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Entschuldigung in Thailand?

Erstellt von Armin, 19.12.2006, 06:09 Uhr · 19 Antworten · 5.020 Aufrufe

  1. #11
    Godefroi
    Avatar von Godefroi

    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Zitat Zitat von DisainaM",p="428808
    Auch in diesen sozialen Schichten, wo sich der Bruder bewegt, hat er ein Gesicht in seinem sozialen Schicht-umfeld zu wahren, was er verlieren kann.
    Wenn er den grossen Mann gibt und alle zum Feiern einlädt ohne vorher den Gastgeber zu fragen (wenn er mit dem Gastgeber nicht so gut Freund ist dass er dessen Einverständnis voraussetzen kann), hat er es sich selber zuzuschreiben, wenn er sein Gesicht verliert. Zuallererst muss er nämlich auch mal an greng-jai gegenüber dem Gastgeber denken. Tut er das nicht und fliegt auf die Nase ist er selber schuld.

    Dass er das nicht einsieht kann schon passieren, aber recht hat er trotzdem nicht, und das werden auch Thais so sehen. Zumindest wird man auch unter Thais geteilter Meinung sein wer hier wen nicht ausreichend greng-jai´d oder hai-kiat hat.

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Armin

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    1.415

    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Zitat Zitat von DisainaM",p="428781
    - ich heirate [highlight=yellow:6baaed7bd2]eine Familie[/highlight:6baaed7bd2] - ist immer ein Abenteuer,...
    ja, da Thaifam. groß und geschlossener ist.

    Entspringt der th. Ehepartner einer Getthokultur(gui-Kultur), hält aber stark an ihrer Rolle in ihrer Familienhirarchie fest,
    kann der Farang Ehemann echte Probleme bekommen,
    da er nun soziale Umgänglichkeit mit th. Getthoverhaltensweisen dokumentieren muss (will er an seinem Partner festhalten).
    Getthoverhalten ist nicht so leicht zu erlernen.

    Alternative Abgrenzung haben wir schon besprochen, wäre für mich nur ein letzter Ausweg.
    Ich werde nicht verzweifeln, sondern suche nur den richtigen Weg bei der Gratwanderung. (für mich und meine Frau!)

    Kompatibilitaet in so ziemlich ALLEN wesentlichen Aspekten sollte bereits VOR der Eheschliessung bestehen. Ein Manko in kulturuebergreifenden Parnterschaften ist aber sicherlich die oft bestehende anfaengliche mangelndende Kommunikationsfaehigkeit, die natuerlich dann im Laufe der Partnerschaft waechst und dann allmaehlich die versteckten Skeletten aus dem Schrank zaubert.
    Tramaico, da hast du vollkommen recht. Nur dies alles vor der Eheschließung abzuklären halte ich für utopisch.

    Pruefe redlich, wer sich ewig bindet. ;-D
    danke, für diesen Rat nach 17 Jahren guter Ehe.

    DisainaM, dein letzter Beitrag trifft vieles.

    Meine Frau hat halt auch das Problem, dass sie mich in Thai Manier immer nach Außen hin sehr positiv darstellt und somit verhindert dass Andere mein schlechtes (deutsches) Benehmen wahrnemen können, oder sich damit arrangieren können.

  4. #13
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Zitat Zitat von Armin",p="428497
    Ich habe mich später entschuldigt, weil ich nicht wusste, dass bei Thaipartys immer in Anschluss gezockt wird.:keineahnung:
    Das ist mir auch nicht bekannt, obwohl ich schon etliche Partys besucht habe in Thailand, einige davon fanden bei uns statt.

    Insofern halte ich dein Verhalten für richtig und deinen Schwager für einen Spieler.

  5. #14
    Avatar von wingman

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Hallo,
    ich habe diese Erfahrung im tiefsten Isaan nirgends gemacht, das der Besuch auf den Boden des Hauses gespuckt hätte. Jeder Gast der kam zog seine Schuhe aus.
    Wäre auch sehr befremdlich da ja auf dem Fussboden (der immer sehr sauber war) auch gegessen wird.
    Wie gesagt, noch nie dort gesehen oder erlebt.........

  6. #15
    Avatar von x-pat

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    7.208

    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Armin: Eine Entschuldigung für Missverhalten, aus welchem Grunde auch immer, ist mir bei Thais noch nicht untergekommen.

    Das kann nicht sein!

    Sich zu entschuldigen gehört in Thailand praktisch zum guten Ton. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass sich Thais auch für die kleinsten Unterbrechungen und Anfragen entschuldigen, worauf die einzig angebrachte Antwort natürlich das wohlbekannte "mai pen rai" ist. Dieser verbale Austausch gehört quasi zur grieng jai Kultur. Obwohl das Geplänkel dem Farang oft förmlich erscheint, ist es für die Thais wichtig eine Atmosphäre des gegenseitigen Respekts zu schaffen.

    Es gibt folgende Ausnahmen:

    (1) Im familiären oder Freundeskreis verzichtet man generell auf förmliche verbale Redewendungen. Es gibt jedoch innerhalb der Familie oft eine traditionelle Hierarchie, die Respekt erfordert.

    (2) In den traditionellen ländlichen Kulturen, und ganz besonders im Isaan, ist dieses Verhalten oft unbekannt.

    (3) Manche Thais, insbesondere jene die kaum Ausländerkontakt und/oder wenig Bildung haben, verhalten sich Ausländern gegenüber verunsichert und passiv.

    Was von Armin genannten Erlebnisse angeht, liegt vermutlich ein Missverständnis vor. Der Schwager hat sich vermutlich "rausgeschmissen" gefühlt. Z.B. ist es im Isaan unter normalen Umständen eine große Beleidigung, einen Verwandten darum zu bitten das Haus zu verlassen. Typischerweise würde man das Problem lösen, indem man mit dem ein oder anderen Zaunpfahl winkt. Wenn der Gast ungehobelt genug ist, die Zaunpfähle zu übersehen, dann muss man eben etwas deutlicher werden. Natürlich gibt es auch hoffnungslose Fälle (davon habe ich auch ein oder zwei in der Verwandschaft), die tatsächlich einen Rauswurf provozieren.

    Hier muss jeder selbst entscheiden wie er sich verhalten will. Ein Thai würde die missliche Lage vermutlich zähneknirschend hinnehmen um eine Konfrontation zu vermeiden, nicht aber ohne sich nachher ausgiebig bei anderen darüber zu beklagen. Ein Farang eher nicht. Wenn das Ganze in meinem Haus passiert, hätte ich vermutlich keine Probleme nach gescheiterter Thai-Diplomatie auf andere Strategien umzuschalten. ;-D Ganz zu schweigen von Leuten die auf meinen Parkettboden spucken...

    Cheers, X-Pat

  7. #16
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Hier wird wieder einmal alles bunt gemischt und auch wieder etwas zu tief in die "Kulurtrickkiste" gegriffen!

    1 . Sich entschuldigen ist durchaus üblich mit "Kotod" (oder Sumater im Norden) meiner tagtägtlichen Erfahrung nach auch innerhalb des Freundeskreises und der Familie. Es wird sich sogar beim Sohn entschuldigt, wenn mal vergessen wurde etwas wichtiges für die Schule zu besorgen, - die Boyscout Uniform nicht rechtzeitig gebügelt ist, etc...

    2. Aber es gibt auch "Fehlverhalten" bei dem eine Entschuldigung nicht angebracht ist bzw. nicht gilt. Wie z.B. wenn ich den Schwager versetze oder hinausbugsiere - kann ich nicht erwarten dass mit einer einfachen Entschuldigung wieder alles im grünen Bereich ist. Ganz egal ob ich der Hausherr bin, ob es in meinen Augen berechtigt war, ob er es tatsächlich zu weit getrieben hat, oder wie auch immer. Wenn Jemand stocksauer oder beleidigt ist, dann ist er es Punkt. Auch hier gilt - in der Tat: Niemand kann sich selbst entschuldigen, sondern immer nur um Entschuldigung bitten (oder darauf hoffen)

    3. In Thailand ist man bei "Mahnungen und Zurechtweisungen" solcher Art, sowie anlässlich anderen "Konfrontationen" tatsächlich nicht so versöhnlich - wenn man so will auch konsequenter. Aber das kennt man doch auch in unseren Breitengraden bei manchen Individuen. Der Vater einer meiner Verflossenen meinte auch: "hast du's einmal bei mir g'schissen, hast du's immer g'schissen!" Also im Grunde auch keine derartig seltsame und fremde Verhaltensweise und auch kein so exotisches Prinzip!

    4. Ausländischer Hausherr vs. Traditionen und Gepflogenheiten in Thailand generell oder innerhalb der Familie: Party is Party, und Fest gleich Fest. Wer nicht weiß auf was er sich da einlässt, hat sogar als Hausherr das Nachsehen.

    Hausherr hat eventuell das Recht sein Hausrecht geltend zu machen, muss sich aber auch der Konsequenzen dieses "Kunsgriffes" bewusst sein. Das ist auch in unseren kulturellen Gefielden nicht viel anders. Wenn ich meine Partygäste und zudem Brüder oder Schwester meines Ehepartners anlässlich einer Party zurechtweise, anschliessend die Party beende, den Discjockey nach Hause schicke, etc - dann könnte es ebenso gut sein dass die zurechtgewiesenen "Familienmitglieder" die nächsten par "Partien" passen und vorläufig nicht in Erscheinung treten. Das gälte auch bei 'uns', (je nach Charakter oder Temperament, versteht sich) als eher normale Reaktion. Schick doch mal den Bruder deiner Italienischen Freundin vorzeitig von eurer Party nach hause! :-)

    5. 'Wir' haben zuweilen die Tendenz versöhnlicher und toleranter bei derartigen Zwischenfällen und Vorkommnissen zu sein, - allerdings zum recht teuren Preis von Heuchelei und Oberflächlichkeit im weiteren Fortlauf der "dennoch gestörten" Beziehungen.

    Aussserdem habe ich manchmal den Verdacht dass in unserer westlich geprägten Zivilisation der Indianerstolz so gut wie ganz verlorengegangen ist und die 'Philosophie des Hypokrates' sich immer breiter macht

  8. #17
    Avatar von Armin

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    @wingman

    Ich habe geschrieben: „die Eltern waren halt auch nur gewöhnt auf den Boden zu spucken.“
    Solche Menschen kenne ich, doch das war nicht das Thema.

    @x-pat

    “Kor Thod” höre ich auch täglich mehrmals und verwende es auch.
    Mir geht es um die nachträgliche Entschuldigung eines bewussten oder unbewussten Fehlverhaltens.

    Mehr in dem Sinne wie DisainaM es geschrieben hat: „da er nun soziale Umgänglichkeit mit th. Getthoverhaltensweisen dokumentieren muss (will er an seinem Partner festhalten).
    Oder er grenzt sich soweit ab, dass er sie vor Alternativen stellt,
    in wie weit der familiäre Fremdkontakt für ihn tragbar ist.“

    Ich möchte die feinen Techniken der Thais kennen lernen. Oder verhalten sie sich mit Schweigen? - wie in so vielen Fällen.
    @DisainaM
    „seinen Partner upgraden, aber sich nicht downgraden,“ Ja, wenn ich eine Antwort finde, fällt es mir vielleicht leichter das nächste mal zu schweigen.

    Und @Mr_Luk „Niemand kann sich selbst entschuldigen, sondern immer nur um Entschuldigung bitten (oder darauf hoffen) “ Vielleicht brauche ich mich dann auch nicht mehr zu entschuldigen, sondern muss mich nur mit dem Auskommen arrangieren.
    Zu deinen anderen Bemerkungen:
    Es geht mir um mehr als nur damit klar zu kommen. Deshalb war auch der Spruch mit auf Boden Spucken recht unpassend von mir. Ich komme mit den meisten Menschen hier recht gut klar. Kor Thod!

  9. #18
    Avatar von wingman

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Hallo Armin,
    das auf dem Boden spucken war mir bislang im Wohnbereich wirklich unbekannt. Sollte also kein Abwertung in irgendeiner Form sein.

    Ich habe 2005 einmal eine thaitypische Entschuldigung erlebt, von meiner kleinen nach einem heftigen Streit.
    Auslöser war eigentlich nur die Sprachbarriere...........jedenfalls entschuldigte sie sich genau wie bereits beschrieben auf den Knien mit einem Wai bis an die Stirn.
    Ich sagte gar nichts und nahm sie nur in die Arme.
    Deine Entschuldigung wird schwierig werden, für uns Farangs sind viele Dinge in Thailand unbekannt oder noch verborgen.
    Vielleicht ergibt sich später eine passende Gelegenheit mit ihm diese Dinge auszuräumen.
    Aber es stimmt tatsächlich, bis nach einer Party die letzten gegangen sind das kann sich hinziehen:-).
    Haben wir selbst erlebt, selbst bei Familientreffen (das typische gemeinsame Essen) kann bis in die Nacht gehen weil Familienmitglieder noch zocken und trinken :-).
    Während die Frauen im Küchenbereich wieder alles aufräumen bleibt mir das mittrinken nicht erspart....

  10. #19
    Avatar von woma

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    der Bruder meiner Freundin hat sich bei ihr mit einer "silbernen Blech-Opferschale" entschuldigt, diese war mit Blättern und kleinen gelben Kerzen bestückt - was sonst noch drin war weiß ich nicht mehr - der Anlaß war eine Party, bei der anschließend nicht aufgeräumt wurde

    woma

  11. #20
    Avatar von x-pat

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    Re: Entschuldigung in Thailand?

    Armin: Mir geht es um die nachträgliche Entschuldigung eines bewussten oder unbewussten Fehlverhaltens.

    Dafür gibt es auch in Thailand keine festen Regeln. Es hängt davon ab, wie nachtragend die Person ist, und wie schwer das "Vergehen" war. Meiner Meinung nach sind solche Dinge in Thailand schwieriger zu regeln, weil die Leute hier einfach nie gelernt haben, Konflikte zu bewältigen. Das heisst, wenn einmal der Bart ab ist, dann ist er ab. Wenn die Beleidigung ausgesprochen, oder auch nur empfunden wird, dann stellt das ein Problem dar. Das kannst du dann nur mit sehr viel Aufmerksamkeit, betonter Freundlichkeit und Geschick wieder herstellen.

    Die Frage ist aber: willst du das überhaupt? Warum sollst du dich krumm legen, wenn du den Schwager gar nicht magst?

    Ich habe meinerseits in Thailand nur selten Versuche unternommen, schiefliegende Beziehung wieder geradezubiegen. Wenn es einmal dazu kommt, dann hat das meistens einen guten Grund, und ich kann daher auf die Gesellschaft der Person in den meisten Fällen permanent verzichten. Ich bin nicht cholerisch veranlagt, und auch nicht besonders ungesellig oder intolerant. Aber wenn die Chemie nicht stimmt, dann muss man sich ja nicht unbedingt miteinander auskommen, auch wenn es der Schwager ist, oder der Schwiegervater, oder der Onkel. Ich kann damit gut leben. Die Thais können es eher nicht.

    Cheers, X-Pat

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