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Kleine Brötchen backen in Thailand.

Erstellt von Georg, 07.06.2005, 01:49 Uhr · 36 Antworten · 3.872 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von Lao Wei

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    Ich glaube um das grosse Geschaeft geht es hier gar nicht. Ich verstehe darunter mehr eine Art "Hobby-Beschaeftigung".

    Man hat sein monatliches Einkommen durch Renten, Zinsen oder aehnliches. Nach einer Zeit X ist es einfach zu langweilig geworden. Man braucht eine Beschaeftigung. Wenn unter dem Strich die Grundbeduerfnisse wie Essen und Wohnen dadurch gedeckt werden, reicht das schon.

    Kein grosses Investment, keinen zu grossen koerperlichen oder zeitlichen Einastz, sich aber nicht ueberfluessig vorkommen.

    Ich denke schon, dass das moeglich ist. Statt die viel zitierte Garkueche einen kleinen Buecherstand mit internationaler Lektuere zum Beispiel. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, aber mit dem Vorteil immer genug zum Lesen zu haben.

  2.  
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  3. #32
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    @Lao Wei

    Ich glaube um das grosse Geschaeft geht es hier gar nicht. Ich verstehe darunter mehr eine Art "Hobby-Beschaeftigung".
    Nichts für ungut, aber so kann nur jemand reden der nicht selbst Geschäftsmann ist. Die Ambitionen sind immer individuell verschieden. Ich denke nicht dass es hier um was ganz bestimmtes geht, - oder dass es "so und so" ist, sondern um die Möglichkeiten allgemein.

    @x-pat,

    Dies ist sicherlich der Grund warum so viele Farangs es vorziehen mit Geschäftspartnern aus dem Heimatland zu arbeiten. Zum einen ist die Kommunikation einfacher, und zum anderen nutzt man damit einen natürlichen Wettbewerbsvorteil.
    Das ist ein Klassiker hier in CNX, besonders in der Kunsthandwerk Branche. Die meisten Farangs überbewerten ihren 'Vorteil' aber zu sehr - und sind dann zu teuer. Anfangs habe ich einige Geschäftsverbindungen dieser Art (als Einkäufer) unterhalten, um dann sehr schnell auf viel preiswertere und qualitativ gleichwertige "Locals" überzugehen! Wenn die Ansprüche zu gross sind und die sich zu sehr in der Preispolitik wiederspiegeln, dann kann der Farang keine Langzeitkundschaft aufbauen. Ausser vielleicht er hat (immer wieder) ein neues oder einmaliges Produkt...

    Auf der anderen Seite ist es klar dass Farang sich bei einem Geschäft oder Dienstleistungsgewerbe, das auf den lokalen Markt zielt, ganz im Hintrgrund hällt. Aber beides lässt sich auch kombinieren.

    Bleibt noch eine dritte Variante, bei der der lokale 'Expat-markt' visiert wird, der in CNX beispielweise sehr interessant ist - und zudem immer wichtiger wird. Ich kenne beispielweise einen Franzosen der jetzt französische Antiquitäten (hauptsächlich Möbel) importiert. Aber da hat man wieder das Problem der Neider der eigenen Zunft, die einem zwar keine Schwierigkeiten machen, sondern dann eher zum "Boycott" tendieren. Mancher Expat gönnt manchem Expat auch nur ungern etwas...

    Und, auch wenn das jetzt ein marginales Detail ist: der Franzose kauft beim französischen 'charcutier'- Deutscher kauft beim Deutschen Bäcker. Da stehe ich als Luxemburger (trotzdem ich beide Sprachen spreche) unerwarteterweise ziemlich 'blöd' da, da die Leute nicht genau wissen ob ich einer von ihnen bin oder nicht ;-D

  4. #33
    Avatar von x-pat

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    Luk: Das ist ein Klassiker hier in CNX, besonders in der Kunsthandwerk Branche. Die meisten Farangs überbewerten ihren 'Vorteil' aber zu sehr - und sind dann zu teuer.

    Das habe ich auch schon bemerkt. Der Preis hängt vermutlich davon ab wieviel Wert man in die Wertschöpfungskette als Farang einbringen kann. Wenn ich zum Beispiel Export Händler bin und die gleichen Produkte verkaufe wie die thailändische Konkurrenz, dann darf ich nicht viel teurer sein, da die einzige Wertsteigerung durch meine Abwicklung eingebracht wird. Meine Kunden sind vielleicht bereit 1%-2% mehr zu bezahlen wenn ich in ihrer Landessprache mit ihnen rede, aber sicherlich nicht 10%-20%.

    Wenn ich aber Produzent bin, und zum Beispiel durch künstlerische Gestaltung ein Produkt anbieten kann, das vom Design den Konkurrenzprodukten überlegen ist, dann kann ich für meine Produkte mehr verlangen als für die thailändische Standardware. Um einzuschätzen wo der Geschmack der Kunden liegt und wieviel der Markt hergibt, muss ich das Geschäft meiner Kunden allerdings einigermaßen gut verstehen. Dabei ist man als Farang im Vorteil. Natürlich darf man den Preis nicht überziehen, denn es gilt die berühmte Pricing-for-Profit Maximierungskurve.

    Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten als Ausländer in Thailand Wettbewerbsvorteile auszunutzen, und da wären wir wieder beim eigentlichen Thema des Threads "Brötchen backen". Ich denke dabei an die speziellen Kompetenzen, die Farangs durch ihre Berufsausbildung mitbringen. Farangs sind in den meisten Fällen besser ausgebildet als ihre Thai Kollegen. Damit haben sie in vielen Branchen gute Wettbewerbsvorteile, zum Beispiel als Bäcker, Automechaniker, Handwerker, oder in ähnlichen Berufen.

    Es muss nicht immer der Chefsessel oder die Diplomatenstelle sein. Ich kenne zum Beispiel Bäcker die hier mehr verdienen als selbsternannte Managing Directors.

    Gruß, X-Pat

  5. #34
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    @ X Pat,

    Zitat :

    " da wären wir wieder beim eigentlichen Thema des Threads "Brötchen backen". Ich denke dabei an die speziellen Kompetenzen, die Farangs durch ihre Berufsausbildung mitbringen. Farangs sind in den meisten Fällen besser ausgebildet als ihre Thai Kollegen. Damit haben sie in vielen Branchen gute Wettbewerbsvorteile, zum Beispiel als Bäcker, Automechaniker, Handwerker, oder in ähnlichen Berufen."

    Zitatende
    ----------

    Im Ernst...mir ist das alles unklar !!

    Es gibt eine Negativliste von Jobs, die NICHT von Falangs ausgeführt werden dürfen.

    Deine Beispiele ( als Bäcker, Automechaniker, Handwerker, oder in ähnlichen Berufen ) beziehen sich auf eine Selbstständigkeit oder auf ein Angestellenverhältnis ??

    Beim Angestellenverhältnis ist mir das so in Erinnerung, das das Verhältnis der Anzahl.. Thaiarbeiter---Falangarbeiter, ein genau defeniertes ist.

    Dazu kommt noch spezielles Grundkapital ?? der Firma, für jeden angestellten Falang.

    Das hat mir ein Freund ,der in TH bei einer Company angestellt war erklärt ( schon ein Weilchen her)

    Dann kann ich mich an ein Gespräch mit einem deutschen Bäcker in Chiang Mai erinnern, der bitter darüber klagte, das er keinen Falang Bäcker einstellen dürfte. Er war sehr unzufrieden mit seiner thl. Arbeitskraft, die bei ihm tätig war.

    Grund : Probleme der Umsetzung, bei der Mengenzuordnung, Abmessen..was dort also an der Tagesordnung ist. Sein Brotvertrieb ging bis Pattaya und er wollte expandieren...nur er war laufend am Kontrollieren, was sein Mitarbeiter da verzappte..

  6. #35
    Avatar von x-pat

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    Nokgeo: Beim Angestellenverhältnis ist mir das so in Erinnerung, das das Verhältnis der Anzahl.. Thaiarbeiter---Falangarbeiter, ein genau defeniertes ist.

    Du hast Recht, Nokgeo. Diese Gesetze gibt es in der Tat. Das Arbeitsrecht in Thailand ist protektionistisch und legt uns Farangs sehr viele Steine in den Weg. Es gibt aber immer Möglichkeiten und Wege solche Bestimmungen mit bestimmten Konstruktionen zu umgehen. Jeder der einige Zeit in Thailand verbracht hat wird dies bestätigen und vielleicht auch die Standardpalette der legalen Tricks kennen.

    Nokgeo: Dann kann ich mich an ein Gespräch mit einem deutschen Bäcker in Chiang Mai erinnern, der bitter darüber klagte, das er keinen Falang Bäcker einstellen dürfte. Er war sehr unzufrieden mit seiner thl. Arbeitskraft, die bei ihm tätig war.

    Kann ich mir vorstellen. Es ist überall das gleiche. Ungelernte Thai Angestellte sind entweder nicht zu gebrauchen, oder nicht vertrauenswürdig. Natürlich nicht alle und die wenigen Ausnahmen muss man sich warmhalten. Auch ein Bäcker muss in Thailand als Dirigent arbeiten, das heisst ständig alles kontrollieren (vor allem das Finanzielle) und die Angestellten wie ein Orchester koordinieren. Es ist ein wenig wie im Kindergarten. Wem das nicht liegt, der sollte lieber gar nicht erst anfangen.

    Es gibt aber auch eine Sonnenseite. Die Arbeitskräfte sind billig, arbeiten auch zu ungewöhnlichen Zeiten, und die Steuern sind relativ niedrig. Trotzdem machen die meisten Leute die in diesen Sparten arbeiten das Schwierige lieber im Alleingang, oder nur wenig Hilfe. Die Thais füllen dann die Routine Jobs.

    Ich muss dazu sagen, dass ich persönlich mit ungelernten Arbeitern wenig Erfahrung habe, da die Angestellten in meiner Firma alles Leute mit technischem Hochschulabschluss waren. Da war die Quote der Dünnbrettbohrer dann schon wesentlich geringer.

    X-Pat

  7. #36
    Avatar von Dieter1

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    Nogkeo,

    es gibt eine sogar sehr lange und umfangreiche Negativliste mit Jobs, die Farans nicht ausueben duerfen.

    Gruss Dieter

  8. #37
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Kleine Brötchen backen in Thailand.

    Dass Arbeitskraft sehr preiswert, um nicht zu sagen billig in Thailand ist, ist natürlich ein wichtiger Punkt wenn's um das Backen von kleinen Brötchen geht.

    Die Erfahrung, dass viel gebastelt, gemogelt und gepfuscht wird, kann ich so nicht bestätigen. Ich höre immer wieder dass das "immer" so wäre, - aber das stimmt eben nicht. Es ist seltsam dass das bei ben Handwerkern die für mich (uns) gearbeitet haben eher selten der Fall war, und die Aussagen anderer stets das Gegenteil behaupten.

    Ja, der Qualitätsstandard ist bei Hausbau und Handwerk meist nicht so hoch, wie wir das allgemein erwarten. Die meisten lassen sich aber was zeigen und gehen auf die Wünsche ein, sofern man sich auch ausdrücken kann und es 'nett' verpackt.

    Wir hatten eine Möbelwerkstadt in der wir zeitweise 11 Leute (zum grössten Teil) als Tageslöhner angestellt hatten. Die haben sehr gute Arbeit geleistet und das Verhälltnis von Farang zu Thai (bzw. Hilltribe) war aus meiner Sicht excellent. Wir haben pro Stück (ein gefertigtes Teil soundsoviel Baht) bezahlt und waren nicht knauserig, sorgten für gute Verpflegung (nur Mittags) und haben nicht Chef gespielt. Die Rechnung ist aufgegangen denn die Leute waren absolut loyal. Ich habe damals meine Frau folgendes übersetzen lassen: "Ich bin zwar Farang und es heisst dass die besonders strengt und pingelig sind und alles ganz genau nehmen, aber so bin ich nicht. Ich will Qualität und Standard aber ich verlange nichts Unmögliches"! Was ich getan habe war vielleicht ungewöhnlich, aber es hat funktioniert. Ich sagte zu meiner Frau, dass unsere Hauptausgaben beim Transport lägen und dass wir unsere Arbeiter anständig, aber nicht überbezahlen sollen. Unsere Handwerker mochten mich nach kurzer Zeit und ich sie ebenfalls. Sie wussten anscheinend zwischen Arbeitgeber und Arbeitgeber zu unterscheiden. Vielleicht wird einer sagen dass sie mein Geld mochten - ich weiß es nicht, ich habe nur ein "Gefühl", kann aber nicht in die Herzen der Leute sehen. Ein gutes Gefühl bei etwas zu haben reicht mir vollkommen aus

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