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Hundeleben Chiang Mai

Erstellt von wmichi, 23.12.2007, 17:26 Uhr · 21 Antworten · 2.658 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von wmichi

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    Hundeleben Chiang Mai

    mir geht’s hier um „Randerscheinungen“, die ziemlich allen Leuten mit Thailanderfahrung begegnet sein dürften: Straßen- und Tempelhunde.

    Seit ein paar Jahren haben wir hier in Deutschland einen Pudelmix und durch die Beziehung, die man zu seinem eigenen Lieblings-Wauwau entwickelt, springen einem diese Randerscheinungen in Form räudiger Staßenköter, 3- Beinern, halbverhungerten Hundegerippen,.. viel stärker ins Auge und „vergällen“ einem manchen Urlaubstag.

    Meine Frau hat bereits in den Jahren zuvor im Heimatdorf versucht, zumindest in der eigenen Familie Missionarsarbeit zu leisten, damit wenigstens der inzwischen in die Jahre gekommene Hofhund, sein wohlverdienstes Altenteil bekommt. Bescheidener Erfolg, er hat immerhin vom vorigen bis zum letzten Urlaub überlebt und seine Gesundheit ist sogar leicht verbessert. (Nicht niedlich, nicht mehr suai und riecht streng => hau ab!)

    Dieses Jahr hatte ich mich entschieden, selbst etwas zu tun und bin via Internet auf www.carefordogs.org gestoßen, eine junge Organisation in Chiang Mai 1,5 Jahre alt, eigenes Tierheim, Nothilfe und Sterilisierungsprogramm.

    Noch ist die Organisation hauptsächlich von Farang getragen, Günderin und Leiterin ist eine Deutsche Karin Hawelka. Sie bemüht sich aber z.B. mit Schulprogrammen die Unterstützung bei den lokalen Thai zu verstärken.

    Tatsächlich habe ich dort 3 Wochen aktiv mitgearbeitet und jede Menge Erlebnisse zurückgebracht (positiv und negativ), für mich hatte es sich gelohnt. Den Tieren wird dort wirklich geholfen. Das ist auch der Grund für diesen Thread, das „Feuer der Überzeung“ brennt immernoch bei mir .
    Unter obigem Link findet Ihr weitere Informationen und eine Anfahrtsskizze. Leute und Hunde freuen Sich auf Besucher und falls Ihr als Expat in der Region selbst auf den Hund kommt, dort gibt es jede Menge zu adoptieren.

    Selbst für Menschen, die die Streuner nur stören, lohnt sich eine Spende, denn ein Hauptziel ist durch ein Sterisierungsprogramm, deren Zahl auf Sicht zu verringern.
    Vor Ort habe ich andere „Lösungsversuche“ gesehen und das Leiden von diesen Vergiftungsopfer war der traurigste Anblick in dieser Zeit.

    Wie ist euer Verhältnis zu Strassenhunden (oder Katzen)?
    Falls Ihr Helfen wollt, vielleicht gibt es auch in der Region zu der Ihr einen Bezug habt, eine geeignete Organisation. Zumindest von Kho Samui und Phuket habe ich dies gehört.

    In Ermangelung von Tierheimen werden von vielen Thai unerwünschte Tier oft bei einem Tempel abgeladen, dort hängt deren weiteres Schicksal von der Tierliebe der jeweiligen Mönche ab, die nicht garantiert ist. Mit ein bischen Futter vorbeikommen, kann hier auch schon helfen.

    Gruß Michael

    Zitat unbekannten Ursprungs: „Ein Tropfen Hilfe ist mehr Wert als ein Meer voll Sympathie“

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    Mir sind sie auch schon seit Jahren aufgefallen, die armen Viecher.

    Auf der Straße liegend, apathisch, aufgequollen wie tote Schweine, mit von Fliegen übersähten Wunden, hat es mich immer wieder gewundert, wie stoisch gelassen die Hunde blieben und nicht einer von ihnen agressiv wurde. Interessant war auch, dass die Thais ihre Essensabfälle den Hunden zukommen ließen, wahrscheinlich für ein gutes Karma, - denn der Tierschutzgedanke ist dort noch kein Thema.

    Bei uns in BKK in the subber wurde das Problem durch die Stadtreinigung schnell gelöst; nur ganz vereinzelt sieht man noch solche Kreaturen. Was die mit den Hunden gemacht haben, weiß keiner. Wahrscheinlich wurde das Fett für die Produktion für Lippenstift, Handcremes und wohlriechenden thailändischen Seifen verwendet.

    Dein Projekt in Chang Mai finde ich gut; ein kleiner Anfang ist gemacht. Doch es wird noch lange dauern, bis man sich dort "selbstlos" um diese armen Kreaturen kümmern wird, d.h. ohne an sein Karma zu denken.

  4. #3
    Avatar von zappalot

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    mein respekt für deinen einsatz. wenn jeder tun würde was er kann und bereit wäre, sich ein wenig wissen über flora und fauna (ich meine nicht nur speziell hunde) aneignen würde (und dieses auch anwenden würde), würde dir (und mir) so mancher durch entsprechende anblicke vergällter urlaubstag erspart bleiben.

    leider ist es selbst hier in deutschland schwierig, ja oft unmöglich, tieren in not zu helfen. die breite bevölkerungsmasse, von der politik ganz zu schweigen, ist da weder in thailand noch in deutschland auch nur annähernd soweit...

    ich wünsche dir viel kraft auf deinem weiteren weg bzw. bei deinen bemühungen, etwas zu verbessern!

  5. #4
    Avatar von wingman

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    2005 wurde so ein tier auf kho chang mein freund und begleiter. von zahlreichen narben gezeichnet, ein halbes ohr fehlte ihm bekam er jeden morgen ein american breakfast extra von uns. die kinder meines freundes spielten mit ihm. ein ganz lieber mischling keineswegs agressiv. morgens erwartete er uns schon, manchmal nahmen wir ihn mit zum strand.
    leider war der abschied unausweichlich. denke aber der liebe kerl schlunzt sich bestimmt bei anderen urlaubern durch.

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    @ wmichi,

    danke für Deinen Beitrag, und ebenfalls meinen Respekt vor Deinem Einsatz.

    Bewußtsein für ein mitfühlendes Denken in Thailand zu schaffen,
    hatte seinerzeit der König von Thailand einen Strassenhund adoptiert, und damit eine kleine Welle in Gang gesetzt.

    Kuhn Tong Daeng, der Name des Hundes, prangte seitdem als Symbol an vielen Flächen, ob als LaCoste Ersatz an T-shirts oder einfachen Stickern, jeder, der will, kann sich an diesem königlichen Hilfsprojekt zu Gunsten eines verbesserten Strassenhundschicksals einsetzen.

    Selbst, wer einfach nur Geld geben will, kauft sich halt ein betreffendes Shirt mit kleinem Hundekopfemblem, und unterstützt damit automatisch mit seinem Obolus die königliche Organisation, die wegen des Patronats frei von Korruptionsgefährdungen ist.

    Für einen Ausländer ist es grundsätzlich schwer, den eigenen Tierliebsstandart in andere Länder zu übertragen,
    wie ich selbst in Spanien feststellen konnte,
    wo Hundebabys ein beliebtes Weihnachtsgeschenk fürr Kinder sind,
    die dann ausgesetzt werden, wenn sie langweilig sind.
    Auch unzählige Clownfische landeten in Deutschland in Toiletten, weil Kinder den Cartoon Nemo begrenzt mittrugen.

    Gewiss ist auch der Einsatz, der versucht, in der chinesischen Medizin eine Abkehr von Tierprodukten zu erreichen, da die mafiöse Ausplünderung von afrikanischen Nationalparks zu einem enormen Schwund von Nashorn, Löwen und Elephanten geführt hat, um den chinesischen Nachfragemarkt begrenzt zu sättigen,
    in jeder Weise erforderlich.

    Im Grunde ist egal, an welcher Front etwas getan wird, solange etwas passiert.


  7. #6
    Avatar von maphrao

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    Auf Phuket gibt es z.B. http://www.soidog.org/ . Sehr interessant ist der Blog http://bkkstreetdogs.blogspot.com/.
    Ich selbst kaufe den Hunden ab und an was zu essen, allerdings muss man auch sagen, dass die Leute hier in meiner Gegend sehr gut mit den Tieren umgehen und sich wirklich um sie kümmern.
    Wirklich negatives hab ich zum Glück noch nicht erlebt, denn ich weiss nicht, wie ich reagieren würde.

  8. #7
    Avatar von wingman

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    etwas vorsichtiger würde ich mit den vielen strassenhunden in den dörfern im isaan umgehen. teils recht bissig besonders wenn man mit dem moped im dorf fährt. kann schnell sein das gebiss im bein zu spüren.

  9. #8
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    In Bangkok wollte mein Schwager in der Frühe joggen. Als ihm 10 kläffende Hunde nachliefen
    und nach ihm schnappten, gab er es auf.

    Hier so ein armer Hund in Chiang Mai:


  10. #9
    Avatar von wmichi

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    danke für eure positiven Rückmeldungen, das Lob geb ich aber besser weiter an die beiden Frauen Karin und Sarah, die die Hauptlast der Arbeit vor Ort haben und das Tag für Tag.

    In der Zeit, in der ich in Kontakt mit CareforDogs stehe ist es bereits bei einer anderen Helferin zu einem "burn out"-Syndrom gekommen.
    Das ist die Gefahr bei den Menschen, die sich mit Haut und Haar einer guten Sache verschreiben, besonders wenn die Arbeit kein Ende findet, die Bilder des Tages hängen einem nach und es fällt schwer richtig abzuschalten, Besonders die Fälle bei der Rettungsversuche zu spät kommen oder mißlingen zehren an den Nerven.

    Daher kann ich nur mögliche Kurzzeitfreiwillige ermutigen, aktiv zu werden. Selbst wenn der eigene Beitrag nur kurzfristig und klein ist, es hilft den Stammleuten durchzuatmen und gibt Ihnen eine moralische "Vitaminspritze".

    @Gerd: Mir selbst sind zwar keine aggressiven Straßenhunde untergekommen, wen sind sie eher scheu, aber auszuschliessen ist das nicht. Wer will es so einem thaiändischen Zeigenossen verdenken, daß Ihm das erst mal verdächtigt vorkommt, wenn er so was exotisches wie einen Jogger sieht. Übrigens sehr hübsches Bild!

    Eine gewisse Vorsicht bei allem guten willen schadet nicht. Tollwut-Fälle gibt es auch in Thailand und Staupe ist mir dort mehrfach untergekommen, die ist zwar nicht übertragbar auf Menschen, aber hoch ansteckend zu anderen Hunden.

    Gruß
    Michael

  11. #10
    Avatar von Gerd / Muenchen

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    Re: Hundeleben Chiang Mai

    Auf den Straßen in BKK habe ich fast nur friedliche und vor sich hin dösende Hunde gesehen,
    die nicht einmal von einem Kenntnis nahmen, wenn man über sie steigen mußte:



    Aber wehe, wenn Du in die Nähe eins verwahrlosten verwilderten Rudels gekommen bist,
    das irgendwo hauste:

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