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Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

Erstellt von Otto-Nongkhai, 01.05.2003, 00:51 Uhr · 180 Antworten · 41.930 Aufrufe

  1. #31
    mecki
    Avatar von mecki

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    @exote,

    genau!

    mecki

  2.  
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  3. #32
    Exote
    Avatar von Exote

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Fortsetzung Teil 5

    Die Tagwacht erfolgte erneut durch das ohrenbetäubende Klopfen auf die Gitterstäbe und wir wurden abrupt aus dem Schlaf gerissen. Die Zelle wurde umgehend aufgeräumt, die Schlafmatte eingerollt und der Boden gewischt. Die Zellentüre wurde durch einen Wärter geöffnet und alle wollten möglichst rasch die Zelle verlassen. Es herrschte fast eine stressige Stimmung, denn für die meisten Häftlinge war heute Arbeit in den gefängniseigenen Werkstätten angesagt, in denen Haushaltsartikel, Bambusmöbel und Steinmetzwerk hergestellt und gefertigt werden. Es hiess also, möglichst schnell Essen fassen und sich fertig für den Arbeitstag zumachen.

    Für die Ausländer bedeutete der Montag der Beginn einer ruhigen Woche, denn sie werden nicht für Arbeiten herangezogen. Wir hatten es also nicht eilig und organisierten erst einmal heisse Wasser um den Tag mit einer Tasse Nescafe zu beginnen. Die einen, die sich praktische keine persönlichen Einkäufe leisten konnten, begaben sich zur Essensausgabe und der Rest bleib am gewohnten Platz im Gefängnishof. Die persönlichen Sachen wurden so deponiert, dass für Aussenstehende nicht sofort ersichtlich war, wem was gehört. Eine wichtige Aufgabe war es, dass ständig einer aus der Gruppe die Tüten und Taschen im Auge behielt. Wenn Gegenstände unbewacht sind, werden sie in der Regel sehr schnell entwendet und ein Wiederauffinden ist dann praktisch nicht mehr möglich.

    Wir hockten also am Boden und der Tagesablauf wurde geplant. Sobald der 08.00 Uhr Morgenappell vorbei ist, wollten die Einen ihre Kleider waschen, der Andere Briefe schreiben, wieder ein Anderer sich der Zahnhygiene widmen. Natürlich war die Abholung der bestellten Artikel vom Vortag ebenfalls eingeplant, sofern das perönliche Konto eine Bestellung zulies. Ich hatte eigentlich keinen Tagesplan, da ich der festen Überzeugung war, das heute mein letzter Tag an diesem Ort sein wird. Wie mir meine Frau mitteilte, wird heute die Kaution bezahlt und für mich war klar, dass ich in einigen Stunden wieder in Freiheit sein werde. Ich war also richtig aufgestellt und hoffte möglichst bald auf eine entsprechende Nachricht.

    Der 08.00 Uhr Termin rückte näher und wir machten uns zum Appellplatz auf. Die Sachen nahmen wir jeweils immer mit und verstauten sie dann in der Nähe des Platzes. Die Reihen wurden durchgezählt und wiederum war unsere Gruppe komplett. Es gab an diesem morgen keine nennenswerte Zwischenfälle. Am Schluss teilte mir ein Wärter mit, dass ich mich anschliessend bei ihm melden soll. Ich war richtig happy und war der felsenfesten Überzeugung, dass er mir mitteilen wird, dass ich mich für die Entlassung bereit machen soll. Nach dem Appell verzogen sich praktisch alle Thaigefangenen Richtung Werkstätten, ausser die Ausländer, die nicht arbeiten konnten, oder besser ausgedrückt, nicht durften.

    Ich begab mich umgehend zum Wärter und erwartete die Nachricht über meine Entlassung. Meine Vermutung war jedoch weit gefehlt, wie sich schnell raus stellte. Statt mich über meine Entlassung zu informieren, verdonnerte er mich zum Haare schneiden. Ich soll mich gleich im Nebengebäude der kleinen Gefängnisbibliothek melden, eine alte herunter gekommene Holzhütte, an der auch eine Art Frisiersalon angeschlossen ist. Diese Mitteilung war wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht und in mir brach eine Welt zusammen. Ich versuchte ihn zu überzeugen, dass dies doch nicht notwendig sei, da ich erstens kurze Haare habe und zweitens heute meine Kaution gestellt werde, so dass ich in ein paar Stunden entlassen werde. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt und erfuhr, dass es auch nach der Bezahlung der Kaution noch 1-2 Tage gehen kann, bis ich tatsächlich entlassen würde und zudem weiss er noch nichts von einer bevorstehenden Entlassung. Ich wurde also unweigerlich in die thailändische Bürokratenrealität zurück geworfen. Ich hätte es eigentlich wissen müssen, da auf Thailands Ämter schon die einfachsten Anträge Stunden dauern. Wie bürokratisch wird dann wohl eine Gefängnisentlassung vonstatten gehen, bis die Hierarchie durchlaufen ist und die entsprechenden Unterschriften eingeholt sind? Obwohl ich für thailändische Verhältnisse einen sehr guten Anwalt hatte, rechnete ich nicht mehr mit einer schnellen Entlassung.

    Nun ging es darum, wie ich, im wahrsten Sinne des Wortes, meinen Kopf retten konnte. Ich hatte wirklich kurze Haare, jedoch waren sie seitlich und im Nacken nicht „gefängnis-like“ geschoren. Ich begab mich also zum „Barbiershop“ und versuchte meine Situation zu erklären. Es sah jedoch so aus, dass nichts mehr half und bereitete mich mental bereits auf einen „Kahlschlag“ vor. Einmal mehr kam mir der Zellenchef zur Hilfe und bot an, dass er mit der Gefängnisverwaltung sprechen würde, machte mir aber auch gleich klar, dass dies nicht billig sein wird. Fast für alle Opfer bereit, nahm ich hoffnungsvoll sein Angebot an. Er verschwand also Richtung Verwaltung und für mich war im Moment nur Warten angesagt.

    Vor dem Frisiersalon waren einige Häftlinge versammelt und draussen vor dem Schuppen sass auf einem Hocker ein Insasse, der sich gerade rasieren liess. Mit einer Rasierklinge und etwas Seife wurde er richtig professionell bearbeitet. An sich war das ja nichts Besonderes. Als jedoch der nächste an der Reihe war, und der Friseur gleich begann, seine Arbeit mit der selben Klinge fortzusetzen, ohne jegliche Reinigung -nicht mal oberflächlich- wurde es mir richtig mulmig. Meine etwas vorsichtige Anfrage, ob das denn ebenfalls Pflicht sei, wurde verneint, jedoch könne ich mich ebenfalls für 10 Bht rasieren lassen, die mir dann direkt vom Konto abgebucht werden. Ich lehnte dankend und erleichtert ab. Unfassbar mit welcher Selbstverständlichkeit die „Kunden“ sich einem derartigen Risiko aussetzen liessen.

    In der Zwischenzeit kehrte der Zellenchef zurück und teilte mir mit, dass ich für heute noch einmal davon käme. Sollte jedoch keine Kaution gestellt werden, dann gebe es morgen kein zurück mehr. Ich war also noch einmal davon gekommen. Für die Hilfe wollte er noch einmal eine Schachtel Marlboro sowie bei meiner Entlassung die schwarzen Levis-Jeans, die ich trug und inzwischen etwas kürzer waren. Ich willigte freudenstrahlend ein.

    Ich verzog mich wieder Richtung Appellplatz und wollte meine Sachen holen, damit ich dem Zellenchef seine erste Forderung erfüllen kann. Mit Schrecken musste ich feststellen, dass die Sachen weg waren. Ohnmächtig suchte ich fast jeden Zentimeter ab, erfuhr dann aber kurze Zeit später, dass der Schweizer sie mitgenommen hat. Erleichtert ging ich zusammen mit dem Zellenchef zu unserem gewohnten Platz zurück, an dem sich der Schweizer wie auch meine Sachen aufhielten. Etwas ungläubig schaute er mir zu, wie ich dem Zellenchef, in seinen Augen die „übermässig hohe Forderung“ aushändigte. Der Schweizer sagte nur...“ich sei komplett verrückt!“ Mir war das in diesem Augenblick aber scheissegal.

    Fortsetzung folgt...

  4. #33
    Steve-HH
    Avatar von Steve-HH

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Habe mir gerade den "exotischen" Reisebericht angetan und möchte dem Verfasser nur raten, er möge die Branche wechseln und sich bei einer Nachmittags-"Talk"-Show eines Privatsenders bewerben.
    Ich möchte bezweifeln, dass man in 48 Stunden all das erleben kann, die Phantasie bewundere ich aber. Jedenfalls ist das mal ein Beitrag, der offensichtlich auf Interesse stößt.
    Lieber "Exote", wenn du wissen möchtest, wie es wirklich im ausländischen Gefängnis zugeht, könnte ich dir das schildern.
    Durch ein Vergehen einer meiner Ingenieure in Saudi-Arabien wurde ich verantwortlich gemacht und habe 3,5 Monate im Gefängnis zugebracht. Niemand hat mir geholfen, obwohl (oder weil) ich dort eine hohe Position hatte und man wohl darauf hoffte, für mich ein anständiges Schmiergeld erlösen zu können.
    Ich mache über Knast, egal wo auf der Welt, nie wieder Scherze!
    Über meine Beobachtungen über die nächtlichen Ereignisse im Nachbartrakt (Frauengefängnis und Abteilung für Schwule) möchte ich lieber nicht schreiben. Manchmal höre ich die Schreie nachts immer noch.
    Jedenfalls kann ich von Glück sagen, dass ich mit dem Leben davon gekommen bin und kann die Spuren und Erinnerungen daran noch heute im Spiegel betrachten.
    Rausgekommen bin ich nicht durch die Vermittlung der Botschaft, sondern weil ich mit dem Gefängnisdirektor Schach gespielt habe und dieser entschied, ich solle doch lieber mal wieder meine Frau sehen.
    Er meinte nach 3 1/2 Monaten, ich sei doch ein netter Kerl und es müsse wohl ein Irrtum sein. Also war ich frei.
    Es ist leider ein schwacher Trost, wenn man sagen kann, dass man ja unschuldig dort gelandet ist.
    Mein Fazit: Auf die Erfahrung kann man gut verzichten. Niemand ist so hart gesotten, dass sowas nicht Spuren hinterlässt. Es lohnt sich nicht.
    Ausserdem bin ich sicher, dass einige Leser lieber von den eigenen Erfahrungen nicht schreiben wollen, ich weiss auch warum

  5. #34
    Exote
    Avatar von Exote

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Hallo Steve-HH,

    Es war und ist absolut nicht meine Absicht, Scherze über das thailändische Justizsystem oder über das Suratthani Central Prison zu machen, um dessen Haftanstalt (und nur um diese) es hier in meiner Geschichte geht. Zudem liegt das Erlebnis über 6 Jahre zurück und ich denke, dass ich mittlerweile in der Lage bin, über das Geschehen einen subjektiven Bericht abzugeben. Für mich ist es Vergangenheit und somit abgeschlossen, obwohl ich auch heute noch oft an die vier Tage erinnert werde.

    Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Geschichte überhaupt in einem öffentlichen Forum publizieren soll. Meine Motivation war einerseits die unsachliche „Recherche“ vom Threadstarter Otto, und andererseits die Tatsache, dass über thailändische Gefängnisse praktisch nur Räuberpistolen und Sensationsberichte existieren.

    Für die einen mag meine Geschichte unglaubwürdig erscheinen. Für dich, lieber Steve-HH, vielleicht nicht einmal nachvollziehbar, obwohl du ebenfalls in einem „exotischen“ Land eingesessen hast. Für mich stellt das aber absolut kein Problem dar, da ich niemandem etwas beweissen muss und einfach meine Erlebnisse, wie in einem Film, zusammengefasst niederschreibe. Nicht mehr und nicht weniger!

    Den Einen oder anderen Leser ist sicher auch aufgefallen, dass in meiner Geschichte nur wenige „Sensationen“ oder „Gewaltanwendungen“ beschrieben werden. Das hat einen einfachen Grund; ich habe während meinem Aufenthalt einfach nicht mehr „Action“ erlebt. (Punkt)

    Wie früher in Thailand und auch in meiner jetzigen Position, habe ich öfters mit Saudia Arabien geschäftlich zu tun. Ich habe bisher positive wie auch negative Erfahrungen gemacht und habe auch einiges über das saudiarabische Justizsystem „gehört“ und „erfahren“. Ich würde mir aber trotzdem niemals anmassen, ein Urteil über Deine Schachpartie mit dem Gefängnisdirektor und dessen Ausgang abzugeben, da in der Regel andere Instanzen entscheiden, ob man „schachmatt“ gesetzt wird oder nicht.

    Wie bereits Mecki in einem vorangegangenen Posting angeboten, möchte ich auch dich -Steve-HH- zu einem „Statement“ einladen, um über Deine persönlichen Erfahrungen zu berichten.

    Obwohl es dann für die Einen oder anderen nicht mehr einen direkten „Thailandbezug“ hat, lassen sich die Moderatoren Jinjok, Visitor und Mang-gon-Jai vielleicht dennoch dazu bewegen, dass für dieses spezielle Thema, dass offensichtlich rege angeklickt wird, ein eigener Thread geschaffen wird.

    Exote

  6. #35
    Steve-HH
    Avatar von Steve-HH

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Hallo Exote, hast du auch einen Namen?
    Nette Antwort auf meinen Beitrag, der durchaus ernst gemeint ist.
    Auch wenn ich nicht das Vergnügen hatte in Thailand einzusitzen, kann man die Erfahrungen durchaus vergleichen. Und das war der Sinn.
    In meinem Fall haben eben nicht höhere Instanzen entschieden, denn ich wäre heute noch dort in Haft oder schon gestorben, wenn ich darauf gewartet hätte, dass mich jemand heraus holt.
    Das ist auch egal, denn ich wollte nur anmerken, dass es nicht angebracht ist, solch ein ernstes Thema aus puren Unterhaltungszwecken wie eine Räuberpistole darzustellen.
    Du scheinst ja über reichlich Erfahrungen zu verfügen und wirst dann auch verstehen, wie wichtig eine objektive Schilderung mit allen Konsequenzen ist, damit es anderen Menschen nicht genau so ergeht.
    Einen Streit zu entfachen liegt mir fern, dir doch hoffentlich auch.
    Verzeih mir, wenn ich auf solche Beiträge reagiere. Ich war nicht als Globetrotter all die Jahre unterwegs, sondern musste öfter meine kostbare Freizeit dafür verwenden, Leute aus dem Knast auszulösen, weil sie sich leichtsinnig oder in Unkenntnis der Landessitten in die Situation gebracht hatten.
    Vielleicht hast du ja auch recht und ich sollte einfach die Beiträge nicht ernst nehmen.
    Auf jeden Fall kannst du dich darauf verlassen, dass jeder meiner kleinen Beiträge den Tatsachen entspricht.
    Ist der Frieden damit wieder hergestellt? Steve-HH

  7. #36
    Exote
    Avatar von Exote

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Hallo Steve-HH,

    Ob man die Erfahrungen vergleichen kann, sei mal dahin gestellt, da es sich bei unseren Erlebnissen um zwei verschiedene Geschichten handelt. Mir geht es auch nicht darum, wer von uns beiden die schlimmeren Erfahrungen gemacht hat, sonder lediglich darum, das dieses Thema nicht tabuisiert werden sollte. Es war auch nicht meine Absicht, diese Geschichte aus purem Unterhaltungszweck aufzugreifen.

    Für Thailand-Urlauber oder -Geschäftstätige kann diese Situation, wie ich sie erlebt habe, jederzeit und unerwartet eintreten. Obwohl meine Geschichte noch nicht zu ende geschrieben ist, werde ich unmissverständlich hervorheben, dass westliche Ausländer in diesem Gefängnis in Ruhe gelassen und auch bis zu einem gewissen Punkt respektiert werden. So habe ich es erlebt.

    Bestimmt wird es auch andere Erlebnisse geben, wie Du sie und auch @Mecki angeschnitten haben. Darum wäre es doch interessant, auch diese Ansichten und Erlebnisse kennen zu lernen, damit sich anschliessend jeder sein eigenes Bild machen kann.

    Steve-HH, Dein Beitrag habe ich in keiner weise als Unfrieden stiftendes Posting interpretiert und respektiere auch Deine Meinung. Deshalb gibt es auch keinen Grund, den Frieden wieder herzustellen, da er nie gefährdet war.

    Exote

  8. #37
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Geschichte überhaupt in einem öffentlichen Forum publizieren soll. Meine Motivation war einerseits die unsachliche "Recherche" vom Threadstarter Otto,

    Wenn meine " unsachlichen " Recherchen dich ,Exote ,zum Schreiben deiner interessanten Geschichte bewegt haben ,

    dann habe ich ja schon mein Ziel erreicht.

    Gerade dieser Thread soll ja eine Warnung an diejenigen Farangs sein ,
    die eine krimminelle Handlung
    ( z.b. Overstay , Waffenbesitz ohne Schein ,Kartenspiel )
    leichtfertig herbeiführen !

    Bekommt man dann Hilfe von der eigenen Botschaft ???

  9. #38
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Ich weiss nicht, ob man es als ´unsachliche Recherche´ bezeichnen kann, das, was Otto schrieb. Ich denke, die durch Beschreibungen und Artikel anderer gewonnen Erkenntnisse sind relativ, so, wie die Erfahrungen Einzelner subjektiv sind.
    Mein Knast, in dem ich meine Brötchen verdiene, ist sicher nicht repräsentativ für alle Knäste - allerdings durchaus repräsentativ für unser Strafvollzugssystem.
    Und eines sollten wir nicht vergessen: wir leben tatsächlich in einem Rechtsstaat, auch, wenn es für die Visumserteilung manchmal sehr hinderlich sein kann, allerdings wird bei uns auch keiner ohne richterlichen Beschluss inhaftiert.
    Bei uns gibt es auch keine sogenannten ´Rollkommandos´ mehr, dafür sind einfach zu viele Kontrollorgane - zu denen ich auch meine Berufsgruppe zähle - innerhalb der Knäste unterwegs. Bei uns haben Strafgefangene ausgedehnte ´Rechte´, für deren Einhaltung wiederum eine besondere Gruppe, der Gefangenenbeirat, der sich aus einzelnen Leuten von ´draussen´ zusammensetzt, sorgt.
    Ich denke, Exote hat einen Bericht aus ´eigener´ Erfahrung hier hinein gesetzt - man mag an seinem Gehalt zweifeln -, doch glaube ich nicht, dass er es nötig hat, sich auf diese Weise zu produzieren.

    Ich höre allerdings auch die Statements unserer ausländischen Gefangenen (Türken, Albaner, Serben, Russen, Afrikaner usw.), die unsere Knäste als ´Hotel´ bezeichnen - und das nicht nur der Optik wegen. Ich habe auch Informationen von z.B. Türken, die abgeschoben wurden, und sich zunächst einmal - nachdem man sie ihres Eigentums entledigt hatte - in einem Knast in ihrer Heimat verbelustigen konnten. Wobei die, deren Eltern Geld hatten, nicht nur besseres Essen sondern eine ebensolche Behandlung erfuhren.
    Es trifft auch zu, dass viele von denen unsere Knäste nicht gerade besonders ´ernst´ nehmen.

    Sagen wir´s mal so: ich werde auf jeden Fall alles vermeiden, je in meinem Leben an irgendeinem Ort der Welt in den Knast wandern zu müssen.

  10. #39
    Avatar von dawarwas

    Registriert seit
    30.10.2002
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    3.385

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    @Kali,
    aber wenn es schon sein muss, dann schon einen Deutschen.

    Es werden nicht umsonst ein Jahr Thai Knast mit 2 oder 3 Jahren Deutsch Knast aufgewogen.

    Siehe Kapplan, als er hoerte er kommt nach 2 Jahren vorzeitig raus, war er Happy. Als er dann hoerte er wuerde in die Tuerkei abgeschoben hat er sein Gesuch nach fruehzeitiger Entlassung zurueckgezogen.

    Gefangenenrat, wenn ich das schon wieder lese, krieg ich es .......

  11. #40
    Avatar von Otto-Nongkhai

    Registriert seit
    05.11.2002
    Beiträge
    12.292

    Re: Ein paar Eindrücke aus dem Gefängnis in Thailand.

    Zitat Zitat von dawarwas

    Gefangenenrat, wenn ich das schon wieder lese, krieg ich es .......
    Gefangene sind aber auch nur Menschen und wenn jemand lebenslaenglich weggesperrt wird ,dass kommt fast einer Todesstrafe gleich.

    Die Freiheit ist das wichtigste Recht eines Menschen !

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