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Geschichte einer Freundin

Erstellt von Ralf_aus_Do, 11.01.2005, 17:14 Uhr · 173 Antworten · 8.085 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Geschichte einer Freundin

    Ich habe in den vergangenen Tagen einige Threads gelesen, die sich mit dem Zusammensein von thailändischer Frau und deutschem Mann befassen. Hier erzähle ich die Geschichte einer guten thailändischen Freundin von mir, die seit etwa 7 Jahren in Deutschland lebt.

    Zum besseren Verständnis muß ich im Vorfeld mal einige kurze Anmerkungen zu meiner Person machen. Ich wohne im Ruhrgebiet, bin aber in 8 von 12 Monaten im Ausland (jeweils 4 – 6 Wochen). Hier nehme ich dann Steuerungen für Industrieanlagen in Betrieb. Durch den Job komme ich häufig in Länder, die sich in einer schlechteren wirtschaftlichen Lage befinden als unsere wirtschaftlich (immer noch) leistungsfähige Nation. Auch hatte ich schon die Gelegenheit mehrmals das LOS zu besuchen – Kurzurlaub von der Baustelle – und hatte bei dieser und auch anderen Gelegenheiten ‚meine bezahlte Urlaubsbekanntschaft’.

    Doch zurück ins Ruhrgebiet – direkt Zaun an Zaun zu meiner Erdgeschoßwohnung befindet sich ein etwas höherpreisiger .... (den gab es schon bevor ich in der Wohnung lebte, die Wohngegend ist eine der bevorzugten hier und besteht zum größten Teil aus Einfamilienhäusern und kleineren Mehrfamilienhäusern).

    Der .... ist täglich von 20:00 bis ca. 4:00 Uhr geöffnet, im Sommer kommt es häufiger vor, daß die dort beschäftigten Prostituierten und die Thekenbedienung vor Schichtbeginn im Garten grillen. So entwickelte sich im Laufe der Zeit durch Gespräche über den Gartenzaun eine gutnachbarliche Beziehung – die von den anderen Nachbarn allerdings eher Kopfschüttelnd bedacht wird. In der Zwischenzeit bin ich häufig im Sommer zum Grillen im Garten, im Winter auch mal auf ein Bier bei meinen Nachbarn eingeladen und habe solche Einladungen auch schon des öfteren erwidert. Ich war jedoch hier nicht und in anderen Etablissements sehr wohl (dies nur als Ergänzung wg. nicht Moralapostel) zahlender Gast respektive Freier.

    Meine 32 Jahre alte Freundin aus dem LOS arbeitet hier. Auch in Thailand hat sie als Bargirl angeschafft, dort einen Deutschen kennengelernt, ist nach Deutschland gekommen, bekam dort ihr Kind und trennte sich von ihrem Mann, der jetzt weder von ihr noch dem Kind etwas wissen möchte. Doch der Reihe nach:

    (Ich werde jetzt die Geschichte aus Sicht meiner thailändischen Freundin weiterschreiben, das folgende ‚ich’ bin natürlich nicht ich, sonder sie ..häh??…)

    Aufgewachsen bin ich auf dem Land. Bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr ging ich zur Schule, anschließend habe ich in einer Textilfabrik in der nächstgelegenen Stadt gearbeitet. Eine meiner Freundinnen im Dorf erzählte mir als ich 19 Jahre alt war, sie arbeite in Pattaya als Bargirl, sie sagte auch, daß sie hierdurch 5000 Baht in der Woche verdiene, auch bekäme sie von den Männern schöne Geschenke – auch eine goldene Kette wie ich sie mir zwar wünschen aber kaum selbst leisten könnte.

    Ich entschloß mich es ihr gleichzutun, genauso wie der plötzliche Reichtum der Freundin mich beeindruckte meinte ich, mit dem Geld meine Familie unterstützen zu können, wie es mir durch das geringe Geld von der Textilfabrik niemals möglich war. Hierdurch erhoffte ich mir für meine Familie ein besseres Leben und für mich Anerkennung.

    Die Arbeit als Bargirl fand ich gar nicht mal so schlimm, viele der Männer waren nicht nett, andere waren es, sie hatten alle aber ein Gemeinsames – unermeßlich viel Geld. Am Rande bekam ich mit, daß in der Regel zwischen 100.000 und 150.000 Baht für einen Urlaub ausgegeben wurden. Mein Job an der Bar wurde mir einfach gemacht durch die vielen Freundinnen, die ich jetzt hatte, mit denen konnte man Partys feiern, wie ich sie noch nie erlebt hatte.

    Mit 21 Jahren lernte ich einen Deutschen kennen, der sehr nett zu mir war. Er machte mir in seinem dreiwöchigen Urlaub außerhalb dessen, was wir ausgehandelt hatten großzügige Geschenke, er las mir fast jeden Wunsch von den Augen ab, ging mit mir essen und in die Disko. Nach meinem thailändischen Freund aus der Fabrik, mit dem ich längst nicht mehr zusammenwar diesmal kein Freier, sondern auch ein Freund – ich hatte einen deutschen Liebhaber. Mein deutscher Liebhaber erzählte mir, er würde 80.000 Baht jeden Monat verdienen.

    Ich wußte, daß er meine große Chance war, nicht mehr als Bargirl arbeiten zu müssen. Da er mich liebt würde er mit seinem vielen Geld mich und meine Familie auf dem Dorf großzügig wie er sich im Urlaub zeigte unterstützen. Er ist als ich Ihn kennenlerne 36 Jahre Alt (genauso alt wie der Autor dieser Zeilen diesen Monat wird) ist kein alter Mann und er hat blonde Haare und blaue Augen die ich sehr gerne mag. Beim Abschied voneinander hatten wir beide Tränen in den Augen – einerseits war ich traurig, andererseits glücklich, denn er versprach ‚I love You’, I’ll get You out of here’ und I’ll be back soon’.

    Mein deutscher Freund schrieb mir Briefe, ich schrieb so gut ich es konnte (mit der Unterstützung des Nachtportiers eines Hotels) zurück. Endlich, nach weiteren 6 Monaten kam er zurück. Die 2 Wochen seines Urlaubs verbrachten wir zur Hälfte in meinem Dorf, hier bat er feierlich – wenn es auch mit der Verständigung nicht so funktionierte – meine Eltern mich heiraten zu dürfen. Ich war im siebten Himmel. Die Neuigkeit, daß ich endlich mein großes Glück gefunden hatte wurde mit dem ganzen Dorf (und mit viel lauter Musik und mit noch mehr Getränken und sehr viel gutem Essen) gefeiert.

    Nachdem wir uns voneinander verabschiedet hatten, diesmal war der Abschied noch tränenreicher als der erste – aber ich war eine glückliche junge Frau; ich hatte einen Ehemann gefunden, mit dem ich im fernen aber reichen Deutschland glücklich sein würde.

    Viele Vorbereitungen wurden getroffen, ich arbeitete weiter an der Bar, zählte aber die Tage in denen das noch nötig sein würde. 3 Monate später, ich war 22 Jahre alt, saß das erste mal im Leben in einem Flugzeug. Meine Aufregung kannte keine Grenzen, die Stewardessen (ich flog sogar Thai) waren sehr freundlich auf dem langen Flug in die Ferne und kümmerten sich rührend um mich. Im fernen Frankfurt angekommen wurde ich von meinem Liebsten empfangen. Wir fuhren von dort aus mit der Bahn in seine Heimatstadt im Ruhrgebiet mein Freund verdiente sein Geld bei der Bahn. Wir kamen zu seiner Wohnung, die war nicht so toll wie ich es mir ausgemalt hatte. In den nächsten Wochen versuchte ich bei der Auslandsgesellschaft deutsch zu lernen, ich bestaunte die Umgebung, die fremden hektischen Menschen, die unfreundliche Verkäuferin im Supermarkt, das Wetter, ein Fußballspiel im Stadion, die vielen Autos, die Fabriken in der Nähe - da gab es ein Stahlwerk, das war größer als die gesamte Stadt in der die Textilfabrik in der ich früher gearbeitet hatte und jeden abend färbte das Stahlwerk für 10 Minuten den Himmel rot; auf mein Bitten durfte ich mit meinem Freund das Werk besichtigt. Bitten mußte ich in dieser Zeit viel, ich kaufte ein, das zugeteilte Haushaltsgeld war weg. Mein Freund sparte ja auf die Hochzeit – daher konnte er auch zu dieser Zeit meiner Familie kein Geld schicken – ich war traurig, aber wenn die aufwendige Hochzeit vorbei ist wird ja alles besser. Richtig wütend habe ich meinen Freund zu dieser Zeit nur einmal erlebt, beim Öffnen der Telefonrechnung; von da ab telefonierte ich nicht mehr. Bald war ich schwanger und heiratete.

    Die Hochzeit fand in der Vereinskneipe des Vorortfußballvereins statt. Von jedem wurde ich begutachtet, ich hatte das Gefühl jeder Gast wußte, daß ich nicht nur in der Textilfabrik gearbeitet habe. Ich schämte mich für meine Vergangenheit, für das schlechte Essen auf der Feier, für mein schlechtes deutsch mit dem ich weder alles verstehen noch alles ausdrücken konnte, für das Fehlen meiner Familie auf der Feier, für das Fehlen meiner Freundinnen und meines Dorfs auf der Feier und dafür, daß mein Mann wegen der vielen Biere und Schnäpse seinem besten Freund das Auto, in dem wir zu unserer Wohnung gefahren wurden vollkotzte. Ich schämte mich, daß ich nicht besser auf ihn aufgepaßt hatte.

    Der Alltag kehrte ein, meistens blieb ich in der Wohnung, das Kind würde bald dasein. Mein Mann kam nicht mehr direkt von der Arbeit nach hause, sondern ging meistens noch in die Kneipe. Von dem zugeteilten Geld, das in meiner Heimat ja viel Geld gewesen wäre, konnte ich hier kaum auskommen. Mein Mann wurde bei jeder Gelegenheit wütend, ich fragte vorsichtig ob ich nur ein wenig Geld nach hause schicken könnten da es bei uns so sei, daß die Familie der Tochter ihre Eltern unterstützte, der Wutanfall war übel, anschließend wurde das Telefon wenn mein Mann aus dem Haus ging im Schrank eingeschlossen. Das Kind kam, ich hoffte das alles besser würde. Nach weiteren drei Jahren Wutanfällen und Prügeleien, kein Geld haben und immer mehr Bier in der Kneipe ausgeben, beschloß ich abzuhauen. Ich zog mit meinem Kind und einem Reisekoffer zu meiner einzigen Freundin, die ich von meinem ersten Deutschkurs bei der Auslandsgesellschaft kennengelernt hatte. Der Anwalt meines Mannes und der Anwalt den der Mann meiner Freundin mir empfohlen hatte schrieben sich lange Briefe, ich brauchte Geld, Kinder kosten Geld Wohnungen kosten Geld und Essen kostet Geld, mehr Geld als in Thailand.

    Ich habe mir eine Arbeit gesucht, als Bargirl, nicht Pattaya sondern Ruhrgebiet, abends so gegen 5 Uhr bringe ich mein Kind zu einer Nachbarin, am morgen bekommt mein Kind von der Nachbarin Frühstück und geht zur Schule, dafür bekommt meine Nachbarin 300 Euro. Dann schlafe ich schon, denn ich bin erst um 5 Uhr morgens nachhause gekommen. Wenn mein Kind von der Schule zuhause ist bin ich wach. Ich liebe mein Kind, mein Kind liebt mich, ich liebe meine Eltern – denen schicke ich jetzt mehr Geld nach hause, als vorher als ich noch Pattaya – Bargirl war. Es ist schwierig für mich ins Heimatdorf zu fahren, dort meint bestimmt jeder, ich hab alles verbockt.


    Gruß

    Ralfs, der die wahren Geschichte, die er so von seiner thailändischen (platonischen) Freundin erzählt bekam, weitererzählte

    Macht’s besser

  2.  
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  3. #2
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Geschichte einer Freundin

    Zitat Zitat von Ralf_aus_Do",p="205955
    ...Macht’s besser
    Besser kann man es gar nicht machen
    Danke für Deine Offenheit, für eine Geschichte, die sicherlich kein Einzelfall ist.

  4. #3
    Avatar von Yala

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    Re: Geschichte einer Freundin

    @Ralf

    Der 1. Bericht und gleich so ein Hammer

    Bestimmt kein Einzelfall.

  5. #4
    Avatar von Gramol

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    Re: Geschichte einer Freundin

    ich fragte vorsichtig ob ich nur ein wenig Geld nach hause schicken könnten da es bei uns so sei, daß die Familie der Tochter ihre Eltern unterstützte,
    Haben wir diese Diskussion nicht gerade an anderer Stelle? Ansonsten, bezweifele ich nicht, dass diese Geschichte Dir so zugetragen wurde. Auf der anderen Seite würde der Mann die Geschichte eventuell anders erzählen. Für mich ist diese Erzählung nur ein weiteres Beispiel für eine Sache, die ich noch nie verstanden habe: Man lernt sich wenige Wochen " kennen", beschließt mit verklärten Augen die Hochzeit, die thailändische Partnerin wechselt " mal eben" den Kontinent, den Kulturkreis, wird von ihrer rosaroten Wolke inkl. rosaroter Brille geschmissen...erkennt, dass in Deutschland die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen, wartet die obligatorischen drei Jahre ab...und landet im Rotlichtmilieu. Was soll man dazu groß sagen...Mitleid habe ich leider keines, für keinen der beiden, sorry.

  6. #5
    Avatar von ChangKhao

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    330

    Re: Geschichte einer Freundin

    Traurige Geschichte,und mit sicherheit kein einelfall.
    Aber...
    muß sie wirklich da weiter machen , wo sie in Thailand aufgehört hat?
    oder ist das nur der "einfache Weg" Geld zu verdienen?
    Zahlt der Mann für sie und das Kind keinen Unterhalt?


    @Gramol

  7. #6
    Avatar von martinus

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    2.958

    Re: Geschichte einer Freundin

    @ Ralf

    Ist sicher kein Einzelfall. Eine Frau, die ihr Kind durchbringt und den Mann verläßt hat mehr Stärke als wenn sie das gemeinsame Kind dem Mann hinterläßt.
    So wie ich schon aus der Stuttgarter Thai-Szene kenne (3 Fälle).
    Danke für deine Offenheit :bravo: , du solltest deiner Bekannten vorschlagen, ein Buch zu schreiben.

    Martin

  8. #7
    Avatar von Serge

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    Re: Geschichte einer Freundin

    Tja. Der Exodus der Armut. Aehnlich wie Ende der 40er Jahre in Berlin, als die Truemmerfrauen in die USA heirateten, um den Russen zu entfliehen.

    Es zeigt soviel, diese kleine, oder besser diese kleinen Geschichten. Motivation Geld, Rettung, Hoffnung?? Wer weiss dass schon, ich nicht. Was macht das nun alles aus?? Warum haben US GIs die Frauen der Maenner geheiratet, die sie gerade noch erschossen haben und umgekehrt?? Oder Japan? Vietnam?? Warum schleppt der gebildete Wessi die Thai nach Deutschland?? Libido?? Stolz?? Was ist es denn eigentlich?? Die Hoffnung einen Haushaltssklaven zu finden??

    Es ist im Grunde einfach nur traurig. Und im Grunde geht es auch schon in eine Form von Koerpertrade ueber. Wie heute schon so oft gesagt, es wird wohl bis auf weiteres immer so weitergehen. Aber mit zunehmendem Entwicklungs- und Bildungsstand hier in Thailand wird auch das sich aendern. Oder?

    Es lief gerade, als ich diese Geschichte las, auf BBC parallel ein Bericht ueber 5exsklaven in Russland, Belorussland und Ukraine, die in diverse Einrichtungen West Europas "exportiert" werden. Im Grunde nicht weit von einander entfernt. Denn viele dieser Frauen, versteckt gefilmt ( ), wurden auch mit schicken Klamotten, der grossen Hoffnung, dem Versprechen ihrer Verantwortung gegenueber der Familie gerecht werden zu koennen und so weiter angelockt, und sind dann "freiwillig" mitgegangen. Im Grunde immer die gleichen Argumente. Subsumiert eigentlich nur unter Gier. Nach mehr. Es ist halt nie genug, und dafuer ueberschreitet man/frau wortwoertlich alle Grenzen.

    Aber was soll man tun?? Einreisen von Thais generell verbieten ist es wohl nicht. Die Rotlichtbezirke verbieten ist es schon gar nicht. Es wird wohl nur so sein, das irgendwann mal das Ungleichgewicht sich verschieben wird. Alles andere wird die Symptome eventuell eindaemmen, aber nicht die Ursache an sich bekaempfen.

    Eine kleine Geschichte. Wie oft haben wir diese hier schon in unserem kleinen Forumsmikrokosmos gelesen. Deutschsprachig. Jetzt denke man mal an englisch, japanisch, chinesisch, italiensisch etc. sprachig. Wie oft es wohl diese Geschichten gibt?

    Aber ihr scheint es ja gut zu gehen. Sie grillt und ihr Kind geht zur Schule.

  9. #8
    Avatar von DisainaM

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    26.841

    Re: Geschichte einer Freundin

    Viele Geschichten von Thais versteht man nur, wenn man den Sinn zwischen den Zeilen erkennt.
    In anderen Fällen erzählt eine Thai einem Deutschen ihre Geschichte,
    doch wenn man mit den anderen 3 Deutschen sprechen würde, der sie ihre Geschichte erzählt hat, stellt man fest, daß jede Geschichte anders ist.

    So gibt es bestimmte Feinheiten, die in keiner Geschichte vorkommen,
    Affinitäten zum Kartenspielen, Drogen oder einem thail. Sänger in Deutschland, spielen niemals in den Geschichten eine Rolle,
    ebenfalls wird immer die Freiwilligkeit des Jobs betont.

    Hier im Forum kennt man natürlich noch Geschichten von denen, die als Warner ein bestimmtes Bild zeichnen wollen, aber dies lassen wir mal, (trotz des ich flog sogar Thai nach über 3 Jahren).

  10. #9
    Avatar von callimero

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    78

    Re: Geschichte einer Freundin

    hallo zusammen,

    @ martinius :

    "Eine Frau, die ihr Kind durchbringt und den Mann verläßt hat mehr Stärke als wenn sie das gemeinsame Kind dem Mann hinterläßt."

    möchte ich nur anmerken:
    ... ich bin seit vielen jahren alleinerziehend. Sollte durch eine Trennung ein Kind davon betroffen sein, kommt es auf das Alter des Kindes an zu welchem Elternteil es gehen sollte. Unbedingt zu berücksichtigen ist, dass den Kinder(n) das soziale Umfeld (Schule zu Hause usw.) nicht genommen wird. - Egal ob nun Mischehe oder "German-ehe". Männer sind in der Regel genauso gut in der Erziehung wie Frauen ... sie müssen und sollten es sich nur zutrauen.

    Für mich war damals ein riesen Einschnitt als feststand das mein Sohn (7,5 jahre alt) bei mir bleiben wollte (ihm war es damls egal -ob Mama oder Papa- wer zu Hause bleibt, er wollte seine Schule, Kinderzimmer usw nicht verlieren) Es hatte doch so einige Konseqenzen zur Folge ....

    Ja ich weiß.. es ist nicht die Regel und eher eine Ausnahme das die Kinder beim Vater bleiben. ich mache meiner EX keinen Vorwurf im Gegenteil .. ich hätte sonst nie die einmalige Chance bekommen ein wirklich so gutes Verhältnis zu meinem Sohn aufzubauen.
    Daran sollte jeder Mann /Vater denken ...
    klar...die ersten Jahre konnte ich nicht wie ich wollte
    aber das hat sich ja nun im laufe der Zeit geändert ....

    unter anderem planen wir halt einen gemeinsamen Urlaub gen Thailand ...

    liebe grüße
    calli

  11. #10
    Avatar von martinus

    Registriert seit
    25.06.2003
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    2.958

    Re: Geschichte einer Freundin

    @ callimero

    Es ist niemals gut für ein Kind, wenn sich die Eltern trennen! Doch ich kenne 3 Fälle unterschiedlicher Altersgruppen, in denen sich die Frau von der restlichen Familie trennte.
    Und ich weiß, daß alle beteiligten Kinder sehr darunter litten. Über die wahren Gefühle der Frauen weiß ich garnichts.

    Einer der Ehemänner ist ein guter Bekannter und wie gut, daß seine Eltern im gleichen Haus lebten, so konnte er seinen Vollzeitjob behalten! Seine Ehefrau ging anschaffen und drückte sich trotz richterlich angeordneter Unterhaltszahlungen wo es ging.
    Der Sohn (inzwischen 9) konnte sich mit seiner Mutter in keinster Weise unterhalten, weil sie ihn nicht ihre Muttersprache beibrachte und sich selbst um kein verständliches Deutsch bemühte.
    Als die Mutter wieder mal anrief um einen Besuch anzukündigen, wollte der Sohn seiner Mutter von einem tollen Erlebnis berichten, leider verstand sie ihn garnicht, was den Kleinen sehr in Rage brachte.
    Wie ich hörte, hat der Junge(inzwischen 13 Jahre) jegliche Beziehung zu seiner Mutter verloren.

    Für mich als Außenstehender sah die ganze Sache immer so aus, als ob sie ihr Kind garnicht interessiert und auch keine Muttergefühle hegt, wir in D pflegen den Ausdruck "Rabenmutter" zu gebrauchen.

    Vielleicht verstehst du jetzt meinen geschriebenen Satz besser.
    Meine Frau kennt die obige Geschichte und sagte: "Ich würde niemals mein Kind zurücklassen!"

    Meiner Meinung nach sind für eine "ausgewogene Erziehung" immer beide Elternteile nötig. Oft habe ich das Gefühl, daß den alleinerzogenen Kindern wirklich etwas fehlt.
    Ich hoffe, du verstehst das jetzt nicht falsch, ich will dir keinesfalls zu Nahe treten, denn die alleinige Erziehung muß ich jedem hoch anrechnen.

    Martin

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