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Mönchsein- Mein Leben im Wat- Fragen hierzu werden gerne beantwortet

Erstellt von lucky2103, 26.04.2011, 04:46 Uhr · 124 Antworten · 9.560 Aufrufe

  1. #81
    Avatar von Samuianer

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    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    Glaube, es war nicht ohne Gefühl, sondern Gleichmut. Wie ein Poster bereits geschrieben hat, führt Anhaftung nicht zum gewünschten Ziel. Eine allen Situationen gegenüber gleichmütige Einstellung und Empfindung ist also vorteilshaft.
    Gleichmut bedeutet aber nicht Gleichgültigkeit. Das ist ein Riesenunterschied. Man kann gleichmütig sein, aber dennoch mit jemand Mitleid haben.

    Yo, Mitgefuehl NICHT Mit-Leid und Gleichmut, emotionale Ausgeglichenheit NICHT Gleichgueltigkeit!

    Kurz das Grundkonzept von: ANATTA - Nicht-Selbst, dies ist wiederum keine Selbstverleugnung-oder weltentfremdungssdoktrin sondern eine Taktik aus nicht-ich Bezogenheit zu handeln und dadurch dem Leiden, das durch die (meist emotionale) Anhaftung, Verkettung, Bindung an die "Welt der Erscheinungen", die in immer und ewig in steten Wandel befindlich ist und nie Bestand, keine Dauer hat, zu loesen und somit zu Befreiung von Leid zu er-fahren!

    Das heisst aus der Illusion der Identifikation mit dem durch die (Sinnes)- Eindruecke gefuetterten "Ich-Empfindens" zu Er-wachen, sich los-zu-loesen - Nich-Anhaftung!

    Um den Wesenskern dieser "grossen Wahrheit" zu verstehen reicht es, sich mal Nase, Augen und Ohren zu verschliessen und dann versuchen zu verstehen was die "Welt der Erscheinungen" (Anicca*) ist, wo diese hin ist und wer das, wie und wodurch wahrnimmt, was das ist was den Kern dieser "Welt der Erscheinungen" (Anicca*) und die Verkettung damit, eigentlich bildet!




    (*Unbestaendig, Inkonsistent, Wechsel)

  2.  
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  3. #82
    Avatar von Plenz

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nun Jens, Liebe ist aber leider ein Extrem. Genauso wie Hass. Extreme koennen frueher oder spaeter nur in's Auge gehen und es ist wahrscheinlich, dass hierdurch Leid verursacht wird. Somit ist der Mittelweg die verstandesmaessige Loesung.
    Ist Liebe (und ganz besonders die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind) nicht das, was die Menschheit am Leben hält? Wer käme auf die Idee, wochenlang mit dickem Bauch herumzulaufen, die Wehen zu ertragen und sich monatelang nachts von Hungergeschrei wecken zu lassen, wenn es keine Liebe gäbe?

    Wird die christliche Religion und die Bibel, in der ständig von Liebe die Rede ist, von Buddhisten als etwas grundsätzlich Falsches angesehen?

  4. #83
    Avatar von Plenz

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    Und (ein paar Stunden später) noch einen Schritt weiter gedacht:

    Jeder Mensch leidet (das fängt schon mit der Geburt und dem Klaps auf den Po an) und - höchstwahrscheinlich - wird er auch Leid verursachen.
    Muss ein Buddhist aus dieser Erkenntnis heraus nicht zu der Auffassung kommen, dass es weniger Leid auf der Welt gibt, wenn er keine Kinder zeugt?

    Oder geht es bei der Leidvermeidung immer nur um den jeweiligen Mensch selbst? Gräbt ein Mönch keine Löcher, damit den Würmern Leiden erspart bleibt, oder gräbt er keine Löcher, damit er nicht zum Leid-Erzeuger wird?

  5. #84
    Avatar von benni

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    ad 1: Karma und Wiedergeburt
    ad 2: das wurde bereits erklärt und ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen

  6. #85
    Avatar von Plenz

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    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    ad 1: Karma und Wiedergeburt
    Ich weiß nicht, ob das eine Antwort auf meine Frage wegen Kinderkriegen sein soll... aber in der Wikipedia steht "Ziel der buddhistischen Praxis ist es, kein Karma mehr zu erzeugen", während der Hinduismus anscheinend das Ansammeln von gutem Karma als erstrebenswert ansieht.

    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    ad 2: das wurde bereits erklärt und ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen
    Hab nichts dergleichen gefunden. Aber wenn ich es mir recht überlege, steckt in der Aussage "Es ist Mönchen verboten, ein Loch in den Boden zu graben" bereits die Antwort: den Mönchen ist es verboten, dem Gärtner jedoch nicht. Somit geht es also nicht um die Würmer, sondern um die Mönche selbst.

  7. #86
    Avatar von lucky2103

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    Wird die christliche Religion und die Bibel, in der ständig von Liebe die Rede ist, von Buddhisten als etwas grundsätzlich Falsches angesehen?
    Von dem, was ich im Wat gelesen habe, sollst Du als Buddhist nur Gutes tun, Deinem NAchbarn also in der Not aushelfen, etc.
    Aber Du sollst Du nicht emotional involvieren, also der Liebe (Leidenschaft) hingeben.
    Es steht ausdrücklich im Lehrbuch: "Tue nie etwas mit Trieb".
    So gesagt, ist Heirat und Kinder kriegen schon mal nicht der richtige Weg.

    Oder geht es bei der Leidvermeidung immer nur um den jeweiligen Mensch selbst? Gräbt ein Mönch keine Löcher, damit den Würmern Leiden erspart bleibt, oder gräbt er keine Löcher, damit er nicht zum Leid-Erzeuger wird?
    Es ist eindeutig das Letztere. Tue Gutes - was die Anderen machen braucht Dich nicht zu interessieren.

    Man muss unterscheiden zwischen dem Leben als Mönch und dem Leben "draussen" als "Ka-la-wad" (Bevölkerung).
    Nach eingehendem Studium u.a. der 227 Gebote, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man "draussen" den Weg des Buddhas eigentlich nicht erfolgreich begehen kann.
    Vielmehr habe ich einige Dinge, die ich im Wat gelernt habe, in mein tägliches Leben hier "draussen" einfließen lassen, weil ich davon überzeugt bin, dass diese Dinge mein Leben verbessern können.
    Aber komplett nach der Lehre zu leben würde ich nicht schaffen, weil ich dann keine Zeit und keinen Raum hätte, meine Familie zu ernähren.
    Ich müsste z.B. meine Farm aufgeben, wegen den Masttieren dort.

  8. #87
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Jeder kann letztendlich nur sich selber wirklich "retten". Jeglicher Versuch nach mehr, kann sehr leicht im Leid enden. Zu starke Anhaftung, an was auch immer, versklavt und somit sind wir nicht mehr selbst Herr unseres Verstandes und Leid kann leicht generiert werden. Die Welt ist perfekt, so wie sie ist, ist somit ein essentieller Leitsatz. Es ist der Leitsatz fuer Toleranz. Liebe ist und bleibt ein Extrem und Liebe kann ohne ihren Antagonisten Hass nicht existieren. Auf Sonnenschein folgt frueher oder spaeter Regen.

    Was ein Moench letztendlich tut ist unerheblich, ausser fuer ihn selbst. Jeder muss am Ende immer fuer sich selbst entscheiden. Dies kann einem niemand abnehmen. Hoere, frage wenn Du nicht sicher bist und entscheide dann. Immer und in jeglicher Situation. Tue nie etwas, mit dem DU DICH nicht selbst assozieren kannst. Folge diesem Weg und Du wirst immer richtig liegen. Rationell gesehen ist die buddhistische Lehre doch so einfach, so klar, so logisch, dass eigentlich keine Fragen aufkommen sollten, wenn ihre Basis erst einmal verstanden wurde.

    Christen hoffen auf Erloesung im Tod. Buddhisten streben Erloesung im Leben an. Jeder muss selbst definieren wonach er strebt. Ergo, es kann kein richtig oder falsch geben, weil richtig oder falsch einfach zu relativ ist. Was fuer den einen richtig ist, ist fuer den anderen falsch.

    Lasse Dich somit nicht von dem Treiben Anderer leiten sondern bestenfalls zum eigenen Nachdenken inspirieren. Was macht Sinn fuer mich, was macht keinen? Entsprechend wird dann die eigene Entscheidung getroffen. ICH grabe zum Beispiel Loecher in die Erde. Immer dann, wenn ich eines meiner verstorbenen Haustiere beerdige. ICH habe schon viele Loecher gegraben. Vielleicht habe ich dabei Wuermer zu Schaden gebracht. Das ist aber fuer MICH unerheblich, da MIR durch diesen Gedankengang kein Leid verursacht wird. Wuerde es, dann wuerde ich allerdings keine Loecher mehr graben. Warum sollte ich mir selbst Leid verursachen wollen?

  9. #88
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Liebe ist und bleibt ein Extrem und Liebe kann ohne ihren Antagonisten Hass nicht existieren.
    Glaube das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit.

    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Thailänder wenn sie jemanden nicht mögen. Sie lassen denjenigen ganz und gar links liegen.

  10. #89
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Bemerkenswert in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Thailänder wenn sie jemanden nicht mögen. Sie lassen denjenigen ganz und gar links liegen.
    So paradox es klingen mag, doch das waere duchaus im Einklang mit der buddhistischen Lehre, anstatt durch Ausdruck des Nichtmoegens die Konfrontation zu suchen. "Liebe Deinen Naechsten wie Dich selbst" ist auch nicht buddhistisch, sondern christlich. Genauso wie missionieren.

  11. #90
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Glaube das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit.
    Liebe <> Hass

    Gleichgueltigkeit <> Interesse

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