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Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

Erstellt von Harry1, 31.01.2006, 21:08 Uhr · 26 Antworten · 7.006 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Harry1

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    Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Hallo zusammen,

    ich möchte Euch hier meine negativen Erfahrungen mit IHS Travel (International Health Services) (Krankenversicherung für ausländische Gäste in Deutschland) mitteilen:

    Meine Freundin war, wie schön des öfteren, Oktober 2003 zu mir nach Deutschland gekommen. Zuvor hatte ich Sie natürlich krankenversichert. Bei IHS. Kurz vor Ablauf Ihres Aufenthalts, erkrankte Sie und musste ins Krankenhaus. Dies war Ende Februar 2004. Hier verblieb sie einige tage und flog dann mit dem nächsten Flugzeug nach Hause. Kann passieren, dazu hat man ja eine Versicherung.

    Ich meldete den Fall kurz nach Einlieferung per Email und schickte zusätzlich einen Brief an die IHS. So wird es auch im Kleingedruckten verlangt (sofortige Meldung).
    Ich bekam ich keinerlei Antwort.

    Ca. 1 Monat später (Ende März 2004) erhielt ich die Rechnung des Krankenhauses (ca. 2500.- Euro). Hinzu kamen Medikamente (ca. 70.- ), Röntgen (ca. 50.-). Diese schickte ich per Einschreiben mit Rückschein an IHS.
    Ich hörte ca. 2 Monat lang nichts von IHS. Emails wurden nicht beantwortet und am Telefon war entweder belegt oder niemand ging ran.
    Doch dann, (Ende Mai 2004) also ca. 3 Monate nach dem Versicherungsfall erhielt ich den ersten Brief von IHS. Inhalt: „Um den Fall weiter bearbeiten zu können, benötige man eine Kopie des Passes mit Einreisestempel.“
    Ich nehme einmal an, dass diese, auf solche Fälle spezialisierte Firma genau weis, dass dieses ein Problem darstellen kann. Denn das hätte man ja auch zuvor mitteilen können, als Sie noch hier war.
    Da ich das alte, nicht wahrgenommene Rückflug- Flugticket noch hatte (war verfallen, keine Kulanz von Kuwait Air wegen einer Woche Überschreitung), fragte ich telefonisch nach (ich hatte tatsächlich mal jemanden erreicht), ob das als Einreisenachweis genüge. Antwort: Ich soll es senden und wird geprüft.

    Ende Juni 2004 wieder ein Schreiben der IHS: „Um den Fall weiter zu bearbeiten, benötigen wir den Befund- und Entlassungsbericht vom Krankenhaus. Hierzu bitte die beiliegende Schweigepflichtentbindung unterschrieben zurück senden“. Wohlgemerkt von der Patientin. Das wird wieder mal schwierig, denn Sie ist ja längst nicht mehr hier. Also, genau genommen: Übersetzen lassen, runter schicken, unterschreiben lassen, wieder hier her schicken, beglaubigen lassen, und was weis ich noch.
    Und noch schwieriger wird es, wenn die Kleine irgendwo, zB. im Isaan sich aufhält und man keine genaue Adresse hat. Oder irgendwo in Pattaya, oder irgendwo sonst in der Welt unterwegs ist. Soll ja vorkommen.
    Ich habe es auf jeden Fall geschafft (guter Freund war gerade in Urlaub Vorort).

    Dieses dann wiederum per Einschreiben eingeschickt.
    Ende Juli 2004 dann ein Brief der IHS, dass die Unterlagen angekommen seine und der Fall weiter bearbeitet wird.
    Mittlerweile hatte ich schon einige Mahnungen vom Krankenhaus bekommen. Diese wurden aber telefonisch sehr kulant und hilfsbereit bearbeitet. Meine Hochachtung vor dieser Sachbearbeiterin des Krankenhauses.

    Selbstverständlich waren zwischen den Briefwechseln einige Emails und „versuchte“ Telefonate, bei denen, wenn ich mal durch gekommen bin, mir immer wieder ein Rückruf zugesagt wurde. Leider nie erfolgt. Das trifft auch auf den weiteren Verlauf zu.

    Da ich nun bis Anfang Oktober 2004 nichts mehr von IHS hörte, fragte ich bei der zuständigen Beschwerdeinstanz, dem Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen per Email nach, wie lange sich so „eine Prüfung der Unterlagen“, auf Hinblick der Mahnungen des Krankenhauses, eigentlich hinziehen darf? Antwort erhielt ich am 21.02.2005 (5 Monate später)!!!
    Hier hieß es (Stichworte):
    - IHS ist nur Vermittler, daher die BaFin nicht zuständig (obwohl die BaFin als zuständig so auf der Homepage von IHS angegeben ist)
    - Versicherer ist die Züricher Krankenversicherung
    - Die IHS unterliegt nicht meiner (BaFin) Aufsicht
    - Ich hätte die geforderten Unterlagen nicht vorgelegt

    Merkwürdigerweise steht auf dem Versicherungsschein Barmenia Krankenversicherungs- AG.

    Natürlich habe ich ständig versucht die IHS zu erreichen. Und ich erhielt auch mal per Email Antworten:

    20.10.2004: „bitte geben Sie einen Ansprechpartner an, da ich sonst nicht weis, welchen „stand der dinge sie meinen“.

    27.10.2004: „Ich bin Ihre Ansprechpartnerin, aber ich weis nicht worum es geht. Bitte nochmals schildern“.

    Und das, obwohl ich bei jedem Schriftverkehr die Versicherungsnummer und Namen von mir und der versicherten Person angegeben habe. Unglaublich.

    November 2004:
    Mittlerweile machte auch das Krankenhaus verständlicherweise Druck. Die Sachbearbeiterin bot mir telefonisch an, selbst mit der Versicherung zu kommunizieren, nachdem ich Ihr den Fall schriftlich zukommen ließ. Eine Woche später rief diese mich an, und teilte mir mit, dass die Versicherung eine Zahlung ablehnt, da Unterlagen fehlen würden, und ich soll mich doch mit der IHS in Verbindung setzen.
    Einen Tag zuvor erhielt ich einen Brief der IHS, in dem mir mitgeteilt wurde, dass auf Grund meiner jetzigen Vorgehensweise (Schriftverkehr mit Krankenhaus und BaFin) und dem Fehlen von Unterlagen, keine Zahlung erfolgt.
    Anruf bei IHS von mir: „Was fehlt denn noch?“
    Antwort: „Ablehnung aufgrund der nach wie vor fehlende Unterlagen des Krankenhauses und meine Vorgehensweise“.
    Anruf im Krankenhaus von mir: Antwort: „ist alles seit Monaten raus, aber ich telefoniere nochmals und schicke es noch mal per Fax. Gebe dann Bescheid“.
    Anruf vom Krankenhaus: „ Sie haben die Unterlagen nun nochmals, aber lehnen Zahlung weiterhin ab, ich soll mich nochmals mit IHS unterhalten“.
    Anruf bei IHS von mir: Antwort: „Wir haben zwar nun alles, aber zu spät, keine Zahlung.“

    Am 22.11.2004 erhielt ich schriftlich, dass keine Zahlung erfolgt, weil Unterlagen fehlen würden und aufgrund meiner Vorgehensweise.

    OK, das war es dann wohl mit meiner Geduld. Ich ging zum Anwalt.
    Nach Schriftwechsel wurde die IHS Anfang Februar 2005 verklagt.

    Nun erhielt mein Anwalt ein Scheiben der DKV, dass diese (ZITAT): „ Infolge der Verschmelzung mit der Züricher Versicherung der Ansprechpartner sei“.
    Krankenhauskosten werden beglichen, nicht aber Medikamente, da keine Unterlagen vorliegen.
    Da ich natürlich die Rechnungen vor LANGER zeit schon eingeschickt hatte, und natürlich per Einschreiben mit Rückschein, und auch die Anwalts- und Gerichtskosten (gesamt ca. 600.- Euro) erstatte haben wollte, wurde diese Beträge weiterhin eingeklagt.

    Ich ging also zu dem damals behandelnden Arzt, und er hatte die Rezepte mit Namen tatsächlich noch im Computer. Damit ging ich zur Apotheke und lies mir die Preise bestätigen, die allerdings geringer waren als damals. Diese zum Anwalt, und der zur DKV geschickt.

    In der Zwischenzeit bekam ich eine Ladung zum Gericht. Mein Anwalt meinte: noch etwas warten.
    Und tatsächlich, in kürzester Zeit wurden ALLE Forderungen beglichen und die Klage dann auch zurück genommen.

    Die Sache war also am 07.09.2005 erledigt.
    Anfang war 22.01.2004.

    Ich habe hier eine mehr oder weniger Kurzfassung geschildert. Ihr könnt Euch denken, dass das ein erheblicher Stress war. Es ging letztendlich um mehr als 3000 Euro. Hätte sich die IHS nicht so angestellt, hätten sich wohl eine Versicherungsgesellschaften ein paar Euros sparen könne. Ein ganz schönes Geflecht.

    Zweck dieses Post´s ist:
    Wenn Ihr Jemanden einladet:
    - Kopie vom Pass mit Einreisestempel sofort anfertigen.
    - Schweigepflichtentbindung irgendwo runterladen oder selbst schreiben, und unterschreiben lassen.
    - Alle Untersuchungen und Behandlungen müssen auf der Rechnung des Krankenhauses stehen. Röntgen, Blutuntersuchungen, usw. gehen oftmals extra, und man bekommt unerwartet nach Wochen Rechnungen. Dieses vorher unbedingt abklären, da die als Privatärztliche Leistung nicht bezahlt wird.
    - Schriftwechsel nur per Einschreiben mit Rückschein UND mit Zeuge vom eintüten bis zum aufgeben des Briefes. Alles andere hat keine Beweiskraft.


    Gruß
    Harry

    PS: ich habe hier schon Werbung von IHS gesehen. Also wenn dieser Thread hier unerwünscht sein sollte, bitte löschen.

  2.  
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  3. #2
    Moonsky
    Avatar von Moonsky

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Danke für diesen Beitrag.
    Wohl ein echter Erfahrungsbericht :-)
    Der Papierkrieg war sicher sehr nervig und ich denke auch, das die meisten einfach gezahlt hätten um sich Nerven zu sparen.
    Vielleicht hast Du ja noch wo eine Übersetzung, die Du hier verlinken kannst. Für den Fall der Fälle.

  4. #3
    Avatar von Samui-Klaus

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    139

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Hi!
    Habe damals auch für meine Frau bei der IHS die Versicherung abgeschlossen.Wie es nun einmal so ist,ist jede Versicherung solange gut,bis sie etwas bezahlen müssen.Erst dann merkt man wie gut sie wirklich ist.Deshalb auch von mir ein danke schön für deinen Erfahrungsbericht.Habe aber,glaube ich,schon einmal etwas darüber gelesen.

    mfg Klaus

  5. #4
    Avatar von gregor200

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    945

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Gibt es die Ausländerversicherung vom ADAC denn nicht mehr. Hatte ich vor 10 Jahren mal gekauft. Keine Probleme damit gehabt.

  6. #5
    Avatar von ChangLek

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    4.161

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    .....doch ADAC gibt es noch und ich nutze sie bei Bedarf nach wie vor..... :-)

  7. #6
    Avatar von Wittayu

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    717

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur zur ADAC-Karnkenversicherung für ausländische Besucher raten, ist zwar nicht die billigste und hat 50 EU Selbstbeteiligung pro Schadensfall, allerdings gibt es abrechnungsmäßig keine Probleme.

    Geiz ist halt manchmal nicht geil .....

    Trotzdem Respekt für die Beharrlichkeit des Threatstarters.

    Gruß,
    Wittayu

  8. #7
    Avatar von Thaitom2000

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    59

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Auch wir können nur gutes über die ADAC Versicherung sagen. Wir hatten einen Anspruch, und der ist ohne Probleme nach Einreichung der Unterlagen bezahlt worden...
    Gruß Tom

  9. #8
    Avatar von phi mee

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    7.488

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Erstmal vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht Harry1.

    Ich hatte meine Kleine auch über den ADAC vesichert. Da bei Versicherungsabschluss das genaue Einreisdatum nicht feststand, wurde mir gesagt, dass hierfür der Einreisestempel zugrunde gelegt würde.

    Ich sollte eine Kopie des Passes und des Einreisestempels zufaxen, das würde genügen.

    Da ich die Versicherung für einen Zeitraum von 6 Monaten abgeschlossen hatte wir jedoch nach 3 Monaten alle Papiere zusammen hatten und heiraten konnten, konnte ich die Reiseversicherung vorzeitig kündigen.

    Es wurde eine Kopie der Heiratsurkunde und eine Bescheinigung der Krankenkasse verlangt seit wann sie dort pflichversichert ist.

    Da wir am 28.12. geheiratet haben, habe ich einfach eine Kopie der Heiratsurkunde und eine Kopie ihrer Krankenkassenkarte gefaxt die ab Januar galt. (Sch.. auf die 3 Tage im Dezember)

    Die Restsumme wurde abzüglich der bekannten Bearbeitungsgebühr innerhalb von 3 Wochen anstandslos zurück gezahlt.

    Wenn jetzt die Töchter zu Besuch kommen gehe ich auch wieder zum ADAC. Nur falls die Ältere 1 Jahr zum studieren in D. bleibt, werde ich sie wahrscheinlich bei meiner Krankenkasse über eine Studentenversicherung absichern.


    phi mee

  10. #9
    Avatar von Harry1

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    221

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Zitat Zitat von Moonsky",p="311944
    Danke für diesen Beitrag.
    Wohl ein echter Erfahrungsbericht :-)
    Der Papierkrieg war sicher sehr nervig und ich denke auch, das die meisten einfach gezahlt hätten um sich Nerven zu sparen.
    Vielleicht hast Du ja noch wo eine Übersetzung, die Du hier verlinken kannst. Für den Fall der Fälle.
    @Moonsky,
    was meist du für übersetzungen? ich habe nichts übersetzen lassen. ich habe ihr am telefon erklärt, was die schweigepflichtentbindung ist, und sie hat es dann unterschrieben und meinem kumpel wieder mitgegeben.
    da ich selbst im laufe der ganzen prozedur auch wieder mal in Thailand war, machte ich mir dort fürsorglich noch kopieen vom ihrem pass, und reichte die dann auch noch bei der versicherung ein. ob wohl ja zuvor geklärt war, dass das ticket von ihr als einreise- nachweis genüge.

    ich sehe, hier sind ein paar gute tipps zusammen gekommen.
    super.

    Gruß
    Harry

  11. #10
    uwepapa
    Avatar von uwepapa

    Re: Meine negative Erfahrung mit IHS- Travel

    Hallo Harry1, danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn hier auch mal was steht, was sich nicht nur nach Friede-Freude-Eierkuchen anhört.
    Z.B. auch den Bericht über Antons Restaurant in Pattaya. Bestimmt noch einige mehr. Und IHS ist erst mal für mich gestorben.

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