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Kasten in Thailand?

Erstellt von woody, 21.11.2006, 23:21 Uhr · 113 Antworten · 11.312 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von DisainaM

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    Re: Kasten in Thailand?

    hierzu fällt mir folgendes ein;

    als anläßlich der Asienkriese der IMF die vielen faulen Kredite bei den th. Banken bemängelte, und forderte,
    dass Kredite nur noch gegen ausreichende Sicherheiten vergeben werden sollten,
    schaffte dies einen weiteren Aufschub für die privaten Geldverleier, die Kredite gegen Wucherzinsen vergaben.

    (erst vor wenigen Jahren wurden die Wucherzinsen gesetzlich verboten)

    Ansonsten war es ins Rechtsbewußtsein der Bevölkerung eingebrannt,
    wer nichts hat, und ein Geschäftskredit von einem Kredithai will, der setzt schonmal seine 16 jährige Tochter als Pfand ein, damit er das Geld bekommt, und geschäftlich loslegen kann.
    Macht dann ein Hochwasser sein Geschäft zunichte, und muß sich der Kredithai mit dem angebotenden Pfand schadlos halten,
    so besteht kein gesellschaftliches Unrechtbewußtsein.

    Die Tochter hilft ihrem Vater, und dient an der Stelle, wohin sie gestellt wird;
    der Vater weiß, das ein unbedienter Kredit zu einem Gewaltexempel geführt hätte, weil kein Kreditgeber will unglaubwürdig werden,
    und der Kreditgeber weiß, wo er das Mädel abliefern muß, damit er zu seinem Geld kommt.
    - so sind alle mehr oder wenig glücklich -
    (und so funktionierte das System seit der Änderung der Sklavengesetze durch Rama V.)

    Ob nun die Gesetzesänderung bereits zu einem gesellschaftlichen Umdenken geführt hat,
    lassen wir mal dahin gestellt,
    Tatsache ist, dass heutzutage die Einziehung eines minderjährigen Mädchens, und die profitable Umsetzung ihrer Person, kriminalisiert worden ist,
    obgleich jeder weiß, dass Kredithaie heute noch ihre Kredite zu Wucherzinsen vergeben,
    und es bei unbedienten Krediten immer zu einer wertmäßigen Befriedigung des Kredithais kommt.
    (es muß daher heutzutage eher im verborgenden ablaufen)

    Dieser Vorgang, das Verlieren der eigenen Freiheit aus Verschuldungsgründen ist eher eine
    freiwillige Aufgabe der eigenen Freiheit, und ein anschließendes Frohnleben für den Geldgeber,
    um die Familienangehörigen nicht zum Ziel von Bestrafungsaktionen zu machen.

    Es ist damit nicht nur die Angst vor einer mafiösen Rache, sondern auch die Einsicht, das das System so funktioniert, und man vertraglich seine Freiheit verlohren hat, weil man den Vertrag nicht erfüllen konnte.
    Diese entmündigten Arbeitsameisen bekommmen so einen Status einer tiefen, kastenähnlichen, Unterschicht,
    ob es uns Westler gefällt, oder nicht.
    Das ihr gesellschaftlicher Status nur durch die Gesetze der Strasse, und nicht durch die gültigen Gesetzesvorlagen bestimmt wird,
    ändert an der Lage der Betroffenden kaum etwas.

  2.  
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  3. #102
    Avatar von Samuianer

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    Re: Kasten in Thailand?

    Ja, ja die alten Klischees (die 16 jaehrige Tochter...etc.) muessen dann wieder herhalten!

    Klar, es gab immer "Unterpreviligierte" und es wird IMMER "Unterpreviligierte" geben, die Frage ist eben ob der Kredithai den Unterpreviliegierten an den Haken nimmt oder sich der Unterpreviligierte an den Haken haengt...!?

    Die naechste Frage ist dann was wird mit denn ueberteuerten Krediten angestellt, Schulden bezahlt, gezockt, versoffen oder wird es in vernueftige, geldbringende Dinge gesteckt?

    Beispiele das Mensch sich entwickeln, von ganz "Unten" nach ganz "Oben" die "Leiter" erklimmen kann, gibt es genug.

    ich kenne Einige....!

    Das Leben ist letztendlich so wie es ist, auch in D. gibt es ausreichend "Arme", die Wenigsten, wurden von einer bestimmten Person in ihre Situation getrieben, viele sind selbst dran schuld und die Wenigsten wolen das einsehen und HIER Liegt das Problem - immer sind Andere dran schuld - im Zweifelsfall "das System" oder "der Kapitalismus"!



    @Mr._Luk: haben sich wieder ganz nett verbogen, nutzen sie nicht auch den Standortsvorteil in T. und die viel billigeren Arbeitskraefte und Materialien, von "Sozial"leistungen, Krankenversicherung, Nebenkosten mal ganz zu schweigen!?

    Fragt sich doch aus welchen Blickwinkel das Geschehen betrachtet wird.

    Als Arbeitgeber, als Arbeitnehmer, als Lohnsklave, als Investor, als Sozialpartisan oder als Mutter Theresa oder auch als "Che Gueverra" der "Unterpreviligierten"!?

    Und entsprechend ist dann auch die Stellung-nahme....!

  4. #103
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Kasten in Thailand?

    Vergesst bei eurer Standesdiskussion mal diejenigen nicht, die einfach nicht arbeiten koennen.
    Kranke, Behinderte, Gebaerfreudige z.B.

    Im Uebrigen empfehle ich mal wieder den alten Zille in die Hand zu nehmen. :-)

    Dat was mich viel mehr interessieren wuerde ist die Durchlaessigkeit einer Gesellschaft. Klassensystem heisst fuer mich, dass diese fehlt oder kaum gegeben ist. Da ist D auch nicht gerade ein Ruhmesblatt, wie schon die div. Pisastudien zeigen.

    Aber Thailands Schulsystem liegt in der Hinsicht auf dem letzten Platz. Sollte man nicht vergessen, wenn es um Klassen und Chancengleichheit geht.

    Sioux

  5. #104
    Avatar von Samuianer

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    Re: Kasten in Thailand?

    "Chancengleichheit" ist wieder Kabarett angesagt?

    Wurde auch schon gesagt das Bildung nicht UNBDINGT das Gelbe vom Ei sein muss - die Grundrechenarten, lesen und schreiben habe ich in der Schule gelernt, aber die tuecken des Lebens zu durchschiffen hat mir das Leben an und fuer sich beigebracht...d.h. meine Aufmerksamkeit...

    ...ueberzeugter Autodidakt!

  6. #105
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Kasten in Thailand?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="526852
    "Chancengleichheit" ist wieder Kabarett angesagt?
    Die vorhandene oder nicht vorhandene derselben ist doch die Grundlage ob es Schichten oder Klassen gibt.

    Wenn eine Gesellschaft durchlaessig ist, dann gibt es auch keine ausgepraegten Schichten. Und da unterscheiden sich div. Laender eben erheblich.

    Deshalb kann man sowohl bei Th. als auch bei D. durchaus von einer Klassengesellschaft sprechen.

    Nett, wenn du dein Leben meiserst ohne mal viel Hilfestellung bekommen zu haben. Wenn das so der Normalfall ist bedeutet das aber dann eben das Recht des STaerkeren und ist nicht gerade als fortschrittliche Gesellschaft anzusehen.

    Sioux

  7. #106
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Kasten in Thailand?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="526828
    @Mr._Luk: haben sich wieder ganz nett verbogen, nutzen sie nicht auch den Standortsvorteil in T. und die viel billigeren Arbeitskraefte und Materialien, von "Sozial"leistungen, Krankenversicherung, Nebenkosten mal ganz zu schweigen!?

    Als Arbeitgeber, als Arbeitnehmer, als Lohnsklave, als Investor, als Sozialpartisan oder als Mutter Theresa oder auch als "Che Gueverra" der "Unterpreviligierten"!?
    Was soll das ignorante und rein provokative Gerede denn nun schon wieder? Kennst du mich, weißt du was ich in Thailand tue, unternehme oder nicht, ob ich oder wen ich anstelle, wie bezahle - wie ich bezahlt werde und ob überhaupt?

    Anklägerisch, provokant und obendrein neidisch über etwas wovon du scheinbar eine sonderbare Vorstellung- aber keinen blassen Schimmer hast!



    Und mit deiner selbstgerechten sozialen Einstellung, brauchst du dich ja genau wie Tramaico nicht einmal einen zollbreit zu verbiegen, oder? Bin ich etwa Jemand der je etwas geschenkt bekam? Heisst das etwa dass ich deshalb nichts zu verschenken habe - oder mich nur um mich und meine Lage kümmere? Traurig wärs!

  8. #107
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Kasten in Thailand?

    "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott". Gibt doch diesen Spruch, soviel ich weiss.

    Na ja, vielleicht kommt man ja auch um die Eigeninitiative herum, wenn man nur ausreichend Goetter hat, die dann auf ihre treusten Juenger einen Dukatenregen niederprasseln lassen, wenn man nur lange genug darum anhaelt

    In meiner unermesslichen bourgeoisen Selbstherrlichkeit, wuerde ich natuerlich am liebsten jeden Tag Kaviar auf die Strasse streuen, damit der "Poebel" auf ihm ausgleitet. Bekomme nur die Dose nicht auf. Das Proletariat hat den Dosenoeffner versteckt.

    Sicherheitshalbe wohne ich auch ebenerdig, denn einen Fenstersturz will ich nicht riskieren.

  9. #108
    Avatar von Samuianer

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    Re: Kasten in Thailand?

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="526883
    Danke, starke Stellungnahme, wenn auch anscheinend etwas erregt, das ist hier fuer die Elite der Standard, wird es eng... Fresse halten!

    Sehrrrrrr gut, find ich superrrrrrr!

    Danke!

    ...this made my day..

    P.S.
    Ich habe da noch 'n paar Baldriantropfen zum Abgeben..

  10. #109
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Kasten in Thailand?

    Richard, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott ist schon eine gesunde Lebenseinstellung.

    Aber vergiss dabei mal diejenigen nicht, die das nicht koennen.
    Sieh dir z.B. mal die Situation von Behinderten in Thailand an. Dann unterhalten wir uns weiter.

    Sioux

  11. #110
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Kasten in Thailand?

    Zitat Zitat von Sioux",p="527133
    Richard, hilf dir selbst, dann hilft dir Gott ist schon eine gesunde Lebenseinstellung.

    Aber vergiss dabei mal diejenigen nicht, die das nicht koennen.
    Sieh dir z.B. mal die Situation von Behinderten in Thailand an. Dann unterhalten wir uns weiter.

    Sioux
    Gestern fuhr ein Behinderter in seinem dreiraedrigen Gefaehrt, das er mit Armkraft bewegte, in einer kleinen Soi an mir vorbei. Beide Beine lagen voellig schlaff nach vorne ausgestreckt auf dem Vehikel.

    Er verkaufte Lotterielose und hatte trotz seiner Misere auch noch Humor. Sein Gefaehrt trug einen Aufkleber: "Garuna mei hlai gu nueai" - "Bitte nicht hetzen, ich (verwendet in der provokanten/unhoeflichen Weise) bin muede".

    Ein thai-chinesischer Geschaeftmann winkte ihn heran, um Lose mit den am meisten gluecksverheischenden Nummern auszuwaehlen.

    Andere Behinderte sind kuensterlisch, kreativ sehr begabt und geben ihrem Leben durch eine entsprechende Taetigkeit einen besonderen Wert in einer Weise, die ihnen oft auch noch Spass macht.

    Trotz Misere, trotz Behinderung seinen Weg finden. Die ganz besonderen Geschaeftsleute. Trotz Handikaps keine Resignation, kein Klagen. Sie verdienen ganz besonderen Respekt.

    Habe persoenlich noch nie erlebt, dass sie deklassiert oder von oben herab behandelt werden. Im Gegenteil, sie werden meinen Erfahrungen nach voll und ganz in die Gesellschaft integriert. Selbst der Bettler auf der Strasse oder der behinderte Strassenmusikant. Das thailaendische Sozialsystem. Nicht Klassenkampf sondern tambuhn ist ein wichtiger Bestandteil.

    Viele Gruesse,
    Richard

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