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Lügen

Erstellt von Rawaii, 03.07.2003, 13:58 Uhr · 95 Antworten · 5.626 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von phimax

    Registriert seit
    03.12.2002
    Beiträge
    14.274

    Re: Lügen

    Jau, das hat was und meine Erfahrungen hier in der Thai Community bestaetigen besonders den letzten Absatz

    Michael

  2.  
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  3. #72
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Lügen

    denn nur der Unehrliche mißtraut den anderen.
    wohl wahr. Möchte aber diesen Satz etwas relativieren.

    "denn nur der Unehrliche misstraut grundsätzlich den anderen."

    denn wie wir alle wissen, kann Misstrauen auch zu positiven Ergebnissen im Sinne des eigene Überlebens führen.

    Aber wo ich dieses schreibe, fällt mit gerade auf, dass diese Art von positivem "Misstrauen" wohl eher als Ablegen der eigenen Ignoranz und als "Augen-Öffnen" bezeichnet werden muss.

    Gute Romane und Märchenbücher sind ja voll von Ignoranten, die offenen Auges in ihr Unglück laufen. Und wie mir jetzt gerade klar wird nicht wegen Mangels an Misstrauen, sondern einem Übermass an Ignoranz.

    Ja stimmt, MrLuk. Wenn ich selber die Kunst des falschen Lächelns beherrsche und einsetze, unterstelle ich dem Lächeln der anderen das gleiche; um es mal anders auszudrücken.

  4. #73
    Rawaii
    Avatar von Rawaii

    Re: Lügen

    Zitat Zitat von MrLuk",p="98372
    Traue niemandem der dir nicht vertraut, denn nur der Unehrliche mißtraut den anderen. Der Ehrliche braucht nicht zu befürchten erwischt zu werden, und somit kann nur der Ehrliche bedenkenlos vertrauen schenken!
    Bist du wirklich dieser meinung?

    Ich bin nicht unehrlich, trotzdem misstraue ich grundsätzlich erstmal meinem gegenüber bevor er sich mein vertrauen [highlight=yellow:1d882036ae]verdient[/highlight:1d882036ae]...

    Ich habe in meinem leben schon vieles erlebt (trotz meiner erst 29 Jahre) was mich zu dieser ansicht bewogen hat!
    Und wenn du wirklich bedenkenlos vertrauen schenkst (da ich nicht annehme das du unehrlich bist) hoffe ich für dich das du nicht so oft ins offene messer läufst wie ich es getan hab als ich noch "bedenkenlos vertraute"...als ich noch die selbe ansicht hatte...



    Gruss Rawaii

  5. #74
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Lügen

    @Rawai,

    die Sache liegt tiefer, als du glaubst. Nicht, dass ich deine Aussage aus deiner Sicht für falsch halte. Nie und nimmer.

    Die Tiefe in dieser Angelegenheit liegt in dir selber.

    Es gäbe da eine Frage, die es vielleicht wert wäre, für dich selber zu beantworten, nämlich:

    Wer hat dir schon mal "blind" vertraut? Und wie hast du dich da verhalten?

    Das Blöde daran ist, dass einem das nicht immer bewusst ist, dass man das selber manchmal gar nicht merkt...

  6. #75
    Avatar von Dana_DeLuxe

    Registriert seit
    23.05.2003
    Beiträge
    740

    Re: Lügen

    @all: SUPER-Thread!

    Viele herausragende Antworten dazwischen, besonders erhellend fand ich die Beleuchtung des Lügens (und "Belogen-werden-wollens") aus buddhistischer Sicht.

    Kurzes persönliches Outing:

    Ich bin seit mehr als 13 Jahren sehr glücklich mit meinem Mann. Da ich der Meinung bin, dass man/frau im Leben einige wenige Menschen trifft - aber eben mehr als den/die "Eine/n" -, mit denen man von der erotischen bis zur Seelen-Begegnung, eine besondere Tiefe erreichen kann, brachte ich das Konzept der "offenen" Partnerschaft mit in unsere (spätere) Ehe. Uns sind also, in Absprache und mit Veto-Recht, auch Nebenbeziehungen erlaubt. Dass wir mit dieser Ansicht hier im forum eher aus dem Rahmen fallen ist mir schon klar, aber ich will ja auch zurück zum eigentlichen Thema:

    Um unsere Beziehung/en funktionieren zu lassen, bedarf es zwischen allen Beteiligten unbedingter Ehrlichkeit. Schwierig ist unsere Beziehungskonstellation ja vor allem für die jeweiligen "Dritten", die sich ja auch verlieben und von einer "Haupt"beziehung für ihr Leben träumen, was aber mit mir oder meinem Liebsten nicht zu haben ist. Und das muß im Vorfeld klar gestellt und im täglichen Umgang fair und sauber gelebt werden.

    Und eben da kommt der für mich unabdingbare Bruder der Ehrlichkeit ins Spiel, der Takt. Obwohl ich meinen Mann - wie auch seine Geliebte resp. meinen Liebhaber - nie belügen würde, werden eben manche Dinge nicht en detail besprochen, sondern zum Beispiel nur die Stimmung eines Abends erwähnt...

    In der richtigen Mischung aus Ehrlichkeit und Takt liegt für mich - neben der Hauptsäule des gegenseitigen Respekts - einer der Schlüssel zu einer guten Beziehung. Ich denke, das gilt auch für monogame Beziehungen, das Feld der möglichen Auseinandersetzungen in Beziehungen umfasst ja auch weit mehr als nur mögliche Eifersucht aus erotischen Gründen...

    Und noch die Brücke zum Thai-Forum:
    Bei einigen unserer FreundInnen aus Thailand (von denen die meisten hier in D leben) habe ich einfach eine gewisse "Überbetonung" des Takts erlebt. Einer der vorherigen Schreiber hatte das schon treffend als "dem andern ein gutes Gefühl geben wollen" umschrieben. Im tieferen Gespräch wird das meiner Erfahrung nach aber fast immer fallen gelassen und die Ehrlichkeit steht im Vordergrund.
    Bei den "Larifari"-Gesprächen im Restaurant siegt aber eher wieder der Takt und das "so-genau-willst-du-das-bestimmt-gar-nicht-wissen-Kumpel".


    So, ich hoffe Ihr konntet noch etwas Sinn entnehmen, beim Wiederlesen kams mir etwas chaotisch vor,
    danke für Eurer Ohr,

    Dana

  7. #76
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Lügen

    Ja Dana,

    es ehrt dich, dass du auch die andere (dritte) Seite siehst.

    Es erhebt sich allerdings die Frage, ob das im Sinne der eigenen Lust notwendig ist. Mit anderen Worten, ob das Leid "dritter" der eigenen Lust unterzuordnen ist.

    Auch diese Frage ist eine Frage der Aufrichtigkeit.

    Und glaub mir's. Ich weiss wovon ich rede.

    Bitte nicht als Vorwurf verstehen.

  8. #77
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Lügen

    @Rawaii,

    Also, wenn ich diese Weisheiten gut zu zitieren weiß, heißt das noch nicht daß ich sie "à la lettre" anwende.

    Das Misstrauen anderen gegenüber schützt dich nicht vor deiner eigenen Torheit :-)
    Das funktioniert in etwa so: wenn du misstrauisch gegenüber Jermandem bist, dann bist du genauso voreingenommen als wenn du jemandem vertraust. Sobald du ein gefühlsmäßigen Mechanismus (ein Programm, einen Firewall) einsetzt wenn du jemandem gegenüberstehst, bist du konditioniert, programiert - und verlierst die Fähigkeit zur Intuition, die dir vermitteln würde was mit deinem Gegenüber los ist und was in ihm vorgeht.

    Nur wenn du "leer" bist und nicht beeinflußt von Vorurteilen, (vertrauen ist auch ein Vorurteil) dann ist die Frequenz erst frei für deine Antennen und Fühler

    Im übrigen sind die meisten Menschen so sehr mit sich selbst beschäftigt, daß.sie das, was von anderen Menschen ausgeht überhaupt nicht mehr real wahrnehmen. Sie müßen also pauschalisieren, voreingenommen- und ebenfalls misstrauisch sein, um die Präsenz des "Anderen" durch diese Ersatzwahrnehmung überhaupt zu realisieren. Ansonsten wird nur das aufgenommen was in ihre Welt und ihr eigenes Dasein passt, sozusagen Wasser für ihre Mühle ist. Alles andere könnte ihre kleine Welt bedrohen, schädlich sein.

    Unser (gut hehütetes) Ego ist ein großes Hindernis, das uns nicht nur den Weg zur Warnehmung und zum "wahren" Austausch versperrt.

    Es ist sicherer ein Antivirenprogramm "bei sich" zu installieren, aber es ist bekannt, was dieses Programm so alles als Viren zu erkennen glaubt Und desweiteren kommt das natürliche Imunsystem aus der Übung und wird auf die Dauer unbrauchbar und veraltet.

    Erfahrung ist ebenfalls eines der vielen Wörter die sinnmäßig missbraucht werden. Erfahrung im "handelsüblichen" Sinne von Weisheit oder Wissen durch viele Erfahrungen ansammeln, gibt es nicht! Jede Erfahrung ist anders und auf den Moment bezogen und darauf limitiert. Sie läßt sich nicht speichern, sammeln und wiederverwenden, denn jede Erfahrung ist neu und anders. Der Ausspruch: aus Erfahrung misstrauisch sein, ergibt also ebenfalls keinen, nicht den geringsten Sinn.

  9. #78
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Lügen

    Zitat Zitat von Dana_DeLuxe",p="98492
    ...In der richtigen Mischung aus Ehrlichkeit und Takt liegt für mich ...
    Wahrheit als Taktlosigkeit ? Nun, vielleicht, obwohl, die ganze Geschichte ist wieder so eine komplexe Angelegenheit, weils ja auch noch den Bereich der Offenheit gibt, dessen Grad letztendlich ich selbst bestimme. Und offen gesagt, mir sind die Menschen nicht geheuer, die unter einem masochistischen Offenbahrungswahn leiden - dieser mag lediglich in therapeutischen Prozessen seine Berechtigung haben.

    Ich bewundere die Menschen, die in der Lage sind, ihr Leben und ihre Beziehungen - wie von Dir geschildert - auf eine solche Ebene zu bekommen. Bei mir ist´s über theoretische Ansätze nie hinausgekommen.
    Für mein eigenes Verhalten - auch in Beziehungen - fand ich allerdings auch immer schlüssige verbale Erklärungen

  10. #79
    Avatar von MichaelNoi

    Registriert seit
    07.02.2002
    Beiträge
    3.844

    Re: Lügen

    Hallo Dana De_luxe,
    danke uns lieber für unsere Augen

    Aber mal im Ernst:
    du schreibst
    "In der richtigen Mischung aus Ehrlichkeit und Takt liegt für mich - neben der Hauptsäule des gegenseitigen Respekts - einer der Schlüssel zu einer guten Beziehung"

    Stimmt, bedingungslose Ehrlichkeit ist ein fataler Fehler in einer Beziehung.
    Allerdings ist der Grat zwischen Takt(positiv) und Lüge(negativ) sehr schmal. Hier ist unsere ausgereifte Persönlichkeit gefragt, damit aus dem 4/4tel-Takt kein Münchhausen-Walzer wird

  11. #80
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Lügen

    Die "Unwahrheit", also die Lüge ist an sich nichts Schlimmes, keine Sünde, kein Fehler und nichts Negatives, solange man selbst nicht weiß was daraus werden kann. Oder wenn man im Gegenzug nicht weiß was aus der Wahrheit geworden wäre. Aber man trägt dennoch immer die Verantwortung für die Konsequenzen der Wahl. In manchen Situationen gibt es Erklärungen und Legitimisierungen der "Lüge", aber man kann sich dadurch dem Schicksal nicht entziehen, das durch sie über kurz oder lang an uns herangetragen wird.

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