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Impfungen gegen Malaria / Hepatitis ?

Erstellt von MichaelNoi, 17.02.2002, 20:27 Uhr · 22 Antworten · 2.629 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Jinjok

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    Re: Impfungen gegen Malaria / Hepatitis ?

    Aus der Frankfurter Rundschau vom 22.03.2002

    K.o.-Schlag für das Sporentierchen

    Medikament gegen Malaria erfolgreich getestet / Relativ geringe Herstellungskosten

    Von Georg Kronenberg

    Erstmals ist ein neues Medikament gegen Malaria, das den Infektionsweg der Tropenkrankheit kappen soll, erfolgreich am Menschen getestet worden. Das hat ein Sprecher der Gießener Entwicklerfirma Jomaa Pharmaka beim Treffen deutscher und holländischer Parasitologen in Travemünde berichtet.


    GIESSEN / TRAVEMÜNDE. Gute Nachrichten hatte Biologe Jochen Wiesner am Mittwochnachmittag seinen Forscherkollegen zu vermelden: Nach rund zwei Tagen seien alle Malariapatienten parasiten- und fieberfrei gewesen. Das ist laut Wiesner, Mitarbeiter von Jomaa Pharmaka, das Ergebnis einer klinischen Studie mit 20 Testpersonen in Thailand und Gabun. Bei den im Herbst 2001 gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführten Untersuchungen war erstmals das Antibiotikum Fosmidomycin beim Menschen als Medikament gegen Malaria eingesetzt worden. "Das ist ein Durchbruch, weil das seit 20 Jahren der erste neu entwickelte Wirkstoff gegen Malaria ist", sagt Steffen Borrmann vom Tübinger Institut für Tropenmedizin, der die Studie vor Ort nach WHO-Vorgaben geleitet hat. Denn gegen viele Medikamente hätte der Malariaerreger Plasmodium falciparum, auch Sporentierchen genannt, längst Resistenzen gebildet.

    In Afrika wirksame Mittel wie Lariam oder Malorone kämen für den Großteil der Patienten dort nicht in Frage, weil sie wegen hoher Herstellungskosten viel zu teuer seien. Das vor mehr als 20 Jahren von einer japanischen Firma entwickelte Fosmidomycin, das nie in den Handel gekommen war, würde dagegen nur ein Bruchteil in der Herstellung kosten, sagt Borrmann.

    Für einen großflächigen Einsatz sei allerdings die Kombination von Fosmidomycin mit einem anderen Antibiotikum nötig - um der Resistenzbildung bei den wandlungsfähigen Sporentierchen vorzubeugen, sagt Hassan Jomaa, Geschäftsführer der Gießener Entwicklerfirma. Klinische Studien mit der Mittelkombination seien noch nicht abgeschlossen, aber bislang sehr erfolgreich. Jomaa geht davon aus, dass ein Kombipräparat etwa 2006 marktreif sein könnte.

    Vor knapp vier Jahren war ein elfköpfiges Forscherteam um den 36-jährigen Mediziner an der Gießener Universität einer Schwachstelle des Malariaerregers auf die Spur gekommen. Damit der Parasit wachsen kann, muss er so genannte Isoprenoide herstellen. Den Wissenschaftlern war es gelungen, durch das Fosmidomycin ein Enzym zu blockieren, dass vom Malariaerreger zum Isoprenoid-Stoffwechsel genutzt wird. "Der Erreger stirbt dann ab", sagt Jomaa. Für den Menschen, der auch auf Isoprenoide, wie zum Beispiel Cholesterin angewiesen ist, sei das ungefährlich, erläutert der Gießener Molekularbiologieprofessor Ewald Beck, unter dessen Federführung die Forschungen stattgefunden hatten: "Der Mensch holt sich die Isoprenoide auf einem ganz andern Weg als der mit Pflanzen verwandte Malariaerreger." Nebenwirkungen sind laut Beck bei Fosmidomycin bislang nicht bekannt.

    Die Entdeckung des neuen Therapiekonzepts gegen die Tropenkrankheit war 1998 der Auslöser für die Ausgründung der Firma Jomaa Pharmaka aus der Gießener Universität. Das mittlerweile 23-köpfige Team von Biologen, Chemikern und Ärzten erforscht inzwischen auch, ob sich Tuberkulose-Erreger oder das für Magen-Darm-Geschwüre verantwortliche Helicobacter pylori-Bakterium mit Fosmidomycin-ähnlichen Substanzen unschädlich machen lassen.

    Außerdem wollen die Wissenschaftler vom Malaria-Parasiten lernen. Sie wollen seine Technik, mit der er das menschliche Immunsystem austrickst, im Kampf gegen Multiple Sklerose nutzen. Bei der Krankheit wird Hirngewebe durch eine Fehlfunktion des menschlichen Immunsystems zerstört. Im Herbst hat dazu eine Studie mit 80 Patienten am Gießener Klinikum begonnen, die bis 2004 laufen soll.

    Mit 2,9 Millionen Euro haben die Gießener laut Bundesforschungsministerium die höchste Einzelförderung vergangenes Jahr aus dem "BioChance"-Programm für Start-Up-Unternehmen erhalten. Die Europäische Union unterstützt die Tuberkulose-Forschungen mit 1,5 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 1,8 Millionen Euro von der EU für das Malaria-Projekt.



    [ document info ]
    Copyright © Frankfurter Rundschau 2002
    Dokument erstellt am 21.03.2002 um 23:59:42 Uhr
    Erscheinungsdatum 22.03.2002




  2.  
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  3. #22
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Impfungen gegen Malaria / Hepatitis ?

    Neueste Erkenntnisse zum Thema Malaria
    Der Malariaverlauf

    Die Erreger (Plasmodien) werden durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen. Dabei gelangen die Sporozoiten (Sichelkeime) in den Blutkreislauf und innerhalb weniger Minuten in die Leberzellen. Dort vermehren sie sich zu Schizonten, aus denen sich dann Tausende von Merozoiten entwickeln. Diese gelangen nach der Inkubationszeit von 8 - 28 Tagen (je nach Malariatyp) ins Blut und befallen die Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Dort vermehren sie sich weiter, die Blutkörperchen werden aufgebraucht und aufgelöst. Die dabei freigesetzten Substanzen der Parasiten erzeugen die typischen Fieberanfälle. Die freigewordenen Parasiten suchen sich neue Blutkörperchen und zerstören auch diese.Nach einem weiteren Entwicklungsstadium entstehen nach ca. 11-24 Tagen Gamonten, die bei einem Stich wieder von Mücken aufgesaugt werden können.

    Das Biochemie-Zentrum Heidelberg und Arbeitskreis Tropenmedizinische Forschung Heidelberg (TMH)
    http://www.uni-heidelberg.de/zentral/bzh/malaria.html schreibt dazu: Die Malariaerreger, winzige Parasiten der Gattung Plasmodium, werden durch den Stich weiblicher Anophelesmücken übertragen. Zur Krankheit kommt es, wenn sich diese Parasiten in Erythrozyten, den roten Blutkörperchen des Menschen, hochtourig vermehren. Immer neue Erythrozyten werden in diesem ungeschlechtlichen Vermehrungszyklus der Erreger befallen. Nur ein geringer Teil der Parasiten entwickelt sich zu Gametozyten, mit denen sich Anophelesmücken bei einer Blutmahlzeit infizieren können. Von den drei klassischen Formen der Malaria (Tropica, Tertiana und Quartana) ist die Malaria tropica, nach ihrem Erreger auch Falciparum-Malaria genannt, die weitaus gefährlichste. Das klinische Bild der Malaria ist bestimmt von heftigen Fieberschüben. Bei der Malaria tertiana kommt es an jedem dritten Tag zu hohem Fieber, bei der Malaria quartana an jedem vierten, bei der Malaria tropica ist das Fieber unregelmäßig. Ausgelöst werden die Fieberschübe durch das Platzen der Erythrozyten, wobei 10-20 g Fremdprotein direkt in die Blutbahn freigesetzt werden. Damit ist die Malaria die Sepsis, die Blutvergiftung, schlechthin.
    Die Fieberschübe beginnen mit stundenlangem Schüttelfrost, dann folgt ein etwa zweistündiges Fieberplateau, und anschließend entfiebert der Patient mit erschöpfenden Schweißausbrüchen. Ein solcher Schub kostet bis zu 5000 kcal. Dies und die Tatsache, daß parasitierte Erythrozyten etwa 100mal soviel Glucose verbrauchen wie normale Zellen, können zu lebensbedrohender Erschöpfung der Energiereserven des Patienten führen. Zum Krankheitsbild der Malaria gehören neben Fieber ein vernichtendes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine ausgeprägte und bei Kindern oft groteske Vergrößerung der Milz. Die Milz ist das Organ, in dem die parasitierten Erythrozyten aus dem Blut abgefangen und zerstört werden - sie muß daher enorme Entgiftungs- und Stoffwechselleistungen vollbringen.

    Die Diagnose erfolgt durch eine mikroskopische Untersuchung des Blutes. Dabei ist es vorteilhaft, eine Blutprobe bei Fieber zu entnehmen, da in fieberfreien Phasen meist keine Parasiten im Blut feststellbar sind. Im südlichen Afrika kann jedes Krankenhaus diese Untersuchung vornehmen. Mittlerweile sind praktisch überall Einwegspritzen im Einsatz, trotzdem ist auf Hygiene zu achten.
    Wichtig: Sollten Sie erst nach der Rückkehr in Europa Malariaverdacht haben, fragen Sie unbedingt Ihren behandelnden Arzt, wie lange die Laboruntersuchung dauert. Sollte das Ergebnis nicht am nächsten Tag vorliegen unbedingt einen Tropenarzt aufsuchen. Scheuen Sie sich nicht bei auftretendem Fieber auch mitten in der Nacht ein Krankenhaus aufzusuchen.
    Sollten Sie Prophylaxe eingenommen haben, kommt es durchaus erst Wochen nach der Beendigung zum Ausbruch einer Malaria. Da dann die Afrikareise häufig bereits zwei Monate zurück liegt, ist der Zusammenhang nicht auf den ersten Blick erkennbar.
    Eine Prophylaxe mit Chloroquin + evtl. Paludrine läßt die Malaria i.d.R. schwächer verlaufen, deshalb kann auch leichtes Fieber ein Anzeichen für Malaria sein. Da die Anzahl der Erreger durch die Prophylaxe gering gehalten wird, wird meist bei einer Blutuntersuchung keine Malaria festgestellt. Bei anhaltend leichtem Fieber hilft dann nur ein Absetzen der Prophylaxe um einen gesicherten Bluttest durchzuführen.

    Hilfe zur Selbstindikation:
    1. Bin ich bereits mindestens 7 Tage im Malariagebiet ?
    2. Stimmen die Symptome wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Rückenschmerzen und Fieber ? (nicht immer treten Schmerzen auf aber immer Fieber)
    3. Fehlen Grippemerkmale wie Schnupfen oder Halsweh ?

    In Deutschland gibt es MALAQUICK, einen Malaria Schnelltest zur Erkennung von Malaria Tropica und tertinana. Leider nur 6 - 12 Monate haltbar bei max. 37 Grad und relativ teuer (ca. 36 Euro). Im südlichen Afrika erhält man ebenfalls einen Schnelltest für ca. 5 USD, allerdings nur für Malaria Tropica.

    Die Malaria-Arten

    Malaria tropica / M.cerebral (Erreger = Plasmodium falciparum)
    Die am häufigsten im südlichen Afrika vorkommende Malariaart (ca. 90% aller Fälle)
    Vom Stich bis zu den ersten Symptomen (Inkubationszeit) vergehen ca. 6 bis 14 Tage.
    Danach Abgeschlagenheit,Gliederschmerzen,Rückenschmerzen und Fieber. Das Fieber verläuft unregelmäßig, durchaus bis über 41 Grad.
    Sehr schneller Fieberanstieg; häufig mit Schüttelfrost noch bevor das Fieber richtig beginnt.
    Meist geht das Fieber nach ca. 8 Std wieder auf unter 38 Grad zurück.
    Gelegentlich mit Durchfall verbunden.
    Die befallenen Erythrozyten lagern sich an den Gefäßwänden an und begünstigen Trombenbildung.
    Dadurch wird die Organdurchblutung gestört bis hin zum Versagen von Nieren und anderen Organen, beziehungsweise Gehirnstörungen. Dies klingt sehr dramatisch, doch bei einer schnellen Behandlung ist die M.tropica voll ausheilbar.
    Im Gegensatz zu vielen deutschen Ärzten sind wir der Meinung, daß man bei auftretendem Fieber mit den genannten Symptomen im südlichen Afrika immer von einer Malaria auszugehen hat und unverzüglich notfalls auch ohne gesicherte Diagnose mit einer Malariabehandlung beginnen sollte.
    Die meisten Komplikationen und Todesfälle treten durch eine Verschleppung der Malaria tropica auf !! Unbehandelt führt die Malaria Tropica in ca. 30 % der Fälle zum Tod.

    Malaria tertiana / (Erreger = Plasmodium Vivax)
    Inkubationszeit 12 bis 20 Tage.
    Erste Symptome wie bei Malaria tropica. Danach jedoch regelmäßige Fieberschübe alle 48 Std. d.h. jeden dritten Tag. Dazwischen ist man praktisch fieberfrei.
    Die Ausschüttung der Merozoiten aus der Leber ins Blut erfolgt synchronisiert. Die befallenen Erytrozyten zerfallen, wovon die Fieberschübe ausgelöst werden.
    Einige Sporozoiten überleben als sogenannte Hypnozoiten in der Leber, vermehren sich oft erst nach Jahren und führen dann zu erneuten Anfällen.
    Um ein Überleben der Erreger in der Leber zu verhindern, sollte nach der allgemeinen Behandlung zusätzlich noch Primaquin eingenommen werden.

    Malaria quartana (Erreger = Plasmodium malariae)
    Verlauf wie bei M.tertiana, jedoch Fieber jeden 4.Tag.

    Aus Gesunbdheitsdienst.

  4. #23
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Impfungen gegen Malaria / Hepatitis ?

    N[move:94d7e12ee1]Doppelt[/move:94d7e12ee1]

    [schild=13]Gruss Otto[/schild]

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