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Gedanken zum Fest!

Erstellt von Jakraphong, 20.12.2001, 11:38 Uhr · 17 Antworten · 655 Aufrufe

  1. #1
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Gedanken zum Fest!

    Gedanken zu Weihnachten und zum Leben.
    Ich hatte Zeit zum nachdenken.
    Was dachte ich?
    Ich dachte mir geht es nicht gut, dieses Jahr.
    Ein Trugschluss?
    Wie geht es anderen?
    Schlechter als mir!
    So, in meinen Gedanken und in Selbstmitleid mit mir, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass es anderen schlechter bzw. genauso schlecht oder ähnlich geht. Ich denke dabei zuerst an den Krieg in Afghanistan, ich denke an alle kranken Menschen in Asien, Afrika und anderswo. Was haben sie und was habe ich?
    Ich kann mit zwei Videorecordern meine Kopien machen, die andere Seite des Lebens hat nicht mal genug Reis um satt zu werden. Ich kann per T-DSL im Internet surfen, die andere Seite muss ihre Töchter zur Prostitution schicken. Ich kann mein Essen im Microwave erwärmen, die andere Seite muss lügen, stehlen, rauben und morden. um an bares zu kommen. Ich kann mit meinem Brenner Kopien von Musikstücken machen, die andere Seite muss betteln gehen um nicht zu verhungern.
    Eine endlose Geschichte.
    Meine Frage an mich persönlich? Bin ich zufrieden mit dem was ich habe und besitze?
    Nein ich bin nicht zufrieden!
    Warum:
    Ich hätte gerne mehr Urlaubsgeld um nach Thailand fliegen zu können.
    Ich hätte gerne einen DVD-Player.
    Ich hätte gerne eine Still-Kamera.
    Ich hätte gerne ein kleines Haus im Heimatort meiner Frau.
    Ich hätte gerne usw.
    Frage: Bin ich normal?
    Gruß Jak



    Letzte Änderung: Jakraphong am 20.12.01, 11:40

  2.  
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  3. #2
    Niko
    Avatar von Niko

    Re: Gedanken zum Fest!

    Hi Jak.
    Nun schreibe ich schon mit einer Hand weil eine immer am Telefonhörer ist da mich jemand anrufen will.
    Ich habe zu Weihnachten eigentlich nur einen Wunsch. "Entlich einen Arbeitsplatz" zu finden.
    Denn dann kann ich mir
    Diese
    [hr:83480f91cc]
    Ich hätte gerne mehr Urlaubsgeld um nach Thailand fliegen zu können.
    Ich hätte gerne einen DVD-Player.
    Ich hätte gerne eine Still-Kamera.
    Ich hätte gerne ein kleines Haus im Heimatort meiner Frau.
    Ich hätte gerne usw.
    [hr:83480f91cc]
    locker und leicht auch erfüllen.

  4. #3
    Joel
    Avatar von Joel

    Re: Gedanken zum Fest!

    Jak
    Oft dind es die einfachen Dinge im Leben,die einem guttun und glücklich machen,denk an das Haus,des weissen Elefanten.
    Der Konsumwahn in den reicheren Ländern,weckt durch immer neuere Produkte Begehrlichkeiten,die wir auch noch möglichst erfüllt sehen möchten.Es handelt sich hierbei um eigentlich überflüssiges Zeugs,von dem die Mehrheit der Menschheit noch nicht einmal weiss,dass es sowas gibt,geschweige denn welchen Nutzen es hat.
    Ja,wir wissen oft nicht einmal zu schätzen,dass wir in einem Land leben,dass derzeit ohne Kriege und Hungersnöte und ohne lebensbedrohende Naturkatastrophen,sein dasein hat.
    Dennoch ist das Jahr 2001,ein Jahr voller Schreckensmeldungen gewesen.
    Für mich persönlich war es auch kein gutes Jahr,es fing an,dass mein freund und Hoftierarzt vor unserer Haustür von einem Nahverkehrszug in Stücke gerissen wurde,die unsägliche BSE u.MKS hat uns als rinderhaltenden Betrieb sowohl finanziell,als auch nervlich sehr zugesetzt,einige Freunde und Berufskollegen haben sich das Leben genommen.......aber wir sind gesund,stehen fest zueinander und das Leben geht weiter.....

  5. #4
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Gedanken zum Fest!

    Ja Joel,
    Ich muss darüber nachdenken, weil ich mich sonst schämen würde, vor anderen und auch vor mir selbst.
    Ich habe Verantwortung übernommen für eine Familie, für eine Frau und ein Kind. Und wenn ich selbst nicht in der Lage bin, die Anforderungen die meine Familie an mich stellt zu befriedigen, kommen diese Gedanken automatisch. Der weisse Elefant hilft mir nicht, wenn der Kühlschrank leer ist. Aber er hat mir offenbart, dass er mir einen Weg zeigt, wie ich aus der Miserie rauskomme. Er sagte mir, ich müsste lernen mit weniger zufrieden zu sein.
    Ob ihm das gelingt?
    In diesem Sinn
    Gruss vom Jak

  6. #5
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Gedanken zum Fest!

    Für mich sollte 2001 das Glücklichste werden. Am Tag vor dem Abflug zur Hochzeit[sreise] nach Thailand wurden 4 Passagierflugzeuge mit hunderten von Urlaubern in die Arbeitsplätze von tausenden anderen unschuldigen Menschen gejagt. Ein schlechtes Omen?

    Wir haben uns nicht abhalten lassen und sind dennoch geflogen und haben geheiratet. Am ersten Arbeitstag allein wieder zu Haus erfuhr ich, daß unsere Firma im folgenden Monat mit Kurzarbeit beginnen wird. Ende ungewiß - Zukunftsangst. Kein guter Start. Werden wir noch das Geld haben, die Ausbildung meiner Frau zu finanzieren? Aber Jakraphong hat Recht, es gibt immer einen dem es schlechter geht.
    mfg jinjok

  7. #6
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Gedanken zum Fest!

    Sicher kein leichtes Thema, aber auch das gehört zum Leben.
    Schließlich haben wir alle, mehr oder weniger diese Probleme auf irgendeine Art und Weise. Ich denke, dass man darüber diskutieren kann und sollte. Das Leben besteht eben nicht nur aus Diskussionen über Schwangerschaftstreifen und f.i.c.k.e.n ohne Gummi.
    Jeder von uns sollte darüber nachdenken, ob er sich mit dem zufrieden gibt, was er hat oder eben nicht.
    Ich für meinen Teil hatte immer alles und war zufrieden. Jetzt ist es anders und ich muss versuchen damit zu Leben. Keine leichte Aufgabe.
    Aber, wenn ich mir das Elend der anderen Menschen anschaue, müsste ich eigentlich zufrieden sein, mit oder ohne neuen Gameboy!
    Nehmt es nicht so Ernst. Ich wollte nur einen Denkanstoss geben.
    Jak, der jetzt mal seinen Freund Bruno anruft!
    Jak

  8. #7
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Gedanken zum Fest!

    @Jak
    Nichts verdient es ernster genommen zu werden als dieses "nicht so ernst nehmen". Auch wenn mich dieses Weihnachten nicht mehr so berührt, kommmen doch jedes Jahr immer wieder diese Gedanken. Es fängt damit an, daß ja gute Christen in der Lage sein können, vor dem Weihnachtsgottesdienst sich über die Bettler aufzuregen, die vor dem Kirchenportal sitzen und hoffen, daß ein paar Krumen von diesem Wohlstandskuchen auf die Erde fallen.
    Aber es ist schon etwas dran, wenn ich es einmal selbstkritisch betrachte, mir war ein voller Kühlschrank auch nie genug, ich wollte immer mehr, mehr, mehr...
    Ich denke einmal, Bescheidenheit hat nichts mit Versagung zu tun, sondern einfach mit dem Blick für das Wesentliche. Ich brauche keinen Porsche, nur damit die Leute einen guten Eindruck bekommen, wenn ich damit zum Brötchen holen fahre.
    Ich wünsche allen hier, daß ihre originären Wünsche in Erfüllung gehen: Arbeit, ein Dach über dem Kopf, einen vollen Kühlschrank, Gesundheit, Ausbildung für seine Frau, Kinder, und, vor allen Dingen:
    Zufriedenheit !!

  9. #8
    Avatar von Azrael

    Registriert seit
    13.07.2001
    Beiträge
    1.304

    Re: Gedanken zum Fest!

    Vor ca. 1 1/2 Jahren hatte ich so ziemlich fast alles. Hab mich dem Kaufrausch hemmungslos hingeben können, mir ´nen S-Klasse Benz gekauft, etc. Aber irgendwie war ich immer unzufrieden, um nicht zu sagen frustriert. So ein planloses, unerfülltes vor-sich-hin-leben.

    Jetzt bin ich bankrott, hab ´nen Berg Schulden, werde wohl bald einen alten Fiesta fahren...aber: Da draußen auf der anderen Seite der Welt ist jemand dem ich mich irrsinnig verbunden fühle und der mich schon fast abgöttisch liebt. Und ich liebe sie genau so. Zum ersten mal in meinem Leben habe ich ein Gefühl dafür, warum ich eigentlich lebe. Und ein Gefühl für dass Leben an sich (klingt vielleicht ein bischen komisch, aber ich kann´s nicht besser ausdrücken).

    Wenn ich jetzt zuhause bin und mich so umsehe, wieviel Schrott ich in den letzten Jahren um mich herum angesammelt habe...absurd.

    Mein größter Wunsch ist nur noch einfach normal mit ihr und ihrem Sohn zusammenleben zu können. Also ein Zustand der für die meisten Menschen als "normal" empfunden wird (hier zumindest).

    Also, woher kommt jetzt Glück und Zufriedenheit?

  10. #9
    Avatar von seven

    Registriert seit
    20.08.2001
    Beiträge
    1.676

    Re: Gedanken zum Fest!

    Ich bin auf meinen Reisen quer durch Asien öfters in Gegenden gekommen, wo Kinder im Müll gespielt haben, Ratten die einzigen Haustiere waren und die Wohnung für eine ganze Famile aus etwas Blech und Holz bestand. Ich war in Ländern, wo Eltern mir ihre Kinder schenken wollten, damit es ihnen besser geht und Familienväter nicht meh wussten wie sie ihre Famile ernähren sollen. Trotz dieser Armut bin ich immer (!!!) freundlich von diesen Menschen aufgenommen worden, obwohl sie allen Grund hätten sauer auf uns zu sein. Sind wir es doch, die ihren Reichtum auch der Armut dieser Menschen zu verdanken haben.

    Besonders an Weihnachten fühle ich mich hier in Deutschland recht unwohl. Ich wohne mitten in der Innenstadt und sehe jeden Tag die Heerscharen von konsumverrückten Europäern, die sich beladen mit Tüten duch die Straßen wälzen. Oft scheint es mir, dass die Geschenke und vor allem das beschenkt werden wichtiger sind, als alles andere.

  11. #10
    Joel
    Avatar von Joel

    Re: Gedanken zum Fest!

    Hast recht,Seven
    Selbst unser Wirtschaftsminister Müller,sieht in den hemmungslosem
    Weihnnachtsgeschäft eine Trendwende unserer mauen Wirtschaft....

    @Azarel
    Ich kenne da ein paar Jungs,denen es in etwa so gegangen ist,wie dir.
    Auf der Jagd nach Ruhm und Reichtum,das wirklich Wichtige nicht wahrgenommen und menschlich ziehmlich auf der Strecke geblieben (was ich dir nicht unterstellen will).
    Erst als. nix mehr lief sind sie zur Besinnung gekommen und haben sich dem wirklichen Sinn und Zweck des Lebens gewidmet.Seltsam,muss man immer erst bluten,bevor man versteht.....

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