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Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte, Terr

Erstellt von MrLuk, 22.07.2003, 23:41 Uhr · 27 Antworten · 1.315 Aufrufe

  1. #1
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte, Terr

    1.Teil: Es ist Sommer...

    Ich bin in einem Touristenort geboren und als ich 11 oder 12 war, hatten wir unsere eigene Antitouristen-Terrorgang ;-D mit der wir allerdings nichts erreicht haben, da sie über das Stadium der therotischen Vorarbeit nie hinausgekommen ist.
    Wir konnten damals einfach nicht verstehen wieso ein Großteil der Dorfbewohner einen Sessellift, ein Freibad, riesige Hotels, Biergärten und dergleichen aufrichteten, herputzten, und unterhielten, nur um Geld von diesen lärmenden, vandalistischen, schmutzigen, stinkenden, häßlichen, fetten, arroganten proletarischen Gesellen, genannt Touristen zu bekommen! Man verkaufte seinen Frieden, seine Ruhe, seine Seele, seine Kinder.(wir mußten zwei Monate im Jahr auf unsere Eltern verzichten und konnten während der Sommerzeit und den Schulferien nie in Urlaub oder auch für nur ein Paar Tage ins Grüne) Alles wurde an diese meist respektlosen und unzivilisierten Menschen, damsls für Goulden, Französische und Belgische Franken, DM Dollar und Yen verkauft. Und das nur weil diese Leute es einfach nicht zuhause aushalten konnten und weil man gutes Geld verdienen wollte!

    Durch Urlaub bedingt, einmal aus ihrem täglichen train-train von Maloche, Kindergroßziehen, Alkohol vernichten und Biergespräche führen, sich die Alte vom Leib halten, Klatsch und Tratsch, - usw. herausgerissen, konnten sie es zuhause wohl nicht mehr aushalten. Sie wollten sich Zuhause einfach nicht mit der Realität befassen. So mußten sie in unser schönes Dorf kommen und es für ein bis zwei Wochen besetzen, und das ganze Bier wegsaufen. Mein Vater mußte manchmal spät Nachts raus weil sie in irgend einer Kneipe den Hals nich vollkriegen konnten. Sie machten dann solange Rabatz bis der Wirt meinen Vater aus dem Bett holte. Der ist auch noch mit ein paar Kästen hingefahren, wenn er selber nicht zu besoffen war. Ich habe nie verstanden wieso diese seltsamen Besucher unmengen von Pommes, Hamburgern, Frikadellen und Batwürsten verdrücken mußten, wenn sie sie zum größten Teil nicht richtig verdauen konnten! Das konnte nich anders sein, sonst hätte das ganze Essen nicht andauernd an den seltsamsten Orten, meist in der Gegend von den besagten Lokalen, unverdaut mitten auf dem Bürgersteig oder auf der Straße gelegen.

    Wenn sie dann Nachts um 4 aus der Kneipe oder der Disko kamen und nicht gerade Verdaungsprobleme hatten, so als ob sie nichts gelernt hätten, dann wurden sämtliche Geranien aus den Blumenanlagen gerissen und über die Straße verstreut. Mülleimer, die sie tagsüber mit Coladosen und Chipstüten etc. bis zum Rand gefüllt hatten, entleerten sie Nachts wieder mitten im Dorf. Sie taten viele weiteren seltsamnen, durchaus als primitiven Vandalismus zu bezeichnende Dinge, die man eigentlich als Dorfbewohner (auch für viel Geld) nicht tollerieren sollte. Sie klauen heute noch alles was nicht angenagelt ist, das geht von: besonders schöne Haustier, über Sakrale Gegenstände aus Kirchen, bis hin zu antike Pfertröge aus Sandstein (und hier machen sie erst bei etwa 300 Kilo halt), Fahrräder, und da muß ich zu ihrer Verteidigung sagen daß manche sie nur bis zum Ende des Urlaubs ausleihen. Das sind die die nicht mit dem Wohnwagen unterwegs sind und das Teil nicht mit nachhause nehmen können. Diese Räder werden dann meistens ausgeschlachtet im Fluß aber auch manchmal im nahegelegenen Stausee abgestellt.

    Die Touristen konnten und können tun und laßen was sie wollen und haben nur wenige natürlichen Feinde. Die Polizei bekam von der Gemeindeverwaltung strikte Order (man stelle sich das einmal vor) keine Strafzettel für ausländische Falschparker zu schreiben und sich nachts so wenig wie möglich blicken zu laßen!!!
    Die Leute aus dem Ort gründeten aber seltsamerweise keine Bürgerwehr, und taten scheinbar gar nichts! Für Einige ortsansäßigen Prügelknaben, von denen es leider allzuwenige gab, war die Sommerzeit natürlich auch Saison. Sie waren allerdings zu wenige- und fanden dazu noch selten den nötigen Zuspruch, -um für Ordnung zu sorgen. Darüberhinaus waren sie (wen wundert es) nicht so gut protegiert wie die fremden Raufbolde.

    Nicht etwa daß die Leute aus dem Tourismusgeschäft am verhungern waren! Nein sie waren bereits wohlhabend! Ich kann die Leute aus dem Dorf bis heute nicht verstehen. All dieses Theater nur für Geld! Eine kleine gutplazierte Bombe hätte gereicht damit wir diese Saubande für eine Zeit losgewesen wären, aber niemand hat sich bis heute getraut. Eine alternative wäre gewesen, einen besonders großen Idioten zu erschießen, um zu vermeiden daß es Unschuldige trifft. Dann hätten die anderen vielleicht verstanden daß es Grenzen der Tolleranz gibt. Nicht einmal dazu ist es je gekommen. Aber da bin ich mir ganz sicher, es gibt Viele die solches oder schlimmeres wiederholt geplant haben bzw. noch immer planen!

    Ich würde so etwas natürlich nie tun - ich meine, versteht mich nicht falsch, ich übe mich lediglich in Ironie und Sarkassmus. Aber sagen wir einmal so: in diversen Ländern wird schon mal ein Tourist- oder auch schon mal ein besonders blöder Expat erschoßen. In anderen Ländern werden die Bomben nicht nur geplant sondern auch gelegt und gezündet. Und desto mehr draufgehen, desto üppiger feiern die Ureinwohner-Terroristen den Erfolg. Ich bin kein verkappter Attentäter, oder etwas ähnliches - ich kann und könnte eine solche vorgehensweise auch niemals billigen oder beführworten. Ich verstehe auch nicht weshalb Menschen so etwas tun können - eines tue ich allerdings: ich verstehe wie Menschen auf solche Ideen kommen können! Dazu braucht man wirklich kein radikaler, oder Fundamentalist, oder ein anderer Extremist zu sein, dazu braucht man nur der extrem Geschädigter an einem Phenomen wie etwa Tourismus oder indirektem Kolonialismus zu sein, und gleichzeitig machtlos etwas legitimes dagegen zu unternehmen.

    Verrückte gibt es überall auf der Welt, und man ist nur dann vor ihnen sicher wenn man ihnen bewußt und gezielt aus dem Weg geht! Wenn sie aber das eigene Dorf, die eigene Stadt, das eigene Land belagern, dann ist das oft mehr als lästig, und ein Ausdemweggehen wird spätestens dann extrem schwierig. Und manchmal fragt man sich wie friedfertige Menschen Tourismus und ähnliche Bedrohungen über Jahrzehnte wegstecken.

    Ende des 1.Teils....

  2.  
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  3. #2
    Mi Noi
    Avatar von Mi Noi

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @MrLuk,

    sicher, ungelenkter Tourismus ueberzieht meist die Gegend wie ein Schimmel unter dem alles verkommt. Versprochen wird ein schneller und einfach zu erlangender Reichtum und die arme Fischerfamilie, die mit Krediten, verkauftem Schmuck und Krediten es sich leisten kann, ein oder zwei zu ambulanten Nudelkuechen umgestaltete Dreiraeder zu kaufen, hofft damit rascher Geld zu verdienen als auf dem Feld, wobei Du mir die Dreiraeder als lokales Aequivalent zum Sessellift durchgehen lassen magst.
    Die dunkelhaeutige Tochter des Reisbauern die ein paar Strassen weiter als Gunstgewerblerin (sprich; Studentin oder studierte Sekretaerin, etc.) zum Familienunterhalt beitraegt, hofft vielleicht sich einmal in einen der schwitzenden, nach Alkohol stinkenden Bierbaeuche verlieben zu koennen, die sie naechtens besteigen. Leider spricht sie jedoch nicht ihre Sprache und das Englisch der Bierbaeuche ist meist nur rudimentaer und nichteinmal ansatzweise ausreichend um als Kommunikationsplattform in einer noch so restringierten Beziehung zu dienen.
    Irgendwann nimmt sie dann mal einer mit, zeigt sie zu Hause ein bischen rum wie er auch sein neues Auto rumzeigen wuerde und wenn alle sie gesehen haben wird ihm langweilig und er schickt sie vielleicht zurueck wie Katalogware, die nicht funktioniert hat.

    Ob Sessellift, Biergarten, Nudelkueche oder Sekreteriat (!)
    Gemeinsam haben sie doch alle nur die Hoffnung, ihrem Leben eine positive Wendung geben zu wollen.
    Traurig ist, zu welchem Preis sie dazu bereit sind.

    Gewaltbereitschaft stelle ich auch da in mir fest wenn ich sie sehe, beim Tankstop wo ihnen der fette Hintern zweiseitig ueber die Saettel ihrer viel zu kleinen, billigen, Zweitackter haengt, im Einkaufszentrum wo sie ihre Bratkartoffelverhaeltnisse in unverstaendlichem Denglisch auf die Suche nach Wurst und Kartoffeln schicken <OT ein>„I have Dir doch gesacht, Du solz schoppen fuer verri big Katoffeln“<OT aus>, am Flughafen in lauter und aetzender Auseinandersetzung mit dem Bodenpersonal und radebrechend mit ihren Kindfrauen.
    Da wuenscht sich vielleicht so mancher den beruehmten Regenschirm mit der Giftspitze.

    Gruss
    Mi Noi

  4. #3
    Avatar von Micha

    Registriert seit
    28.01.2003
    Beiträge
    15.943

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    Also Leute, wenn ich mir die Quintessenz eurer Texte hier zu Herzen nehme, dann sollte ich künftig lieber nicht mehr als Tourist durch’s Land ziehen.

    Gut, träume so wie so davon, irgendwann doch noch ein Expat in Thailand zu werden.
    Nur wenn ich dann in dem „Zelte abbrechen-Thread“ lese was da so aus einem werden kann, bleibt als Konsequenz eigentlich nur noch, zu Hause zu bleiben.

    Ok, ist ja auch nicht das aller schlimmste, kann immerhin jeden Tag im Forum lesen und den ein oder anderen mehr oder weniger sinnlosen Kommentar verfassen.

    Ich fürchte allerdings, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis auch dazu der passende Thread eröffnet ist. Darin geht es dann um Forensüchtige u. ä.

    Br = Bin ratlos.

  5. #4
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @ Mi Noi,

    Du bist witzig, was bitte verstehst du unter "ungelenktem Tourismus",
    oder besser gesagt, was wäre gelenkter Tourimus denn in deinen Augen?
    Meinst du etwa mit Führer?

    Da kenne ich einen guten Witz:

    Ein deutscher Rentner hat sich während seines Frankreichurlaubs in der Gegend von Paris, etwa in der höhe von Versailles verfahren. Er ist in einer ländlichen Gegend gelandet und erkundigt sich bei einem alten Bauern: "wo geht es bitte nach Paris, s´il vous plait"?
    Der alte Mann wirft einen flüchtigen Blick auf das Nummernschild des Mercedes und meint, die Nase rümpfend: "tu le savais en 1941, tu ne le sais plus maintenant??? Du wußtest es 1941, hast du es jetzt vergessen? Hui, meinte der Deutsche, mais en 41 c´était en Foiasche Orrganißee!!! Ja, schon - aber neunzehn einundfirzig war es eine organisierte Reise....

  6. #5
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    2.Teil: Herren fremder Länder, demographische Entwicklung.

    Um nochmals näher auf den "off-road Deutschen" zurückzukommen:

    Der Deutsche ist ja auch so eine seltsame Art von Kolonialist...
    Vor etwa zehn Jahren habe ich auf "Isla Verde" auf den Kanaren, eine Entwicklungshelferin kennengelernt die nach 2 Jahren aus der Sahelzone zurückgekehrt war, und bevor sie nach Deutschland zurückfliegen-, noch etwas Urlaub machen wollte. Wir führten ganz angeregte Gespräche und ich fand daß sie eine tolle Frau war, denn wir waren in vielem einer Meinung. Sie meinte aber dann während eines Gesprächs über Urlaub: ...... hat damals gesagt, "und Morgen gehört uns die ganze Welt". Sie gehört uns Heute nicht ganz, aber wir sind überall, und das find´ ich gut! Sie vergaß daß ich kein Deutscher war, trotz meines guten Deutschs. Prinzipiell fand ich das eigentlich nicht so gut, und ich wußte nicht so recht ob ich mich auf eine Diskussion zu dem Thema einlaßen sollte. Ich habe die Diskussion fallen gelaßen, bin aber auch nicht mit ihr ins Bett gegangen, was sie - glaube ich, durchaus wollte….irgendwie hatte ihre Story mit den Deutschen mich total abgetörnt.

    Manche fragen sich weshalb und wie das Bild des hässlichen Deutschen im nahen und fernen Ausland eigentlich zustande gekommen ist. Daß ....deutschland immer wieder in diesem Zusammenhang erwähnt wird, macht vielen Deutschen verständlicherweise immer noch zu schaffen,- andere ignorieren es und distanzieren sich klar davon. Es ist bestimmt nicht so einfach damit umzugehen! Man müßte es ja eigentlich nicht immer wieder aufrollen, und dennoch kann man es nicht einfach beiseiteschieben oder total außer acht lassen…(der Deutsche ewänt es sehr oft von ganz alleine). Es ist um so erstaunlicher daß dieses überhebliche Nationalgefühl irgendwie nicht vergeht….und immer wieder auf verschiedene Arten unangenehm oder zumindest störend auffällt. Schon seltsam…

    Rein historisch gesehen ist das aber nicht ganz uninteressant, denn Deutschland war in der Geschichte ein-zwei Jahrhunderte lang wirtschaftlich extrem benachteiligt, weil es (weshalb auch immer) keine Kolonien abgekriegt hatte. Und somit die Dritte Welt nicht ausbeuten konnte wie etwa Spanien, Portugal, Frankreich, England oder Holland. Hätte Deutschland die Häfen an Nord- und Ostsee nicht gehabt, dann gäbe es Deutschland (zumindestens wirtschaftlich) vielleicht heute nicht mehr.(Über den wirtschaftlichen Vorteil den sich Amerika vor mehr als 500 Jahren durch das massive Sklaventum erarbeitet hatte, teilen sich die Meinungen der Experten – aber manche behaupten er hätte bis heute angehalten).

    Dieser Nachteil (keine Kolonien zu haben) war sicherlich mit ein Grund weshalb Deutschland anfang des Jahrhunderts, und dann später in den 30gern wirtschaftlich ruiniert war. Und ein gewisser waghalsig-wahnsinniger Adolph ...... hatte das ja durchaus richtig erkannt, kam aber dann auf die idiotische Idee das alles in einem großen Coup nachzuholen bzw. zurückzuholen zu wollen! Er hatte sich und die Möglichkeiten seiner Wahlheimat, und am Ende den Widerstand des "Empire" natürlich leicht überschätzt. Denn wäre England damals gefallen, dann hätten die Amis zuhausebleiben müßen!

    Da hatten seine Vorgänger bessere Karten, indem sie sich Länder und Kontinente unter den Nagel zu reißen pflegten, deren Bewohner quasi noch in der Steinzeit lebten.

    Naja, und heute - wie ist es denn Heute? Genaugenommen ist es etwas schleierhaft wieso Deutschland trotz guter Technologie, Fleiß, "Gründlichkeit" und vielen anderen fördernden Faktoren, wirtschaftlich immer wieder in ein Loch fällt...
    Vielleicht liegt es daran daß es dem Deutschen zuhause nicht gefällt, und er stattdessen "überall" sein will, er vergißt aber daß er seine Energie und auch sein ganzes Geld überall durch die Welt verstreut. Dieser "Soft-kollonialismus" kommt den Deutschen vielleicht teurer zu stehen als es ihm bewußt ist. Das Tragikkomische daran ist, daß er trotz allen Bemühungen der letzten 100 Jahre, noch immer kein Land auf Dauer erobert hat. Wäre ich jetzt frech und gemein, dann würde ich sagen: ein abgekämpfter verkappter Kolonialist :-)

    Die Japaner gehen auf ihre eigene Art gegen den Tourismus und die Emigration vor, und das tun sie ganz rafiniert: Ausländische Visakarten werden von Geldautomaten nicht angenommen, Fremde Währungen werden in Hotels selten akzeptiert, und man spricht generell nur Japanisch! Es gibt weder Campingplätze noch billige Hotels, Hotelpreise beginnen erst bei über 100 Euro, Ein Bier kostet 15 Euro, ein Kaffee ist unter 8 Euro nirgends zu kriegen. Wenn Japaner Ausländer (Touristen) ansprechen, dann fragen sie sofort wie lange sie bleiben wollen. Bleibt man länger als eine Woche, dann kommt häufig ein samuraihaftes Oooohhhhhh als Replike. Um als weißer in ein Japanisches ....... reinzukommen, muß man mindestens 5 Japaner als Bürge mitbringen, einen Aidstest, Personalausweis, Pass, Führerschein und eine goldene schweizer Uhr, die nicht älter als ein Jahr ist, hinterlegen. Sollte man in Japan Arbeit finden wollen, dann sollte man besser Laser-Neurochirurg oder Quantenphysiker sein, oder aber in dieser Liga mitspielen können. Anderenfalls kann man es vergessen. Japan ist für die Japaner da, es ist ihr Land und dort hat niemand etwas verloren der nicht dorthingehört! Man bedenke daß es in Japan während 1000 Jahren kontinuierlich verboten war, unter Androhung der Todesstrafe ein- oder auszureisen. Man ist in Japan allerdings ein stets willkommener Gast, wenn man kommt, sich alles ansieht und so schnell wie möglich wieder verschwindet.

    Der Holländer (ein erfahrener und bewährter Kolonialist) ist da beispielweise raffinierter, er ist speziell im Ausland so geizig daß es wehtut - und nimmt immer nur soviel Geld mit, wie er während der Urlaubszeit zuhause ausgegeben hätte. Das macht er prinzipiell – er geniert sich auch nicht , sich während dem Urlaub ein Elektrogerät oder andere teuren Artkel von einem Verkäufer lang und ausgibig erklären zu lassen, ohne je daran zu denken etwas im Ausland zu kaufen. Er wird sein Land nur dann ausnahmsweise "finanziell schädigen" wenn er etwas erwirbt das er ganz sicher zuhause nicht finden kann, oder aber dann wenn es so preiswert ist daß er nicht widerstehen kann. Hat er sich allerdings einmal irgendwo festgefressen, dann kauft er gleich ein ganzes Dorf.

    Spass beiseite, ich will es nicht auf die Spitze treiben!
    Als Luxemburger darf ich mir diese Späße hoffentlich ungescholten erlauben. Ich bin halt ein Bürger des Gibraltar des Nordens, und meine Vorfahren mußten mitansehen, wie das vorher 5mal so große Land nach und nach von den Nachbarländern Stück für Stück geklaut wurde.
    Wir haben trotzdem die Hunnen, die Vikinger, Spanier, Franzosen, Holländer und zum Schluß die Deutschen Angreifer überlebt. Fragt sich nur wie lange noch!?

    Ich hoffe nur daß meine skuril-eigenwilligen, möglicherweise provokanten Erläuterungen niemanden persönlich treffen, der Deutscher oder Hölländischer Staatsbürger ist...
    Ich meine es reicht stets wenn man sich nicht mit den schlechten Repräsentanten seines eigenen Landes identifiziert – demnach braucht man sich ja auch nicht getroffen zu fühlen. Derjenige der selbst die Formulierung: Wir Deutschen, wir Franzosen oder Holländer oft benutzt, der fühlt sich halt eher getroffen wenn kritisch und ironisch vom eigenen Volke gesprochen wird. Ein Volk hat immer etwas eindeutig typisches, es hängt am Individum selbst - es zu verkörpern, bzw. sich damit zu identifizieren oder halt nicht.

    Wir Luxemburger waren historisch gesehen stets in die Defensive gezwungen, und haben so gesehen auch leicht reden :-) Aber als ob wir nichts gelernt hätten, oder als ob man auf Dauer das Schicksal der Zeit nicht aufhalten könnte. Wir haben jetzt etwa 20% Portugisische Statsbürger im Land. Das Kollonialistenvolk par excellence, gleich nach den Holländern. Ich will diese Leute an dieser Stelle nicht angreifen, diskriminieren oder kritisieren, aber es ist eine Tatsache daß, falls sie es anstreben würden, das Land alleine durch eine weitaus höhere Geburtenrate, in etwa 200 Jahren übernehmen könnten :-) Wir laßen sie gewähren….
    Den Holländern hat es in meinem Ort so gut gefallen daß sie ihn halb aufgekauft haben. Die Belgier haben den Anschluß verpasst, und besitzen nur einige Wochenendhäuser. Den Deutschen ist es zu teuer auf dieser Seite der Mosel, sie kommen nur zwecks Benzin- Alkohol- und Zigarettenschmugel auf Stipvisite. Der Franzose ist eher ein seltener Gast, was hat er auch in einem Land wie Luxemburg verloren, hier gibt es nicht einmal Meer und Strand - recht hat er. Es gibt gleich 2 Chinesische Restaurants in meinem Ort, der gerade mal 1500 Einwohner zählt, die Läden sind unrentabel, die Jungs waschen lediglich Hong Kong Dollars.
    Aber das ist nun mal die menschliche Natur, wir sind nicht moderat, nicht genügsam, nicht gemäßigt - wir wollen immer mehr, auch in der Fremde, deshalb bekommen wir von den Ortsansäßigen Grenzen gesetzt, das ist aber von Land zu Land verschieden. Und so kann der Tourist und der Kolonialist nur bedingt walten, schalten und gestalten. Und dennoch!!!

    Demographische Entwicklung des Kolonialismus:
    In der Vergangenheit hat dieser Umstand, der Faktor der Geburtenrate wesentlich dazu beigetragen daß verschiedene Eroberer und Kolonialisten in der Fremde stets eine Minorität blieben, falls sie sich nicht dazu überwinden konnten (wie etwa die Spanier oder Amerikaner) die gesamte Befölkerung (die Ureinwohner) nach und nach zu ermorden bis diese zur Minorität geworden sind. Denn: den Leuten denen es gut geht, bei denen ist die Geburtenrate stets niedrig bis rückgängig, umgekehrt bei den Menschen die in der Misere, gegebenenfalls in der Unterdrückung leben. Wird so etwa ein natürliches Gleichgewicht zwischen "gut und böse" Unterdrücker und Unterdrückten auf lange Sicht sichergestellt?

    Heute, bei der demographischen Entwicklung- und den Völkerwanderungen der Neuzeit, wird es möglicherweise irgenwann ganz anders kommen. In 500 Jahren wird vielleicht all das "heutige" nationalistische Gedankengut der Vergangenheit angehören. Man wird vielleicht nur noch in Geschichtsbüchern bei genauem recherchieren auf die Information stoßen daß Pizzas einst in Italien erfunden wurden, (ironie der Geschichte, Marco Polo hatte ja einst auch die Nudeln mit aus China gebracht), daß.Luxemburg einst ein eigenständiger Staat war, daß die Chinesen einst in China ortsansäßig waren, daß Deutschland den zweiten Weltkrieg angefangen und verloren hatte, daß man früher Angst vor Terrorismus hatte, usw, usw...
    Die Entwicklung wird ihren Lauf nehmen, und man wird sehen ob das was wir gemeinerhand als Nationalgefühl, freiwillig aufgeben, oder ob es vergewaltigt- oder uns abgenommen wird und in alle vier Winde verstreut wird. In den letzten 4000 Jahren, (was ist das schon, das sind etwa 150 Generationen - wenn man es durch 70 teilt, nur 57,14 Menschenleben nach heutigem "Standard") sind ganze Kulturen entstanden und restlos wieder verschwunden, Einige Milliarden und mehr, das kann niemand nachzählen, sind durch Kriege dahingerafft worden. Landesgrenzen haben sich eh bis zur unkenntlichkeit verschoben. Ich besitze einen Atlas von meinem Großvater aus den 20ger Jahren, da kann man nur staunen, was sich alleine seither geändert hat! Niemand wurde während dieser langen-kurzen Zeit je gefragt was er gerne sein oder bleiben wolle :-) Ist es nicht jetzt schon an der Zeit, übertriebenes nationales Denken aufzugeben?

    Ich habe den direkten zusammenhang mit Thailand ganz diskret verschleiert, um dem Leser die Möglichkeit zu geben, seine Rückschlüße auf dieses Land aus eigener Iniziative zu assoziieren.
    Nur noch dies:
    Thailand ist ja auch zu einem gewissen Teil fest in Chinesischer Hand, ich glaube fast: hätten die Thais gewußt was die Chinesen in Thailand vorhatten, dann hätten sie keinen einzigen reingelaßen! Nicht zu vergessen: Thaksin ist ethnischer Chinese!

  7. #6
    Avatar von Jinjok

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    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @ Mr.Luk
    Ich möchte mich vorerst nur einmischen um eine Nuance der deutschen Geschichte zu beleuchten. Das Deutsche Reich hatte bis Ende des 19. Jahrhunderts eher den Charakter eines mehr oder weniger losen Staatenbundes mit vielen lokale Fürsten die untereinander z.T. verstritten waren.

    Dieser Umstand erklärt nicht nur das historisch nicht besonders starke Nationalbewußtsein/ Nationalstolz sondern auch die Benachteiligung bei "der Aufteilung der Neuen Welt". Der Mangel an Nationalstolz wird gelegentlich mit Nationalismus kompensiert.
    Jinjok

  8. #7
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @ Jinjok,

    Du darfst dich ruhig tiefer einmischen, das is von meiner Seite sogar erwünscht Du hast sicherlich recht mit deinem historischen Einwand, denn ich muß.ganz offiziell eine Schwäche zugeben:

    Ich bin ja eigentlich kein Historiker, und meine gewagte Analyse ist eher leihenhaft und sicherlich extrem spekulativ!
    Ich missbrauche ja pseudogeschichtliche Fakten um eine künstliche Beleuchtung zu kreieren, man könnte fast sagen ein künstleriches Licht zu erzeugen :-)
    Es geht mir halt eher um den künstlerichen Ausdruck, der wie ich hoffe vom Einzelnen auf individuelle Weise gesehen wird

  9. #8
    Avatar von tira

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    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @mrluk,

    bin natürlich auch kein historiker lediglich in besagten land, in besagter welt um dessen geschichte es sich handelt aufgewachsen.

    aber wenn ich von dieser geschichte recht wenig ahnung hätte, würde ich lieber nichts darüber posten als ins besagte blaue hineinzuschwafeln!

    als beispiel: es gab in den 30er jahren die weltwirschaftskriese
    betroffen war nicht ausschliesslich d mangels kolonien.

    die schweiz hatte nie häfen und existiert(wirtschaftlich)heute noch.

    die wirtschaftliche anstrengungen der wiedervereinigung ist dir noch nie bewusst gewesen.

    für mich leider nicht tragikkomisch sondern unterstellung(für die letzten 20 jahre) das bestreben der deutschen ein land auf dauer erobern zu wollen, absolut lächerlich.

    gruss :???:

  10. #9
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    @Tira,
    bin natürlich auch kein historiker lediglich in besagten land, in besagter welt um dessen geschichte es sich handelt aufgewachsen.
    In welchem der etwa 7-8 (ich habe nicht mitgezählt) besagten Ländern bist du denn nun aufgewachsen? Das ist ja schon wieder mehr als typisch!

    Bemühungen der letzten 100 Jahre
    Es ist nicht speziell von den letzten 20 Jahren die Rede, bei denen du eventuell mitgewirkt haben könntest.

    aber wenn ich von dieser geschichte recht wenig ahnung hätte, würde ich lieber nichts darüber posten als ins besagte blaue hineinzuschwafeln!
    Danke für das schwafeln, das gebe ich dir gleich wieder zurück.
    Da gebe ich doch ganz bewußt eine Schwäche zu, und schon im nächsten Moment reibt man sie mir unter die Nase, das ist äußerst unfär :-)

  11. #10
    Avatar von tira

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    Re: Es ist Sommer, Deutsche, Softkolonialismus, Geschichte,

    Zitat Zitat von MrLuk
    ...

    Danke für das schwafeln, das gebe ich dir gleich wieder zurück.
    Da gebe ich doch ganz bewußt eine Schwäche zu, und schon im nächsten Moment reibt man sie mir unter die Nase, das ist äußerst unfär :-)
    @mrluk,

    ´schwäche zugeben´ in diesem zusammenhang heisst doch wohl ´nicht wissen´ und aus ´nicht wissen´ schlussfolgerungen ziehen zu wollen ist einfach klasse´ :bravo:

    gruss

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