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Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

Erstellt von Khun Sung, 03.12.2005, 11:35 Uhr · 35 Antworten · 3.149 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Loso

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    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Zitat Zitat von ReneZ",p="298909
    ...wenn ein
    richtiger Thailänder ([highlight=yellow:a6964d6979]M[/highlight:a6964d6979]/W) für Aufklärung...
    Gibt es hier überhaupt einen einzigen??! Den letzten dieser Sorte habe ich mal bei Robert gesichtet und das war ein junger Spinner mit Thailand-Tunnelblick.

  2.  
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  3. #22
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Generell ist immer grundsaetzlich zu empfehlen "khrab" (fuer die Herren) und "Kha" fuer die Damen anzuhaengen, speziell bei Fragestellungen. Oft werden die Ausdruecken auch noch zusaetzlich mit einem vorangestellen "na" verwendet. Dieses "na" verstaerkt noch ein bisschen und wird in einer Art von Aufforderung (Bitte) verwendet.

    Beispiel:
    "Chuai dei mei na khrab" (= Koennen Sie mir (bitte) helfen?
    "Koh tohd na khrab" (= (Bitte) entschuldigen Sie)

    Khrab und kha sollte grundsaetzlich immer im Gespraech mit dritten, dass heisst Personen, die man entweder nicht kennt, oder nicht in familiaeren oder engem frendschaftlichen Verhaeltnis steht, verwendet werden. Ein khrab oder kha zuviel ist immer besser als eins zu wenig. Speziell beim Dialog mit hoeher gestellten oder auch aelteren Personen ist die regelmaessige Verwendung der Hoeflichkeitspartikel unbedingt zu empfehlen, denn sie bezeugen Respekt gegenueber dem Gespraechspartner und auch, dass man selbst Manieren hat.

    Eine direkte Frage zu stellen ausserhalb der heimischen Mauern oder des sehr engen Familien-/Freundeskreises ohne den Hoeflichkeitspartikel anzuhaengen ist nun ja, praktisch sehr "unhoeflich" und laesst bei Zuhoerern eben schnell den Eindruck zu, dass man ein unhoeflicher Mensch ist. Wer meint durch besonders laxe Verwendung der Sprache seine Faehigkeit die Umgangssprache zu beherrschen Pluspunkte sammelt, der schneidet sich tatsaechlich ins eigene Fleisch. Wer als Auslaender in Thai kommuniziert, sollte immer lieber zu hoeflich (wenn es so etwas ueberhaupt gibt) auftreten als zu leger. Ausnahme ist tatsaechlich im engen Familien- oder Freundeskreis. Hier verwenden wir z. B. zu Hause nur sehr sehr selten die Hoeflichkeitspartikel, ausser man will beispielsweise dem nicht hoeren wollenden Nachwuchs gegenueber seine Autoritaet durchsetzen, bei der Aufforderung jetzt endlich die Hausaufgaben zu machen oder ins Bett zugehen. Hier ist dann schon schon mal die Anordnung mit schaerferer Stimmte und des sonst nicht in diesem Umfeld verwendeten Hoeflichkeitspartikel erforderlich.

    "Dja" ist eine Alternative und eine Art Umgangsprache. Eine entspannte Form und wie schon genannt Vernietlichung der Hoeflichkeitspartikel um die Foermlichkeit zu entspannen. Ein Auslaender, speziell ein Herr im etwas gesetzem Alter, sollte aber hierauf besser verzichten, wenn er sich nicht 100% klar ist, in welcher Situation der Ausdruck angebracht ist.

    "Khrapphom" ist noch eine Steigerung des normalen khrap. Es kann sowohl aehnlich wie ein militaerisches "Jawohl oder Jawoll" verstanden und verwendet werden oder aber in weniger schneidenden und bejahenden Anwendung als Hoeflichkeitspartikel um sich noch hoeflicher auszudruecken. Verwendung durch einen Auslaender eigentlich nicht notwendig, ausser man steht im Dialog z. B. mit Amtspersonen.

    "Ha" ist ein Ausdruck, von dem man UNBEDINGT Abstand nehmen sollte. Ist eher vulgaer zu verstehen und wie erwaehnt, wird gerne von Katoeys verwendet, obwohl Katoeys mit guter Kinderstube doch lieber auf kha Zugriff nehmen.

    "Khap" ist das khrap der bequemen Bangkoker, die haeufig dazu neigen "r's" und "l's" im Mittelteil von Worten einfach wegzulassen um die Aussprache zu erleichtern.

    Viele Gruesse,
    Richard

    P.S.: Vergass noch zu erwaehnen, dass es tatsaechlich auch mal vorkommen kann, dass man von weiblichen Erwachsenen "khrap" und von maennlichen "kha" hoert, ohne dass diese vom anderen Ufer sein muessen. Ist aber eigentlich nur dann der Fall, wenn sie mit sehr kleinen Kindern sprechen. Handelt es sich um ein Maedchen, dann Verwendung von kha (selbst wenn wenn der Sprecher ein Mann ist) und bei einem Jungen ein khrap (selbst wenn der Sprecher eine Frau ist). Ist praktisch eine Art "Training" fuer die Kinder sich selbst hoeflich auszudruecken, indem sie mit den fuer ihr eigenes Geschlecht zutreffenden Partikeln vertraut gemacht werden.
    Meine Frau adressiert z. B. ihre Anreden an unseren kleinen Kater immer mit khrap. "Suea, khrab bpen wela gin kao" (= Tiger, (khrab in Verwendung einer Bitte um Aufmerksamkeit) es ist Zeit zum Essen. Wir sind eben eine sehr hoefliche Familie, obwohl sich unser Kater hier noch nicht eingegliedert hat und meistens schlichtweg nur mit einem rebellischen "mei au" antwortet. ;-D

  4. #23
    Avatar von Serge

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    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Khaa und Khrap - hierbei handelt es sich eher auch um eine Form von Respektbekundung im Verbund mit Hoeflichkeit. In aller Regel wird es haeufiger von dem niederen im Gespraech mit einem hoeher gestellten benutzt. Ganz stark wenn Kinder mit ihren Eltern sprechen, oder Untergebene mit dem hoechsten Boss etc.

    Es gibt dann aber noch die sogenannte Khaa-Khaa Sprache (nennt man wirklich so - riab roi maak maak), an der man eine weibliche Thai mit guter Herkunft erkennen kann, so sagen die Thais. Diese ist besonders bei weiblichen Thais am Telefon zu bewundern. Da laeuft dann ein ganzes Gespraech manchmal nur als Hello - Khaa - Khaa - Khaa - Khaa - Mai - Chai - Khaa - Bye Bye - ab.

    Kraphom ist eine Variante der auesserten Unterwerfung, also Soldat oder Dienstbote. Einige Thais meinten zu mir, traue keinen im Buero der immer Kraphom sagt, denn da stimmt bei dem was nicht. Kenne ich uebrigens auch nur von Maennern - ausser Scherz, siehe unten.

    Es gibt natuerlich noch das Na Ha - das sowohl von Mann als auch Frau verwandt wird und oft als abgewandeltes Frage- oder auch Betonungssuffix benutzt wird, allerdings nicht mit dem Katoey Ha zu verwechseln ist.

    Spricht man mit aelteren oder besser gesagt aeltesten Thais, sollte man ruhig ein Khrap mehr benutzen, das schadet nicht. Und diese freuen sich.

    Frauen die Khrap sagen gibt es eine Menge und es ist oftmals als ein Scherz unter Freunden, also nicht nur mit Kindern, zu sehen. Was es genau ausdruecken soll, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Ahaan ma laeo khrab - das Essen ist da - ist so eine typische Khrap Form die z.B. Et immer gerne benutzt. Oder Khun Gae sagt immer Kraphom wenn ich sie um einen Gefallen bitte etc.

    Apropos Khun - es ist ebenso wie das Khrap/Khaa eine sehr interessente Adresse, wie auch Freunde voneinander und gar untereinander sich mit Khun ansprechen. Mein guter Freund ist z.B. Khun Thon Eng, den kennen alle nur so. Kaum einer sagt Thon Eng. Genauso Khun Eddy, Khun Moo (Et), Khun Nut, Khun Sinee etc. Da ist das Khun schon Teil des Namens. Oder Karl-Heinz, wir wuerden nie Sinee sondern wohl immer Khun Sinee sagen oder? Finde ich sehr Elegant und hat etwas von Respekt und Wertschaetzung, was mir gefaellt.

    Eine kleine Geschichte noch am Rande zum Khaa. Es gibt hier eine Weisheit unter Thais, wie man erkennen kann, wo ein Japaner sich Nachts so rumtreibt. Da gibt es viele maennliche Japaner, die gerne und immer das Khaa waehlen anstatt des richtigen Khrap. Das liegt nun daran, das diese die Thaisprache in den Bars der Soi Thaniya (kleine Japan Strasse an der Sala Daeng/Silom mit vielen for "Japanese Only Bars") beigebracht bekommen, und da es dort nur weibliche Thais gibt, entfaellt somit das Khrap. Bangkoker Geschichten... ;-D

  5. #24
    Avatar von Samuianer

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    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Zitat Zitat von Serge",p="298963
    "Japanese Only Bars") beigebracht bekommen, und da es dort nur weibliche Thais gibt, entfaellt somit das Khrap. Bangkoker Geschichten...
    :bravo: guT AUFGEPASST! kLASSE!

  6. #25
    Avatar von ReneZ

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    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Vielleicht noch erwähnenswert dass es auch 'unhöfliche' Partikel
    gibt. Dies nur, weil man sie in Filme und Fernsehserien sehr
    oft hört. Die werden da von engen Freunden (Jugendlichen)
    benutzt und kann man *nie* gegenüber einen Fremden benutzen
    ohne ihn schwer zu beleidigen. Es würde mich interessieren ob
    unsere Ex-pats die Wörter je benutzen können (d.h. ob sie TH
    Freunde haben die dermassen 'eng' sind).

    Da gibt es 'wa' nach Fragen und 'wöi' nach Aussagen.
    Gerade das 'arai wa?' dass man sehr oft hört, soll man nicht
    nachahmen, auch nicht als Spass (denn es wird selten als
    Spass verstanden).
    Dazu gehören auch 'guu' für ich und 'müng' für du.
    Könnte man übersetzen als:

    müng = du Ar.....ch
    guu = ich (und du bist ein Ar.....ch)

    Gruss, René

  7. #26
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    @ReneZ
    Benutze selbst das mueng und gu und gelegentlich das wa nur dann, wenn ich meine Frau ein wenig aegern will, aber dies tatsaechlich auch nur in den eigenen vier Waenden.

    Mueng und gu ist aber sehr gebraeuchlich unter Jugendlichen und nicht ubedingt ganz so krass zu verstehen, wie von Dir dargestellt. Sagen wir mal so wenn man sich ausschliesslich Siezen wuerde, dann waere mueng und gu die Du Variante, die natuerlich Fremden gegenueber dann absolut unangebracht ist.

    Meine Frau verwendet mueng fuer den Nachwuchs, wenn sie ihm einen echte Standpauke haelt. Ist in der Tat dann abwertet, macht aber gleichzeitig auch die Hierarchiestellung klar.
    PM Khun Thaksin hatte in der Vergangeheit mueng und gu sogar auch in der Oeffentlichkeit verwendet, was aber natuerlich beim Grossteil der Bevoelkerung nicht sehr gut ankam und eben als erhebliche Arroganz empfunden wurde.

    Im isaaner Sprachgebrauch ist aber mueng und gu und auch die sonst abwerten Vorsilben wie ieh (fuer weibliche Personen) und ei (fuer maenliche) auch weitaus verbreiteter und wird nicht automatisch als Beleidigung oder Abwertung verstanden. Praktisch Mundart. Mueng und Gu stammen aus der Vergangenheit sozusagen phaasa borahn und es gibt sogar einen sehr alten hochgestellten Moenchen, der seine Majestaet den Koenig auf diese Weise anspricht. Vermutlich findet man die Worte auch noch bei sehr alten Leuten im Sprachgebrauch.

    Im modernen Hochthai ist aber sicherlich nicht zu empfehlen von ihnen Gebrauch zu machen, es sei denn man zielt darauf ab, sich bewusst unhoeflich auszudruecken oder vielleicht auch um einen sehr engen Freund auch zu necken. Aber ausserste Vorsicht und viel Feingefuehl ist bei der Verwendung auf jeden Fall angesagt. Im Zweifel lieber vollkommen hierauf verzichten.

    Viele Gruesse,
    Richard

  8. #27
    Avatar von ReneZ

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    4.327

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Danke Richard,

    das war richtig aufklärend.

    Von der Isaan-Sprache weiss ich nichts. Im Nordlichen
    dialekt gibt es auch den weniger höflichen ie- mit der
    männliche Variante ba-.

    Wenn ich hier in Nittaya meistens 'du' statt 'Du' schreibe
    ist das aber nie als Respektlosigkeit gemeint

    Da haben die Angelsachsen es doch einfach, wo es nur
    'You' gibt.
    Die Grenze in D zwischen 'Du' und 'Sie' liegt nicht an
    der gleichen Stelle wie im NL 'jij' und 'U'.
    In TH gibt es da sogar:
    'müng' (und 'eng'), 'thö', 'khun' und 'than' (und noch
    ein Paar )

    Wer sich überall höflich ausdrücken möchte hat es wirklich nicht
    leicht.

    Gruss, René

  9. #28
    Avatar von phi mee

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    7.508

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Wie beim @ling mag meine Mia es auch nicht wenn ich "khrap phom" sage.

    Alsso bin ich dazu übergegangen, bei klaren Anweisungen, wie @Kali in die Habachtstellung zu gehen und ein klares "Khrap Mää" zu schmettern. Das ruft bei meiner Mia immer ein gnädiges Lächeln hervor. Die Töchter in LOS fingen dabei, beim letzten Urlaub, allerdings immer an zu kichern.


    @ling

    Ich habe mich immer köstlich amüsiert wenn unsere jüngere Tochter im Restaurant nach der Bedienung ruft mit einem langezogenenen und nahezu gesungenen "Phi Haaaa". Bei ihr weiss ich aber ganz genau das sie kein Katoey ist. :P


    phi mee

  10. #29
    Mii
    Avatar von Mii

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    16

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Vielen Dank an Tramaico, Serge und ReneZ für die interessanten Beiträge, krap ( :-) ). Finde ich toll, wenn "Insider" wie ihr euer Wissen so detailliert weiter gebt.

    Weiter so !!

  11. #30
    Avatar von Kimau

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    11.11.2002
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    68

    Re: Kha und Khrap - Auf Teufel komm raus?

    Zitat Zitat von Mii",p="299221
    Vielen Dank an Tramaico, Serge und ReneZ für die interessanten Beiträge, krap ( :-) ). Finde ich toll, wenn "Insider" wie ihr euer Wissen so detailliert weiter gebt.

    Weiter so !!
    Kop Khun maak khrap duai.

    Ich hänge an jedes "Ja" mittlerweile ein automatisches"khap" (ausser insulanisch "khRap") an. "Chai khap" "Jing khap" ....
    und wenn auf Fragen Antworten resultieren "...na khap".

    Tut nicht weh und kommt gut an.

    Habe im ganzen thread das Wort "Bitte" in Bezug auf "Khrap" vermisst. Denn ein Frage lässt sich so sehr höflich gestalten. Statt "karuhna" ein "khrap" am Ende der Frage zu setzen. "khun wang khrap" ...

    Aber auf jeden Fall ist ein entschuligendes "ko-tot khrap" fällig, wenn man wieder mal zuviel Khrappa genossen hat und nur noch rum khrabelt.

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