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Was ist Moral?

Erstellt von Chonburi's Michael, 18.04.2005, 11:56 Uhr · 23 Antworten · 1.747 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Samuianer

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    Re: Was ist Moral?

    Mo´ral, die; -, keine Mehrzahl 1.Sitten- und Normensystem einer Gesellschaft 2. sittliche Nutzanwendung einer Erzählung 3. Stimmung, Eifer, Einsatzbereitschaft... so Langenscheidt´s online Woerterbuch.

    Mir faellt zu deinem Aufwurf nur "Kultur Schock Thailand" ein - es gibt noch einige andere, teilweise fragwuerdige, Werke ueber das Leben in/mit der Thai-Gesellschaft. Fuer das Beste halte ich immer noch die "Augen und Ohren auf" Einstellung, dann kriegst du es am Besten mit was, wie in der Thai-Gesellschaft gelagert ist.

    Hier noch ein guter Spruch, (weiss nicht mehr von wem): "Die herrschende Moral ist immer die Moral der Herrschenden!"

    oder: "Die Moral ist immer die letzte Zuflucht von Leuten, die die Schönheit nicht begreifen." - Oscar Wilde

    Wikipedia meint dazu:
    Moral (frz.: moral, v. lat.: moralis die Sitten betreffend; (lat.:mos Sitte; Plural mores) beschreibt

    1. die Gesamtheit der sittlichen Normen, Werte, Grundsätze, die das zwischenmenschliche Verhalten einer menschlichen Gesellschaft regulieren und von ihrem überwiegenden Teil als verbindlich akzeptiert oder zumindest hingenommen werden. (herrschende Moral; bürgerliche Moral)
    2. das sittliche Empfinden / Verhalten eines Einzelnen, bzw. einer Gruppe. (hohe Moral; niedere Moral)
    3. in der Philosophie (Immanuel Kant) die Lehre vom sittlichen Verhalten des Menschen (häufiger Ethik genannt)
    4. in der Literatur die Nutzanwendung z.B. einer Erzählung ("Moral von der Geschichte")

    Der Gegensatz zwischen Moral und Ethik besteht darin, dass die faktische Moral teilweise emotionale Ursprünge hat (Ekel, Hass, Angst) sowie kultur- und gesellschaftsabhängig ist, die Ethik hingegen mit Logik auf "absoluten" Maßstäben aufzubauen versucht. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden.

    Siehe auch: Sitte.

    Sitte ist

    1. eine auf Tradition und Gewohnheit beruhende, in einer bestimmten sozialen Gruppe oder Gemeinschaft übliche und für den einzelnen oft als verbindlich geltende menschliche Verhaltensform, Gepflogenheit (vgl. auch Brauch):
    * eine alte, gute, schöne, von den Vätern ererbte Sitte
    * raue, wilde Sitten
    * hier herrschen strenge Sitten!
    * das sind ja ganz neue Sitten!
    * andere Länder, andere Sitten
    * die Sitten und Gebräuche eines Volkes
    * die Sitte will es, verlangt, dass ...
    * eine Sitte achten, einhalten, verletzen
    * sich der (starren) Sitte fügen, unterwerfen
    * mit einer Sitte brechen
    * er war nach der herrschenden Sitte (Mode) seiner Zeit gekleidet
    * etwas ist Sitte (etwas ist üblich), z.B. Tischsitte
    2. die Summe mehrerer zum Bereich der Moral gehörende Verhaltensregeln und -weisen mit unterschiedlichem Klassencharakter

    a) Gesamtheit moralischer Werte und Regeln, Sittlichkeit, Gesittung:
    * die gute Sitte, Anstand und Sitte (be)wahren, verletzen
    * auf (Anstand und) Sitte halten, sehen
    * die guten Sitten beobachten, innehalten, pflegen
    * gegen alle guten Sitten verstoße
    * eine Lockerung, Verfall der Sitten
    b) nur im Plural: Durch moralische Werte und Regeln bedingte Verhaltensweisen, Benehmen, Umgangsformen, Manieren:
    * ein Mensch von, mit guten, schlechten, sonderbaren Sitten
    * bei Tisch hielt sie auf kulturvolle Sitten
    * schlechte Beispiele verderben gute Sitten
    c) Anstand, Sittsamkeit: Jemand hat (keine) Sitten
    3. ein Kurzwort für "Sittenpolizei"

    In der Soziologie hat Ferdinand Tönnies dazu grundlegend publiziert und Richard Thurnwald den Begriff "Ventilsitte" für ein Ritual geprägt, dessen Aufgabe es ist, strukturell dauernd Benachteiligten oder Kontrollierten einen institutionell zulässigen emotionalen Auslass zuzugestehen (vgl. den Karneval - in Thailand: Songkrahn).

    Siehe auch Sittlichkeit, Wert.

    In der Rechtslehre: der Verstoß gegen die guten Sitten: Sittenwidrigkeit



    Quelle:

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Was ist Moral?

    @Samuianer,

    Und wie sieht deine 'ungegoogelte' Meinung zum Thema aus? Unterscheidest du zwischen Ethik und Moral, und wie benutzt du beide Begriffe?

  4. #13
    Avatar von Samuianer

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    Re: Was ist Moral?

    @Mr.Luk:

    Schau mal auf meine Signatur! ;-D Ist auch von jemandem ersonnen - die Auszuege aus dem Wikipedia habe ich hier reingestellt weil diese auch meine Meinung wiederspiegeln. Nochmal: Der Gegensatz zwischen Moral und Ethik besteht darin, dass die faktische Moral teilweise emotionale Ursprünge hat (Ekel, Hass, Angst) sowie kultur- und gesellschaftsabhängig ist, die Ethik hingegen mit Logik auf "absoluten" Maßstäben aufzubauen versucht. Ethik kann auch als das Nachdenken über Moral verstanden werden. Das ist so dargestellt, nunmal nicht diskutabel, noch zu wiederlegen , es ist einfach Fakt!

    Was meine persoenlichen Wertvorstellungenn an Moral und Ethik anbetrifft ist schwierig darzustellen, weil die Grenzen fliessend sind und keinen absoluten Wertemasstab darstellen. Ich versuche mich nach bestem Wissen und Gewissen immer so zu verhalten das ich keinem auf den sprichwoertlichen Wecker gehe oder auf besagten ´Schlips trete´. Versuche den drei ´Juwelen´: rechte Rede, rechter Sinn, rechtes Tun so treu zu bleiben wie immer mir das moeglich ist...was kann Einer auch besseres tun?

    Sind wir doch allesamt nur Menschenkinder....einige vielleicht auf dem philosophischen Weg zum 'universellen Uebermenschen' - mir reicht fuer's Erste ein bisschen echte Menschlichkeit - Gesetze und Verfuegungen gibt es ja schon genug - warum noch mehr Schranken und Beschraenkungen erstellen denen Mensch dann doch nicht treu bleiben kann.

    Was waere wohl geworden wenn der 'Baum' keinen Apfel getragen haette? ;-D

  5. #14
    Avatar von x-pat

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    Re: Was ist Moral?

    Luc: Die Trennung wie du sie vorschlägst, zwischen "Realmoral" und "wie die Dinge sein sollten" finde ich nur bedingt nützlich...

    Luc, ich habe weder von "Realmoral" noch von "wie die Dinge sein sollten" gesprochen, sondern von dem Unterschied zwischen normativer Ethik und nicht-normativer Ethik. Beispiele für normative Ethiken sind zum Beispiel die zehn Gebote, die goldene Regel von Konfuzius, die fünf, acht, oder zehn buddhistischen Grundsätze, aber auch Systeme wie Utilitarismus und Tugendethik, also sowohl teleologische als auch deontologische Systeme. Beispiele für nicht-normative Ethiken sind Prinzipienethik, Diskursethiken, und natürlich auch alle metaethischen Theorien. Ich sehe dort einen klaren Unterschied.

    Serge: Waere es denn nicht eher Ethos denn Ethik als eigentliches Begriffspaar zu Moral?

    Nein, denn beide Wörter "Moral" und "Ethos" gehen etymologisch auf denselben Begriff zurück. "Ethos" ist das griechische Wort für "Art, Charakter", und "moralitas" das lateinische Wort für "Art, Charakter, Disposition". Aus Ethos wurde dann später Ethik. Letzterer Begriff ist enger gefasst und bezieht sich speziell auf Systematiken -Motive, Methoden, und Maßstäbe- des menschlichen Handelns.

    Samuianer: Das ist so dargestellt, nunmal nicht diskutabel, noch zu wiederlegen , es ist einfach Fakt!

    Unwiderlegbares Fakt? Du forderst eine Widerlegung ja geradezu heraus! ;-D Die begriffliche Unterscheidung zwischen Moral und Ethik ist das Resultat des deutschen Sprachsgebrauchs, nämlich der Konvention den Begriff Ethik in der Bedeutung "Metamoral" zu verwenden. Diese Konvention halte ich für einen unglücklichen Kuddelmuddel, denn die Begriffe Moral und Ethik sind nicht nur etymologisch identisch, sondern das Gebiet der Ethik schließt Moral automatisch mit ein. Korrekterweise müsste man -wie im angelsächsischen Sprachgebrauch- zwischen Ethik und Metaethik unterscheiden, nicht zwischen Moral und Ethik.

    Gruß, X-Pat

  6. #15
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Was ist Moral?

    @x-pat,

    Luc, ich habe weder von "Realmoral" noch von "wie die Dinge sein sollten" gesprochen, sondern von dem Unterschied zwischen normativer Ethik und nicht-normativer Ethik.
    Na, dann habe ich dich wohl gründlich missverstanden.

    Beispiele für nicht-normative Ethiken sind Prinzipienethik, Diskursethiken, und natürlich auch alle metaethischen Theorien. Ich sehe dort einen klaren Unterschied.
    Andererseits kann man den Begriff "nicht-normative Ethiken" auch viel breitgefächerter sehen, zumal es soweit ich das einsehen kann, ein relationaler Hilfsbegriff ist, (und somit kann man alles mögliche darunter verstehen was nicht 'normativ' ist). Besonders dann wenn man sich die kreative Freiheit nimmt, ihn auf nicht-normative Weise zu benutzten

    Aber richtig, ich hätte nachfragen sollen was du genau unter nicht-normativen Ethiken verstehst!

    Nun, so oder so begegnet man, wohl oder übel irgendwann dem üblichen Problem alsbald man sich in höhere Begriffsspheren vorwagt: man spricht dann irgendwann mit Sicherheit nicht mehr die gleiche Sprache. Der Turm von Babel lässt dann auf einmal unverhofft grüssen

    Nun, um noch einmal kurz zu erinnern, ich habe mir angewohnt beide Ausdrücke wie folgt zu benutzen: Moral für eine eher etablierte gesellschaftlich-globale Sichtweise - und Ethik für eher sektäre minoritäre Ansichten, bishin zu ganz persönlichen Perspektiven die sehr wohl im Widerspruch mit der etablierten Moral sein können. Ich sehe irgendwie keinen Sinn darin, von persönlicher Moral zu reden, wenn es sich bei diesem Begriff (wie bereits mehrfach zitiert) im Grunde um das Normensystem einer Gesellschaft handelt. Da sehe ich einen ziemlichen Widerspruch. Wenn ich aber von meiner eigenen Ethik, bzw. meinen eigenen ethischen Überlegungen spreche, dann macht es wieder Sinn. Und diese Differenzierung reicht mir für den Alltag mehr als aus.

  7. #16
    Avatar von Taoman

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    Re: Was ist Moral?

    Zitat Zitat von x-pat",p="237786
    CM: Was ist eigentlich die Moral?

    Solange wir unsere eigenen Moralvorstellungen und ethischen Prinzipien nicht hinterfragen, hindert uns unsere eigene Programmierung daran. Unser Denken ist durch die Gemeinschaft in der wir leben in der ihr zueigenen Weise geprägt. Die Inhalte dieser Prägungen sind häufig unbewusst (oder nur teilbewusst), deshalb kann man durchaus von einer Programmierung sprechen. Bei vielen Menschen kommt es erst gar nicht zu Reflektionsprozessen.

    x-pat
    Da der Begriff Moral hier ja bereits auf hohem Niveau ausgezeichnet analysiert wurde, möchte ich in schlichter und einfacher Form mein persönliches Empfinden hierzu kurz darstellen.

    Mir ist der Begriff Moral absolut nicht geheuer, er wirkt auf mich geheuchelt, verlogen, zwanghaft und vor allem dogmatisch und somit unfrei.
    In diesem Sinn finde ich das Nietzsche Zitat von X-pat auch wenn es auf manch einen heftig wirkt durchaus passend.

    Das Wort Ethik ist mir hingegen sehr sympathisch da ich damit ein freiwilliges und selbstverständliches handeln mit Herz und Verstand eben ohne dogmatische Regeln verbinde.
    Ethik ist für mich etwas freiwilliges, natürliches was aus der Tiefe des Bewusstseins entspringt und auf mitmenschlicher Erkenntnis und Liebe beruht.
    In diesem Sinn kann man mit ethischem handeln bestimmt nichts verkehrt machen, wohingegen man mit moralischem handeln Menschen töten kann.

    Der Begriff Moral ist doch meist nur als Zwangsjacke missbraucht worden um Menschen in den Griff zu bekommen und hörig zu machen.
    Das schlimme daran ist das jede Menge Menschen permanent danach schreien, vermutlich weil sie freiwillig vom Herzen noch nicht in der Lage sind ethisch zu leben, ohne Moral-Regeln.

    Weil er mir aus dem Herzen spricht, möchte ich dazu Jiddu Krishnamurti zitieren:

    Die konventionelle Moral vollständig abzulehnen, bedeutet im höchsten Maße moralisch zu sein, weil das, was wir die gesellschaftliche Moral nennen, die Moral des so genannten Anstandes, ganz und gar unmoralisch ist, sind wir doch konkurrenzsüchtig, habgierig,neidisch, nur auf unser eigenes Fortkommen bedacht – Sie wissen selbst, wie wir uns aufführen.
    Und das nennen wir gesellschaftliche Moral! Religiöse Leute reden über eine andere Moral, nur dass ihr Leben, ihr gesamtes Verhalten, die hierarchische Struktur der religiösen Organisationen und Glaubensregeln auch unmoralisch ist.
    Das abzulehnen sollte keine Reaktion darauf sein, weil eine Reaktion nichts weiter wäre, als in Form des Widerspruchs bloß eine abweichende Meinung zu vertreten.

    Wenn Sie es jedoch ablehnen, weil Sie es begriffen haben, dann ist das der höchste Ausdruck wirklicher Moral.

    Und genauso bedeutet die Verneinung der gesellschaftlichen Moral und die Ablehnung der Art und Weise, wie wir unser Leben führen, unser nettes kleines Leben, unser kümmerliches Denken und Existieren, die oberflächliche Genugtuung durch Ansammlung von Gütern – das alles abzulehnen, nicht als Reaktion, sondern aus der Erkenntnis der äußersten Stupidität
    und des destruktiven Charakters dieser Lebensweise – das alles zu verneinen bedeutet, zu leben.
    Das Verkehrte als Verkehrtes zu erkennen – dieses Schauen ist das Wahre.
    "Jiddu Krishnamurti"


    gruß
    taoman

  8. #17
    Babbelgosch
    Avatar von Babbelgosch

    Re: Was ist Moral?

    ja, so ähnlich sehe ich das auch:

    Moral ist, wenn man trotzdem lacht!

  9. #18
    Avatar von Jim Thompson

    Registriert seit
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    Beiträge
    896

    Re: Was ist Moral?

    welch sinnige Antwort.

    ...und ich dachte, sie bleiben unter sich.

  10. #19
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    11.01.2005
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    3.787

    Re: Was ist Moral?

    Auch wenn einige Menschen keine Moral haben wollen und darauf noch stolz sind mag es dennoch hilfreich sein Moralvorstellungen zu haben.

    Ich hatte mal geschrieben:

    Zitat Zitat von Ralf_aus_Do",p="207451
    ...Wissen und Erfahrung ist in meinen Augen mein ‚Eigentum’.

    Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

    Das ist ein kluger Satz, der kommt ja auch nicht von mir. Das ist kackfrech aus dem deutschen Grundgesetz abgepinnt (auch wenn ich mit meiner Definition von Eigentum etwas weit gegangen bin).

    Ich verdiene prinzipiell mein Geld mit dem verhökern meines Wissens (oder vielmehr mein Arbeitgeber verhökert mein Wissen, einen kleinen Teil des Geldes bekomme ich dann monatlich ausgezahlt). Dennoch glaube ich fest daran, daß mir Wissen und Bildung Pflichten auferlegt, dieses nicht mißbräuchlich zu verwenden. Ich hänge hier eventuell einem etwas antiquierten Moralbegriff nach. Hiermit sei auch schon die Frage beantwortet ob ich bereit sei, Verantwortung für Freundin und Kind zu übernehmen....
    Diejenigen, die hier meinen eine Art von Moral zu haben sei ´antiquiert´ werden auch weiterhin tun was ihnen beliebt und ihren Spaß daran finden. Sie sind aber bedauernswert, wenn irgendjemand in deren Umfeld dies genauso handhabt.

  11. #20
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Was ist Moral?

    @Taoman,

    Zitat Zitat von Taoman",p="238014
    Mir ist der Begriff Moral absolut nicht geheuer, er wirkt auf mich geheuchelt, verlogen, zwanghaft und vor allem dogmatisch und somit unfrei.
    In diesem Sinn finde ich das Nietzsche Zitat von X-pat auch wenn es auf manch einen heftig wirkt durchaus passend.
    Nietzsche wurde ja bekanntlich oft falsch verstanden und in negativem Sinne zitiert, da man den Mann ausserhalb seiner Lebensgeschichte betrachtet hat. Das Umfeld in dem er aufgewachsen ist und die moralische Biedermaiergesellschaft in der er gelebt hat, rechtfertigen die Vehemenz und die Wut dieses Mannes nämlich irgendwie. Und da er ein Mann war der frei von er Leber geredet und geschrieben hat, brachte er natürlich auch seine (berechtigte) Empörung über die damalige Geselschaft zum Ausdruck.

    Das Wort Ethik ist mir hingegen sehr sympathisch da ich damit ein freiwilliges und selbstverständliches handeln mit Herz und Verstand eben ohne dogmatische Regeln verbinde.
    Ethik ist für mich etwas freiwilliges, natürliches was aus der Tiefe des Bewusstseins entspringt und auf mitmenschlicher Erkenntnis und Liebe beruht.
    Wie du dir denken kannst, nähern sich unsere Auffassungen hinsichtlich der Ethik ganz schön. Aber wir sind deswegen nicht aus dem Schneider.

    Denn der Begriff Ethik hat (ähnlich wie Moral), ob wir es wollen oder nicht, mehrere Bedeutungen. Bei dieser Sicht von Ethik könnte man uns ganz leicht eine im Grunde genauso "autoritäre Perspktive" von Ethik und Moral unterjubeln, wie die die wir kritisieren (oder die uns wörtlich nicht geheuer ist). Ähnlich wie es Freund Nietzsche ergangen ist.

    Um dies zu vermeiden muss man pluralistischer an die Sache rangehen, leben und leben lassen und nie aus den Augen verlieren dass jeder Betrachter das Betrachtete beeinflusst. Ansonsten könnten Aussenstehende leicht- und zurecht glauben dass alleine die Darlegung einer x-beliebigen Form von Ethik, eine neue Moral darstellen könnte, die einfach nur der Ihrigen widerspricht.

    Die Katze beißt sich halt selbst in den Schwanz, wenn man ihn ihr wedelnd vor die Nase hällt. Und aus dem Ethiker wird auch im Handumdrehen ein Moralist, und wenn er noch soviele menschlichen und positiven Ideen vertritt

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