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Isaan Kultur am Ende?

Erstellt von x-pat, 09.07.2004, 12:12 Uhr · 20 Antworten · 1.635 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
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    7.208

    Re: Isaan Kultur am Ende?

    x-pat, Thailand kann man derzeit noch nicht als NIC bezeichnen, zumindest nicht über das ganze Land betrachtet. Dahin ist es auf jeden Fall noch ein weiter Weg, obwohl sich in den letzten 15 Jahren schon viel getan hat. Ich habe irgendwie den Eindruck, du warst noch nicht wirklich im Isaan, oder?
    Chak,

    Zu meinen Isaan Erfahrungen hatte ich ja schon im letzten Posting eindeutig Stellung genommen. Was die Frage betrifft ob Thailand ein NIC ist, darüber kann es eigentlich keinen Zweifel geben. Thailand wird ja schon seit Ende der 80er Jahre von der Weltbank und anderen Organisation als NIC klassifiziert. Die Frage ist eher: wie lange genau ist "newly industrialized" eigentlich "new", oder wo ist der Übergang vom NIC zum IC (Beispiel: Taiwan)? Diese Frage hat sich das Aussenministerium auch schon einmal gestellt als es darum ging die Förderprogramme für Thailand neu abzustecken. Dein Einwand hat natürliche eine gewissen Berechtigung wenn man die regionalen Unterschiede in Thailand in Betracht zieht. Ausser dem Isaan gibt es unterentwickelte Provinzen in den Grenzgebieten zu Burma und Malaysia. Die sind gewissermassen noch nicht "up to NIC".

    Möchte eigentlich nur darauf aufmerksam machen, dass die Verwendung des Begriffs des Altruismus (und Parasitentums) zur Charakterisierung sozialer Verhaltensweisen in Thailand - insbesondere im Issaan - wenig treffend ist. Dies muß um so mehr gelten, wenn zur Definition des Altruismus vom Fragesteller selbst der Begriff der "Gegenseitigkeit" (reciprocity) verwandt wird.
    Wenn aber "Gegenseitigkeit" der eigentlich charakterisierende Begriff ist, dann stellt sich als Nachfrage, warum die Issaan Kultur am Ende sei, wenn die gleichen Wissenschaftler festgestellt haben, dass "reciprocity is shown to be an evolutionary stable strategy"?
    Waanjai,

    Möglicherweise verwechselst du da etwas. Die Begriffe sind folgermassen definiert. (a) Altruismus ist eine kooperative Strategie bei der Leistungen für andere erbracht werden ohne das das Ausbleiben von Gegenleistung bestraft wird. (b) Parasitentum ist eine unkooperative Strategie bei der Leistungen von anderen in Anspruch genommen werden ohne das Gegenleistung erbracht wird. Beide Strategien sind nicht reziprok! Spieletheoretisch kann sich eine Population von Altruisten nur so lange halten, wie die Mehrheit altruistisch ist. Sie ist daher instabil. Stabile Strategien (ESS) sind jedoch reziprok, d.h. sie belohnen kooperatives Verhalten und bestrafen unkooperative Verhalten (R. Axelrod).

    Ich sehe deshalb nicht den direkten Zusammenhang zwischen der ökonomischen Entwicklung Thailands und "einem Verfall der Gegenseitigkeit".
    Diesen Zusammenhang sehe ich schon. Nur ist es nicht der Verfall der "Gegenseitigkeit", sondern der Verfall des "Agroaltruismus" zugunsten einer komplex-reziproken Strategie die dem Industriezeitalter und der Marktwirtschaft besser angepasst ist. In anderen Gebieten Thailands ist dieser Übergang ja schon fast vollzogen.

    X-Pat

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