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Hat Stolz in Th eine Chance?

Erstellt von Armin, 26.11.2003, 05:51 Uhr · 15 Antworten · 1.261 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Peanut

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    358

    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    @ Peter Horst
    Ich stimme dir 100 prozentig zu.
    Fuer dieses Protzen, auch wenn man kein Geld hat wird in TH der Ausdruck Nah Jai verwendet und der ist doch ziemlich populaer.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Jinjok

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    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    Hallo Peter-Horst
    Viele Dinge die ich Armin schreiben wollte hat Serge mir schon abgenommen, also kann ich den Part überspringen. Vielleicht nicht ohne nochmal zu betonen, daß Armin schon den richtigen Ansatz in seiner Feststellung hat, daß wegen seiner egozentrischen Komponente der Stolz als schlechte Eigenschaft in der Gemeinschaft gewertet werden kann, aber durchaus unter den richtigen Umständen (er nennt es richtig verpackt) positiv gesehen wird.

    Genau hier kommt Serges feine Unterscheidungen der verschiedenen Arten von Stolz ins Spiel. Stolz auf Familienglieder, den Nachbarn, die Stadt oder das Land zu sein sind positiv gewertete Vorgänge und auch auf ihre Art und Weise unvergänglich. Der Stolz auf materielle Dinge wie Pickup, Bankkonto, Goldklunker oder wirtschaftliche Macht werden nagetiv belegt, wenn sie nicht anderen auch zugute kommen.

    Hallo Armin
    Du fragst mich nach den charakterlichen Eigenschaften, die man braucht um aus dem hirarchischen Gefüge auszuscheren. Da wären ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit, Selbstsucht und Skrupelosigkeit, seine wirtschaftliche Potenz gegenüber den anderen Mitgliedern der Familie/ des Dorfes so auszuspielen, um die natürliche Ordnung zu kippen und sich selbst an die Spitze der Hirachie zu setzen. Auf gut Deutsch ich spreche hier von Machtkampf, Vorherrschaft und nicht zuletzt Gewalt im Extremfall.

    Wenn ich Dich richtig verstehe, möchtest Du aber nicht Deine wirtschaftliche Macht bzw. Eigenständigkeit in hirachiche Macht umgesetzt sehen, sondern Du möchtest nur Deine Frau von ihren ererbten Pflichten des Zu-Diensten-Sein gegenüber Leuten, denen gegenüber sie es Deiner Meinung nach nicht mehr nötig hat, entbunden zu sehen. Das möchtest Du über ihren Stolz initiieren.

    Es würde sicher bei einer ganzen Menge Leute funktionieren, aber IMO nicht bei Leuten, denen man einen "guten Charakter" bescheinigen würde. Deine Frau ist von ihrer Erziehung eventuell geprägt worden, die Rolle der kleinen Schwester ihr Leben lang zu spielen. Die Prägung erhielt sie dann ihr Leben lang bis heute und das legt sie nicht einfach so ab. Eventuell will sie es nicht einmal, weil sie die Konsequnezen die es für sie hätte nicht mögen würde.

    Aber das sind ja nur Mutmaßungen aufgrund Deines Eingangspostings und der Assoziation die sich bei mir daraus über Eure Situation ergab.
    Jinjok

  4. #13
    woody
    Avatar von woody

    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    Zitat Zitat von Jinjok",p="98969
    Hallo Armin
    Du fragst mich nach den charakterlichen Eigenschaften, die man braucht um aus dem hirarchischen Gefüge auszuscheren. Da wären ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit, Selbstsucht und Skrupelosigkeit, seine wirtschaftliche Potenz gegenüber den anderen Mitgliedern der Familie/ des Dorfes so auszuspielen, um die [highlight=yellow:d65c1d28a8]natürliche Ordnung [/highlight:d65c1d28a8] zu kippen und sich selbst an die Spitze der Hirachie zu setzen. Auf gut Deutsch ich spreche hier von Machtkampf, Vorherrschaft und nicht zuletzt Gewalt im Extremfall.
    Jinjok
    Hallo Jinjok

    Deine Analyse ist nicht schlecht, nur eines stösst mir auf: [highlight=yellow:d65c1d28a8]natürliche Ordnung [/highlight:d65c1d28a8]
    diese Ordung ist nicht natürlich oder vielleicht doch? Weil es natürlich ist, dass sich der (das) Stärkere durchsetzt, oder wie soll man das verstehen?

  5. #14
    onnut
    Avatar von onnut

    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    wadee tuk khon,
    oder wie man hier sagt,
    jeder jeck ist anders.
    will heissen,was den einen stolz macht,ist dem anderen egal.
    halt jeder nach seiner fasson.
    onnut

  6. #15
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
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    5.556

    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    Hallo Woody
    Du hast vollkommen Recht. Mir fiel kein besserer Begriff ein, natürlich ist das wahrlich nicht. Was ich ausdrücken wollte ist die traditionell gewachsene Ordnung der lokalen Gemeinschaft.
    [hr:aa82177155]
    Allerdings ist das Recht das Stärkeren doch wohl absolut natürlich, wenn ich mir's genau überlege. Aber gemeint hatte ich die traditionelle, gesellschaftliche Ordnung.
    Viele Grüße
    Jinjok

  7. #16
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Hat Stolz in Th eine Chance?

    Diese diversen Analysen bereichern mich ganz klar um einige Informationen. Besonders was das soziale Verhalten, in Sachen Stolz und dessen Anwendungen in Thailand betrifft. Ob ich etwas gelernt habe, und ob es sich bestätigen wird, werde ich in schätzungsweise 10-15 Jahren beurteilen können.

    Ja, so lange werde ich wohl brauchen, - habe ich doch etwas mehr als 40 Jahre gebraucht um diese Dinge auch nur annähernd in meinem Heimatland zu verstehen.

    Der Stolz auf die Familie, besonders auf die Kinder und die Enkel, der Stolz auf materiellen Erfolg, "Kaufkraft", Besitz, Status und Machtposition sind Dinge die mir lange Zeit am allerwertesten vorbeigegangen sind.

    Ich bin ein richtiger Naivling und ein "Lahmarsch" was das Begreifen dieser sozialen Erscheinungen anbelangt. Ich war nie stolz auf irgendetwas, habe nie Wert auf "Materielle Dinge" gelegt und trotzdem versucht sie zu respektieren und mich mit dem nötigsten zu versorgen.

    Ich habe sehr lange unter Minderwertigkeitsgefühlen gelitten und mich oft gefragt was um Gotteswillen ich verbrochen hatte, in dieser seltsamen Gesellschaft mein Dasein fristen zu müßen. Es reichte mir vollkommen aus, wenn ich eine Position einnehmen konnte, in der ich nicht andauernd den Angriffen der Anderen ausgesetzt war. Ich war stets vorsichtig, Andere nicht zu verletzen, und besonders nicht in ihrem Stolz. Habe ich doch gelernt, daß es für manche Menschen scheinbar ein seltsames aber scheinbar sehr wertvolles Gut ist, das man besser nicht in Frage stellen sollte. Es war also immer etwas das scheinbar nur anderen vergönnt war...

    Höfflichkeit hat man mir zwar beigebracht, ich wußte aber bereits aus einer Art Instinkt heraus, daß es wohl ein annerkannter Kodex zur Antiagressivität war, der aber im Lauf der Zeit und der Geschichte einen unauffälligeren und besserklingenden Namen bekam.

    Es ist nicht leicht, als freier Mensch geboren zu werden, und nach und nach in die Zwangsjacke der Gesellschaft gesteckt zu werden - und sogar nach der Niederlage festzustellen, daß der kleinste Ausbruchversuch sofort bemerkt- und geahndet wird. Partisanen sind rar gesät und ihre Reihen lichten sich zunehmens...

    Der Unterdrückte kennt die Verhaltensmuster seiner Tyrannen allzugut und zwar aus der Not heraus, - er wird aus diesem Verständnis aber kaum eine Leidenschaft entwickeln. Der Unterdrücker hingegen wird seine Machenschaften ausfeilen und perfektionieren und daraus eine wahre Wissenschaft entwickeln.

    Stolz, Hass, und einige andere Begriffe werden für mich immer Fremdwörter bleiben, bei denn ich stets nachdenken muß was sie eigentlich bedeuten. Kann man denn nicht einfach glücklich darüber sein, daß die Kinder oder Enkelkinder es geschafft haben einen angenehmen Platz in dieser Gesellschaft gefunden zu haben? Kann man denn nicht einfach zufrieden sein, daß man genug Geld hat um sich das Allernötigste und etwas mehr leisten zu können ohne nachzurechen ob man genug für die nächsten Tage, Wochen, Monate hat?
    Und wieso muß man die Tatsache, daß man in einem bestimmten Teil dieser Welt das Licht der Welt gesehen hat, besonders hervorheben- bzw. bedauern? Ich sehe da kein Bedarf, ein solch intensives Gefühl wie Stolz (daß es das ist, vermute ich einmal) aufkommen zu lassen...nein, das kann es doch nicht sein!

    Tut mir Leid, ich versuche unablässigen diesen Begriff zu verstehen, aber ich kapiere immer noch nicht recht was das Wort "hüben oder drüben" bedeuten soll!!?!

    Ist da vielleicht Jemand, der mir dieses Gefühl genauer beschreiben kann? Oder besser noch, erklären wo es eigentlich herrührt und wie es entsteht - und schlußendlich wie es die Seele bereichern soll, - da es scheinbar ein so wichtigiges und "umkämpftes" Gefühl für die Menschen ist...?

    Ich jedenfalls finde einfach in mir, meiner- und auch in der äußeren Welt nichts was mir dieses seltsame Gefühl mit Bestimmtheit und in seiner reinsten Form vermitteln könnte. Noch nicht...vielleicht in 10-15 Jahren, wer weiß...

    Oder gibt es da DOCH NOCH einen anderen versteckten Sinn? Eine ganz andere Bedeutung dieses Wortes? Vielleicht wird dieser Begriff nur falsch eingesetzt? Und letzten Endes habe ich doch bereits "Stolz" empfunden, und gar nicht gemerkt daß es Stolz war....

    Wie gesagt, ich bin eine absolute Null in dieser Disziplin der Begriffsrhetorik

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