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Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

Erstellt von Otto-Nongkhai, 01.05.2003, 00:51 Uhr · 180 Antworten · 41.929 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Mang-gon-Jai

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    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    @Otto
    Ich glaube mal, dass es in Thailand kaum Gefängnisse gibt. Aus unserer Sicht müsste man sie wohl als Kerker bezeichnen.
    Du hast sicher Recht, wenn du sagst, dass, wenn jemand lebenslaenglich weggesperrt wird, dieses fast einer Todesstrafe gleichkommt. Man kann auch sagen, das ist eine Todesstrafe.
    Mitleid mit Verbrechern ist in Thailand nicht angesagt. Wer etwas Verbotenes tut, hat mit den entsprechenden Folgen zu rechnen. Und wenn es mal einen Unschuldigen trifft?

  2.  
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  3. #42
    Avatar von dawarwas

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    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    @Otto,

    ich sprach von Deutschen, nicht von Thailaendischen Gefaengnisen!

    Natuerlich sind viele Aulaendischen Gefaengnise unter aller Sau, bei denen bedeutet dann Lebenslaenglich auch wirklich Lebenslaenglich. Sicher sollte es da dann auch einen Gefangenrat geben. Aber leider gibt es soetwas wohl nur dort, wo es eh schon alles andere auch gibt. Wie viele Wuensche muesste man einem Thai Inhaftierten erfuellen, bis das dieser sich einen Gefangenenrat wuenscht. :???:

    Aber in Deutschen ?? Wenn man eh schon alles hat.

    Mann muss sich aber auch vor Augen halten, das es noch viel schlimmere Gefaengnise gibt, als in Thailand. Ich kann mir gut vorstellen das ein Burmese, Laote oder Kambotschaner davon Traeumt in einem Thai Knast zu sitzen, geschweige denn von einigen Afrikanischen Staaten.

  4. #43
    Avatar von Micha

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    15.947

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Zitat Zitat von Mang-gon-Jai
    Du hast sicher Recht, wenn du sagst, dass, wenn jemand lebenslaenglich weggesperrt wird, dieses fast einer Todesstrafe gleichkommt. Man kann auch sagen, das ist eine Todesstrafe.
    in einem Spiegelartikel stand mal zu lesen, dass jemand aus dem Westen mehr als 10 Jahre i. d. R. nicht überlebt. Leider hab ich die Zeitschrift nicht mehr.

    Aus der Erinnerung heraus kann ich aber sagen, dass sich der Inhalt des Artikels weitgehend mit dem deckt, was hier im Forum geschrieben wurde.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,119514,00.html

    Persönliche Erfahrung hab ich gar keine. Geldstrafen wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr waren bisher (Gott sein Dank) die einzigen Erfahrungen mit dem thailändischen Ordnungssystem, wobei ich sagen muss, das war eher ein lustiges Kapitel.


    มิชาครับ

  5. #44
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Also, im Vergleich zu dieser Art von "lebenslänglich" würde ich für mich die Todesstrafe vorziehen.

    Das wäre ja dann ein Geschenk des Himmels.

  6. #45
    quaxxs
    Avatar von quaxxs

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Ich hoffe dass Exote seinen Bericht weiter fortsetzt, denn ich habe den Tread gerade in kompletter Länge gelesen und finde die Kritik von Steve-HH ("Hast Du auch einen Namen" ?!) nicht angebracht, da es ein subjektiver Bericht von Exote ist und wem es nicht passt soll ihn halt nicht lesen.

    Also Exote weitermachen... :bravo:

  7. #46
    Nelson
    Avatar von Nelson

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Hallo Exote,

    bin auch schon gespannt, wie die Sache weiter ging! Die Art Deiner bisherigen Teilberichte hat mir sehr gefallen. War sehr informativ, sowie sachlich aber nicht langweilig geschildert. Ich beneide Deinen Schreibstil!

    Mein bisheriges ( natürlich subjektives ) Fazit:

    Ein Farang, der nichts Größeres angestellt hat und nur ein paar Tage als eine Art "Untersuchungshäftling" in dem von Dir beschriebenen Knast ist, steht nicht gleich vor dem psychischen und physischen persönlichen Weltuntergang. Die Behandlung durch die Vollzugsorgane erschien mir für Thai-Verhältnisse ganz okay.

    Während des Aufenthalts sieht man das bestimmt nicht so locker, weil die Ungewissheit nagt, wie lange der Aufenthalt dauert, was wohl noch auf einen zukommen wird usw.! Nach dem glücklichen Ende eines derartigen Kurzaufenthalts würde ich diesen eher schmunzelnd als "verstärkten" Abenteuerurlaub mit wertvollem Gewinn neuer Erkenntnisse betrachten.

    Bin schon gespannt, welches persönliche Fazit Du aus diesem Erlebnis gezogen hast!

    Gruß und vielen Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinen ausführlichen Berichten machst! :bravo:

    Nelson

  8. #47
    Exote
    Avatar von Exote

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Fortsetzung Teil 6


    Offenbar hatte ich nicht das richtige Feeling, was Preise und Handel im Gefängnis betraf. Ich habe den Handel unter diesen Umständen auch nie richtig kennen gelernt und konnte die Preise nur erahnen, denn z.B. für eine Zigarette -westlicher Marke- bekam man ein Tasse Kaffee. Nach dem sich der Schweizer wieder etwas beruhigt hatte, machten wir uns auf zum Küchen- und Essensausgabebereich. Die überdachte „Mensa“ war nur von wenigen Gefangenen frequentiert. Erst jetzt realisierte ich, wie gross diese Halle überhaupt war. In den beiden vorangegangenen Tagen war ich nur zweimal hier und der Platz war mit Hunderten von Häftlingen überfüllt. Jetzt diente er mehr als Aufenthaltsraum und „Markthalle“. Hier wurden Tauschgeschäfte abgewickelt, Go Bang gespielt, geschrieben, von mitgebrachtem Speisen gegessen, Kleider gewaschen, etc.. Kurzum, es war der Platz, an dem sich die Häftlinge aufhielten, die nicht zur Arbeit mussten oder durften. Vorwiegend waren es Ausländer wie Burmesen, Laoten, verschiedene Nationalitäten vom Nahen Osten und eben auch wir. Unser übliche Platz war -wie ich erfuhr- an einem der ersten Tische in der Nähe der Küche. Der Begriff Küche ist eher etwas übertrieben, denn es erinnerten lediglich einige Feuerstellen mit grossen Kochtöpfen darauf, dass hier gekocht wird. Die Speisen wurden praktisch ausschliesslich am Boden zubereitet und auch gelagert. Dutzende von Säcken mit schwarzem Reis, die einzige Reissorte die verarbeitet wurde, waren an einer Wand aufgebaut. Einige Gehilfen bereiteten die nächste Mahlzeit vor, die ab ca. 16.30 Uhr wieder verteilt wird. Die „Küchenbrigade“ war in Anbetracht der ca. 2´000 Mahlzeit ganz klar unterdotiert, doch offensichtlich reichten die ca. 10 Häftlinge aus, um die Insassen verköstigen zu können. Beim Anblick der verschiedenen Vorbereitungen, erreichte mein Appetit nahezu den Nullpunkt. Ich werde es sicher vorziehen, wenn es nicht unbedingt notwendig sein wird, mich von diesen Speisen fernzuhalten. Man gewöhnt sich an fast alles, versicherte mir der Schweizer, der sich fast ausschliesslich vom Gefängnisessen ernährt. Und zudem hatte er in den vergangenen Monaten erst zweimal eine Magenverstimmung.

    Das man sich an alles gewöhnen kann, zeigt auch die weit verbreitete Praxis des Zähneputzens. Zahnpasta ist im Gefängnis Mangelware und teuer, wenn man sie nicht von Besuchern mitgebracht bekommt. Deshalb wird für die Zahnhygiene Asche verwendet. Man versichert mir, dass man davon strahlend weisse Zähne bekommt und die Beisser auch in Ordnung halten kann. Ich kann mir das nur schlecht vorstellen, aber man lernt ja nie aus.

    Wir hielten uns ca. 2 Stunden in der „Mensa“ auf, als mich ein Helfer aufsuchte und mir wiederum ein Besucherschein in die Hand drückte, der den Besuch meiner Frau ankündigte. Glücklich über die Nachricht und zugleich stolz, dass ich eine Frau habe, auf die wirklich Verlass ist. Bis ich meine Frau sehen kann, wird es aber mindestens drei Stunden gehen. Mir blieb also nichts anderes übrig, als die Zeit einfach totzuschlagen. In der Zwischenzeit plagte mich auch ein alltägliches Verlangen und suchte deshalb die Toiletten auf, die neben dem Waschbereich aufgereiht waren. Am Vortag musste ich sicher eine halbe Stunde anstehen, bevor ich meine Notdurft erledigen konnte. Heute sind von den vielleicht 10 Toiletten, die überdacht und mit jeweils einer halb hohen Tür versehen sind, die meisten frei. Das Plumbsklo war relativ sauber und mit einem Eimer Wasser ausgestattet. Auf tiefes Durchatmen sollte man dennoch verzichten. Den Schöpfer musste man jeweils selber mitnehmen, damit man anschliessend die Spuren wegwischen konnte. Sobald man das Häuschen verlies, wurde dieses sofort von einem Gefangenen kontrolliert. Einerseits konnte man so eine gewisse Sauberkeit gewährleisten und anderseits wurde vermieden, dass das stille Örtchen als Umschlagplatz missbraucht wurde.

    Zurück in der Mensa hingen wir gelangweilt rum und die eine oder andere Geschichte wurde erzählt. Ebenfalls war die Behandlung der westlichen Ausländer ein Thema. Wie selber schon aufgefallen, wurden wir richtiggehend in Ruhe gelassen. Es gäbe allerdings keine Sonderbehandlung oder Privilegien, ausser vielleicht eine oder zwei. Eine davon ist sicher das Duschen unter der Woche. Die westlichen Gefangenen konnten sich jeweils ab ca. 15.00 Uhr praktisch unkontrolliert und ohne Zeitlimit waschen gehen. Es wird einfach darauf geachtet, dass nicht zuviel Wasser verbraucht wird. Grundsätzlich kann man im Suratthani Central Prison, auch über längere Zeit, ohne grossen psychischen und physischen Schaden überstehen, wenn man sich an gewisse Spielregeln hält. Belästigungen oder Unterdrückung sind für Ausländer nahezu unbekannt und wurde auch so von Insassen bestätigt, die schon über Jahre einsitzen. Die meisten Ausländer sind hier in Untersuchungshaft und wurden noch nicht gerichtlich verurteilt. Schwierig ist es jedoch für diejenigen, die keine Unterstützung von Aussen erhalten. Sie sind auf Goodwill der Anderen angewiesen und werden dementsprechend abschätzig behandelt. Die Gefangenen, die von Aussen unterstützt und auch täglich Einkäufe tätigen können, haben meist zahlreiche „Freunde“ um sich versammelt. Vielfach sind es einfach Schmarotzer, die ein kleines Stück vom Kuchen abhaben wollen. In dieser Situation empfand ich das aber durchaus legitim und war wohl die einzige Möglichkeit um an etwas „Luxus“ zu gelangen.

    Fortsetzung folgt...

  9. #48
    Ya
    Avatar von Ya

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Hallo Exote,
    wo bleibt denn die Fortsetzung? oder bist Du schon wieder drin? :-)
    Ich kann Nelson mit dem Gruß und dem Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinem Berichten machst, nur beipflichten. Sehr lesenswert.
    Danke
    Harry

  10. #49
    Exote
    Avatar von Exote

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Leider habe ich auch noch einen Job, dem ich nachgehen muss, und kann unmöglich jeden Tag eine Fortsetzung schreiben. Ich möchte die Geschichte so abschliessen wie ich sie begonnen habe, nämlich so wie ich sie erlebt habe.

    Habt deshalb etwas Verständnis, dass ich nicht jeden Tag schreiben will und oft unterwegs bin, zwar mit Laptop ausgerüstet, aber nicht immer Lust habe.

    Exote

  11. #50
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    ist es aber nicht so, dass Lebenslängliche oft schon nach einigen Jahren begnadigt werden?

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