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Im Ruhestand (Beamter) nach Thailand umziehen

Erstellt von Tarsier, 08.05.2005, 20:10 Uhr · 45 Antworten · 21.440 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Tarsier

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    Umzug:

    Im April sind die Möbel und die Boxen abgeholt worden. Ja es war weniger geworden, aber trotzdem ist noch alles vollgestanden. Ich habe dann doch mein Phlegma überwunden und einige wenige Dinge über Ebay verkauft.

    Die Wohnung hatten wir zum 31.05.2010 gekündigt und da ich noch Urlaubsanspruch hatte Mitte Mai nach Bayern zu meinem jetzigen ersten Wohnsitz migriert.

    Anfang Mai hatten wir eine Gespräch mit unserem Vermieter, der sehr positiv dazu eingestellt war, daß wir die noch vorhanden Möbel in der Wohnung belassen. Allerdings muß ich dazu sagen, daß unsere Möbel keine Billigprodukte waren und sein Sohn, der gerade geheiratet hatte, in die Wohnung einziehen wollte. So war das Restproblem gelöst.

    Uns wurde wiederum bewußt, daß wir kaum mehr materielle Sachen haben. Unsere Habseligkeiten (einschliesslich der letzten Balikbayanbox, die wir noch in Darmstadt zum Versand abgegeben haben) haben wir in unser (am Tag vor dem Abflug nach Davao abzugebendes) Auto bepackt haben und sind nach Süden zu meiner Tochter gefahren, die auch noch ein paar Gegenstände haben wollte.

    Und auf der Fähre über'm Bodensee wurde nochmals klar: "Die zwei Koffer sind alles was von unserer Existenz in Deutschland übriggeblieben ist". Und wie bei Hans im Glück überkam mich ein Glücksgefühl, daß ich noch nie erlebt habe: "Ich bin frei". Gut, wenn man die gesicherte Versorgung und das neu gebaute Haus in Davao betrachtet, kann man das Ganze sicher noch steigern. Aber ich glaube nicht, daß ich das wirklich erleben will.

    Ja, unser Haus in Davao war Ende Mai 2010 fast fertig. Baubeginn war im November 2009. Das Haus wurde nach meiner Idee von meiner Schwägerin, die Architektin ist, geplant und ausgeführt. Da das Grundstück nur 80 m² groß ist, haben wir voll bebauen müssen. Aus Sicherheits- und Wärmeschutzgründen haben wir die Längsseiten (ca. 13 m) ohne Fenster errichtet. Auf der Breitseite vorn ist die Garagenzufahrt und der Eingang, auf der Breitseite hinten eine nicht überdachte Freifläche von ca 2m² für Wäschewaschen und der "geheime Tunnel" (ein 40 x 120 cm großer Zugang zum Haus meiner Schwiegereltern).
    Die Bauarbeiten haben Verwandte und Bekannte durchgeführt. Die Bauüberwachung hatten die Eltern meiner Frau inne und die zweite Schwester meiner Frau, war für die Kostenüberwachungaufstellung und Bezahlung des Materials und der Arbeiter zuständig.

    Mitte Juni sind wir mit zwei Koffern in Davao angekommen und hatten ein Haus, das uns in der Realität, noch mehr positiv gefallen hat, als auf Fotos.

    Fortsetzung folgt

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Schwarzwasser

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    Hallo,

    erstmal Glückwunsch, daß es doch wohl relativ reibungslos funktioniert hat.

    Jetzt bleibt ja nur noch Gesundheit und viel Glück für die Zukunft zu wünschen. Danke für diesen sachlichen und absolut vernünftigen Bericht, der in, sagen wir etwa 15 Jahren für mich hoffentlich auch umsetzbar wird. Bis dain wird sich sicherlich an der Rechtslage und bei der KraVers und der Beihilfe das eine oder andere noch ändern.

    Grüße vom noch diensttuenden Beamten ilR (in lauernder Ruhestellung)

    Rainer

  4. #43
    Avatar von Tarsier

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    Umzug (über Abschiedsproblemen von meinen Kindern und meiner Muuter, meine gute Erfahrung mit den philippinischen Behörden, neu gewonnenen Freunden schreibe ich bewußt nicht):

    Danke Schwarzwasser für die guten Wünsche. Ich bin sicher, Du wirst es schaffen. Die Zeit geht so schnell vorbei und je älter man ist/wird, umso schneller.
    Wenn ich unsere Ankunft in Davao und das, was zwischenzeitlich geschehen ist, betrachte, habe ich tatsächlich den Eindruck, daß die Zeit schneller vergangen ist, als in Deutschland.

    Als wir auf den Philippinen angekommen sind, haben wir realisieren müssen, daß das mit Glücksgefühl zurückgelassene Hab und Gut uns schlichtweg fehlt. Beim Hausbau war eine Klimaanlage von meiner Schwägerin eingeplant. In der Zwischenzeit sehe ich das ein, aber ich wollte am Anfang überhaupt keine Klimaanlage kaufen. Ich gehe davon aus. daß sich jeder selbst ausrechnen kann, was es kostet, eine Wohnung mit Klimaanlage, Waschmaschine, Kühlschrank, Elektroherd, Fernsehgerät und den vielen Kleinigkeiten, wie Notstrombatterie für IT, Feuerlöscher, Notstrombeleuchtung usw. einzurichten.

    Die gekauften und bezahlten Küchenmöbelteile waren nach amerikanischem oder australischen Style ausgesucht und mussten nur noch am richtigen Platz stehen. So haben wir das Pressholz und die Plastikbezüge (innenarchitektonisch geplant) bauen und einbauen lassen, dazu wurde eine Marmorplatte von einem teuren Stümpersteinmerz geschnitten und aufgelegt. Das Material war ja bezahlt. Die Arbeitskosten waren geringer als in Deutschland. Sie waren aber trotzdem für philippinische Verhältnisse hoch, weil sich die Handwerker nicht vorstellen konnten, wie der Ami, der Aussi oder z.Tfl. woher er kommt Ausländer das so kennt und wie er das will. Ich kann mir das aber bis heute auch nicht vorstellen. Es war schlichtweg kein Platz für Geschirr und Küchengeräte vorhanden.

    Wir haben vor unserem Umzug viele Koch/Backgeräte (z.B. Schnellkochtopf, Backformen, Brotbackautomat, Rührer und Mixer) nach Davao geschickt. Meine Frau kocht nach bayrischer / österreichischer Küche, u.a. Knödel, Kartoffelbrei, Gratins, Schweins- und Rinderbraten, Leber, Rouladen, eingelegtes Fleisch und Fisxh und vieles mehr. Für american plastic food, z.B. Chips, Hamburger und Hotdogs hätte der Platz gereicht.

    Was passiert ist, ist vorbei und deshalb haben wir uns von einem Schreiner in unserer Nähe ein L-Winkel Küchenoberteil (ca. 5m Länge auf 1m Höhe und 30 -50cm Breite) aus Massivholz und Lackierung nach unserer Idee schreinern und einbauem lassen. Das ganze schaut gut aus und hat ca. 130€ gekostet. Beim restlichen Styleteil fehlen immer noch Plastikbezüge und ich habe auch keine Lust mehr, das nachbessern zu lassen, weil der Gummileim höllisch stinkt und auf die Bronchien geht.

    Ich habe noch zwei Hochschränke von dem Schreiner nach gleichem Vorbild bauen lassen, denn wir haben auf der kleinen Wohnfläche einfach wenig Platz.

    Gekostet haben die Wohnungs-, Küchengeräte, Kleinteile und Handwerkerlöhne dann doch einige tausend Euro.

    Jetzt haben wir wieder etwas in Besitz und das Glücksgefühl des Besitzlosen schrumpft. Ich bin mir bewußt, dass sich alles schnell ändern kann, besonders dann, wenn man sieht, was in Japan abläuft. Wenn dann nur Schulden bleiben, die man abbezahlen muß, ist erschreckend. Vielleicht hilft dann trotzdem die Erfahrung loszulassen, denn einmal wird jeder diesen Weg gehen müssen.

    Fortsetzung folgt

  5. #44
    Avatar von franky_23

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    Tarsier, zu deinem Begriff des gewöhnlichen Aufenthaltes. Der ist aufenthaltsrechtlich als Ort definiert, wo sich der Deutsche nicht nur vorübergehend aufhält.

    Schau mal in den Verwaltungsvorschriften zum Aufenthaltsgesetz nach.

  6. #45
    Avatar von Tarsier

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    Hallo franky_23, vielen Dank für den Beitrag. Ich kann unter Aufenthaltsgesetz leider nur das Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz - AufenthG) finden. Kannst Du mir die Quelle näher bezeichnen?

    Nach Art. 13 des Gesetz über das Meldewesen (Meldegesetz - MeldeG) Abs. 1 hat sich innerhalb einer Woche bei der Meldebehörde anzumelden, wer eine Wohnung bezieht. Nach Abs. 2 hat sich innerhalb einer Woche abzumelden, wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht. Ich habe bisher nur gefunden, daß man an seinem Erstwohnsitz in DL regelmäßig übernachten muß/soll, oder es muß aus anderen Umständen erkennbar sein, daß der Ort des Hauptwohnsitzes der Lebensmittelpunkt ist. Nach meiner Auslegung erfülle ich die Voraussetzungen, weil ich eine Wohnung bezogen habe und weil der Ort des Hauptwohnsitzes der Lebensmittelpunkt ist (meine Kinder, Eltern und Freunde wohnen in der Nähe und es ist vor allem meine Heimat). Wäre es unter diesen Umständen eine Ordnungswidrigkeit, wenn ich meinen gewöhnlichen Ort im Ausland habe und ich monate- vielleicht jahrelang nicht mehr in der Wohnung übernachten würde?

    Eindeutig ist im Steuerrecht in § 1 Abs. 1 EStG klar definiert: "Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind unbeschränkt einkommensteuerpflichtig". Durch den Inlandswohnsitz also unbeschränkt steuerpflichtig.

  7. #46
    Avatar von franky_23

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    google einfach mal Allgemeine Verwaltungsvorschriften zum Aufenthaltsgesetz

    unter

    28.1.1.0

    steht da


    Ist einer der Ehepartner Deutscher (vgl. Nummer 2.1.1), so ist zu beachten, dass Artikel 6
    Beim gewöhnlichen Aufenthalt ist darauf abzustellen, ob eine Person an dem Ort nicht nur vorübergehend verweilt. ...


    Was hat deine Frau für einen Aufenthaltstitel? NE würde nicht erlöschen egal wie lange ihr im Ausland seid. Dazu stellt die Behörde einfach einen Wisch aus
    vgl. § 51 Abs. 2 Satz 2
    Die Niederlassungserlaubnis eines mit einem Deutschen in ehelicher Lebensgemeinschaft lebenden Ausländers erlischt nicht nach Absatz 1 Nr. 6 und 7, wenn kein Ausweisungsgrund nach § 54 Nr. 5 bis 7 oder § 55 Abs. 2 Nr. 8 bis 11 vorliegt. Zum Nachweis des Fortbestandes der Niederlassungserlaubnis stellt die Ausländerbehörde am Ort des letzten gewöhnlichen Aufenthalts auf Antrag eine Bescheinigung aus.

    hat sie nur eine AE, dann gilt

    §28 Abs. 2 AufenthG das besagt

    (2) ... . Im Übrigen wird die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.

    Für die familiäre Lebensgemeinschaft nach §28 bedarf es im Grunde nur des gewöhnlichen Aufenthaltes des Deutschen in D. Sehen einige ALB manchmal sehr eng.

    d.h. Wenn deine Frau nicht länger als 6 Monate von D weg ist und du dich gewöhnlich in D aufhälst würde es reichen wenn ihr euch einige Wochen in XYZ trefft, damit es noch eine eheliche Lebensgemeinschaft ist. sie kurz in D vorbeihüpft und sich die AE verlängern lässt.

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