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Hilfsprojekte

Erstellt von DisainaM, 08.09.2001, 13:25 Uhr · 43 Antworten · 1.503 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Hilfsprojekte

    Nach Durchsicht verschiedener Diskussionen um Hilfsprojekte in Thailand kann ich folgendes feststellen :

    Es geht nicht nur um Die Sache ansich (Unterstützung von Kindern in ..., Flutopfern, Bergstämmen ...
    sondern es geht um das Vorgehen der Projektbetreiber.

    Die Einen agieren lieber in langsamen Schritten, und wollen sich ihre Helfer genau aussuchen.
    Dahinter steht der Gedanke, sich das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen, und darauf zu achten, das das Projekt nicht von Leuten mit anderen Zielen unterlaufen wird.

    Vielleicht ist es auch einfach, das der Betreiber denkt, die Chemie unter den Leuten muß stimmen.
    (mag sein, das mancher Bayer nicht mit einem Preussen kann, oder, oder, oder, usw.)

    Andere wollen lieber im Stillen wirken, und in kleinen Schritten vorgehen, so, wie es ihre Zeit erlaubt.

    Andere, ( ich denke da an den RTL Bericht über den Fussballer Effenberg über sein Thailandhilfsprojekt ) denken nach dem Motto, tue Gutes und rede darüber.
    Manchen ist eine Hilfsprojekt auch Teil der Selbstdarstellung und der Selbstinzenierung, die wollen sich dann auch von niemanden reinreden lassen, weil es ja ihre Opfer sind, denen sie helfen.

    ================================================== ===================
    Meine Erfahrung :

    Vor 15 Jahren lernte ich in München den Betreiber eines Gemeinnützigen Vereines kennen. Die benutzten Mitarbeiter eines Strukturvertriebes, um Spenden direkt mit der Dose einzusammeln.
    Jedes Wochenende mußte der Betreiber mit den Sammlern feiern, da dies in Strukturvertrieben so üblich ist.
    Bezahlt wurden diese Saufgelagen durch Teil der Spenden.
    Wie man mir erklärte, darf jeder gemeinnützige Verein einen bestimmten Prozentsatz ( ich meine, es waren 15 %) der Spenden für den Verwaltungsaufwand des Vereines ausgeben. Dies wird vom Roten Kreuz und anderen großen Spendenbetrieben auch so gehandhabt.

    Wer nun aber denkt, das nun 85 % der Spenden direkt den Opfern zugute kommen, der irrt, denn in Afrika, (oder wo auch immer) sitzt eine Niederlassung des Vereines, der auch wieder 15 % der Spenden für ihren Verwaltungsaufwand ausgeben darf.

    Der dann (zu verbratene Rest) wurde für eine eingekaufte Wasserpumpe öder ähnl. ausgegeben, die zwar teuer in Deutschland eingekauft wurde, für die es aber vor Ort keine Ersatzteile gab, und auch niemanden, der sie warten konnte.

    Mir kam damals regelrecht das K..., bei dem Gedanken, das verarmte Rentnerinnen sich von ihrer kleinen Rente ein Stück abknipsen, um hungernden Kindern in Afrika zu helfen, und in Wirklichkeit ging ein Teil der Spende in die Kehle der Spendensammler.

    Strukturvertriebe sind teilweise ähnlich straff organisiert, wie Drückerkolonnen, deren Zentrale in Nürnberg ja für viele "Hilfsprojekte" auch eingesetzt wurde.


    Fazit : Unter der heutigen Gesetzeslage bietet sich für gemeinnützige Vereine die Möglichkeit, durch ihren absetzbaren Verwaltungsaufwand von so einem Projekt zu leben.

    Für mich stand damals fest, wenn ich selber helfe, dann nur direkt vor Ort mit Kontakt zu den Betroffenden.
    ---------------------------------------------------------------------

    Ein anderes Kapitel sind die Hilfsorganisationen, die, wie in Kabul (shelter now) helfen wollen, aber gleichzeitig auch ihre Weltanschauung vermitteln wollen.
    Wenn ich in ein Land einreise, wo die Gesetzeslage jeden mit dem Tode bestraft, der vom Islam sich abwendet, warum muß man dann Informationsmaterial über die eigene Weltanschauung mitsich führen, die in Landessprache übersetzt ist. (shelter now hatte Videokassetten dabei, wo ihre religiöse Weltanschauung in Landessprache übersetzt war; und bekanntlich traten ja einige ihrer Weltanschauung über, die nun mit dem Tode rechnen können - was für eine Hilfe)

    ----------------------------------------------------------------------

  2.  
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  3. #2
    Thai
    Avatar von Thai

    Re: Hilfsprojekte

    wie wahr wie wahr

    und ein Chef solcher Drueckerkolonnen setzt sich dann nach Pattaya ab und verwaltet mit Erlebnisgastronomie den Verwaltungsaufwand(oder noch mehr).

    Man hört gar nichts mehr von ihm; ist das eingeschlafen?

  4. #3
    Avatar von heini

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    Re: Hilfsprojekte

    hallo disainaM,
    nur zur info........
    beim hilfsprojekt "Unsere Kinder" erreichen
    100% der spenden den empfänger!!!!
    nur damit kein falscher eindruck entsteht.

    hallo thai,
    W.U. wartet sicher noch auf seinen prozess.

    gruss heini

  5. #4
    Avatar von Nokgeo

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    Re: Hilfsprojekte

    DisainaM, klar ist,je grösser solch ein "Hilfsapparat" , desto mehr geht verlustig. Das ist nun nicht lustig,sondern eben Realität.

    So wie in deinem Satz :>>Für mich stand damals fest, wenn ich selber helfe, dann nur direkt vor Ort mit Kontakt zu den Betroffenden. <<

    denke ich auch. Dabei steht bei mir an 1.Stelle die Familie(Menschen die mir nahestehen).Damit sind keine regelmässigen Zahlungen nach TH. gemeint,sondern Ausnahmefälle. Beispiel --vor kurzem ,die Tochter meines Schwagers in spe.Kein Geld da, um für die neue Schule,die Uniform zu kaufen.....

    Letztes Jahr,Schwager in Spe,hat die Möglichkeit sich was zuverdienen,
    diverse Aufträge.
    Bedingung --Handmotormäher. Auf dem Wochenendmarkt wurden wir fündig und kauften ein gut erhaltenes 2.Hd Teil. Sosehr schwer ist es zwar nicht Menschen glücklich zu machen...doch es ist u.a. auch eine Frage des Geldbeutels und der Prioritäten.
    gruss

  6. #5
    Naklarmann
    Avatar von Naklarmann

    Re: Hilfsprojekte

    Beitrag gelöscht durch den Administrator

  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    Re: Hilfsprojekte

    hallo heini,

    das wäre für mich ein ein wichtiger Punkt, wie die jeweiligen Spenden verwendet werden.
    Ein anderer Punkt wäre für mich die Frage, ob man neben allgemeinen Spenden auch zweckgebundene Spenden vornehmen kann, also z.B. für die Anschaffung von ...

    Ein sehr heikler Punkt ist die Frage, wie es mit der Finanzierung von Aidsmedikamenten aussieht ?

    Das man bei jedem Hilfsprojekt eine gesunde Vorsicht walten lassen sollte, ist klar.

    Nur hoffe ich, das Personen alà WUlrich in Thailand hoffentlich die Ausnahme sind.

    Der Gedanke wäre unerträglich, das Personen von Deutschland zuerst in den USA eine Kirche gründen (da kann das ja jeder machen), und anschließend in Thailand eine Niederlassung der Kirche eröffnen, die dann Schirmherr eines Hilfsprojektes wird. Da die Kirchen in den USA ja grundsätzlich nur aus Spenden finanziert werden (nur in D. gibt es Kirchensteuer) kann die "Kirche" schließlich irgendwelche Hilfsprojekte vorschieben, die dann zur Finanzierung des ganzen Vereines herhalten sollen. Für diese Form von finanzieller Unabhängigkeit in Thailand für moralische Gauner (weil es ja legal ist) sollte sich niemand mißbrauchen lassen.

    Meine Frage;
    gibt es im Internet schon einen Verein, der Hilfsvereine auf ihre Zuverlässigkeit überprüft ?
    Hinter jedem Projekt stehen ja Personen, die überprüft werden können, sofern man über die konkreten Identitätsdaten verfügt.

    Schätze, sowas könnte für unsichere Spender eine große Hilfe sein.



    hallo Thai,

    ich glaube, die Staatsanwaltschaft wartet hier noch auf Unterlagen aus Thailand.

  8. #7
    Chainat-Bruno
    Avatar von Chainat-Bruno

    Re: Hilfsprojekte

    ich hatte vor jahren mal eine spende für das SOSkinderdorf in mombasa gemacht. nach einigen moneten kam ein dankesschreiben aus mombasa, in dem sie für das geld dankten. der verdankte betrag war 20 prozent von dem, dass ich einzahlte.
    auf mein nachfragen erhielt ich die antwort:
    administrative kosten.

    sagt wohl alles, habe nie mehr einbezahlt, nur noch persöhnlich vorbeigebracht.

    bruno

    persöhnlich vorbeigebracht ohne pappkarton.


  9. #8
    Avatar von Jinjok

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    Re: Hilfsprojekte

    @ DisainaM

    Wenn man so ein Hilfsprojekt in ein Forum bringt, stellt man es zwangsläufig zur Diskussion. Das ist nicht unbedingt förderlich. Die Laufkundschaft, die die Initiatoren nicht einzuordnen weiß, bekommt einen seltsamen Eindruck von der ganzen Sache.

    Da bringt eine speziell eingrichtete URL, die dann von den einschlägigen Seiten gelinkt wird, in Verbindung mit einer professionellen Registrierung bei dem Search Engines sicher bessere Ergebnisse. Jeder von uns, der nach TH abseits der Pauschal-Tourie-Pfade fährt unterstützt zwangsläufig das Land. Und wer noch mehr tun möchte, sollte mit seine Freundin oder Frau in einen Wat gehen und mit den Mönchen sprechen. Die wissen wo man vor Ort ohne große Bürokratie, Nebenkosten und Profilierungsschwund helfen kann.

    Die professionellen Spendensammelkonzerne kommen schon mal auf einen Wirkungsgrad der zwischen 10 und 25% liegt. Alles hat seinen Preis, auch helfen lassen.
    :-(
    Mit Gruß vom Jinjok

  10. #9
    Avatar von Jinjok

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    Re: Hilfsprojekte

    @ DisainaM

    In D dürfen IMO nur die beiden Staatskirchen katholisch und evangelisch die Kirchensteuer von Staat eintreiben lassen. Alle anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften müssen damit auskommen, was sie wie die Staatskirchen (die das zusätzlich auch noch machen) im Klingelbeutel sammeln.

    Mit Gruß vom Jinjok

  11. #10
    Avatar von DisainaM

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    Re: Hilfsprojekte

    hallo nokgeo,

    genau das ist die Art, wie ich auch helfe.

    Da wir ja alle in einer durchs Christentum geprägten Kultur aufgewachsen sind, wollen wir ja auch anderen helfen, was nicht immer das Verständnis der thailänd. Familien trifft.

    (Erinnere mich an die Diskussion bei Rami vor einem Jahr, wo es darum ging, wie thail. Angehörige/Freunde reagieren, wenn man etwas einem Bettler gegeben hatte. Familie + Tempel sind der Ort zum Spenden, ansonsten glaubt man, man ist mit der Familienunterstützung zuwenig ausgelastet.)


    hallo naklarmann,

    zunächst versuche ich mal, Soforthilfe durch ein paar Ratschläge zu machen.
    1. eine schnelle URL für die Webseite.
    Hol Dir bei http://www.v3.com/ eine kostenlose Kurz-URL.

    2. mach eine Englische Ausgabe der Seite, mit Referenzen, die man sich über den Betreiber holen kann.

    3. Macht eine Liste von Gegenständen/ Sachen/ Medikamenten usw., für die Bedarf besteht, oder wofür das Geld verwendet werden sollte.
    Möglicherweise kommt man an die Sachen noch günstiger ran,
    oder, wenn Bedarf an Werkzeug, Bohrmaschinen o.ä. besteht, kann jeder, der nur in Form von Sachspenden helfen will, sich selber entscheiden, ob er diese dort selber abgibt.

    4. Nehmt auf der Seite vielleicht auch Bezug, ob jemand, der helfen will, vielleicht in Thailand vor Ort durch Arbeitseinsatz etwas für das Projekt machen kann (Handwerkerbedarf ?)

    5. Stelle sicher, das Dir selber rechtlich nichts passiert, wenn Du Spenden sammeln willst, damit Du nicht das Opfer von einem Abmahnverein wirst.




    hallo Bruno,

    genau da geht der Weg für die Meisten hin, man will nur noch persönlich übergeben.


    hallo Jinjok,

    stimmt, nur die beiden Staatskirchen bekommen Kirchensteuer, dafür dürfen sie aber auch Teile, wie z.B. das Kirchenasyl zukünftig nur noch ausüben, wenn sie die lebenslangen Sozialhilfekosten für die Asylanten bezahlen (nach dem neuen Schilly-Entwurf).

    p.s. wegen Deiner bevorstehenden Heirat alles Gute, obwohl man im vorraus nicht gratulieren sollte.


    Grüsse
    DisainaM

    Letzte Änderung: DisainaM am 08.09.01, 16:28

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