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Integration der Chinesen in Thailand

Erstellt von woody, 26.01.2005, 15:09 Uhr · 31 Antworten · 2.341 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von DisainaM

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    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Zitat Zitat von Dieter1",p="210143
    Zitat Zitat von Rene",p="210079
    Stammt nicht die Urbevölkerung Thailands aus dem Süden Chinas? Würde einiges erklären.
    ich lese immer wieder in geschichtlichen Abhandlungen ueber Thailand, dass die Thais aus Suedchina ins heutige Thailand eingewandert sein sollen.
    Der Fehler steckt in der Logik, oder anders,
    Teile der Urbevölkerung Thailands stammen aus einem Gebiet, daß heute zu Süd-China gehört.

    Tibet gehört heute auch zu China, dennoch sollte jemand, der in 500 Jahren sich mit der dortigen Kultur beschäftigt,
    ebenso die Feinheit verstehen,
    daß China sich das Gebiet von Süd-Yunan einverleibt hat,
    und es dennoch bis heute nicht geschafft hat, die dortige Kultur zu assimilieren.

    Heutige Geschichtstabellen über Thailand beginnen meist im 8 Jahrhundert,
    und immer wieder wird der kulturelle Raum des Theravada-Buddhismus von Süd-Yunan als 'China' bezeichnet,
    obwohl allen klar ist, daß die Bevölkerungsverschiebung von Süd-Yunan nach Zentral-Thailand weder einen 'importierten Mahayana-Buddhismus' mit sich zog, noch eine Bevölkerungsgruppe, die ein anderes Thai sprach, als in Süd-Yunan vorherrschte.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von DisainaM

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    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    P.S.
    Siam wurde in Aufzeichnungen erstmalig 639 vor Chr. in kamodschanischen Aufzeichnungen erwähnt.

    Jitr Poomsug wrote in " The History of the words– Siam-Thai-Lao and Khom, p. 99 " that the oldest word of "Siam " was found at the inscription of 639 AD in Cambodia (Inscriptions du Cambodge II, Coedes p 70 cf. Corpus de Inscriptions du Cambodge I, planche XXXII) in a name of a person who donated land to the house of God .
    Quelle

  4. #13
    woody
    Avatar von woody

    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Zitat Zitat von Dieter1",p="210033
    Woody,

    als in Bangkok ansaessiger weisst Du doch, dass ohne die Chinesen hier nichts laeuft......
    @Dieter, wie kommst du drauf, dass ich in Bangkok ansässig bin ;-D ?

    Bisher habe ich dort, immer nur einige Tage oder Wochen verbracht, aber das wird sich bald ändern ;-D

    Zitat Zitat von Jinjok",p="210074
    .....Doch zurück zu den Chinesen. Deren gute Integration ist in erster Linie einer überdurchschnittlichen Bildung zu verdanken, die ihnen auch später Erfolg im Beruf verspricht. In zweiter Linie aber ist es doch die wirtschaftliche Macht, die es den Chinesen ermöglicht, sich genau soweit im Lande zu integrieren, wie es vorteilhaft ist - ohne ihre nationale Indentität und Kultur ganz aufzugeben.
    Jinjok
    @Jinjok, das deckt sich mit meinen Beobachtungen, aber es erklärt nicht, wieso die Chinesen es gerade in Thailand geschafft haben und z.B. in Vietnam nicht.
    Und wie erklärst du die besonders guten Beziehungen zwischen beiden Ländern?

    @DisainaM, du hast beschrieben, dass es unterschiedliche chinesische Auswanderungswellen und auch Gründe gab, z.B. hast du die Reste der Kuoming-Tang oder die Sino-Christen erwähnt, die durch ihr sektiererisches Verhalten es auch in Thailand nicht schafften integriert zu werden. Aber um bei diesen beiden Gruppen zu bleiben, sie wollten auch niemals integriert werden. Die Kuoming-Tang träumte bis vor ein paar Jahren noch vom Endsieg und die Sino-Christen träumen noch immer von Amerika.
    Das beantwortet aber nicht die Frage, warum z.B. die taoistisch/buddhistisch geprägten Einwanderer in Thailand fussfassen konnten aber in Vietnam und Kambodscha Fremde blieben.

    gruss woody

  5. #14
    Avatar von DisainaM

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    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Zitat Zitat von woody",p="210234
    @DisainaM, du hast beschrieben, dass es unterschiedliche chinesische Auswanderungswellen und auch Gründe gab, z.B. hast du die Reste der Kuoming-Tang oder die Sino-Christen erwähnt, die durch ihr sektiererisches Verhalten es auch in Thailand nicht schafften integriert zu werden. Aber um bei diesen beiden Gruppen zu bleiben, sie wollten auch niemals integriert werden. Die Kuoming-Tang träumte bis vor ein paar Jahren noch vom Endsieg und die Sino-Christen träumen noch immer von Amerika.
    Das beantwortet aber nicht die Frage, warum z.B. die taoistisch/buddhistisch geprägten Einwanderer in Thailand fussfassen konnten aber in Vietnam und Kambodscha Fremde blieben.

    gruss woody
    Klammern wir die 'Süd-Yunan-Chinesen' aus, die wegen gleicher Sprache und gleicher religiöser Wurzeln sowieso kein Anpassungsproblem hatten,
    so findet man unter den taoistisch/buddhistischen Einwanderern ebenfalls beide Gruppen,
    diejenigen, die sich integriert haben, und in Phuket-Town wie in anderen Teilen Thailands ihre Kinder in thailändische Schulen schicken, in thailändischen Wohngebieten leben, und mit Thais Geschäfte machen,
    wie auch diejenigen, die bevorzugt in Bkks China Town leben, ihre Kinder dort in chinesisch geprägte Thaischulen schicken, und sich vornehmlich auf Geschäfte mit 'Gleichgesinnten' konzentrieren.

    Natürlich findet unter den integrationswilligen Chinesen ein kultureller Aufweichungsprozess statt, sodass man in gemischten Thai-chinesischen Ehen häufig feststellen kann,
    daß der chinesische Altar der Ehefrau am Boden steht,
    während der theravada-buddhistische Altar des Mannes an der Wand ist,
    wobei sich die gemeinsamen Kinder häufig in der theravadabuddhistischen Religion des Vaters (und auch der Mitschüler) wiederfinden.

    Auf der anderen Seite gibt es die alten chinesischen Kaufmannskasten, wo die Familien Handelsniederlassungen an mehreren Orten Südost Asiens gründeten, und wo die entsandten Familienmitglieder ihrer Tradition und Heiratspolitik über Jahrhunderte treu blieben,
    und ihre Kultur bis heute leben.

    Teilweise zeugen die unterschiedlichen chinesischen Tempel in Bkk von unterschiedlichen Einwanderungswellen,
    da es bei den nicht Integrationswilligen zu einem kulturellem Konservierungsprozess kam,
    den wir heute z.B. auch bei deutschen Aussiedlergemeinschaften in Chile wiederfinden, wo die deutsche Kultur des 18. Jahrhunderts gelebt wird.

    Doch Integration setzt nicht nur Integrationsbereitschaft bei den Einwanderern vorraus, sondern auch bei der Bevölkerung.
    Hier spielt der Umgang mit 'Mischlingskindern' eine entscheidene Rolle.

    Kambodscha und Vietnam hatten immer wieder 'Reinigungswellen', wo Mischlingsabkömmlinge nicht nur Ausgrenzung erfuhren.
    Selbst die Nach-Pol Pot Aera, der ja in den kambodschanischen Grenzgebieten sämtliche Mischlingsehen und Kinder töten ließ,
    gibt da aktuelle Beispiele.
    So fanden die 'Soldatenkinder' der vietnamesischen Armee in Kambodscha ihr Überleben fast ausschließlich im Rotlicht, weil die normale Gesellschaft keinen Platz für sie hatte.
    Selbst heute ist dies nicht anders, weshalb man in den Rotlichtbezirken hauptsächlich Mischlingskinder aus der UN-Missionszeit finden kann.

    In Vietnam nannte man sie 'Kinder des Sandes', und wurden vom gesellschaftlichen Leben ähnlich ausgegrenzt.

    Da in manchen Ländern der Eugenik-wahn, oder der Wahn von der Reinheit des Erbgutes derart ausgeprägt ist,
    hatten Einwanderer nur durch den inneren Zusammenhalt eine Chance zu überleben.
    Über Jahrhunderte prägte dies dann ein Gruppenbewußtsein, daß der mangelnden Integrationsbereitschaft der Gastgesellschaft die Antwort gab,
    - egal, wir wollen gleich sowieso nicht mit euch -.

    Gruss
    DisainaM

  6. #15
    woody
    Avatar von woody

    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    @DisainaM es gibt einige Aspekte an den Sino-Thais, die ich mir nicht erklären kann. So unterstützen sie die Mainland Regierung in brisanten politischen Fragen aus einer Lage ohne Not.
    In Hongkong z.B. steht man bei dieser Angelegenheit Peking nicht geschlossen zur Seite.
    Die Sino-Thais, die ja politisch unabhängig von Peking sind, haben aber keine Probleme der kommunistischen Regierung, bei derartigen Vorgehen den Rücken zu stärken.

    Hier ein Beispiel:
    Copyright by People´s Daily Online Wednesday, February 21, 2001

    Organizations of Overseas Chinese in Thailand Condemn Falun Gong Cult
    The General Chamber of Commerce and other organizations of overseas Chinese residing in Tailand held a forum here yesterday to denounce the Falun Gong cult.

    Addressing the forum, Zheng Mingru, president of the forum, and Zheng Junying, executive president, denounced the cult´s vicious anti-society nature.

    They called on all Chinese residing in Thailand and Thai citizens to guard against the evil cult, and not to be hoodwinked by the cult.

    They also urged the Thai government to ban the Falun Gong from setting up organizations within the Thai territory.

    All participants voiced their unanimous support to the Chinese government in banning and cracking down on the cult.
    Damit es keine Unstimmigkeiten gibt, ich möchte nicht über die Sekte diskutieren.
    Mich wundert es halt, dass die Vertreter des thai-chinesischen Kapitals die restriktive Politik Pekings gegen eine religiöse Sekte unterstützen

  7. #16
    Avatar von DisainaM

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    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Am Beispiel von Tung ChiWa in Hong Kong konnte man seinerzeit gut erleben,
    wie eine Art vorauseilender Gehorsam nach Peking, eine psychologische Selbstberuhigung für die Risiken der Chinainvestoren bewirken sollen.

    Schaut man sich in Shanghai, Shzensen oder auch Peking selbst,
    die milliardenschweren Investitionen der Auslandschinesen an,
    so wird man von dieser Gruppe bestimmt nichts regierungskritisches erwarten können.

    FalunGong ist noch ein einfaches Thema, Profil zeigen zu können,
    bei Themen, wie Organhandel hält man sich lieber zurück,
    ebenso wie bei Themen, wie Afrikahandel mit Teilen bedrohter Tiere, zum Nachschub für die traditionelle chinesische Medizin.

  8. #17
    Avatar von x-pat

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    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Das die ersten Wurzeln der thailändischen Nation in das 13te Jahrhundert zurückgehen ist kein Zufall. Dafür waren zwei Faktoren verantwortlich:

    (1) Der allmähliche Untergang des Khmer Reiches
    (2) Die Eroberung China's durch Genghis Kahn

    Letzters führte vermutlich zu einer Massenflucht der Yunan Chinesen nach Süden, sprich in die nördlichen Bereiche Thailands, über den die Khmer zu dem Zeitpunkt keine vollständige Kontrolle ausübte. Ein wichtiger Grund war vermutlich die damals dichte Bewaldung des Gebiets, die es für eine Kavallerie-basierte Armee (wie die Mongolen) sehr schwer machte dort einzudringen.

    Vor dieser Zeit waren die Khmer und die Mon hier, davor die Inder. Vor dem 8. Jhdt. war Siam mehr oder weniger "terra inkognita" mit vereinzelten unbedeutenden Stämmen und Bervölkerungsgruppen.

    X-Pat

  9. #18
    woody
    Avatar von woody

    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Zitat Zitat von x-pat",p="210412
    .....Vor dem 8. Jhdt. war Siam mehr oder weniger "terra inkognita" mit vereinzelten unbedeutenden Stämmen und Bervölkerungsgruppen.
    X-Pat
    x-pat, da hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Archäologie einiges getan, dass das Weltbild verändert hat.

    Nach der Endeckung und Erforschung der Ban Chiang Kultur wird sogar angenommen, dass hier auf dem Gebiet des heutigen Thailand die älteste Kultur der Menschheit angesiedelt war.

    Die Funde in Ban Chiang, man kann sie u.a. in Bangkok auf dem Gelände des Suan Pakard Palastes - Si Ayutthaya Rd. besichtigen, lassen vermuten das diese Kultur älter ist als z.B. die Sumerisch-Babylonische, Ägyptische oder Chinesische.

  10. #19
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    Zitat Zitat von Dieter1",p="210033
    Die Chinesen taugen fuers Geschaeft, die Thais lediglich fuer Sanuk und davon allein haelt sich kein Staat ueber Wasser.
    Schön, dass hier auch solche Vorurteile gepflegt werden.

  11. #20
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Integration der Chinesen in Thailand

    reg Dich nicht unnötig auf , chak2
    ist nur ein Pups im www. ;-D

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