie einen solchen nicht leisten.
    hat aber gleichwohl immer noch Einfluss auf die Formulierung moderner Alternativen. Er enthält mehrere Elemente, die auch heute noch Bestandteil ärztlicher Ethik sind

Seite 10 von 10 ErsteErste ... 8910