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Kultur, Ratio, Darwinismus, Objektivität und anders

Erstellt von Tramaico, 24.06.2014, 08:20 Uhr · 56 Antworten · 2.660 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Nur aus der Sichtweise der voreingenommenen menschlichen Perspektive, nicht jedoch aus objektivem Blickwinkel.
    Woraus ergibt sich dieser Anspruch von "Objektivität"? Liegt es nicht auf der Hand, dass das Verhalten von Chimpanzen oder meinetwegen auch das der friedlicheren Bonobos für den Menschen keine Messlatte sein kein? Und welche Perspektive sollte für ethische Fragen relevant sein außer der menschlichen? Die Perspektive von Bonobos oder Straßenkötern vielleicht?

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Ethik ist lediglich ein menschgemachtes Kunstwort fuer menschliche Weltanschauung. Sehr einseitig.
    Ethik ist einer der klassischen Zweige der Philosophie und damit eine Geisteswissenschaft. Da Chimpanzen, Bonobos und Straßenköter bisher wenig zu den Geisteswissenschaften beigetragen haben, wird ihre Perspektive im Allgemeinen nicht berücksichtigt. Klingt einleuchtend, oder?

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Mich interessieren die Dinge einfach nur so wie sie sind. Aus einer unvoreingenommenen und unparteiischen Sichtweise.
    Wenn du diese Attribute ausschließlich deiner Sichtweise zuschreibst, dann müsstest du glaubhaft darstellen warum konträre Sichtweisen voreingenommen und parteiisch sind. Da hast du noch etwas nachzuholen. Ich stelle die Behauptung auf, dass ethische Fragen die Natur des Geistes berühren und nicht die Natur der Dinge. Daher wäre es ebenso absurd in der Natur nach empirischen Antworten auf ethische Fragen zu suchen, wie es absurd ist in einer Tasse Kaffee nach dem Geschmack zu suchen, denn der Geschmack entsteht auf der Zunge. Bin auf deine Widerlegung gespannt.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Deine Denke ist menschlich, was sie somit alles andere als objektiv macht.
    Mir ist neu, dass "menschlich" und "objektiv" einen Widerspruch darstellen.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Menschlichen Errungenschaften fuer wen und auf welche Weise?
    Menschliche Errungenschaften sind natürlich in erster Linie für den Menschen. Gelegentlich profitieren aber auch andere Arten von diesen Errungenschaften, was dir beim letzten Tierarztbesuch vielleicht aufgefallen ist. Wir brauchen sicher keine Teilchenbeschleuniger zum bloßen Überleben, sondern um die Natur der Materie zu erkunden, aber das sollte dir als Naturalist eigentlich willkommen sein. Der gegenwärtige Nutzen ist eher theoretischer Natur, aber wer weiss... die Enkel Tramaicos werden vielleicht einmal praktischen Nutzen aus dieser Forschung ziehen, ebenso wie wir heute praktischen Nutzen aus Maxwells oder Teslas Forschung ziehen.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Ist von keiner ueberlebenswichtigen Bedeutung fuer den Fortbestand der menschlichen Spezies bzw. diesen Planeten. Wie schon geschrieben, Mensch bleib bei Deinen Leisten.
    Wenn ich dich richtig verstehe, hätten wir damals nach der Erfindung der Steinaxt (und vielleicht noch Pfeil und Bogen) aufhören sollen. Was braucht der Mensch schon außer einer gemütlichen Höhle und einer Steinaxt? Dieser Mesopotamier der die Keilschrift erfunden hatte war eigentlich der Oberdepp. Unnüztes Zeug, man hätte das Wissen ja auch einfach weitersagen können.

    Dieser Sumerer ist eigentlich Schuld an der ganzen Problemkette, von der Keilschrift über das Papyrus und der Druckpresse bis hin zum iPad. Ohne diesen ganzen Quatsch gäbe es keine Wissenschaft, keine Atombomben, keinen Treibhauseffekt, und keine Bevölkerung5explosion, nicht wahr? - Sorry, ich habe die <ironie> Tags vergessen.

    Cheers, X-pat

  2.  
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  3. #32
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Objektivitaet ergibt sich aus Unvoreingenommenheit, was dem Menschen jedoch unmoeglich erscheint, weil er sich als hoeheres Wesen sieht, doch letztendlich nur ein ueberkandidelter hysterischer Bully ist. Soviel zu Ethik. Rein objektiv gesehen.

    Waere der Mensch bei Hoehle und Steinaxt geblieben, dann wuerden sich die meisten Probleme in dieser Welt eruebrigen, weil sie nie existierten. Somit sind dann Probleme wie auch Ethik rein menschgemacht und voellig unerheblich im Gesamtbild.

    Der Mensch macht aus jeder Muecke einen Elefanten. Warum? Nun ja, wohl weil er es kann. Somit schafft er dann Teilchenbeschleuniger anstatt sich die H.oden zu lecken. Ob dies weise ist, halte ich eher fuer zweifelhaft.

    Weiss nicht, was Du dauernd mit dieser bleeden Ethik hast. Dieser Begriff ist so dehnbar wie es eben auch so viele unterschiedliche Kulturen mit voellig unterschiedlichen Moralverstaendnisse gibt. Moral ist auch so eine Sache. Im Grunde, rein objektiv gesehen, ueberfluessig wie ein Kropf, weil sie im Grunde in keiner Weise fuer Harmonie sorgt sondern nur Unfrieden stiftet, bedingt durch die unterschiedlichen Auslegungen.

    Solange es auch nur zwei Menschen auf diesem Planeten gibt, werden sie miteinander streiten, was denn nun eigentlich gut und richtig ist. Haengt rein von den eigenen Interessen ab. Bis sich dann ein Raubtier in ausreichender Groesse und mit ausreichender Staerke dazugesellt und dem Treiben ein Ende setzt und die Homo Bizarus wieder in die Realitaet zurueckholt.

    Je mehr sich der Mensch weiterentwickelt umso unfreier wird er. Rein philosophisch gesehen ohne jetzt zu beanspruchen, irgendwelche Geisteswissenschaft zu betreiben. Schliesslich bin ich ja nur ein einfach gestrickter Schwellenlaender.

    These: Auf der Suche nach dem Stein der Weisen sieht der Mensch den Wald vor lauter Baeumen nicht. Somit am besten alle Baeume absaegen, damit man endlich freie Sicht hat. Worauf? Nun ja, auf die menschliche Daemlichkeit waere vorstellbar. Diesbezueglich hat sich der Mensch unzweifelhaft erheblich weiterentwickelt und wird es sicherlich auch noch weiterhin tuen. Bis zum bitteren (ethisch gesehen) oder suessen (objektiv gesehen) Ende.

  4. #33
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Objektivitaet ergibt sich aus Unvoreingenommenheit, was dem Menschen jedoch unmoeglich erscheint [...] Rein objektiv gesehen.
    Gut das wir das jetzt wissen. Unvoreingenommenheit und Objektivität sind dem Menschen also generell unmöglich. Wir sind quasi dazu verdammt, voreingenommene "spezistische" Urteile zu fällen die Wirklichkeit durch den menschlichen/emotionalen Zerrspiegel zu betrachten. Ausgenommen ist davon, wahrscheinlich durch eine göttliche Fügung, Tramaico. Er steht allein als unvoreingenommener Beobachter über dem Rest und berichtet den emotionsbehafteten Lemmingen aus der Welt der objektiven Wirklichkeit. Daher auch: "der Messenger", vielleicht besser "der Prophet".

    Der Prophet weiss wovon er spricht, denn seine Sätze sind das Resultat von Schlussfolgerungen und nicht das Resultat von Glauben. Und da wir nicht anders können, müssen wir ihm das glauben. Da wir bleim 'Glauben' sind - im Brennpunkt der Tramaico'schen Weltanschauung steht:

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Weiss nicht, was Du dauernd mit dieser bleeden Ethik hast.
    Die Bleedheit.

    Das Übel der Welt, die Ursache aller Missverständnisse, und wie wir gerade festgestellt haben, die Ursache der Zivilisation, sowie der vorherrschenden Auffassungen im Nittaya, alles liegt begründet in der Bleedheit. Die menschliche Bleedheit hat eine ganze Menge unvorteilhafte Dinge hervorgebracht, wie zum Beispiel Kultur, Technik, Zivilisationen, und nicht zuletzt... Staaten. Unter den Staaten ist die Bleedheit vor allen Dingen in den Premiumländern verbreitet. Sie äußert sich in überflüssigen Dingen wie Moral, Menschenrechte, Demokratie, und Meinungsfreiheit, letztendlich Geschwüre der Bleedheit. Diese können jedoch durch eine Militärdiktatur angenehm reduziert werden.

    Habe ich deine Weltanschauung in etwa zusammengefasst?

    Cheers, X-pat

  5. #34
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Dann mal die Gretchenfrage an Dich, lieber Thomas.

    Welche Bedeutung hat ein Menschenleben fuer Dich?

  6. #35
    Avatar von strike

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    Darf man darauf hoffen, dass Du nach Beantwortung Deiner Frage die von Thomas beantwortest?
    Die Reihenfolge waere zwar normal eine andere, aber einem 160er werden schon auch mal Privilegien eingeraeumt.


  7. #36
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Welche Bedeutung hat ein Menschenleben fuer Dich?
    Das ist eine seltsame Frage. Wenn du jetzt noch den Kontext dazu lieferst, werde ich aber gerne versuchen das zu beantworten. Die Bedeutung einer Sache hängt ja (fast) immer von ihrem Kontext ab.

    Cheers, X-pat

  8. #37
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Habe ich deine Weltanschauung in etwa zusammengefasst?
    Cheers, X-pat
    Jein.

    Meine Betrachtungsweise: Der Mensch ist weitaus mehr emotions- als verstandgesteuert, weil er letzendlich nicht das Premiumwesen auf diesem Planteten ist, wie er sich sieht. Er geht sogar soweit zu behaupten er sei speziell von einem Ueberwesen geschaffen worden, um eben als Bully auf diesem Planeten zu agieren. Hieraus zieht er dann ein vermeintliches Recht den Planeten auspluendern und fuer seine auf Materialsmus basierender Bequemlichkeit zu missbrauchen und zu zerstoeren. Er sieht sich als Herr aller Dinge und bekaempft sich dabei auch noch untereinander, weil sich jede Kultur als die ultimative waehnt.

    Sein Agieren versucht er entweder dadurch zu rechtfertigen, dass er von einem Ueberwesen speziell dazu auserwaehlt wurde und schliesslich auch gelegentlich auch mal etwas halbwegs repariert, was er vorher zertruemmert hat und dass er ja schliesslich auch so schoen singen und tanzen kann.

    Bizarr.

    Loesung: Keine Militaerdiktatur sonder Einsatz des Verstandes wie irre doch dieses Treiben ist. Verantwortung uebernehmen statt staendig irgendwelche vermeintlich Rechte zum Selbstzweck einzufordern. Letztendlich ist dieses dann im Intresse dieses Planeten und aller Lebewesen, waehrend die Meinung "ich bin der Herr dieses Planeten mit der ultimative Kultur" letztendlich irgendwann zum "reset" fuehrt und den Homo Sapiens dorthin zurueckkatapuliert was er im Grunde ist. Er ist trotz aller Technik, Zivilisation, Moral, Ethik verstandsmaessig immer noch auf dem Niveau eines Neanderthalers. Leider nicht mehr nur noch mit Steinaxt, was ihn ja so fatal macht.


  9. #38
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Das ist eine seltsame Frage. Wenn du jetzt noch den Kontext dazu lieferst, werde ich aber gerne versuchen das zu beantworten. Die Bedeutung einer Sache hängt ja (fast) immer von ihrem Kontext ab.

    Cheers, X-pat
    Okay, anders formuliert.

    Hat ein Menschenleben Deiner Meinung GRUNDSAETZLICH eine hoehere Wertigkeit als das Leben jeden anderen Lebewesens auf diesem Planeten?

    Durch dieses GRUNDSAETZLICH sollte durchaus ein "ja" oder "nein" ausreichen, mit entsprechender Begruendung.

    Ich selbst koennte diese Frage nur mit einem klaren "nein" beantworten. Wegen des besagten Adjektivs. Ohne es waere meine Antwort "jein" und natuerlich nicht rein aus dem Bauch heraus, sondern wie immer basierend auf Ueberlegungen aus einer neutralen Sichtweise. Sagen wir aus der eines voellig Unbetroffenen. Eines E. T. z. B.

  10. #39
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Darf man darauf hoffen, dass Du nach Beantwortung Deiner Frage die von Thomas beantwortest?
    Die Reihenfolge waere zwar normal eine andere, aber einem 160er werden schon auch mal Privilegien eingeraeumt.

    Du siehst, Frank, Du musst nur sagen was Du moechtest und ich werde dann gerne Deinem Wunsch nachkommen. Natuerlich nicht grundsaetzlich. Denn grundsaetzlich ist immer ein Extrem und Extreme sind nie gut. Sie versklaven anstatt wirkliche Freiheit zu bringen. Du verstehst was ich meine?

  11. #40
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    ... Du verstehst was ich meine?
    Ja, absolut.
    Hast es ja hinreichend präzise vermittelt.
    Jedenfalls das meiste.

    ;)

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