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Mönchsein- Mein Leben im Wat- Fragen hierzu werden gerne beantwortet

Erstellt von lucky2103, 26.04.2011, 04:46 Uhr · 124 Antworten · 9.559 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von lucky2103

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    Hierzu fällt mir ein Erlebnis aus dem Wat ein:

    Am ersten Tag fielen mir die von der Bevölkerung "gespendeten" ("gespendet" ist eigentlich falsch, denn ถวาย hat mit "Spenden" im landläufigen Sinne nichts zu tun ) Wasserflaschen auf, welche neben dem Kühlschrank in der Goo-tee standen.
    Auf meine Frage, ob denn der Kühlschrank kaputt sei, sagte mein Abt "Nein, wir haben die Flaschen einfach neben den Kühlschrank gestellt."

    Anfangs leuchtete es mir nicht ein, warum wir Zimmerwarmes anstatt kühlem Wasser trinken sollten, aber gegen Ende meiner Zeit im Wat habe ich den Unterschied gar nicht mehr wahrgenommen, der Bedarf nach kühlem Wasser war also nicht mehr vorhanden.

  2.  
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  3. #72
    Avatar von Samuianer

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Hierzu fällt mir ein Erlebnis aus dem Wat ein:

    Am ersten Tag fielen mir die von der Bevölkerung "gespendeten" ("gespendet" ist eigentlich falsch, denn ถวาย hat mit "Spenden" im landläufigen Sinne nichts zu tun ) Wasserflaschen auf, welche neben dem Kühlschrank in der Goo-tee standen.
    Auf meine Frage, ob denn der Kühlschrank kaputt sei, sagte mein Abt "Nein, wir haben die Flaschen einfach neben den Kühlschrank gestellt."

    Anfangs leuchtete es mir nicht ein, warum wir Zimmerwarmes anstatt kühlem Wasser trinken sollten, aber gegen Ende meiner Zeit im Wat habe ich den Unterschied gar nicht mehr wahrgenommen, der Bedarf nach kühlem Wasser war also nicht mehr vorhanden.

    Tambun ist sinn-wie zwecklos wenn es zu dem Zweck, sich "Punkte" zu erwerben abgeleistet wird.....!

    Kommt in etwa den Zeitsparern in "Momo" gleich...

    Beim Wasser trinken geht es ja nicht um kalt oder warm, sondern um Wasser.....erinnert mich an eine Geschichte auf dem Moskauer Flughafen... da gab es an einem Stand Bier, einer der Fluggaeste, fasste die Flasche an und bemerkte zu seinen 3 Freunden "das ist nicht richtig kalt!" warauf die Verkaeuferin in klaren Deutsch mit: "Bier oder kalt?" konterte!

    ich war ueber den darin liegenden Scharfsinn und Klarheit verbleufft....das haette auch von einem ZEN-Meister stammen koennen!

  4. #73
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    "Echtes" Tambuhn gibt ja auch viel, viel mehr als Rabattmarken zu sammeln. Es erfuellt das Herz und traegt somit zur inneren Harmonie bei. Nein, kein Freudeempfinden, sondern lediglich die Wohligkeit, die man erfaehrt, wenn man sich in einer kalten Nacht unter eine waermende, schuetzende, flauschige Decke begibt.

    Freude empfinden koennte extrem kontraproduktiv sein. Beispiel: Ich fuettere einen dreckigen, verlausten Strassenkoeter. Der ist ausser sich vor Glueck und gibt den schwanzwedelnden Derwisch. Ich lasse mich verlocken und gebe mich bei dem Anblick der Freude hin, anstatt den neutralen Gefuehlszustand (Mittelweg) einzuhalten. Am naechsten Morgen gehe ich an die Stelle zurueck um zu schauen wie es ihm geht. Er ist da, er ist aber tot. In der Nacht hatte ihn jemand mit einem Holzknueppel erschlagen. Das Leid erscheint unertraeglich. Mein "falsches" Tambuhn hat zurueckgefedert und mich auf meinem Weg mich vom Leid zu befreien nicht weitergebracht sondern zurueckgeworfen.

  5. #74
    Avatar von Charin

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    Naja schätze ich ..wenn ich nach thailand auswandern werde muss ich meinen.... Königsweg.. selber hersusfinden müssen...seufz

  6. #75
    Avatar von Plenz

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Irgendwie sind Nacktschnecken wahnsinnig geil, wenn du selber eine bist.
    Ich glaube, Nacktschnecken sind auch wahnsinnig geil, wenn du ein Storch bist.

  7. #76
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Auch wenn jetzt Eure Traeume zerplatzen moegen, aber es wird kein "naechstes" Leben fuer Euch geben. Jedenfalls dann nicht, wenn wir uns auf die Konstellation physische Geburt und physischen Tod in diesem Zusammenhang beziehen. Da wir ja seelenlos sind, kommt alles mit dem physischem Tod zu einem Ende. Somit ist die Lehre, sich im LEBEN vom Leid zu befreien, um im LEBEN als FREIER Mensch "wiedergeboren" zu werden und sich hierdurch im LEBEN aus dem Kreislauf von Leben und Tod zu loesen. Das hat jetzt nichts mit Glauben oder Religion zu tun, sondern viel mehr mit Psychologie. Zu kompliziert? Nun ja, der Magenschlag ist nun, dass das fundamentale Verstaendnis die LEICHTE Uebung ist, wie hier auch schon angemerkt. Die Umsetzung ist das Kernproblem.

    Sagen wir es mal so. Verstehen, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert, ist realtiv einfach, einen aus dem Nichts zu bauen aber wesentlich schwieriger. Hast Du zumindest Rohmaterial, Werkzeuge etc. an der Hand, dann wird dieser Job dann doch schon ein wenig einfacher. Siehe den Gang in's Wat, Meditation, Atemuebungen etc. einfach als Rohmaterialen und Werkzeuge um den visualisierten Verbrennungsmotor zu bauen.

    Das ganze darf natuerlich nicht zur Verbissenheit fuehren, zur Geissel durch Doktrien, denn dann wird der Verbrennungsmotor (= Befreiung vom Leid) unerreichbar. Mei pen rei, ist wesentliches Element hierbei. Wenn ich es nicht schaffe, den Verbrennungsmotor zu fabrizieren, egal. Mein dementsprechendes Wirken hat mich ihm aber zumindest sehr nahe gebracht und ich kann als Resultat mein physisches Leben mit einem Laecheln beenden. Frei, furchtlos, gluecklich. Die Welt ist perfekt ob nun im Leben oder im Tod. Ich fuehle micht leicht, in staendiger Harmonie, ohne Groll, ohne Liebe, ohne Hass, einfach guuuuuuuttt und das in jeder Sekunde. Bis zum letzten Atemzug und auch danach.

    Die buddhistische Lehre lehrt nicht "follow-me", sie lehrt "follow-you". Hast Du jetzt verstanden, wie sie zumindest funktioniert? Das waere schon einmal ein wesentlicher Schritt. Du haettest bereits das A des Alphabets in der Tasche, ein Umstand, an dem die Meisten bereits schon scheitern. Manchmal trotz intensivster Teilnahme an einem Alphabetisierungskurs. Oder vielleicht gerade deswegen.
    Richard, ich und die Besitzerin meines Herzens, als gefühlte zukünftige Nacktschnecken, wollen uns nicht in die persönliche Lage eines Verbrennungsmotors versetzen.
    In einen Verbrennungsmotor musst du Energie zufügen. in einer wahren Liebe ziehst du Energie zum Überleben heraus. Frag Buhnmie, der wird dir das mit einem Blick bestätigen.

  8. #77
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Nun Jens, Liebe ist aber leider ein Extrem. Genauso wie Hass. Extreme koennen frueher oder spaeter nur in's Auge gehen und es ist wahrscheinlich, dass hierdurch Leid verursacht wird. Somit ist der Mittelweg die verstandesmaessige Loesung. Wie gesagt, eine extremistische, emotionsgesteuerte Philosophie muss nicht aber kann sehr leicht zu Leid fuehren. Somit ist der Mittelweg auch nur eine Empfehlung. IHR seid letztendlich die Entscheider und IHR seid fuer Euer Schicksal verantwortlich. Befreiung oder sich mit den Berg- und Talfahren des Lebens abfinden. Das Leben ist leidgepraegt, wie sicherlich jeder hier weiss.

    Sag, wie gehen die Besitzerin Deines Herzens bzw. Du damit um, wenn bei einem von Euch Krebs diagnostiziert wird bzw. einer ganz aus dem Leben scheidet? Selbst diese Situation sollte kein Leid verursachen sondern lediglich gesehen werden wie es ist. Unveraenderbar und somit ausserhalb unserer Reichweite. Ergo, warum durch Unveraenderbares leiden anstatt die veraenderten Umstaende einfach nur als Wiedergeburt unter veraenderten Umstaende betrachten? Karmagepraegt. Wir koennen bedingt Einfluss auf dieses Karma nehmen, indem wir ein verstandesgemaesses und "moralisch" einwandfreies Leben fuehren. Tam die, rab die. Tue gutes, empfange gutes. Nein, keine religioese Formel, sondern eine Formel des Verstandes.

    Koennt Ihr, die in wahrer Liebe Stehenden, in der schwersten Stunde Eurer Leben voneinander loslassen ohne dabei zu zerbrechen ohne auch nur eine einzige Traene zu vergiessen? Ist die Antwort "ja", dann seid ihr auf dem richten Weg. Ist die Antwort "nein", denn solltet Ihr daran arbeiten, denn Ihr seid vom Weg abgekommen. Aber natuerlich nur dann, wenn Ihr Leid und den Berg- und Talfahren im Leben nichts abgewinnen koennt.

    Sich vom Leid befreien ist eine realsierbare Aufgabe. Aber auch nur dann, wenn man dieses wirklich moechte. Wer bereit ist fuer Klimaxe im Leben auch die tiefsten Taeler in Kauf zu nehmen fuer den ist die buddhistische Lehre natuerlich ohne Wert, weil deren einziges Ziel ja ist, sich von dieser Situation zu befreien. Aus dem Kreislauf aus Freude und Leid auszubrechen. Aus den Situationen der phsychischen Tode und Wiedergeburten.

    Es ist eine harte Schule. Vor ein paar Jahren habe ich noch um den Tod eines meiner Zoeglinge geweint, heute tue ich es nicht mehr. Langsam bekomme ich immer mehr den Geschmack von "Freiheit" auf der Zunge und die Schritte nach vorne beginnen laenger zu werden, als die nach hinten.

    Ich habe dazugelernt. Nein, ich wuerde auch nicht um Buhnmie weinen und Buhnmie wuerde das verstehen. Buhnmie ist ein kluger Hund und wir haben ein gutes Verhaeltnis zueinander. Trotz meiner "Herzlosigkeit".

  9. #78
    Avatar von lucky2103

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    Ich glaube, dass mein Abt auf dem Weg schon sehr weit gekommen ist.
    Während meiner Mönchzeit hat er sich rührend um mich gekümmert und mit viel Geduld gelehrt.
    Aber bei der "Verabschiedungszeremonie" (พิธีศึก) und danach war er völlig emotions- und regungslos - absolut ohne Gefühl.

  10. #79
    Avatar von benni

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    Glaube, es war nicht ohne Gefühl, sondern Gleichmut. Wie ein Poster bereits geschrieben hat, führt Anhaftung nicht zum gewünschten Ziel. Eine allen Situationen gegenüber gleichmütige Einstellung und Empfindung ist also vorteilshaft.
    Gleichmut bedeutet aber nicht Gleichgültigkeit. Das ist ein Riesenunterschied. Man kann gleichmütig sein, aber dennoch mit jemand Mitleid haben.

  11. #80
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Ups, ersetze Mitleid durch Mitgfuehl, denn wir wollen uns ja vom Leid loesen. Das heisst, wir sind in der Lage dazu nachzuvollziehen (= Verstaendis und hieraus erwachsend die Basis Toleranz anwenden zu koennen) ohne uns dabei aber emotional zu verfangen. Wer nicht nachvollziehen kann, wird Probleme haben tolerieren zu koennen und wer nicht tolerieren kann wird mit Sicherheit wieder im Leid enden. Hervorgerufen durch negative Gefuehle wie Abneigung oder gar Hass statt Gleichmut.

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