Seite 6 von 11 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 103

Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

Erstellt von x-pat, 05.09.2005, 07:21 Uhr · 102 Antworten · 6.485 Aufrufe

  1. #51
    pef
    Avatar von pef

    Registriert seit
    24.09.2002
    Beiträge
    3.974

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    Das mit den Doppelwänden würde mich auch mal interessieren.
    Ich möchte auf AC verzichten und zwischen Dach und Wand einen Abstand lassen, den man mit Fliegengitter o.ä. ausfüllt. Durch Ventilatoren müßte - nach physikalischem Gesetz die Warmluft an den Wänden entlang, oben austreten können. Soweit mein theoretisches Verständnis.
    Inwieweit das in der Praxis funzt

  2.  
    Anzeige
  3. #52
    Avatar von Samuianer

    Registriert seit
    04.09.2003
    Beiträge
    17.303

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    Zitat Zitat von Dieter1",p="273547
    ..Die einzige Bauweise, die in Thailand Sinn macht ist meines Erachtens die traditionelle Teakbauweise. Öffnungen nach allen Seiten sorgen für angenehme Luftzirkulation und die Bauweise der Fenster lässt kein grelles Licht ins Haus.
    :bravo:

    Fuer die "Sicherheit" eine 2.50 mtr. hohe Mauer um das Grundstueck das Ganze mit einem schoen tropischen Garten versehen und jede/r Thai wird dich darum beneiden!

    Die, die sich das leisten koennen, haben damit schon angefangen!

    Jahrhunderte haben Generationen OHNE Aircon ueberlebt, gewirkt und gearbeitet.

    Wie lange gibt's 'n Strom aus der Steckdose - heute kann Mensch alle diese Dinge miteinander optimieren.

    Erfahrungsgemaess wuerde ich mal sagen: Das innerhalb der Doppelwaende auch schnell mal ein kleines Biotop oder eine Art Terrarium entstehen kann, das dann moeglicherweise garnicht so wuenschenswert ist.

    Ausserdem wird beim verputzen der Waende oft Haerter benutzt, wohl weil kein Moertel bekannt ist, dieser Haerter macht die Innen-und Aussenseite der Waende glashart, sie koennen nicht mehr 'atmen'.

    Bei feuchtem Wetter (Monsunzeit) 'schwitzen' diese Waende und Schimmelbildung, begleitet von muffigem Kellergeruch ist das haeufig anzutreffende Resultat.

    Ausreichende Lueftung, ueber die Dachgiebel und wo, wie sonst immer moeglich, ist IMHO das anzustrebende Ziel.

    Ausrichtung des Hauses mit dem Sonnenverlauf....Ost und Westfenster mit genuegend schattenspendenden Daechern, Simsen versehen!

  4. #53
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    Erst einmal etwas generell zu Häuserbau, Isolation, Belüftung, Raumklima, Hitze: ein Haus, die Bauweise und besonders das Verhalten bei Hitze ist ein Ganzes!

    *Die Ausrichtung des Hauses, bzw. grösse der Fenster die nach der Südseite liegen.

    *Ein weit oder nicht weit überstehendes Dach, das die direkte Sonnenbestrahlung der Fenster unterbindet, bzw. zulässt.

    *Die Dachkonstruktion deren Belüftung, und die Deckenisolation.

    *Die Grösse (und Masse- in Kubikmetern) des Gebäudes, ob ein- zwei oder mehrgeschossig. Eine besserre Deckenisolation als ein "zusätzliches Stockwerk" gibt es in keinem Baumarkt der welt zu kaufen

    *Die Wandstärke, bzw. die Isolation der Wände, doppelwandige Bauweise.

    *Die Lage, ob mitten in der Stadt, auf einer baumleeren Ebene, inmitten von Bäumen und Bambusstauden, an einem Berghang, bzw an den weitläufigen Ausläufern eines Berges (bei uns der Doi Suthep), in einem Waldgebiet oder an einem See - oder auch schon mal in Meeresnähe.

    Alle diese Dinge spielen eine Rolle und entscheiden ob es sich bei einem Wohnhaus um einen bewohnten Backofen handelt, der nur durch AC auf halbwegs angenehme Temperaturen zu bringen ist, oder ob es sich um ein relativ kühles Haus handelt indem man fast ganz auf AC verzichten kann.

    Es hat demnach tatsächlich wenig Sinn, z.B. aufwendige und zudem teure, isolierte Wände an der Südseite zu bauen und in diese Wände riesengrosse Fenster einzusetzen. Zwischen viel Licht und "Kühle" muss man eh ein Kompromiss in Thailand schließen, man kann nicht beides haben!

    Vor allem muss man bedenken dass der Untersschied zwischen "ganz erträglich" und heiß nur einige Grad beträgt! Wo 28°C in Thailand für eine doch recht angenehme Temperatur steht, wird 32 oder 34° schon als heiß empfunden. Die Hauttemperatur beträgt ziemlich genau 34,5 °C (im Gegensatz zur (inneren) Körpertemperatur. Deshalb wird eine Temperatur über 34,5 dann ganz eindeutig als unangenehm empfunden. Es ist die Temperatur bei der man ohne Anstrengung automatisch zu tropfen beginnt

    @x-pat,
    Es stimmt, isolierte bzw. doppelwandige Mauern speichern auch Hitze und geben sie weniger schnell wieder ab, bzw. kühlen Abends auch langsamer ab.
    Aber man darf nicht vergessen dass sie (besonders innen) erst gar nicht (so) heiß werden, wie 12 cm starke Wände es leider tun - das ist der springende Punkt!!!

    Das war auch der theoretische Grund weshalb ich mich für eine doppelwandige Bauweise entschieden habe.

    Die Praxis ist aber letztendlich entscheidend, und wir haben tatsächlich ein 'kühles' Haus hinbekommen, in dem ich wie bereits angedeutet eine kleine aber entscheidende Modifikation vorhabe. Die Wandventilatoren sollen dafür sorgen dass der einzige Nachteil, dass die Wände sich eben langsamer den abentlichen und nächtlichen Temperaturen angleichen, entgegenzuwirken.

    In Chiang Mai hat unsere Bauweise sogar noch einen weiteren Vorteil: im Winter wenn die Temperaturen Nachts schon mal die Zehngradgrenze erreicht, ist es in unserem Haus immer noch über 20. Und wir können durch einfaches Lüften entscheiden wie warm oder kühl wir es haben wollen. Das klingt für manche eventuell etwas seltsam - nicht aber für die, die in Thailand bereits bei 12°C im "Hong Nam" geduscht haben

    Ein so gebautes Haus muss bei grosser Hitze (etwa März bis Juli) wiederum anders "belüftet" werden, - es nützt natürlich nichts, wenn man im Hochsommer alle Fenster und Türen über Mittag offenstehen lässt. Generell wird an heissen Tagen spätestens ab 11:00 die Bude dicht gemacht, sonst hat man im Hausinnern, über wenige Stunden ganz einfach die gleiche Temperatur wie draussen. Im Hochsommer, wenn's draussen drückend heiß ist, haben wir manchmal 8° C Unterschied zwischen Aussen- und Innentemperatur. Das heisst: im Innern des Hauses wird's nie (oder sehr selten) wärmer als 32° im Sommer. In der Regenzeit wie jetzt, haben wir stets eine Innentemperatur die knapp unter 30 liegt! Und wir haben bis jetzt auf eine Deckenisolation verzichtet, die besonders im Obergeschoss (das sich nicht über den ganzen Grundriß erstreckt) noch 2-3 Grad wettmachen kann.

    Hoffe es war nicht zu langatmig

  5. #54
    Avatar von eletiomel

    Registriert seit
    04.08.2005
    Beiträge
    1.110

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    nein,war nicht zu langatmig.
    ganz im gegenteil,schön geschrieben und äusserst informativ,danke.
    ;-D

    ps:gibt es in thailand auch diese fenster die das sonnenlicht reinlassen,die hitze aber nicht?

  6. #55
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    ps:gibt es in thailand auch diese fenster die das sonnenlicht reinlassen,die hitze aber nicht?
    Spezialglas, beschichtetes Glas (und davon gibt e so einige Varianten - unter anderem auch solches das Hitze rauslässt, aber keine reinlässt, oder bei Bedarf auch umgekehrt, <-> man muss es nur wenden) ist überall aschteuer. In Thailand dürfte man es bei Spezialfirmen bekommen.

    PS: wir haben nur getöntes Glas (6mm) in allen Fenstern.

  7. #56
    big_cloud
    Avatar von big_cloud

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    in Panidas Haus bestehen die Fenster aus Fliegen-Draht und Holz-Laeden oberhalb dieser Fenster ein ein schmaler verglaster Licht Einlass der im Schatten des Dachueberstands liegt. Nachts die Laeden auf tagsueber je nach Temperatur und Sonneneinstrahlung die Laeden zu.
    Mit Fan ists ganz gut auszuhalten auch im April

    der
    Lothar aus Lembeck

  8. #57
    Avatar von Mr_Luk

    Registriert seit
    17.02.2005
    Beiträge
    3.114

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    Das Problem mit dem 'Lüften' ist ganz klar dass es (zumindest in der Chiang Maier Gegend) die meiste Zeit fast windstill ist, (wenn nicht gerade ein Taifun tobt). Da kannst du alle Fenster aufreissen, da lüftet überhaupt nichts...

    Das ist auch bei Holzhäusern hier im Norden so, die sind einfach heisser als geabaute Häuser. Ganz offen, schön belüftet, das ist reines Wunschdenken gepaart mit ein wenig Romantik. Die Teakholzhäser sind im Sommer und auch während den Sonnentagen der Regenzeit einfach nur stickig heiß! Das weiß ich aus direkter Erfahrung, ich habe mich nämlich im gleichen Dorf tagsüber und Nachts sowohl in einem traditionelle Holzhaus als auch in einem gebauten Haus aufgehalten und auch in beiden geschlafen. Wenn's nachts 32° C draussen ist und windstill, dann hat's im Holzhaus genau dieselbe Temperatur, so einfach ist das

    Ein Holzhaus mit grosser Veranda in Meeresnähe bei einer stetigen Brise ist da natürlich etwas ganz anderes!

  9. #58
    Avatar von zero

    Registriert seit
    28.12.2004
    Beiträge
    629

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    ich will mich da verspätet auch noch in die Diskussion einmischen:

    Ich bin gerade vom LOS zurück und habe in Kanchanaburi einen Australier getroffen, der mir erzählt hat, er hätte sein Haus in Ytong gebaut, und benötige deshalb so gut wie keine Aircon. Außerdem gibt es eine Firma (ich glaube in Pattaya), die immer wieder in Zeitschriften inseriert und sich auf Ytong-Häuser spezialisiert hat, und ebenfalls behauptet, bei dieser Bauweise genügt ein Ventilator.

    Bringt Ytong wirklich etwas in Sachen Isolation, etc.? Hat da jemand Erfahrung?

  10. #59
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    Dieter: Die einzige Bauweise, die in Thailand Sinn macht ist meines Erachtens die traditionelle Teakbauweise.

    Ich stimme dem bedingt zu. Bedingt weil mit der traditionellen Bauweise die vorhandenen Materialien und Techniken optimal an das Klima angepasst sind. Bedingt weil man heute eine größere Auswahl an Materialien und Techniken hat. Und schließlich bedingt, weil sie natürlich nicht die Temperaturen in einem Aircon-gekühlten Haus schlagen kann.

    Trotzdem ziehe ich es persönlich vor, den Aircon Gebrauch zu minimieren. Wir haben in den letzten Jahren immer in sehr gut belüfteten Räumen gelebt. Daher brauchen wir die Aircon eigentlich nur in der heissen Jahreszeit. Ich glaube daher, dass Belüftung und Reduzierung der Strahlungsabsorption der Schlüssel zu einem kühlen Haus ist. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt die traditionelle Bauweise betrachtet kann man viel von den althergebrachten Designs und Methoden lernen.

    Der Isolierungswert von Teakholz ist nicht gerade beeindruckend, aber dieses Manko kann man mit modernen Materialien ausgleichen. Ein spitz zulaufendens Dach mit steilem Winkel verringert die Absorption der Sonneneinstrahlung und lässt das Wasser bei Regen schnell abfließen. Im Inneren des Hauses ist durch ein hohes Dach (und einen offenen Dachstuhl) ständige Luftzirkulation gewährleistet. Die verlängerten Dachüberhänge an den traditionellen Häusern lassen das Haus nicht nur optisch größer erscheinen, sondern schützen die Hauswände auch vor Sonne und Regen. Die Pfahlbauweise tut ihr übriges. Sie hält das Haus von Überflutungen, Ungeziefer, Schlangen und Ratten schadenfrei, und die höhergelegte Plattform kommt auch der Belüftung durch natürlichen Wind zu gute.

    Im Inneren des Hauses ist es wichtig, dass man Windkanäle von vornherein einplant. Dazu muss man das Haus auf den Windrichtungsseiten, oder am besten auf allen vier Seiten, öffnen. Große Räume tun ein übriges. Beschattung durch Bäume ebenfalls. Die Thais verwenden dazu gerne Ma Muang, Chompuh, und andere Obstbäume; die Früchte wachsen dann sozusagen gleich ins Haus, allerdings gibt es andere Schattenbäume die eine größere Krone haben.

    Leider werden all diese Prinzipien von den Architekten heute kaum noch beachtet. Moderne Häuser sind nach westlichem Modell gebaut, mit kleinen stickigen Räumen, Glas, ohne Belüftung, dafür mit Aircondition. Eigentlich schade. Die traditionelle Bauweise eines "ruean kahabodi" zum Beispiel ist nicht nur ästhetisch sehr ansprechend, sondern hat auch viele "Öko"-Vorteile. So ganz allmählich scheinen auch die Thais die alte Bauweise wiederzuentdecken. Man sieht seit einigen Jahren wieder den "contemporary Thai" Baustil in dem ein oder anderen Moo Baan. Allerdings handelt es sich dabei meist eher um stilistische Zitate für eine konservative Käuferschicht, als um wiederentdeckte Konzepte des Hausbaus.

    Cheers, X-Pat

  11. #60
    Avatar von x-pat

    Registriert seit
    06.11.2003
    Beiträge
    7.208

    Re: Häuslebauer, Landkäufer und nachträgliche Einsichten

    zero: Bringt Ytong wirklich etwas in Sachen Isolation, etc.? Hat da jemand Erfahrung?

    Ja natürlich! Ytong (Gasbeton) bietet eine sehr gute termische Isolation. Fast wie eine Doppelwand. Habe ich schon öfters mal in neuen Moo Baans gesehen.

    Cheers, X-Pat

Seite 6 von 11 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Visualisierung für Häuslebauer
    Von djingdjo im Forum Computer-Board
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 27.07.08, 14:38
  2. Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 14.10.06, 00:35
  3. Gartenzaun, gemeinsames Grillen und Einsichten
    Von Ralf_aus_Do im Forum Literarisches
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 29.03.05, 01:25