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Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

Erstellt von Armin, 25.10.2006, 08:16 Uhr · 9 Antworten · 1.727 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Armin

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    Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Ich habe gerade den Thread über Presse- und Meinungsfreiheit gelesen, hatte dann aber keine Lust mich dort mehr einzumischen. Vielmehr brennt mir ein hautnahes, thailändisches Thema unter den Nägeln: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit.

    Folgender Fall:
    Öffentliche Straßen sind noch lange nicht alle festgelegt, geschweige den abgeklärt. Früher ist halt jeder den kürzesten oder einfachsten Weg zu seinem Haus gegangen. Das meiste Land war staatlich und damit für jeden zugänglich. In den letzten Jahren wurden mehr und mehr bewirtschaftete Länder den Bewohnern zugesprochen und heute auch mit Besitzurkunden beurkundet. Bestehende Wege wurden nur teilweise öffentliche Straßen, andere wurden einfach von jedem genutzt.
    In den Städten und Dörfern ist heute fast alles vermessen und besitzmäßig aufgeteilt. Oft wurden dabei nicht die Wegerechte geklärt. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass Straßen durch privates Land führen und auch von der Gemeinde gepflegt werden. Wenn nun Eigentümer ihr Land verkaufen wollen zählt jeder qm und der Käufer möchte natürlich auch keine öffentliche Straße kaufen, wo er nichts darauf bauen darf.
    Nun beginnt der Streit:
    Der rechtmäßige Eigentümer setzt erst mal seine Eckpfeiler



    oder blockiert die Straße


    Auf jeden Fall kämpft er um jeden Zentimeter.
    Hier die ander Einfahrt in den Stadtteil.


    Verständlich, ist ja sein gutes Recht.
    Weil mein Grundstück ungünstig liegt, habe ich also keine Zufahrt mehr, kann keinen Strom legen lassen, kein Telefon, keine Wasserleitung. Punkt!!!

    Ich könnte vielleicht, weil mein Grundstück am Fluss liegt, mit einer Mauer den Abfluss des Regenwassers blockieren.

    Nun zu meinem Problem:
    Man könnte ja mit allen Beteiligten reden und eine Einigung anstreben/erzielen. Meine Frau sagt nicht, das geht nicht, sie sagt, das gibt nur Probleme. Ich sage, dann lass uns die Probleme anpacken. Erwiderung: vielleicht ist einer reicher als du und will nicht reden, oder kann schneller ziehen. Den Beamten der Verwaltung kannst du doch nicht nötigen zu Handeln. Und die Polizei kommt höchsten, wenn sich alle ausgeprügelt haben und verhaftet dann den Farang. Recht hat sie – wegen Unruhestiftung!

  2.  
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  3. #2
    Avatar von tira

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Zitat Zitat von Armin",p="413013
    ....Man könnte ja mit allen Beteiligten reden und eine Einigung anstreben/erzielen....
    tach armin,

    iss wie du geschrieben mit den verfestigung der eigentumsrechte ad hoc,
    vieles net bedacht worden. bei uns iss das über jahrhunderte gewachsen mit
    den wege- und überfahrtsrechten, die notariell festgeschrieben sind.
    auch da kann es dir als käufer passieren, dass du einen weg auf deinem grund für andere
    instandhalten und nutzbar machen musst.

    mit den nachbarn reden kann man x, denke abber deine frau weiss was da geht,
    gibt wohl viel neid und missgunst in der selbigen ;-D

    gruss

  4. #3
    pef
    Avatar von pef

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    @Armin,

    ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es besser ist, wenn deine Frau versucht das irgendwie alleine zu regeln.
    Als Farang hat man keine Chancen, sondern wird in den sauren Apfel beissen müssen, d.h. irgendwann für eine Lösung eben zahlen. Versuche evtl. über den Bürgermeister als Vermittler etwas zu erreichen. Aber wie gesagt, bespreche dich mit deiner Frau über die evtl. beste Lösung für euch und lasse sie das alleine machen.

  5. #4
    Avatar von Armin

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    @tira

    Ist für mich ja alles gar nicht so dramatisch wie sich das in meiner Schilderung darstellt. Mit sowas lebe ich ja schon lange. Strom und Telefon habe ich über den Fluss, der auch Srasse ist, und um die Pfeiler kann ich rum fahren. Mit den meisten Nachbarn komme ich übrigens sehr gut klar.

    Es ging mir bei dem Beispiel nur um das - Reden, Sprechen, Diskutieren, Argumentieren - demokratische Gepflogenheiten, Rechte und Pflichten.
    Mein Kopf hatte zwar letztes Jahr einen Schlag abbekommen (Krankheit), aber heute kann ich wieder klar denken und handeln. Meine Frau auch, aber scheinbar will sie es nicht, oder sie verbirgt mir immer noch etwas. Ich habe hier schon sehr viel gelernt und bin auch bereit und fähig noch mehr zu lernen, nur stosse ich mich als Deutscher halt manchmal an diesen Geschichten. Da ist dann einfach Ende mit Denken und Handeln angesagt.
    Bei Geld können die Thais vorausdenken. Wenn sie einen Kredit bekommen, wissen sie genau was sie sich alles kaufen werden, obwohl sie keine Idee haben, wie sie ihn zurückbezahlen.
    Jetzt verstehst du vielleicht warum ich hier so gerne lebe.

    Es gibt immer was zu lachen.

  6. #5
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Zitat Armin Post1:


    " Nun zu meinem Problem:
    Man könnte ja mit allen Beteiligten reden und eine Einigung anstreben/erzielen.

    Meine Frau sagt nicht, das geht nicht, sie sagt, das gibt nur Probleme.

    Ich sage, dann lass uns die Probleme anpacken. Erwiderung: vielleicht ist einer reicher als du und will nicht reden, oder kann schneller ziehen. Den Beamten der Verwaltung kannst du doch nicht nötigen zu Handeln. Und die Polizei kommt höchsten, wenn sich alle ausgeprügelt haben und verhaftet dann den Farang. Recht hat sie – wegen Unruhestiftung!

    Zitat Post 4:

    " Es ging mir bei dem Beispiel nur um das - Reden, Sprechen, Diskutieren, Argumentieren - demokratische Gepflogenheiten, Rechte und Pflichten."

    Zitatende
    _______

    Was mir dazu in den Sinn kommt...( nicht auf ne Person speziell bezogen! ) also gaaaanz allgemein gemeint.

    Da ist z.B. ein Falang. Kann thai sprechen und lesen. Ist überall in der Nachbarschaft gut angesehen.. wird akzeptiert in sowas wie ner " Gemeinschaft "..dort in TH.

    ...denkt er.

    Sein Denken und Fühlen, sein Gerechtigkeitssinn ist noch von D. in seinem Kopf.

    Im Endeffect, wird sie, die Thaifrau Probleme lösen.. er, der Falang Ehemann, ist das " 3 te Rad am Wagen. "

    Wie war das noch mit den Füssen des Elephanten?

    Ps.
    hab selbst schon Grundstücks und Grenzstreitigkeiten, u.a. mit Nachbarn in TH. mitbekommen. Z.T. Sachen, die schon zig Jahre zurückliegen. Ab und an kommt das heisse Herz hoch, weils nie richtig von den Beteiligten was befriedet wurde. gruss.

  7. #6
    Avatar von Armin

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Zitat Zitat von Nokgeo",p="413228
    Zitat Armin Post1:


    Im Endeffect, wird sie, die Thaifrau Probleme lösen.. er, der Falang Ehemann, ist das " 3 te Rad am Wagen. "
    Da liegst du bei mir falsch. Ich erkläre ihr die Wege und Gesetze und habe das auch schon bei vielen anderen Thais gemacht. Natürlich muß sie bei Dokumenten letztlich immer unterschreiben.

    Mir geht es darum zu erfahren, ob Andere schon mal diese Lethargie durchbrochen haben und sich aktive im Gemeindewesen beteiligt haben. Welche Widerstände, welche Erfahrungen?

  8. #7
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    @ Armin,

    du schriebst:
    " Mir geht es darum zu erfahren, ob Andere schon mal diese Lethargie durchbrochen haben und sich aktive im Gemeindewesen beteiligt haben. Welche Widerstände, welche Erfahrungen? "
    _________________________________________

    Sorry, hab zwar ein paar Sachen in TH mitbekommen, als jährlicher
    Urlauber, zu deiner speziellen Frage, kann ich nix beitragen.

    Möchte trotzdem schreiben, um was es ging..was ich " mitbekam. "


    1. Eltern meiner Freundin, hatten ihr Grundstück für ihre Kinder
    parzelliert. Jeweils ca. 1600 qm ( 1 Rai )

    Irgendwann gabs Probleme mit der Zufahrtsstrasse zu den hinteren 3 Grundstücken.

    Probleme..indem Nägel ausgestreut wurden und die Zufahrt mittels Holzbarikaden dicht gemacht wurde.. Verursacher der Wahrscheinlichkeit nach, ein Sohn von Mutter und Vater, der meinte, die Zufahrt, ist sein privates..( was auch immer )

    2. als meine Freundin ihr Haus bauen wolllte, auf einem der hinteren Grundstücke, staunten wir ( Sie u.ich ) nicht schlecht, das im angrenzenden Bereich zum Nachbarland. wo über ne Breite von
    ca. 100 M " Haus zur Miete " ( Townhouse ) sich ein Piss- See darstellte..

    Dieses " Oberflächenwasser " entstand, weil die Klärgruben der " Mietreihenhausanwesen "..offensichtlich undicht waren, bzw. nicht
    regelmässig geleert wurden..

    Verrmitttler war in dem Fall der Puchai baan..

    3. Freundins Grundstück wurde neu vermessen..
    Da stellte sich herraus, das ihr Land ca. 1 M in die Reihenhaussiedlung geht.. Bedeutet..ihr Grundstück würde bis in die
    Zimmer der Siedlung hineinreichen..

    Sie ( Freundin ) hat sich mit einem kleinen Geldbetrag abfinden lassen,
    zumal sie nicht an Ärger interessiert ist.

    Wobei sich mir die Frage stellt, wie hätte das Prozedere wohl z.B. in
    Deutschland ausgesehen...grins.

    Wollte das nur mal erwähnen..das selbst mir als Urlauber, ein kleiner
    Einblick in thl. Verhältnisse, sammt Konfliktvermeidung gegönnt ist..
    ..ohne z. B. 20 Jahre in TH. gelebt zu haben..

    Zu erwähnen wäre noch ein lang zurückliegender Rechtsstreit seitens
    Vaters meiner Freundin, mit dem Landbesitzer/ rin ( gemeinsame Familienbande ) nebenan von Freundins Land..

    Rechtsstreit verloren mangels - Kohle - von Freundins Vater.

    Nur die evtl. Ungerechtigkeit darum..spuckt noch heute in den Köpfen..

    ..und ab und an..geht ein Bruder von meiner Freundin auf den Nachbarlandbesitzer mit der Machete ..zu.


    Zu deinem speziellen Thema.. Armin,

    " Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit "..

    ..mal überraschen lassen, ob da hier was kommt. gruss.

  9. #8
    Avatar von Armin

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Ja, Nokgeo, soche Geschichten gibt es wirklich viele. Du schreibst aber von einem Phu Yai Baan, der helfen konnte.

    Diese Phu Yai Baans hat Thaksin abgeschafft. Das waren oft auch Gangsters, aber eben auch oft gute Bürger, die dann auch die Macht hatten etwas zu regeln. Heute wird das vom grinsenden Beamten am Schreibtisch im Bezirksamt bei laufendem Fernsehen erledigt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht korrupt sind oder Gangster.

  10. #9
    Avatar von Samuianer

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Vergiss Deutschland vergiss irgenwelches damit verbundene Recht, das was dir/euch da wiederfahren ist, ist ganz typisch, besonders bei Farangs.

    Das ist kein wirkliches Problem, das Problem ist Geld und da ist der Trichter nach oben offen.

    Ist deine Frau aus der Gegend wo das Haus steht?

    Wenn ja, sollte sie einen Vermittler finden der mit dem Puu Ya mit reden kann und erstmal herausfinden muss was das eigentliche Problem ist d.h. was der Preis ist, gut waere im vornherein zu wissen wieviel Talang Wah (qm) davon betroffen sind und wieviele die kosten wuerden dann kann ein Angebot eingebracht werden.


    Es kann gut sein das dieses Land von einem Rivalen des Puu Yai ban verkauft wurde und der wurde fuer die Zufahrt nicht entschaedigt....


    Uralte Geschichte, laeuft hier auf Samui staendig!

    Ich wuesnsch dir/euch im nachhinein VIEL Glueck!

  11. #10
    Avatar von x-pat

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    Re: Öffentliche Aussprache und Gemeindearbeit

    Der Rat von Samuianer scheint mir ein guter.

    Die Organisation und Kooperation von Gemeinden funktioniert in Thailand generell sehr schlecht. Schon die kleinsten Gemeinden, wie z.B. ein Moo Baan oder ein Condominium kriegen in den seltensten Fällen eine vernünftige Selbstverwaltung auf die Reihe.

    Das Allgemeinprinzip heisst: jeder gegen jeden. Ausgrenzen, absperren, Straßen blockieren, das gibt es überall. Sieht man ja schon am Stadtbild einer typischen thailändischen Stadt. Kommunale Interessen sind für Thais scheinbar zu abstrakt.

    In der Dynamik hier werden meist nur individuelle Interessen ausgespielt, und das geschieht über die üblichen Wege, Macht oder Geld.

    Cheers, X-Pat

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