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Grundstück - Wegerecht ?

Erstellt von Peter, 10.01.2010, 11:06 Uhr · 16 Antworten · 3.379 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Peter

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    Grundstück - Wegerecht ?

    Wie ist in Thailand eigentlich der Zugang zu den verschiedenen Grundstücken - ohne direkten Anschluß an eine öffentliche Straße geregelt?

    Hintergrund:
    Meine Frau hat letztes Jahr von ihrer Mutter ein Reisfeld in der Größe von ca. 6 Rai geerbt. Dieses Reisfeld liegt etwa 100 m von der nächsten Straße entfernt und wird derzeit von ihrem Bruder bewirtschaftet. Dieser fährt zur Bewirtschaftung einfach über die bestehenden Nachbargrundstücke auf dieses Grundstück. Gestern haben wir erfahren, daß ein Nachbar die umliegenden Grundstücke nahezu komplett gekauft hätte und hier einen Teich zur Schrimpzucht herstellen wollte. Die Bagger hierzu ständen bereits bereit. Er hätte auch Kaufabsichten (mit niedrigem Preisangebot) für unser Grundstück geäußert. Sollte er sein Vorhaben verwirklichen und einen großflächigen Teich errichten, wäre der Zugang zu unserem Grundstück nicht mehr gegeben.

    Weiß hier jemand Rat? Wir müssen hierzu schnell eine Entscheidung treffen.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    vor 2 Jahren hette ich ein guenstiges Grundstueck mit Chanot in einer pleite gegangenen Villagesiedlung kaufen koennen.
    Meine th. Anwaeltin riet mir, die Finger davon zu lassen, weil die Zufahrtswege in ungeklaerten Besitzverhaeltnissen standen, und ich im Ungluecksfall keinen Zugang mehr zum Grundstueck gehabt haette.
    Von da ab kamen nur noch Grundstuecke mit Zugang zu einer Goverment Road in Frage.

    In Spanien entsteht nach einjaehriger Nutzung eines Weges zum eigenen Grund bereits ein Gewohnheitsrecht,
    in Thailand haette dieses Wegerecht in dem Chanot des Nachbarn eingetragen werden muessen.
    Bei muendlichen Absprachen in der Vergangenheit steht ein risikoreicher Prozess bevor.

  4. #3
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Die Konfliktloesungen haben sich deutlich veraendert in den letzten 50-60 Jahren. Frueher als die Felder noch zu einer Dorfgemeinschaft gehoerten, die zumeist durch Familienverbaende gebildet wurden, da war es gang und gaebe so ein Problem unter den Aeltesten zu besprechen. Da kam dann immer so etwas heraus wie: Du verkaufst denen das Grundstueck, welches die als Weg bis zur naechsten oeffentlichen Strasse brauchen fuer faires Geld. Also so ca. 1000 bis 2000 Baht pro Rai. Spaeter vielleicht auch einmal 10.000 Baht.

    Wenn die Verhaeltnisse so sind, dass hier keinerlei intrafamiliaere Einigung erzielt werden kann, noch amtlicherseits im Rahmen der Bauplanung Entscheidungen gefallen sind, dann sollte man jetzt unverzueglich den Pujai Baan - den Dorfvorsteher - ansprechen. Denn zu dessen Job gehoert es, nicht nur Hausnummer zu verteilen, sondern auch zu verhindern, dass irgendwo Enklaven ohne Anbindung entstehen. Der wird sich den Sachverhalt anhoeren und evtl. schon selbst versuchen zu vermitteln. Oder er traegt das Problem der Landbehoerde vor, die ziemlich rigoros dann wird. Es muss eine 8 m breite Subsoi bauplanmaessig her. Sei es in Form der Verstaatlichung.

    Der Pujai Baan ist jetzt zu fragen.

    An diesem Fall erkennt man uebrigens, warum selbst im Isaan die Landvermessung und Kartierung in Form eines Chanods so gewuenscht wurde. Bei einer zunehmenden Durchmischung der alten Dorfbevoelkerung auch mit Fremden, kann man sich nicht mehr laenger auf traditionelle Konfliktloesungsmechanismen verlassen. Bei der Chanod-maessigen Vermessung durch die Provincial Land Office kommt es automatisch zu einer Art Bauleitplanung. Denn es werden dann ziemlich rabiat nicht nur groessere Laendereien parzelliert, sondern auch jeweils 8 m breite Subsois bestimmt. Als man vor gut 15 Jahren bei uns eine groessere Landflaeche in eine Anzahl von 1-2 Rai grossen Grundstuecken und teilweise auch kleineren Grundstuecken von ca 400 Quadratmetern aufteilte, da kam es zu dieser Strasseneinplanung. Die Aufgabenstellung war also: Hier sollte ruhig zukuenftig Bauland entstehen. Strom und Wasser gibt es schon entlang der Staatsstrasse. Schaffen wir die Voraussetzungen fuer die problemlose Veraeusserung der Landparzellen an unbekannte zukuenftige Eigner.

    Provinzen ohne solch eine vorausschauende Bauleitplanung sind ihr eigenes Hindernis fuer eine verbesserte oekonomische Entwicklung ihrer Gemeinden gewesen.

  5. #4
    Avatar von Armin

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Zitat Zitat von DisainaM",p="810880

    In Spanien entsteht nach einjaehriger Nutzung eines Weges zum eigenen Grund bereits ein Gewohnheitsrecht,
    in Thailand haette dieses Wegerecht in dem Chanot des Nachbarn eingetragen werden muessen.
    Bei muendlichen Absprachen in der Vergangenheit steht ein risikoreicher Prozess bevor.
    In Thailand gibt es so etwas auch, aber nur wennn es ein von der community genutzter Weg ist und das seit 10 Jahren.
    @Peter
    Verkauft das Land, wenn du keine Zufahrtstraße kaufen kannst.
    Ich habe auch gerade ein Endgrunstück mit Straße gekauft, weil die öffentliche Straße 2 Meter vor unserem Grundstück endet.Das sind die sog. goldenen Grundstücke.

  6. #5
    Avatar von tira

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Zitat Zitat von waanjai_2",p="810903
    ....Der Pujai Baan ist jetzt zu fragen......
    dem gehört das land net. gut fragen kostet nix. kommt es jedoch hart auf hart kann dieser auch
    nichts ausrichten. angesprochene situation zeigt auf weshalb land an einer straße schon x was extra kostet.
    im nachhinein iss dieses weniger konfliktbehaftet, was den aufschlag anscheinend rechtfertigt.


  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Ist die Dorfkulisse noch harmonisch, wo alle Bewohner sich regelmaessig am oertlichen Wat treffen,
    ist die Chance, das Wegerecht zu einem fairen Preis zu bekommen, natuerlich noch vorhanden,
    aber sowas variiert bei den Oertlichkeiten.

  8. #7
    Avatar von Peter

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Nach Auskunft meiner Frau ist der Grundstücksaufkäufer ein reicher Politiker mit mafiösem Hintergrund, vor dem offensichtlich auch der Pujai Respekt (Angst) hat. Dies macht die Sache sicher nicht einfacher. Wir würden ja notfalls verkaufen. Ärgerlich ist hier auch, dass wir kürzlich (vor 2 Wochen) aus Thailand zurück sind, und zum Grundstücksverkauf wiederum eine Reise nach Thailand anstehen würde.

  9. #8
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    1. der Puujai Baan ist nur das Sprungbrett zur Provinzverwaltung und dem dortigen Katasteramt.
    1a. Als Eigentuemer des Grundstuecks habt ihr dort ein Einsichtsrecht in das Kataster. Fragt doch einmal den Kastasterbeamten, was dort zum Wegerecht eingezeichnet ist.
    Ist kostenlos.
    Ich habe mir auch schon - zusammen mit dem Eigner - dort fremde Grundstuecke in ihrer Markierung etc. zeigen lassen.
    Was soll da grossartig ein Problem sein?
    Der Riesen-Behoerden-Bammel der Landbevoelkerung

    2. Wenn der Eigner auch dort noch etwas zu sagen hat, dann sieht es vielleicht schlecht aus.

    3. Warum sollt ihr erneut nach Thailand fliegen? Vollmacht erteilen und gut iss es. Der Verkauf erfolgt doch vor der gleichen Provinzbehoerde, die ihr Euch nicht traut, anzusprechen? Aber der mafioese Politiker hat doch dort zu sagen. Dann braucht dort auch keiner zu erscheinen.

  10. #9
    Avatar von tira

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Zitat Zitat von waanjai_2",p="810925
    .... Fragt doch einmal den Kastasterbeamten, was dort zum Wegerecht eingezeichnet ist....

    Wenn der Eigner auch dort noch etwas zu sagen hat, dann sieht es vielleicht schlecht aus.....
    moin,

    genannter lokal politiker kreuzt mit dem major der amphoe community auf,
    kannste net mehr zählen, die bücklinge, die bei der gelegenheit gemacht werden


  11. #10
    Avatar von tomtom24

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    Re: Grundstück - Wegerecht ?

    Zitat Zitat von waanjai_2",p="810925
    1. der Puujai Baan ist [highlight=yellow:2ab8f3ba73]nur[/highlight:2ab8f3ba73]
    ...ist falsch

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