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Was nun, Deutschland?

Erstellt von catweazle, 11.02.2007, 18:20 Uhr · 30 Antworten · 5.500 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Claude

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Jaja, "was nun Deutschland". Klingt fast nach Heinrich Heine "Denk ich an Deutschland in der Nacht..." oder nach dem früheren Sonntagsfrühschoppen von Höfer...
    In meinen Augen ist das JAMMERN AUF HOHEM NIVEAU, natürlich sind die 70er und 80er Jahre vorbei, aber das nun schon seit rd. 20 Jahren. Die Angst vor Veränderungen ist eine deutsche Eigenart, ebenso die Tendenz, alles den Politikern in die Schuhe zu schieben.
    Kann man nicht trotz der Winterdepri die Lage etwas rosiger sehen, so wie im Sommer 2006?

  2.  
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  3. #22
    Avatar von resci

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Zitat Zitat von Claude",p="450871
    ist eine deutsche Eigenart, ebenso die Tendenz, alles den Politikern in die Schuhe zu schieben.
    Kann man nicht trotz der Winterdepri die Lage etwas rosiger sehen, so wie im Sommer 2006?
    Da gabs auch im Sommer 2006 nix rosiges zu sehen, wir fallen hier in D jedes Jahr ein paar Tabellenplätze tiefer, man muß den langsamen Verfall der letzten 10 Jahre betrachten und nicht irgendwelche Sommer- oder Wintermärchen.

    Nur mal so als Beispiel, ich war dieses Wochenende mal wieder in meiner Geburtsstadt in Baden-Württemberg zu Besuch, einst eine blühende Stadt mit ebensoviel Arbeitsplätzen wie Einwohner. Dort wurden seit 1990 rund ein Drittel der Arbeitsplätze abgebaut. Die Straßen sind stark beschädigt, in der Fußgängerzone wird kaum gereinigt, Müll liegt auf den Gehwegen herum, die Kriminalität hat stark zugenommen.

    In meinem Bekannten- und Freundeskreis ist jeder zweite mittlerweile aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, alles Leute zwischen 45 und 50, die sich mehr schlecht als recht durchschlagen müssen. Aussicht auf Jobs = 0. Die Arbeitslosenrate liegt bei weit über 10%. Wie gesagt in B-W nicht in M-V oder sonstwo im Osten.

    resci

  4. #23
    Avatar von wingman

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Tja und dann gibt es noch reichlich die offizielle Märchenstunde aus Nürnberg: Hurra wir haben zig Arbeitslose weniger, es geht aufwärts.
    Man werfe dem doofen Mop einen Knochen hin und er bellt nicht mehr.
    Für wie dämlich halten die uns eigentlich?

  5. #24
    Avatar von Retepom

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Hallo,

    ich glaube, das ganze kann man auf einen Nenner bringen. Wer geht denn z. B. nach Thailand? Ein armer Schlucker kann sich doch auch hier nicht halten. Unsere reichen "Schröpf-Manager" vielleicht? Denen geht es doch in Deutschland recht gut, die werden doch ihre Fressnäpfe nicht freiwillig verlassen.

    Ich will damit sagen, dass es eine bestimmte Schicht der Befölkerung in unserem Lande ist, die sich ein besseres Leben in Thailand erträumt. Nämlich der Mittelstand oder was noch von diesem übriggeblieben ist. Deutschland ist doch seit langem bestrebt, das zu erreichen, was Thailand längst geschafft hat, den Mittelstand abzuschaffen. Es gibt dann auch hier Arme und eben Reiche. Fertig.

    Klar, dass dann viele Leute einen Ausweg suchen und dort hingehen, wo sie noch die Mittel haben, ihr Leben nach ihren bisherigen Lebengewohnheiten zu gestalten.

    Ist aber wohl auf der ganzen Welt so. Ich bin mal gespannt, wann die Superreichen dieser Erde feststellen, dass man Geld wirklich nicht essen kann.

    Grüsse aus der Pampa
    Retepom

  6. #25
    Avatar von wingman

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Das ganze ist gefährlicher als man glaubt. Die grosse Zahl an Jugentlichen ohne Perspektive die Langzeitarbeitslosen die nicht ins Ausland ausweichen können, da sie finanziell in einem tiefen Loch stecken aus em sie so nicht herauskommen.
    Hätte Deutschland dieses soziale Netz nicht was ihnen wenigstens die Armut sichert hätte Deutschland ein immenses Pulverfass.
    Allerdingst werden immer neue Regelungen kreiert die den ALG II Empfängern das Leben schwerer machen, kleinste Fehler führen zu Kürzungen, Leistungssperren.
    Die Töpfe der Arbeitsagentur sind voll, die Gelder könnten genutzt werden um Jugentlichen zu Zusatzqualifikationen zu verhelfen.
    Fehlende Schulabschlüsse zu erwerben. 1 Euro Massnahmen helfen hier überhaupt nicht. Sie verschaffen den Kommunen nur billige Yogis.
    Und die 50 Jährigen und darüber mit teils mehrfachen Facharbeiterbriefen? Ist es nicht reine Verschwendung diese Menschen beim Onkel Mac Papier picken zu lassen?
    Gestern erst wieder gesehen und mit einem gesprochen.......
    armes Germany. Eine Möglichkeit wäre es ohne viel Bürokratismus einen Sprung in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.
    Aber allein schon die Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer zu erwerben stösst bereits auf enorme Hürden. Vor allem kostet es reichlich Geld das ein ALG II Empfänger kaum hat. Kredite kann er nicht aufnehmen und so schliest der Kreis.

  7. #26
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Was nun, Deutschland?

    Hallo wingman,

    ich seh´s nach wie vor als eine systemimmanentes Problem an.

    Globalisierung, Computerisierung, Automatisierung, Zentralisierung, Rationalisierung tragen im ganzen nicht dazu bei, die derzeitige Situation auch in Zukunft zu ändern.

    Solange sich dieses System die Perspektivlosen leisten kann, wird es diejenigen, die noch davon profitieren, nicht berühren.

    Nein, ich weiß keine Lösung, weil der Zug abgefahren ist.

    Also: "Augen zu und durch..."

  8. #27
    Avatar von tira

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Zitat Zitat von Retepom",p="450944
    ... Ich bin mal gespannt, wann die Superreichen dieser Erde feststellen, dass man Geld wirklich nicht essen kann....
    jo,

    die erfahrung machen die individuell auch alle, spätestens wenn sie den löffel abgeben
    und nichts mitnehmen können :P

    gruss

  9. #28
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Was nun, Deutschland?

    Zitat Zitat von tira",p="451203

    jo,

    die erfahrung machen die individuell auch alle, spätestens wenn sie den löffel abgeben
    und nichts mitnehmen können :P
    Hoffentlich wird ihnen das dann bewusst und bleibt statisches Empfinden dieser umherirrenden Seelen. ;-D

  10. #29
    Avatar von alhash

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Jungs, ihr müsst positiv denken, nur positives Denken bringt euch voran. Wer negativ denkt verharrt auf der Stelle.

    Ist doch einfach, oder ;-D
    AlHash

  11. #30
    Avatar von x-pat

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    Re: Was nun, Deutschland?

    Claude: Klingt fast nach Heinrich Heine "Denk ich an Deutschland in der Nacht..."

    "...dann bin ich um den Schlaf gebracht! Ich kann nicht mehr die Augen schließen. Und meine heißen Tränen fließen."

    Das hat Herr Heine schön ausgedrückt.

    Es ist natürlich einfach auf die Führungsspitzen in Politik und Wirtschaft zu schimpfen und sich dabei gemütlich in den Sessel zurückzulehnen. Im Englischen heisst diese Übung, bzw. derjenige der sie ausübt "armchair politician". Die meisten politischen Diskussionen beschränken sich in der Tat darauf, Probleme und Meinungsverschiedenheiten zum Ausdruck zu bringen. Von Lösungen keine Spur.

    Die Art der Probleme, die OECD Staaten jetzt erfahren, nicht nur Deutschland, sind sehr elementare Probleme, die das Ende der Wachstumsgesellschaft bereits einläuten. Sie können ohne grundlegende Paradigmawechsel nicht gelöst werden. Das heisst das das bestehende politische System nicht in der Lage ist, diesen Veränderungen aus sich heraus konstruktiv zu begegnen. Die politische Diskussion um Tarife, Löhne, Reförmchen, und Steuern ist nichts als das kleingeistige Gerede von Bürokraten, denen der Blick für das Gesamtbild abhanden gekommen ist.

    Letztendlich wird sich die bestehende politische Struktur selbst reformieren müssen, um die neuen Probleme zu meistern. Es ist eigentlich nicht mehr die Frage ob dies passiert, sondern nur noch wie und wann es passiert. Ich bin davon überzeugt, dass wir bereits in der Spätphase der kapitalistisch orientierten Demokratien leben. Diese Form der Staatsorganisation zeigt heute schon bedenkliche Alters- und Korruptionserscheinungen. Sie wird nicht mehr lange tragbar sein. Einige Jahrzehnte? Ein halbes Jahrhundert? Ein ganzes Jahrhundert? Leider besitze ich keine Glaskugel.

    Das gegenwärtige Staatsmodell ist zu träge, zu ineffizient, und vor allen Dingen nicht vernetzt genug um mit der Zukunft klarzukommen. Der Staat muss sich daher selbst neu organisieren. Die alten Denkmuster, wie z.B. das Prinzip der repräsentativen Demokratie welches aus der Antike stammt, haben endgültig ausgedient. Neue politische Oganisationsformen, wie die Soziokratie, oder besser: eine heterarchisch vernetzte Soziokartie, sind besser geeignet um mit den globalen Problemen der Zukunft umzugehen.

    Auch die kapitalistisch orientierte Marktwirtschaft wird ebenfalls nicht von Dauer sein, da sie auf der Illusion basiert, dass Ressourcen unendlich sind. Da das gegenwärtige System keine sozialen und ökologischen Kosten in die Makroökonomie fakturiert, ergibt sich positive Kapitalverzinsung, die als Triebfeder für ökonomisches Wachstum funktioniert. In einer natürlichen Wirtschaftsordnung gibt es jedoch keine positive Verzinsung. Zins ist negativ, denn angehäuftes Kapital führt nicht zur Vermehrung, sondern ist einem natürlichen Verfallsprozess ausgesetzt.

    Leider gibt es nur wenige Politiker und ökonomen, die sich mit diesen elementaren Wahrheiten auseinandersetzen wollen. Alle denken nur an den "status quo" und damit "inside the box".

    Cheers, X-Pat

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