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Ein Mikrofone für 3.500 Euro

Erstellt von DisainaM, 07.09.2014, 10:53 Uhr · 17 Antworten · 1.472 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Ein Mikrofone für 3.500 Euro

    145.000 Baht für ein Mikrofon
    Bangkok - Beamte haben die Ausstattung des Regierungssitzes mit 200 Mikrofonen zum Stückpreis von 145.000 Baht verteidigt. Außerdem sei der Vertrag noch nicht endgültig, der Preis für die „Multimedia-Konferenz-Geräte“, so die offizielle Bezeichnung, könnte noch sinken.
    Der Endpreis werde noch mit der Lieferfirma ausgehandelt hieß es von Behördenseite. In drei Konferenzräumen sollen 181 Mikrofone installiert werden, weitere elf werden noch benötigt.
    Der Preis sei so hoch, weil die Mikrofone dem neuesten Stand der Technologie entsprächen. Man werde das Budget vorsichtig ausgeben und man werde im Rahmen der gebilligten 69 Millionen Baht für die Renovierung des Regierungssitzes bleiben.
    Kommentatoren erinnerten sich sofort an die 200 Uhren, die von der Vorgängerregierung für den Regierungssitzangeschafft wurden. Diese sollten zunächst 70.000 Baht pro Stück kosten, später wurde ein Stückpreis von 40.000 Baht angegeben.
    Panadda Diskul, Minister im Büro des Premierministers, sagte, er sei für die Anschaffung der Mikrofone nicht zuständig. Er verstehe aber, weshalb Verwunderung über den Anschaffungspreis herrsche, zumal Premierminister General Prayuth Chan-ocha zur Sparsamkeit aufgerufen hatte.
    Die Herstellerfirma der „Multimedia-Konferenz-Geräte“ soll Bosch sein. Diese wurden auf der Website der Firma zum Stückpreis von 99.000 Baht angeboten. Nachdem publik wurde, welche Kosten für die Ausstattung des Regierungssitzes mit den Mikrofonen anfallen, wurde der Preis auf der Website geändert: Jetzt kosten die Mikrofone plötzlich 199.000 Baht pro Stück.
    145.000 Baht für ein Mikrofon :: Wochenblitz - Ihre deutschsprachige Zeitung für Thailand

    natürlich geht es nicht nur um die 200 Mikrofone zum Stückpreis von 3.500 Euro,
    es geht um das gesamte Sytem.

    Der ausländische Leser mit kulturellem Euro-Hintergrund wird denken,
    wenn ein internationaler Konzern eine Ware anbietet, wie kann es sein, dass ein solcher Auftrag plötzlich solche Kostenexplosionen verursacht.
    Schnell wird Korruption vermutet, weil einfach gerechnet wird,
    zuerst 2.500 Euro auf der Bosch Webseite, am Schluss erheblich mehr,
    warum überhaupt Bosch nehmen, geht doch auch bei einem chinesischen Kopienhersteller wesentlich billiger,
    --- so werden zunächst einige th. Nationalisten vermuten.

    Spielen wir das mal durch,
    am Beispiel chinesische Tabletts von einem Billighersteller,
    der thailändische Unternehmer, der die Ware anbietet, hat das Risiko von :
    - der chinesische produzent kann den Qualitätsstandart nicht einhalten,
    - man lebt in einem Kontinent, wo die Kultur einer Garantie nicht ausgeprägt ist, wenn die Ware gegen Geld übergeben wurde, ist in der Regel das Geschäft abgeschlossen, kommt es dann zu Produktausfällen,
    wirken sich diese verherend aus, wenn es mittlerweile einen politischen Wechsel gegeben hat.
    - Prangerkult-kultur und Sippenhaftung, der th. Unternehmer muss nach einem politischen Wechsel befürchten, dass seine Produktmängelprobleme politisch ausgeschlachtet werden, indem man Korruption unterstellt, (Hausdurchsuchungsgefahr, Unterlagen Beschlagnahmung, Pressediffamierungen, aufgehetzte Öffentlichkeit, Gefahr für die Angehörigen, Ausgrenzung der Kinder in der Schule, Umsatzausfälle durch Prangerkult)
    dennoch muss er dieses entstehende Kostenrisiko in der Kalkulation seines Produktes mit einpreisen,
    er muss also die zukünftigen Kosten mit einkalkulieren, die aus den Problemen mit Grossaufträgen nach politischen Wechseln entstehen. Im extremsten Fall würde das zum Ergebnis führen, er müsste sich nach so einem Geschäft zur Ruhe setzen, weil er danach auf ewig verbrannt ist, denn nichts ist so sicher, wie der 5 jährige politische Wechsel mit befürchteter Hexenjagd auf die angeblichen Profiteure der Vorgängerregierung.
    - Absicherung vor unberechtigter Produktmängelhaftung wegen mangelnder Nachhaltigkeit der Systemvorraussetzungen.
    Im Fall der Tabletts leicht nachvollziehbar, auf dem Land sind reihenweise Tabletts ausgefallen wegen defekter Netzteile. Hört sich einfach nach schlechter Ware an, doch das Problem ist anders. Gerade auf dem Land, wo teilweise in einem Monat bis zu 3 Stromausfälle sind, haben wir bis zu 10 Ereignisse im Monat, die man als "fast Stromausfälle" bezeichnen könnte, die sich aber nicht als Stromausfälle manifestieren. Bei diesen Vorfällen wird anstatt 220 Volt zeitweilig nur eine Minderspannung von zB. 160 Volt ins Netz gespeisst, wo die angeschlossende Elektrik leidet. Diesen Umstand kann man aber nicht öffentlich machen, weil dann sofort 10.000sende von Besitzern von defekten Aircons auf der Matte stehen, und wegen der mangelhaften Infrastruktur Krach machen. Klar, man kann nicht einen Bauboom zulassen, ohne gleichzeitig im selben Mass die elektrische Infrastruktur der Stromversorger upzudaten.
    Andererseits kann der Herrsteller für dieses Problem nicht die Kostenhaftung für die geräteausfälle übernehmen.
    Im Fall der Tabletts wurde einfach behauptet, die Geräte seinen halt Schrott, doch im Fall von einer deutschen Markenfirma, wie Bosch, muss der Hersteller anders vorgehen.
    Man kann Red Bull 20 Mikrofone für ihren Konferenzsaal verkaufen, kommt es zu Produktmängelansprüchen, einigt man sich im Stillen, doch im Fall eines Regierungsauftrags geht das nicht, die internationalen Konkurrenten von Bosch werden diese Probleme von Produkt"mängeln" in der Öffentlichkeit ausschlachten, um daraus Bosch in Thailand schachmatt zu machen. Also muss man Leute abstellen, die nicht nur die Installation der geräte überwachen, sondern dazu noch Geräte installieren,
    die Strom-unter oder Überversorgungen, wie eine Blackbox aufzeichnen, und so dem Unternehmen die Grundlage liefern, unberechtigte Produktmängelanträge, infolge von fehlenden Systemvorraussetzungen der elektrischen Umgebung, ablehnen zu können.
    Diese Installation von solchen Geräten müssen im Preis der Microfone mit einkalkuliert werden, um bei einem späteren Streit, das Unternehmen Bosch abzusichern.
    Folglich kann Bosch bei solchen Aufträgen nur eine Systemlösung als Komplettpaket anbieten,
    der Öffentlichkeit kann man wegen dem "Gesichtskult" in Thailand, natürlich nix von Sabotagegefahr, Stromunterversorgung, und den resultierenden Zusatzkosten sagen, also wird der umgerechnete Preis für das Microfone teurer.
    - finanzieller Spielraum für Nachverhandlungen wegen angeblicher Defekte,
    gerade bei öffentlichen Grossaufträgen muss man bei der Kalkulation sich davor absichern, das wenn es im Fall von Sabotage zu Ausfällen kommt, man nicht einfach den Anspruch wegen Sabotage ablehnen kann, sondern man im Stande sein muss, wegen "Gesichtswahrung", einen finanziellen Kompensationsbetrag anbieten zu können, mit dem man komplett aus der Haftung des Vertrages (weiterreichende "Garantie") entlassen wird. Diese Nachverhandlungen, sind, erinnern wir uns an den Airbus-Auftrag (Verspätung der Lieferung), in Thailand schon fast die Regel, soll heissen, ein Microfone für 2.500 Euro, kostet 3.500 Euro, um später 1.000 Euro zurück zahlen zu können, um aus der Vertragshaftung draussen zu sein,
    und an dem Vertrag trotzdem kein Geld verlohren zu haben.
    Das diese eingepreissten Rückstellungsbeträge für Aussenstehende, sowie von der Konkurrenz, schnell als mögliche Korruption propagandamässig ausgeschlachtet wird, zeigt es das grundsätzliche Problem an Geschäften mit grossaufträgen in Thailand, insbesondere, wenn es Regierungsaufträge sind.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von somtamplara

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    Schlechte PR : haben die Thais das High Tech Zeug wirklich als schlichtes "Mikrofon" betitelt
    Ist doch schliesslich ein "DCN Multimedia-Gerät" aus dem "DCN multimedia Konferenz System".

    Es steht aber auch nirgends was von einem System/Komplettpreis, vielleicht kommen noch ein paar Millionen fuer einen oder mehrere Server PCs und HD Kameras dazu?

    Nun ja, "Katalogpreise" von 2500 Euro bzw. 1900 USD (~1500 EUR).
    Das sind Preise fuer Einzelstuecke!
    Hier geht es um rund 200 Stueck.
    Bin wahrlich kein Kaufmann, aber irgendwie habe ich da einen Begriff wie Mengenrabatt im Hinterkopf.
    Und von dort auf 3500 EUR hochzurechen, das nenne ich dann gute PR
    (mind. 200'000 EUR Mehrpreis fuer was?)

    Du solltest dich um einen Beratervertrag bemuehen.

    Und die Argumentation ist auch nicht viel anders als bei den Uhren.
    Ist eben state of the art. Nur vom Feinsten.
    Jetzt fehlt nur noch die Kopplung der Satelliten/Atomuhr gesteuerten Uhren mit dem Hightech Konferenzsystem

    https://de.boschsecurity.com/de/mast...prod_de_323280

    http://www.neobits.com/bosch_dcnm_mm..._p6424523.html

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    naja,
    die Frage ist ja, wie gut die Sabotage Gruppe ist,
    wenn man nach einem politischen Wechsel nachverhandelt,
    und das System absichtlich defekt macht.

    Passiert dies nicht, werden nur die tatsächlichen normalen defekten Mikrofone ausgetauscht,
    und die geplante Nachverhandlung beginnt, und endet mit der vorher geplanten Kompensationszahlung.

    Außerdem sei der Vertrag noch nicht endgültig, der Preis für die „Multimedia-Konferenz-Geräte“, so die offizielle Bezeichnung, könnte noch sinken.
    Du machst also einen Vertrag und kalkulierst 10% der Microfone als Austausch mit in den Preis ein,
    zusammen mit dem Kompensationsbetrag.

    Kommt aber die Sabotage Gruppe zum Einsatz, und präsentiert Dir über 100 defekte Microfone kurz vor Ablauf der 2 Jahresgarantie,
    dann musst Du mit der nötigen Blackbox ein Kundenverschulden nachweisen,
    und mit der geplanten Kompensationszahlung trotzdem versuchen, den Vertrag abzuschliessen.

    Hauptproblem ist also, eine so inteligente Blackbox zu haben, die bei Stromunterbrechung weiter arbeitet,
    die sofort merkt, wenn eins der 200 Microfone vom System getrennt wird, (Überspannung bekommt und wieder verbunden wird),
    und Dich so davor bewahrt, ein Minus geschäft zu machen.
    Deswegen funktioniert so ein Regierungsauftrag nur, mit einem Kontrollsystem (blackBox), die kostenmässig in den Auftrag mit reinfliessen muss.
    (ev. musst Du ein völlig neues Mikrofon konzipieren, das mit der Blackbox interagiert)

    Bosch wird schon längst erkannt haben, dass sie so ein Ding brauchen, ohne das sie derartige Aufträge nicht annehmen können.

  5. #4
    Avatar von uwalburg

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    unter solchen Bedingungen würde ich nicht liefern.
    Höchstens an über eine GmbH die man bei Bedarf liquidieren kann.

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    geanu das sind die Bedingungen, unter denen der Export ausserhalb Europas nahezu überall funktioniert,

    und genau das ist das Problem,
    unter solchen Bedingungen trotzdem noch gute Geschäfte machen zu können.

    Dann in Deutschland noch eine Staatsanwaltschaft, die dauernd gerne prüfen will,
    ob denn da ev. Schmiergeldzahlungen in Frage kommen,
    weil jedem jungen Staatsanwalt gerade diese Bedingungen unvorstellbar sind,
    und sie Verträge mit ev. überhöhten Abrechnungen gleich als Scheinrechnungen ansehen,
    und sich keine Vorstellungen über die Probleme der vertragliche Deklarierung von Kapital-Rückstellungen machen.

  7. #6
    Avatar von uwalburg

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    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Unternehmen wie Bosch sich wegen einem Auftrag von 700.000 Euro die Lieferbedingungen diktieren lässt. Und schon gar nicht werden sie sich wegen so einem Peanatsumsatz auf so windige Bedingungen einlassen.

  8. #7
    Avatar von Loso

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    Vielleicht kommt das ja von einem dieser Joint Ventures, wo mind. die Hälfte einem Thai gehört. D.h. Bosch liefert und der Thai kassiert, völlig legal und erklärt auch die Verdoppelung.

  9. #8
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von uwalburg Beitrag anzeigen
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Unternehmen wie Bosch sich wegen einem Auftrag von 700.000 Euro die Lieferbedingungen diktieren lässt. Und schon gar nicht werden sie sich wegen so einem Peanatsumsatz auf so windige Bedingungen einlassen.
    hört sich das windig an ?

    Die Herstellerfirma der „Multimedia-Konferenz-Geräte“ soll Bosch sein. Diese wurden auf der Website der Firma zumStückpreis von 99.000 Baht angeboten. Nachdem publik wurde, welche Kosten für die Ausstattung desRegierungssitzes mit den Mikrofonen anfallen, wurde der Preis auf der Website geändert: Jetzt kosten die Mikrofone plötzlich 199.000 Baht pro Stück.

  10. #9
    Avatar von uwalburg

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    Von welcher web-side und welcher Firma sprichst du?
    Bestimmt doch nicht die web-side von Bosch!

  11. #10
    Avatar von somtamplara

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    Zitat Zitat von uwalburg Beitrag anzeigen
    Von welcher web-side und welcher Firma sprichst du?
    Bestimmt doch nicht die web-side von Bosch!
    Preise finde ich dort auch nicht. Ist nur Uebersetzung der deutschen Seite:

    DCN multimedia DCN multimedia Multimedia Device

    ---------------

    Heute eine "(Un)Klarstellung" aus dem PM Buero:
    I was misquoted on Cabinet audio system, Panadda says - The Nation

    Also ein Vertrag fuer die Systeme ist noch nicht unterschrieben.
    Es muesse noch ueber den Preis verhandelt werden und der koennte noch unter den "Referenzpreis" sinken, den ein gewisser Polizei General vom NCPO festgelegt habe.

    Einer von der Pheu Thai Partei fragt zurecht: warum sind die Systeme installiert bevor der Vertrag unterschrieben ist?

    Interessanter Ansatz oder?

    ------------
    Meinen die mit "White House" tatsaechlich Obamas Huette? Oder gibts in Thailand noch ein "White House"?
    Ich kenne da nur eine Soi dieses Spitznamens.

    Also ihr System ist dem des Weissen Hauses ebenbuertig?
    Man muss nur Massstaebe setzen.
    Vielleicht gibts noch einen "war room" fuer den General

    According to press reports, Panadda on Thursday boasted that the new technology adopted for the Cabinet room was on par with that of the White House.
    Gesamtkosten fuer die Renovierung/Modernisierung dreier Konferenzraeume: 69 Mio THB (ca. 1.7 Mio EUR).
    ------------
    Auch sonst laesst man es ja ordentlich krachen.
    Schicke neue Sofas, neuer Dienstwagen fuer den Chef usw. usw.

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