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len pai

Erstellt von talung, 17.06.2002, 16:56 Uhr · 135 Antworten · 7.404 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von

    Re: len pai

    @ Rene Thai

    Wo gibts 20 Euro die Stunde?
    Da fang ich doch sofort auch an zu schaffen. Das hab ich ja nicht mal in meinen besten Zeiten als Akkordschaffer im Heizungsbau verdient.
    Nichts für ungut, ist nur eine Frage.
    Gruß Giga


  2.  
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  3. #12
    Avatar von fusch1

    Registriert seit
    26.04.2002
    Beiträge
    410

    Re: len pai

    20 € verdienst du beim Spielen in Casino, :-)
    oder verlierst sie :-(
    Nein, die Spielerei ist bei den Thais ein grosses Problem, aus gutem Grund gibt es in Thailand keine Casinos.
    Ich kenne sehr viele Thais, die regelmäßig zum Zocken gehen, mit lächeln spielen,verlieren, lächeln, verlieren...alles weg, lächeln, nach Hause gehen und dort, wenn es niemand sieht, weinen.
    Eine Thai die spielt wird immer so tun als ob ihr das verlieren gar nichts ausmacht (Gesicht verlieren? nie!).
    Die Cousine meines Tirak ist auch so ein Fall. Sie ist verheiratet hat schon Unsummen verspielt, war im Casino gesperrt, da gings mit Karten weiter. Später hat sie andere Farangs(leichtgläubige) kennengelernt, die sich verliebt hatten und mit Lügengeschichten dazu gebracht wurden, ihr grosse Summen zu geben. Problemlos hat sie schon 20.000DM in 5 Tg.fortgeschafft. Für Thailandurlaub muss ihr Mann dann einen Kredit aufnehmen, 5.000DM, weil das Konto immer leer ist. Scheidung geht auch nicht, weil er sie sonst versorgen müsste, was er nicht kann bei einem Durchschnittsgehalt und schon einer Scheidung, bei der alles schon mal weg war. Auch von den anderen Männern weiss er, und das sie sich ab und zu prostituiert, um an naive Farangs zu kommen. Letztes Jahr hat sie einen Selbstmord versuch gemacht, aber man konnte sie retten, und als sie wieder zu Hause war, hat sie wieder immer gelächelt...und keine 2 Monate...weiter gespielt. Ich habe ihr mal Geld zum Casino gebracht, für "bisschen spielen noch und Zug-Geld", kaum war ich zu Hause, hat sie wieder angerufen, alles Geld weg. Schuhe wieder anziehen, wieder hingefahren und sie zum Bahnhof gebracht , Zugticket selber gekauft und sie in den Zug gesetzt. Das Ganze schien ihr überhaupt nicht peinlich gewesen zu sein und obwohl 1.000 DM weg waren ,das lächeln war noch da.
    So oder so ähnlich denke ich, ist es bei vielen, die ich kenne, und ich kenne viele die auch immer lächeln und die Hunderter rumschieben; alles Fassade, hintendran das pure Elend
    (hier muss ich mich mal outen: ich bin seit 16 Jahren Croupier und habe Viele kommen und gehen gesehen, bei manchen auch mehr erfahren)
    Ich kann Euch nur raten, sehr vorsichtig zu sein. Das Casino will nur Dein Bestes, Dein Geld. Hast du welches und spielst relativ hoch, wirst du hofiert. Hast du keins mehr,wird sich dafür dort keiner mehr interessieren.
    Wer in Deutschland zocken will, der hat es von keinem Fleck weiter als 100 km zum nächsten Casino. Weil Stadt, Land und Bund kräftig daran verdienen, wird von deren Seite auch nichts zu erwarten sein.

  4. #13
    Avatar von

    Re: len pai

    Es wird doch so oft von Gesichtsverlust gesprochen.
    Würde mich mal interessieren, was die Männer der Frauen noch für ein Gesicht haben, wenn sie sich so von ihrer Frau verkackeiern lassen?!?
    Was lassen die denn noch alles mit sich machen?
    Tztztztz
    Ein wirklich erschütterter Giga

  5. #14
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: len pai

    Du sagst es. Ich verstehe diese Welt auch nicht, obwohl ich wirklich einiges gewohnt bin.
    Beispiel: im vergangenen kam die Thai-Frau eines Bekannten nachts nach dreitägiger Abwesenheit nachhause und meinte zu ihm:"Tirak, wenn Du mich liebst, gibst Du mir so schnell wie möglich 50.000 DM ??..."
    Nun, er hatte sie nicht, kann nur hoffen, er hätte sie ihr auch nicht gegeben, wenn er sie gehabt hätte.
    Die Geschichte ging weiter mit Trennung, Jugendamt wegen der Kinder, Anwalt usw.
    Als ich in Thailand war, hörte ich bei einem Telefonat mit meinem Schwager hier in D, daß sie wieder zusammen wären ?! Nachdem ich ihn dann nach meiner Rückkehr wieder besucht hatte, war alles wie immer: Tirak hier, Tirak da...eine einzige Tirakkerei...
    Aber - wie gesagt - meinem Verständnis sind Grenzen gesetzt...

  6. #15
    xenusion
    Avatar von xenusion

    Re: len pai

    @Michael,

    Deine Frau ist doch auch gerade nicht da, wie wäre es denn mal mit einem kleinen Zock unter Männern? Gibt es da in den Grossstädten eigentlich eine Szene?



    Ich entsinne mich noch an Zeiten, da man täglich mit der Eisenbahn in die nächstliegende Stadt zur Arbeit fuhr. Eine halbe Stunde für 20km. Da wurden die Aktentaschen auf die Knie gelegt und Karten gespielt. Fragt mich nicht, was. Ich habe es nie gelernt, mich haben im Lehrlingsalter, um ehrlich zu sein, diese lautstarken 5existischen Begleittexte abgeschreckt. Und eben, dass es dabei um Geld ging. Wenn es in der Spätschicht nichts zu tun gab, wurde auch gespielt und freitags kamen noch irgendwelche angeblich lustigen Heinz-Erhard-Kassetten dazu.

    Am Samstag standen die Väter meiner Schulkameraden mit der Bierflasche in der Hand auf ein Holzgeländer gelehnt um den Fussballplatz herum und kommentierten life die Spiele der Dorfliga. Anschliessend ging man zu Fuss nach Hause. Die Mütter trafen sich derweil zum Kaffeekränzchen.

    Es war die Zeit noch ohne Auto und Fernseher. Ihr wisst es selbst, könnt Ihr heute, wenn Ihr im täglichen Stau steht, mit dem Nachbarn in der anderen Fahrspur Karten klopfen? Wo findet unter deutschen Frauen noch vergleichsweise Kommunikation statt? Sind Tupperpartien deshalb so beliebt? Als letzten Samstag vormittag irgendwo ein Tor fiel, kam aus den offenen Fenstern der Nachbarschaft ein orgastischer Aufschrei. Das war für mich das Signal, mich auf mein Rad zu schwingen und in´s Grüne zu kurbeln. Ohne das Gehechel windschlüpfriger Typen in meinem Schatten, die sich in neonfarbene Kunstseide kleiden, um die Tiere des Waldes zu verschrecken. Die Strassen waren frei!

    Das Verhalten der Leute in den Sechzigern war auch gänzlich verschieden von unserem heutigen. Vieles davon konnte ich in Thailand wiederentdecken. Ich halte diese Veränderungen in der unmittelbaren zeitgleichen zwischenmenschlichen Kommunikation für einen kulturellen Verlust. Das kann auch kein Internet-Forum ausgleichen. Wenn Du das jetzt hier liest, bin ich vielleicht schon über alle Berge. Vielleicht hast Du deswegen keine Lust, mir zu antworten, mir zu widersprechen oder irgend eine Reaktion zu zeigen.

    Unsere Thailänderinnen spüren eben noch das natürliche Verlangen nach Gemeinschaft in sich. Ist es nicht eine unvergleichliche Stimmung, im "kalten" Dezember im Norden Thailands um das offene Feuer zu sitzen, Bananen in der Asche zu backen, die Sterne am dunklen Himmel (wie bei uns noch in den Sechzigern) flimmern zu sehen, die Schüsse der Rattenjäger in den Reisfeldern zu hören und den Frauen bei ihren verhaltenen Gesprächen zuzuhören? Wo finden sie etwas vergleichbares in Deutschland? Abends vor´m Fernseher?

    Eure Schilderungen dieser Zockerrunden beunruhigen mich zutiefst. Was können wir tun, die Zockerei um Geld zu verhindern, aber gleichzeitig den rang nach Gemeinschaft zu befriedigen? Mir fällt auf, dass sich immer nur der Kreis der geschädigten Männer zu Wort meldet. Wo sind denn die Nutzniesser, die ihre Frauen zum Zocken schicken, um den Hauskredit abzuzahlen? Das Geld geht doch nicht in Rauch auf, um die Ahnen zu versöhnen?

    Xenu




  7. #16
    Udo
    Avatar von Udo

    Re: len pai

    fusch1 du redest, sorry du schreibst dich noch um deinen Job.
    Aber du hast die Sachlage als Profi treffend beschrieben.
    Es geht aber auch anders. Wenn Noi und ich mal ein paar Euro übrig haben (deswegen nur alle Jubeljahre) gehen wir auch schon mal ins Casino. Eigentlich weniger wegen des Spielens sondern wegen der Atmosphaere und der Leute die dort zu beobachten sind.
    Erstaunlich ist übrigens der Anteil der Asiaten (also nicht nur Thais) die in einem Spielcasino anuzutreffen sind.

    Rien Ne Va Plue ? (Ne,ne bei mir geht noch alles)

    Udo

  8. #17
    Avatar von fusch1

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    410

    Re: len pai

    Solang die Zockerei um Summen geht, die man aus der Portokasse begleichen kann finde ich diese Form der Unterhaltung sehr gut und dem Verlangen des Menschen nach sozialen Kontakten, Gemeischaflicher Erlebnisse, Spiel und Spass.
    Auch ich habe Spass am Spielen, ich denke das liegt in der Natur der Menschen.

    Aber wenn es um Summen geht, die die Existenz bedrohen, oder es dann zu Hause nur noch Toastbrot mit Margerine gibt, da fehlt mir jedes Verständnis.

    Meistens fängt es ja klein an und später wird es mehr, weil die "Reizerhöhung" da sein muss. Wer sich da nicht im Griff hat, und seinen eigenen Untergang nicht mitbekommt bevor es zu spät ist, der ist dann verfallen und zwar zu retten aber das ist eine schwere Aufgabe.

    Vergleichbar mit Drogen oder Alkoholismus. Aber Spielsucht ist ein RIESEN Thema das den Rahmen hier sprengt.

  9. #18
    Avatar von Jinjok

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    Re: len pai

    @Fusch1
    In TH mag es kein offizielles Casino geben, aber wöchentlich gehen Berichte durch die Medien, wo illegale Wett- und Lottostuben ausgehoben werden. Natrülich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Selbst in den Doppeldeckerbussen, die die Thais zu den Schichten in den Konzernen auf der grünen Wiese fahren, sind oftmals in der unteren Ebene gleich Spieltische eingebaut. Daher sind die Fenster meist zugehängt. Wer in TH zocken will, findet wohl an jedem Ort eine Spielhölle. Warum der Staat da nicht abkassieren will und die Spielsucht in staatlichen Casinos kanalisieren will, weiß ich nicht. Das Verbot ändert in der Praxis nichts.
    Mfg jinjok

  10. #19
    Avatar von DisainaM

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    26.835

    Re: len pai

    Jeder, der längere Zeit in der Thaiszene ist, hat so oder so Erfahrung mit Menschen, die Karten spielen.

    Gespielt wird wie in Trance, und leider, oft ohne Limit.

    Wer dann keine Schwester, Freundin, oder jemanden hat, der einen dann auslößt, hat am Ende sich selber verspielt...

    Tragisch, wenn hier Mütter von Kindern beteiligt sind.

    Eine Spieltrancesitzung beginnt, indem man sich von dieser Realität verabschiedet.
    Ein Anzeichen kann manchmal sein, wenn neben dem Buddhaaltar thail. Spielkarten liegen.
    (die werden natürlich nicht zum Spielen verwendet, sondern nur um die Zukunft zu scannen)
    Während des Spiels bildet sich ein eigenes Gruppengefühl, das manchmal fast an eine Geisterbeschwörung erinnert, denn dieser Gemeinschaftsgeist will über das Schicksal all seiner Spieler entscheiden.
    Solche Sitzungen gehen manchmal über mehrere Tage, wo alle in einer Spielerwohnung essen, leben, schlafen und spielen.

  11. #20
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: len pai

    Mal ein kleines Beispiel aus Saudi.

    Wie man sich vorstellen kann, sind die Abende zum Grillen wie geschaffen. Die brennende Sonne ist untergegangen und der Swimming Pool und Garten liegen gleich vor der Bungalow Türe.

    Nach dem gemeinsamen Grillen tranken die Männer ihr selbstgebrautes Bier und die Mädels machten den Tisch klar.

    An einem dieser Abende beschlossen alle Thai-Gäste, dieses Haus nie mehr wieder zwecks gemütlichem Bier- und Kartenabend zu besuchen. Was war vorgefallen? Meine Frau übersetzte für mich.

    Die Gastgeberin verlor ohne Ende beim Kartenspielen. Ihre leise vorgetragene Bemerkung besiegelte den gemeinsamen Beschluss der restlichen Thai-Gemeinde:

    "Why you eat my cards? You eat my food already!

    Nämlich nie mehr wieder die Gastfreundschaft dieser Hausherrin in Anspruch zu nehmen. Punkt aus und Schluss!


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