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Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

Erstellt von MrPheng, 18.06.2004, 17:48 Uhr · 76 Antworten · 8.822 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von x-pat

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    simon: woran liegt das?

    Ich glaube es liegt an folgenden Dingen: (1) der "frisch Eingereiste" hat kein soziales Netzwerk und ist auf sich gestellt; (2) er ist (und bleibt) in der Thai Gesellschaft ein Aussenseiter; (3) der ökonomische Existenzkampf ist härter.

    Die ersten beiden Faktoren können dazu führen, dass Menschen ihre gewöhnlichen Hemmschwellen überschreiten und -da keine soziale Kontrolle mehr vorhanden ist- ungesunde oder gesellschaftlich inakzeptable Gewohnheiten annehmen.

    Der dritte Faktor führt dazu, dass Menschen in finanzielle Krisen geraten, oft auch langfristig durch unterbezahlte Jobs oder nicht-profitable Geschäfte- und dabei Einbußen aller Art, sozial, persönlich, und gesundheitlich hinnehmen.

    Ich habe Expats erlebt, die tatsächlich in tiefen Krisen steckten (interessanterweise alle mit Wohnsitz in Pattaya), denen das aber so nicht bewusst war. Sie haben sich irgendwie an ihr Expat-Dasein-Langzeit-Abenteuer geklammert und wollten auf keinen Fall nach Deutschland zurück, obwohl es ihnen hier wirklich schlecht ging.

    Es ist vermutlich die Angst vor dem Versagen. Eine Rückkehr nach Deutschland würde eine ernsthafte Beule in ihre Selbst-Wahrnehmung machen. Sie würden sich als gescheitert fühlen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Angst vor dem Scheitern weitaus schlimmer sein kann, als das Scheitern selbst.

    Die Frage die bestehen bleibt ist: warum trifft man gerade in Thailand (und zum Beispiel nicht in Kanada oder Australien) soviele "gescheiterte" Expats an? Die Erklärung dafür ist vielleicht recht einfach.

    Zunächst gibt es auch in Kanada und Australien viele "Gescheiterte", denn ein Neustart ist überall schwer. Thailand zieht jedoch besonders viele Traumtänzer an, denn hier gibt es keine Screening-Kriterien seitens der Immigrationsbehörden, was eine de-facto Einwanderung sehr einfach macht, während auf der anderen Seite die Lebensbedingungen für Expats schwieriger sind.

    In den meisten OECD Ländern werden Einwanderer ohne Kontakte, Mittel, oder Qualifikationen gleich von der Behörde ausgesiebt. Darüberhinaus gibt es in anderen Ländern eine gewissen Kontrolle seitens des Staats über die Arbeitsaufnahme und Integration der Einwanderer. In Thailand wird das eher laissez-faire gehandhabt und die Erfolgsquote ist daher geringer.

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #72
    Avatar von Jetset

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    Stimme dir in allen Punkten voellig zu.
    Wird aber denk ich jetzt auch weniger wo sie nicht mehr fuer 2000 baht dauerhaft nach cambodia kommen sondern in gewissen abstaenden nach malaysia oder sigapur muessen.
    Da wirds dann schon teurer.
    Es sei denn natuerlich sie nehmen ein langzeit overstay und die damit verbundenen schwierigkeiten in kauf.

    Ich persoehnlich muss sagen...klar waers echt scheisse wenn ich meinen Job verlieren und keinen neuen finden wuerde..aber, bevor ich dann hier am Beach penne oder bei leuten das plastik aus der muelltonne sammel ziehe ich dann doch die rueckreise vor.
    Wuerde das dann selbst nicht unbedingt als scheitern ansehen. Kommt wohl bei jedem auf die einstellung an und mit welchen erwartungen er hierunter gekommen ist.

  4. #73
    ffm
    Avatar von ffm

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    Man braucht sich nur die vielen Postings hier im Forum zum Thema Auswanderung durchzulesen um zu wissen woran das liegt. Fast immer geht es um die Frage: "Mit wie wenig Geld kommt man in Thailand ueber die Runden? Reichen 400 Euro oder braucht man 600?"

    Wer nach USA oder Kanada geht der tut das in der Regel um sich finanziell zu verbessern. Da steht in der Regel der gut bezahlte Job im Mittelpunkt. Wer nach Thailand geht hat sich oft schon vorher mit dem Scheitern abgefunden, man zieht nach Thailand um sich seine Unterschicht-Existenz ertraeglicher zu gestalten, und nimmt Jobs zu Konditionen an die man in anderen Laendern nie akzeptieren wuerde.

  5. #74
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    "Frauen" sind zwar nicht ganz unschuldig an dem Phänomen "eher unerwarteter Totalabsturz", aber dennoch oft eher der Auslöser als die Ursache. Viele Männer sind Depressiv, wissen es aber nicht (und lassen es sich ebensowenig anmerken) , solange sie nicht (erneut) in ein tiefes Loch von 'enttäuschter Liebe' fallen.

    Thailandische Frauen, die sich recht gezielt aus welchen Gründen auch immer auf eine "Liebschaft mit mehr oder weniger Hoffnung" einlassen sind aber (eventuell von Natur aus) emotional viel stärker und vor allem robuster und unabhängiger.

    So oder so, er Totalabsturz mancher Männer kommt nicht von ungefähr. Alkohol, Drogen oder ganz "normale" Beschäftigungstherapien und Ablenkungen bewahren ihn nur solange vor dem emotionalen Ruin, bis ihm eben das passiert was dann darin endet, was in den Dossiers der Botschaften vermerkt wird. Oder in manchen Fällen in der Thai Rath (oder unter Anderem auch bei Thaivisa.com) zu lesen ist.

    Ein psychisch (emotional) stark strapazierter Mensch ist genausowenig Herr seines Intellekts, wie ein schwer physisch Kranker, dessen Aufmerksamkeit fast nur noch um selbiges Leiden dreht. Wenn dieser Mensch dann zusätzlich ausserhalb seiner gewohnten Umbegung lebt, ist die Gefahr des Absturzes wohl um so grösser.

  6. #75
    Avatar von simon

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    @x-pat, deine Argumente haben natürlich was, finanzielle Probleme, gesellschaftliche Isolierung ohne grosse Möglichkeit sich wirtschaftlich zu beteiligen. Aber das scheinen mir eher externe Faktoren zu sein, lustigerweise hatten keine meiner Fälle irgendwelche Geldprobleme. Na gut, irgendwann reichte es bei einem auch nicht mehr und er musste heim fliegen. Aber Geld war fast kein Faktor.
    Es scheint mir vielmehr tatsächlich an einer moralisch/geistigen Labilität zu liegen, die, solange im bekannten Umfeld, nicht ersichtlich ist und erst im Falle eines längeren Aufenthaltes in Los so offensichtlich und krass in Erscheinung tritt, wie es Mr_Luk beschreibt.

    Nur manchmal überrascht das: Der ehemalige Drogendealer der später sein bester Kunde wurde, ein Kleinkrimineller aus einer ebensolchen Familie in Manchester, dessen beste Tat im Leben war vom Heroin auf den Alkohol umzuschwenken.. Diese Person also, vom Aussehen her ein Zombie, abgemagert, 20 Jahre jünger als er aussieht.. hat Geldprobleme weil er sein Haus in England, das er noch besitzt und wo er wegen drohender Strafverfolgung nicht zurückkehren kann, nicht verkaufen kann.. Er lebt also in bescheidenen Verhältnissen in Chiang Mai, trinkt schon früh morgens sein erstes Bier, versucht irgendwie seine zerstörte Gesundheit, seine Alkoholsucht in Kontrolle zu kriegen, hat 2 Freundinnen die gleichzeitig bei ihm leben, die eine angeblich nur weil sie auf die andere steht.. Hat aus Furcht, bei der Einreise abgewiesen zu werden, längst kein Visa mehr, ein paar Monate später auch kein Geld auf dem Konto, wird von seiner Freundin, einem B/g, unterstützt, sie schafft natürlich an.. Eine Person also die eigentlich alle, inkl. ich selber, längst abgeschrieben haben.. eine Person die bestenfalls sich noch hier und jetzt ein paar schöne Abende machen kann, weil in der Zukunft wird's anders aussehen..
    .. Diese Person hat es geschafft vom Alkohol wegzukommen, in die Provinz auszuwandern und bei den Eltern seiner Freundin zu leben, seine extrem fragile Gesundheit zu verbessern und dort mit seiner Freundin, die noch maximal 10 Jahre zu leben hat(Lungenkrebs), ein ruhiges, zurückgezogenes Leben zu führen.. Er hat nach eigener Auskunft angefangen sein verrücktes Leben niederzuschreiben, sonst kümmert er sich um seine Freundin, die übrigens massgeblich an diesem Erfolg beteiligt war..
    Sprich, er hat es irgendwie geschafft sein Schicksal umzudrehen, irgendwie sich eine Zukunft wieder zu schaffen, sein Haus ist verkauft, er hat ausgesorgt wenn er sein Geld nicht verprasst und weiter sparsam lebt..

    Und jetzt der andere Fall, den ich in ein paar Beiträgen vorher schon beschrieben habe.. Mit diesen beiden Resultaten hätte wirklich niemand gerechnet, weder dass es der eine schafft noch dass der andere abstürzt.. es war also wirklich unvorhersehbar, im nachhinein kann man es immer zurecht-interpretieren.. Aber keiner der die beiden erlebt hat wird verneinen dass diese Entwicklung sie überraschte, bestürzte..

  7. #76
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    Ich möchte aber an dieser Stelle betonen, dass man die Schicksale mancher Leute nicht übereilt pauschalisieren sollte, auch wenn es "Muster" gibt. Es ergibt wohl ebensowenig Sinn in "Expatkategorien" zu denken, oder eine Art Zweiklassengesellschaft zu beschreiben, bzw. darzustellen.

    Jedes Schicksal ist anders, - das Leben ist fragil und unberechenbar. Von "selber schuld" und "es konnte nicht anders kommen" halte ich zumindest nicht viel. Jeder sollte als erstes versuchen dass ihm selbst die Milch nicht überkocht und froh sein wenn er es "schafft" und meistert. Das Leben meine ich natürlich...

  8. #77
    Avatar von Jetset

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    Re: Ein Expat auf dem Weg zur Besserung!

    Denke hat auch viel mit den Familären verhältnissen zu tun.
    Ich oute mich da jetzt mal in sofern das ich für den fall eines völligen absturzes hier jederzeit Eltern, Geschwister, etc. anrufen kann und meine Rückreise so gewährleistet wäre.
    Welches ich natürlich tunlichst versuche zu verhindern. :-)
    Ich habe sicher hohen Resepekt vor allen die kein regelmässiges einkommen aus D/uk beziehen und ohne rückendeckung hierher kommen....
    Denke schon das es bei vielen auch damit zu tun hat das sie das Leben hier in völliger armut der einsamkeit im Heimatland vorziehen.

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