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Management in Thailand

Erstellt von x-pat, 09.11.2003, 16:20 Uhr · 18 Antworten · 1.425 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von dl4gbe

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    Re: Management in Thailand

    Da fragt sich doch ein Leser wie meine Wenigkeit: Ja wat hat dat janze mit Management in Thailand zu tun? Prima haette ja wat zum Management in Thailand zu sachen. Komme aus ner Mamutsitzung, gehe Morgen wieder in Ehne. Aber Botanik, Ne nich men Fach!

    Bis spaeter

    Chris

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Kamerad-Korat

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    Re: Management in Thailand

    Hallo x-pat.

    ich arbeite u .a in Thailand.Bin dort im Ex-Import tätig und habe dort einige Finanzgeschäfte laufen.Bin da es noch nicht 100% betrieben wird sehr zufrieden.
    Überlege mir dort einen Firmensitz zuzulegen.
    Meine Erfahrungen sind bisher ganz ok.
    Ich denke man muss lernen mit den Thais und ihrer Kultur auch im Gechäfttlichen umzugehen.

    Eine Frage an Dich---aus welchen Gründen hast du deinen Firmensitz in LOS aufgegeben.......

    Ok Gruss KK

    kommt Zeit kommt Rat.....

  4. #13
    Avatar von x-pat

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    Re: Management in Thailand

    Zitat Zitat von Kamerad-Korat",p="96210
    aus welchen Gründen hast du deinen Firmensitz in LOS aufgegeben...
    Der Entschluss hatte gleich mehrere Gründe. Zum ersten war diese Firma mit Thai Majorität ausgelegt, wobei Thai Mitglieder des Boards Trustee Funktionen hatten, die -so muss ich leider sagen- später veruntreut wurden, was auch noch mit Unterstützung eines anderen ausländischen Teilhabers geschah. Ich drücke es mal so aus: Das wäre nicht zum Problem geworden, wenn die Teilhaberverhältnisse nicht am thailändischen Gesetz sondern an der tatsächlichen Kapitaleinlage orientiert worden wäre. Die 51% Thai Lösung ist kein besonders stabiles Gebilde und ich würde das eigentlich keinem empfehlen, es sei man kann sich auf die Board Mitglieder für die nächsten 20 Jahre absolut verlassen. Aber wer kann das vorhersehen? Nun, dieses Problem wäre noch recht einfach zu lösen durch die Etablierung einer Firma mit BOI Promotion.

    Das führt jedoch gleich zum zweiten Problem, nämlich dem Verwaltungsaufwand der mit BOI Promotion bedeutend steigt. Eine typische Thai SME muss ohnehin schon mit einem wesentlich höheren Verwaltungsaufwand als eine vergleichbare englische, amerikanische, oder Hong Kong Firma rechnen. Steuerberater, Accountants, und Messenger kosten hier zwar nicht viel, aber es zieht Resourcen vom eigentlichen Core Business weg. Ich möchte gar nicht die Stunden zählen an denen ich lächerlich grosse Stapel von Papier unterzeichnet habe. Dieses Problem ist jedoch auch noch handhabbar. Jetzt kommen wir zu den etwas ernsthafteren Problemen.

    Ein schwieriges Kapitel ist das zivile Rechtssystem. Die Mühlen des Gesetzes mahlen zwar auch in anderen Ländern recht langsam, aber in Thailand zermahlen sie zuerst den Kläger, vielmehr die schwächere Partei; im Zweifelsfall also immer den ausländischen Kleinunternehmer. Es gestaltet sich z.B. extrem schwierig zahlungsunwillige Debitoren, Vertragsstrafen, Vertragsbrüche, und ähnliche Probleme über den "offiziellen" Rechtsweg anzugehen. Bis das Unternehmen sein Geld bekommt sind oft viele Jahre und hunderte Bearbeitungsstunden vergangen und man schreibt daher oft lieber gleich die Beträge als Verluste ab. Das führt naturgemäss zu höheren Kosten, da man solche Unsicherheiten schon in die vorausgehenden Verhandlungen einkalkulieren muss.

    Schliesslich gibt es in Thailand noch das Problem der Kapitalrückführung. Solange man Profite in Thailand reinvestiert, oder verkonsumiert ( ) halten sich die Steuern in Grenzen. Alles kein Problem. Wenn das Geld aber aus Thailand abfliesst, dann schlagen Nationalbank und Fiskus recht heftig mit 15%-30% zu, wobei diese Sätze für schon in Thailand versteuerte Profite anfallen. Da ist man hier offenherzig protektionistisch. Es gibt zwar auch Sonderregulierungen für BOI Firmen, aber in der Regel sind diese den Grossinvestoren vorbehalten.

    Die Kombination der oben genannten Faktoren führt zu einer Situation in der ausländische Kleinunternehmer gesetzlich und finanziell benachteiligt sind, was in meinen Augen einen Firmensitz in Thailand wenig attraktiv erscheinen lässt. Natürlich gibt es in gewissen Fällen keine Alternative, aber bei einem Import/Export Geschäft würde ich mir den Standort schon gut überlegen.

    X-Pat

  5. #14
    Avatar von Armin

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    Re: Management in Thailand

    @x-pat

    Zu Management in Th kann ich nur beschränkt etwas sagen. Trotz offiziell Manager, war ich eigentlich immer eher der Kopf eines Familienbetriebes und somit auch Mädchen für alles. Ich habe selten Fehler systematisch aufgearbeitet und hatte in den entscheidenden Momenten oft viel Glück oder auch die richtigen Freunde an der Seite. Hier in Th hat man oft viele unsichtbare Mitspieler, seien es die Nachbarn, oder auch die Gäste (im Bungalowbetrieb), die sich dann für die ach so armen und ausgebeuteten Angestellten einsetzen, oder sie nur f... wollen und dafür mehr Freizeit rausschinden wollen. Die Geschäftskonkurrenten sind natürlich auch ein Faktor, doch eigentlich nur, weil sie mit härteren Bandagen kämpfen.

    Ich habe eine sehr lange Liste von Anekdoten und Erfahrungen, die ich vielleicht mal aufschreibe, wenn ich nichts mehr zu tun habe. Ob sie für jemanden anderen hilfreich sind, bezweifele ich, da gerade in diesem Land Handeln nach Schema F (Plan) nicht funktioniert.

    Nach meiner Erfahrung gibt es zwei haupt Handlungslinien: Man verbündet sich mit den Mächtigen, zeigt Zähne, trumpft auf, und zeigt sich dabei großzügig gegenüber seinen Verbündeten (Konkurrenten) - bedeutet natürlich, dass man auch genügend Geld haben muss - und lässt sich nie in die Karten sehen, - oder man hält sich sehr bedeckt, macht einen auf Freund mit fast jedem, zeigt Gefühle, jedoch nie seinen Ärger, ist gerne bereit einige Schritte zurückzutreten ohne sich von seinem Ziel abbringen zu lassen und kann sich durchaus mal als heroischer Kämpfer zeigen, ist nachsichtig mit seinen Angestellten, sucht Freundschaft mit ehrlichen sauberen Persönlichkeiten, spricht öffentlich über seine Feinde nicht schlecht, oder besser gar nicht...

    Ich merke schon, ich kann das nicht richtig zu Papier bringen, schließlich bin ich auch kein Dozent.

    Ich habe die zweite Handlungsvariante gewählt und bin damit trotz vieler Fehler gut gefahren.

    Und dabei habe ich schon fast jede brenzlige Situation durchgemacht (Geschäftsnachbar bricht mir eine Rippe, versteckt einen Reissack voll Gras bei mir unter dem Bungalow während der jährlichen Drogenkontrolle, Landlord und Bruder wollen mich nach drei Jahren aus dem 10 Jahre Vertrag raushauen - mit einem neuen 3jährigen Vertrag und doppelter Pacht kann ich noch mal bleiben, Familienangehörige von Angestellten tauchen mit Kanone auf und wollen Betriebspolitik mitbestimmen, Immigrationpolice und andere Behörden waren da eher harmlos. Ich bin auch später in dem Ort geblieben und habe weitere Geschäfte gemacht und bin heute selbst mit meinen früheren Feinden gut Freund. Und die Ironie ist, letztes Jahr haben aus dieser Gemeinschaft und Nachbarschaft drei unterschiedliche Thais jeweils Teile unseres Geschäftes zu gutem Geld abgekauft.
    Richtiges Management, im Sinne von Boss sein und andere arbeiten lassen, muss und will ich noch lernen, da es für den Lebensabend noch nicht ganz reicht und ich nur für Fun selbst arbeiten möchte.

    Eine richtige Firma möchte ich aus den von dir oben beschriebenen Gründen nicht mehr haben und denke mal, dass ich in der glücklichen Lage bin auch ohne auszukommen.

    Gruß

  6. #15
    Avatar von x-pat

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    Re: Management in Thailand

    Armin, da hast du ja schon einiges erlebt…

    Du hast schon recht das oft mit harten Bandagen gekämpft wird. Wie sich das im einzelnen gestaltet hängt natürlich viel von der Natur des Geschäftes und vom Verhandlungsgeschick ab. Ein Bekannter von mir ist vor nicht langer Zeit in sein Heimatland zurückgekehrt, weil ihm sein Direktorposten hier zu “heiß” wurde. Der Vorgänger hatte offensichtlich “vergessen” gewisse Kreditoren zu bezahlen, was dazu führte das dieser eine “Collection Agency” eingeschaltet hatte die in Thailand recht berühmt für ihre Effizienz ist. Die Herren von der Agency tragen bevorzugt Khaki, wenn du weißt was ich meine. Einer von denen kam ins Büro herein und hat hatte ein kurzes unangemeldetes Meeting mit dem Direktor. Er erklärte das er nächste Woche gerne den Scheck abholen würde. Der Mann war dabei recht freundlich und betonte das sein Auftraggeber trotz der komplizierten Lage weiterhin an einer guten Beziehung interessiert sei. Dabei lag allerdings sein Revolver auf dem Schreibtisch des Managers.

    Ich selbst habe zum Glück noch nicht so viele brenzlige Situationen erlebt. Aber immerhin habe ich auch schon mal eine Weile mit Bodyguards verbringen müssen, aufgrund von prekären geschäftlichen Umständen. Meine relative Sicherheit führe ich dabei auf zwei Faktoren zurück. Zum einen habe ich die Bücher ordentlich geführt, so das sich wenige oder keine Möglichkeiten zur Erpressung ergaben. Zum anderen habe ich Konfrontation mit einer ähnlichen Strategie wie Armin sie beschrieben hatte vermieden. Ich würde sie vielleicht Strategie der Unsichtbarkeit nennen. Das Motto ist: unauffällig bleiben. Neid, Konfrontation, und negative Gefühle gar nicht erst aufkommen lassen. Wenn man nach aussen hin korrekt auftritt, keine Bestechungsgelder zahlt oder annimmt, sensitive Information vertraulich behandelt, stabile Beziehungen aufbaut, Kunden und Angestellte fair behandelt, und im persönlichem Umgang mit Thais eine “djai-yen” (kühles Herz) Haltung annimmt, dann ergeben sich auch nicht so viele Möglichkeiten für die Eskalation von Interessenkonflikten.

    Allerdings muss ich dazu sagen das das Geschäftsumfeld auch eine grosse Rolle spielt. In einem Familienbetrieb upcountry geht es schon anders zu als in einem anonymen Officetower irgendwo in Bangkok. Unsere Kunden waren zu mehr als 60% ausländische Firmen. Geschäfte wurden oft schriftlich und elektronisch abgewickelt. Thais waren hauptsächlich in der Rolle von Angestellten, Beratern, Partneren, und Dienstleistern involviert. Das mindert die Reibungsfläche. Wenn ich mit Ausländern verhandle ist das natürlich für mich einfacher. Da sitze ich am längeren Hebel und kein Thai kann mir da so schnell dazwischenfunken oder die Kunden wegschnappen. Diejenigen die das versucht haben habe ich jedenfalls schnell entlassen. Wenn man jedoch mit lokalen Mitbewerbern im Wettstreit um lokale Kunden befindet ist man offensichtlich in einer verwundbareren Position. Kein Zweifel das in diesem Fall die Assoziation mit einem einflussreichen Thai Partner sehr hilfreich ist. Ohne feste Einbettung in Mentor Beziehungen kann man in Thailand wahrscheinlich ohnehin nicht bestehen. Aber die Herren Mentoren machen das ja auch nicht immer aus der Güte ihres Herzens. In der Regel gibt es handfeste wirtschaftliche Interessen –eine Hand wäscht die andere– und ehe man sich versieht hat man mit neuen Freundschaften auch viele neue Verpflichtungen. Ob solche Abhängigkeiten anstrebenswert und lohnend sind muss dann jeder selbst für sich beurteilen.

    X-Pat

  7. #16
    mecki
    Avatar von mecki

    Re: Management in Thailand

    management in thailand ist eine verdammt schwierige angelegenheit, die nicht so ohne weiteres zu erlernen ist.
    eines ist aber nach meiner erfahrung am wichtigsten, naemlich niemals die nerven zu verlieren, egal wie dick es kommt! zweitens, sucht ein mitarbeiter die konfrontation, weiterhin freundlich aber bestimmt zu ihm bleiben, dann erledigt sich das problem meistens von selbst.
    im grossen und ganzen sind bis auf ausnahmen die thais selbst keine guten manager, vorrausplanung ist wohl das hauptproblem!
    und, die meisten mitarbeiter versuchen in fast jedem fall tea money zu erhalten, bei jeder moeglichen gelegenheit. dieses sollte man mit einplanen, auf keinen fall versuchen zu unterbinden, denn so macht man sich schnell die groessten und schlimmsten feinde!

    mecki

  8. #17
    Avatar von x-pat

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    Re: Management in Thailand

    Zitat Zitat von mecki",p="96953
    ...und, die meisten mitarbeiter versuchen in fast jedem fall tea money zu erhalten, bei jeder moeglichen gelegenheit. dieses sollte man mit einplanen, auf keinen fall versuchen zu unterbinden, denn so macht man sich schnell die groessten und schlimmsten feinde!
    Tea money? :schuettel: Nicht im eigenen Betrieb! Macht man sich unbeliebt wenn man das unterbindet? Ja vielleicht. Ganz sicherlich bei den Herren die die Hände in der Teekasse haben. Aber der Betrieb kommt meistens ganz gut ohne solche Mitesser aus. Wenn man schon Feinde hat dann muss man sie ja nicht auch noch ernähren.

    X-Pat

  9. #18
    mecki
    Avatar von mecki

    Re: Management in Thailand

    @ ex pat,

    nennen wir es mal anders: "commission". mir erklaerte das mal einer meiner leute so: wir verdienen nicht genug, deshalb brauchen wir die commission. und jeder hier kassiert, die frage ist nur wieviel! oh ja, auch im eigenen betrieb! und ohne "zufriedene" mitarbeiter kannst du gleich alles vergessen. deshalb beim kostenvoranschlag gleich diese kohle mit einberechnen, einschliesslich (bei ratenzahlung) das geld welches man hoechstwahrscheinlich sowieso nicht bekommt ( pi mal daumen 30 %)!
    denn wir alle wissen, bei geld hoert der spass hier auf, da ist mord noch einfacher zu haendeln, oder anders gesagt, die strafen sind drastisch wenns um geld geht, ebenso die racheakte wenn sich jemand "benachteiligt" fuehlt!
    aus diesen gruenden, wenn immer es um groessere summen geht, ich lasse dieses die thais alleine regeln, natuerlich im gewissen (vorraus berechnetem) rahmen!

    ich moechte hier kein manager mehr sein, sondern nur noch technischer berater (klappt ausgezeichnet!!!)

    mecki

  10. #19
    Avatar von x-pat

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    Re: Management in Thailand

    Hallo Mecki,

    Commissions (Provisionen) sind aber etwas anderes als Tea Money, oder? Provisionen und Cash Incentives werden ja auch bei uns in Europa an Vertriebsleute bezahlt, das ist ganz normal. Du hast insofern Recht als das Provisionen und Cash Incentives in Thailand etwas gebräuchlicher sind und das sie nicht ausschliesslich an Sales Leute ausgezahlt werden, sondern theoretisch jedem offenstehen der einen wirtschaftlichen Vorteil für das Unternehmen erarbeitet. Der Unterschied zum Tea Money ist das diese Zahlungen vom Unternehmen kontrolliert werden, während Geld das in korrupte Kanäle abfliesst unkontrollierbar ist, da es sich im letzteren Fall um verdeckte betrügerische Aktivitäten handelt. Die Höhe von Kommissionen ist abhängig von vielen Faktoren, es gibt dafür keine festen Gesetze. 30% vom Profit ist schon recht hoch. Die meisten Firmen die ich kenne berechnen Sales Commissions nach festen Prozentsätze auf das Auftragsvolumen, so zwischen 2% und 10% je nach Produkt, Service und Industrie. In manchen Fällen -besonders wo der Preis verhandelbar ist- sind Provisionen auch an Profiten und Quota festgemacht.

    X-Pat

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