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Du sollst nicht töten... .

Erstellt von dear, 14.06.2008, 10:55 Uhr · 159 Antworten · 8.680 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von dear

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    Du sollst nicht töten... .

    Hab mal wieder ne Diskussion mit Muttern gehabt - sie ist ja total buddhistitsch (meines erachtens zu fanatisch oder zumindest wannabe *nach dem Motto - genug beten, dann werden einem alle Sünden verziehen*) :kopfhau:

    Es ging mal wieder darum, dass ich einer meiner Rattenmädels (sie hieß Soya) ein letztes mal zum Tierarzt begleitete um das arme Tier zu erlösen, weil sie innerhalb von zwei Tagen einen Kieselsteingroßen Tumor im Unterkiefer hatte und drohte mir zu verhungern - sie konnte nicht mal mehr die Zunge rausnehmen zum trinken. Ich finde mich sehr menschlich und will kein Lebewesen leiden lassen (bin auch Befürworterin von Sterbehilfe). Soya war schon so schwach, dass bereits ihr Herz bereits bei der Betäubung aussetze.

    Mutter natürlich:"Babgamm - Babgamm - beten blabla bla Hölle bla bla."

    Da ist mir ein Argument eingefallen: "Wenn in Thailand auf dem Land sich ne Kuh ein Bein bricht oder sonstwie schwer verletzt wird sie von ihrem Besitzer doch auch getötet." (Sicher war ich mir nicht, aber ich gehe mal davon aus, weil sich wohl kein Bauer liebevoll um ein Nutztier kümmert bis es wieder gesund ist - Arznei werden wohl für Tier nicht ausgegeben oder?)

    Mutter stutze erst und sagte, das sei was anderes - FINDE ICH NICHT!!!!!!!!!!

    Also meine Frage: Ein richtiger Buddhist sollte doch wohl kein Tier leiden lassen - oder?

    Ich hatte auch mal mit einem Mönch in Wiesbaden darüber gesprochen (Mutter hat die Situation ausgenutzt und mich sofort verpetzt als ich da war)- er meinte halt, dass es eine große Verantwortung sei, dass ich als Mensch für das Tier entscheide, es kann mir ja nichts sagen.

    Ich meinte damals- Es kann nicht sagen, dass es Schmerzen hat, dass es nicht mehr leiden kann. Aber ich kenne meine Tiere sehr gut, ein Blick von Ihnen und ich weiß was los ist. Ich lasse garantiert kein Lebewesen leiden. Menschen können zum Arzt gehen, da wird alles für sie getan. Doch bei einem Tier, das eh schon alt und schwach ist wird definitv keine Operation mehr unternommen, weil es nicht mal die Narkose überstehen wird (wie Soya bewiesen hat).

    Der Mönch meinte dann, dass ich ein gutes Kind sei. Muttern schwieg dazu nur... .

    Boah, ich weiß gar nicht ob Ihr dazu was sagen könnt. Ansonsten habe ich mir mal wieder Luft gemacht

    Religionen sind schon was feines, aber was manche daraus machen - grrrrrrrrrrr

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    seit über 10 Jahren lebe ich nach kin chae, da mir die Tötung von Tieren zu meiner Lebensmittelversorgung gegen meine buddhistische Überzeugung steht.

    Mönche sehen das anders, wenn sie durch tam buhn Fleischspeisen gespendet bekommen, achten sie auch diese Spende, und verzehren sie.

    Aus th. Sicht ist ein Fischer oder ein Schlachter ein nicht schlechter, aber tiefer Mensch, weil er schlechtes Karma auf sich anhäuft, durch die Tötung von Tieren.
    Wenn sich z.B. eine Frau prostituiert, ist sie dennoch höher, weil sie kein Lebewesen verletzt.
    Manche schauen dann auch auf einen Fischer herab.

    Aus meiner Sicht ist ein Auftragsmörder ebenso schuldig, wie ein Auftraggeber,
    wer also Fleisch will, und dadurch erst die Tötung produziert, kann sich aus meiner Sicht nicht herausreden mit, - es war halt da, und schon tot.-

    Persönlich fange ich auch Spinnen und Kleintiere eher ein, und tu sie vom Fenster in den Garten, als sie zu töten, oder lass mich von blutsaugenden Mücken tracktieren.

    Dennoch kann ich Deinen Fall gut verstehen, wo durch mitfühlendes Töten Deine geliebte Ratte nicht alleine gegangen ist.

    Auch kann ich beim Staubsaugen manchmal nicht verhindern, dass ich da mal was erwischt habe, deshalb ist aus meiner Sicht die Einstellung entscheident.

    Auch das königliche Projekt für Strassenhunde hat häufig mit aussichtslosen Fällen zu tun, wo nur der Weg der Einschläferung bleibt, auch hier wird mitfühlendes Töten vollzogen.

  4. #3
    Avatar von Samuianer

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    Dear, ich (persoenlich) finde es total richtig as du getan hast, war ja bestimmt auch keine leicht Entscheidung!

    Ob das fuer dich weitreichenden karmische Konsequenzen hat wage ich zu bezweifeln, da du um das Wohl des Tieres besorgt warst und es nicht aus purer Lust am Toeten getoetet hast!

    Fuer das Tier war es ebenfalls Karma, versuch es so zu sehen und vielleicht deiner Mutter auf dem Wege zu erklaeren!

    Hier noch ein interessanter link:
    http://www.buddhismus-heute.de/archi...ion__0.de.html

    "Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit böser Gesinnung
    und das Leid wird dir folgen,
    wie das Rad dem Ochsen folgt,
    der einen Wagen zieht.

    Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit guter Gesinnung
    und das Glück wird dir folgen,
    wie dein unteilbarer Schatten."


    - Dhammapada Verse 1-2 -




    Gruesse aus Samui!

  5. #4
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    Zitat Zitat von dear",p="599710
    Religionen sind schon was feines, aber was manche daraus machen - grrrrrrrrrrr
    Das hat doch nicht unbedingt etwas mit Religion zu tun.
    Ich habe meine Meinung zum diesem und ähnlich gelagerten Themen im menschlichen Bereich (Töten auf Verlangen, Schwangerschaftsabbruch) im Laufe meines Lebens durch Erfahrungen ziemlich stark verändert - völlig unabhängig von religiösen Aspekten.

    Mittlerweile würde ich alles dafür tun, um ein Lebewesen vor dem Tod zu bewahren. Und Tierärzte würden das auch machen, wenn man es von ihnen verlangt. Ist halt nur eine Frage des Preises. Gerade ein Tier kann sich ja nicht äußern, ob es das Leid ertragen kann oder nicht. Aber früher sah ich das ähnlich wie du, hatte auch schon ähnliche hoffnungslose Fälle und verstehe die Einstellung ja auch weiterhin. Schwieriges Thema.

  6. #5
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    @Dear,

    das hast Du schon Richtig gemacht.

    Es ist wie bei allen Religionen es kommt immer darauf an wie man es auslegt.

    Das mit dem töten von Tieren sehe ich so:

    Solange es der Ernährung dient ist es OK, nur zum Spaß ist es sch....

    Gruß Peter

  7. #6
    Avatar von dear

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    DisainaM - Du sprichst mir echt aus der Seele. Das mit dem Fleisch essen hätte ich auch gern als Argument gebracht, aber da fielen mir die richtigen Wörter dazu nicht ein... .

    Wegen Tierarzt und verbundene Kosten - da bin absolut schmerzfrei bei meinen Lieblingen. Holly hat in zwei Tumoroperationen über dreihundert Euro verschlungen - die dritte OP überlebte sie leider nicht mehr... :-( .

    Ein Lebenwesen muss ein schlechtes Karma gehabt haben, wenn es als Ratte wiedergeboren wird *seufz*

    Wg. Lebewesen können nicht sagen ob sie das Leid ertragen wollen oder nicht... . Da muss ich sagen, gerade Ratten verstecken ihr Leid immer so lange wie es geht, weil ein krankes Tier vom Rudel ausgetstoßen und stark gemobbt wird. Also Soya anfing abzubauen wurde sie von den anderen ständig gebissen - wenn es dem Tier selber nicht mehr möglch ist sich durch "ignorieren" seines Leidesn selbst zu schützen, ist es für mich auf jedenfall das allerletzte Zeichen, dass es einfach nicht mehr kann.

    Zu Schwangerschaftsabrüchen muss ich sagen - bevor ich mit Nick schwanger war habe ich gesagt, wenn ich dazu nicht bereit bin wird ein Fötus definitv abgetrieben. Aber jetzt wo der Wurm da ist und mich jeden Tag glücklicher macht hat sich diese Einstellung rapide geändert. Selbst wenn ich schon fünfzig wäre selber kaum Geld für mich zum essen hätte könnte ich eine Abtreibung nicht mal mehr in Erwägung ziehen.

    Das zum Thema Meinung ändern (dabei dachte ich immer ich sei total konsequent)

    Ach ja was mir noch einfällt - in dem einen Fernsehbericht über die Frau, die fritierte Insekten in Bangkok verkauft konnte man auch sehen, dass die armen Tiere LEBEND ins heiße Öl geworfen werden - da sagte die Frau auch, dass es ihr Leid tut, aber sie hat eben keine andere Wahl und betet auch dafür.

    @ Peter - fritierte Insekten... was sagst Du dazu? Für mich dienen sie mitten in Bangkok nicht zur Ernährung (auf dem Land sind sie wohl teilweise das Einzige zu essen (wenn ich mich jetzt nicht irre) )

  8. #7
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Du sollst nicht töten... .

    Ein richtiger Buddhist sollte doch wohl kein Tier leiden lassen - oder?

    Ein Buddhist akzeptiert das Leiden, ist es doch ein wichtiger Teil des Lebens. Leben ist Leiden, und Buddha hat den Weg aufgezeigt, das Leiden zu ueberwinden.

    Als strenger Vegetarier habe ich Diskussionen dieser Art des oefteren. Und wenn nicht diskutiert wird, dann muss ich zumindest meine Haltung erklaeren. (Warum eigendlich?)
    Vor ueber 18 Jahren habe ich fuer mich die Entscheidung getroffen, das kein Tier fuer meine Ernaehrung leiden und/oder sterben soll.

    Ich hatte mal einen Hund, einen schwarz-weissen Cockerspaniel namens Charly. Der Bursche ist ueber sechzehn Jahre alt geworden, war mir stets ein wahrer Freund. Als es sich abzeichnete, das er bald sterben wird (Krebs und Wasser im Herz) sind wir zum Tierarzt gefahren. Er meinte, das er Charly wegspritzen koennte, der Hund aber so oder so in max. 48 Stunden sterben wird. Wir haben Charly wieder mit nach Hause genommen, und er ist in seinem Koerbchen gestorben, keine 24 Stunden spaeter.

    Die Genehmigung fuer die Todesspritze zu geben war mir nicht moeglich, und waere es auch heute nicht. Mein Freund ist in Wuerde gross und alt geworden, dann muss er auch in Wuerde den Tod erleben duerfen. Er liegt nun auf meinem Grundstueck in Bayern, an seinem Lieblingsplatz dort (wenn auch etwas tiefer).

    Der Tod toetet, und der Mensch sollte es nicht.
    "Du sollst nicht toeten" steht nicht umsonst bei allen Religionen ziemlich weit vorne im Buch.
    Den Freund -egal ob nun Mensch, Hund, oder Ratte- zu bitten, entspannt loszulassen, ihm dabei zu helfen indem man mit ihm leidet, mehr steht uns nicht zu.

    Wie war das neulich beim Eroeffnungsspiel der EM?!
    Habe bei einem Kumpel geguckt, und zu dem Anlass wurde auch der Grill angeschmissen.
    Die ewig gleiche Ansage: "Du kannst Dir auch gerne einen Tofuburger drauf legen..."
    "Nein Mann, auf den Rost lege ich nichts. Da drauf grillt Ihr Eure Kadaver"
    Habe dann mal wieder etwas ueber die Fleischfresser philosophiert...:
    "Erst bekommt die Sau einen Stromschlag, dann wird sie zerlegt und durch den Wolf gedreht, um dann im eigenen Darm abgefuellt auf diesem Grill zu landen. Und jeder zehnte Wurst faellt Euch auch noch in die Glut... Ihr seid alle pervers!" Bei Lamm- oder Kalbfleisch drohe ich auch gerne mal mit dem Kinderschutzbund, die armen Viecher hatten ja mal gar keine Chance...


    Dear, ich sehe es mit einem zwinkenden Auge wie Du festgestellt haben wirst.
    Mir ist es jedoch fuer meine Person sehr wichtig, das "Du sollst nicht toeten" strikt einzuhalten. Ich nehme nichtmal Medikamente, wenn es sich wie neulich bei einer Operation nicht absolut vermeiden laesst. Hinter jeder Pille sitzt ein Haase oder Beagle, der fuer die Forschung leiden und sterben musste. Das sage ich den Leuten auch so crass, genauso wie meine Kumpels beim Grillen meine Kommentare dazu ueber sich ergehen lassen muessen.

    Chock dii, hello_farang

    p.s.:
    Danke fuer den Ast, das Thema ist sehr interessant. Wo liegen die Grenzen? Wann entscheide ich, welches Lebewesen sterben muss? Wenn ich es selber erschlage, oder wenn ich an der Fleischtheke stehe? Wann ist es gerechtfertigt, Tiere zu toeten (medizinische Forschung)? Und wie sieht es mit dem eigenen Gewissen dabei aus?

  9. #8
    Avatar von Samuianer

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    Das Ganze sollte Mensch nach Moeglichkeit unorthodox sehen, denen die Insekten essen muessen, bleibt wohl nichts anders uebrig!

    Anderseits was ist "grausamer" ins heisse Fett, oder kochendes Wasser und verspeisen oder Insektizide, Pestizide grossflaechig anwenden die auch noch x-andere Spezien gefaehrden!?

    Ausserdem ich esse Alles wo mir der Sinn nach steht und meine das Alles auch dafuer da ist, nur kommt es wohl auf das WIE mehr drauf an als auf das WAS!

  10. #9
    hello_farang
    Avatar von hello_farang

    Re: Du sollst nicht töten... .

    Man ist was man isst.

    Den Spruch kennste bestimmt, und in ihm steckt viel Wahres.
    Du hast etwas in Dir, was einmal ein selbststaendiges Lebewesen war, bis man es toetete und frittierte. So wie ein Vegi Reispflanzen sterben laesst, um sich zu ernaehren. Same same but very different.

    Chock dii, hello_farang

    p.s.: JedeR soll essen, wonach ihm/ihr der Sinn steht. Mir macht es nur Spass darauf hinzuweisen, das man sich dessen was man isst auch bewusst sein sollte, bei jedem Bissen.

  11. #10
    Avatar von dear

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    Re: Du sollst nicht töten... .

    Ich bin leidenschaftlicher Fleischfresser. Ich genieße das fertig zubereitete Essen, aber ich darf mir nie nie vor Augen halten, dass das mal ein Lebewesen war.

    Ja - diese Einstellung ist ein Armutszeugnis für mich. Das gebe ich offen zu. Mein Beispiel mit den Insekten war dumm. Klar sind sie ein Snack - aber vieles was auch bei uns auf dem Teller landet gehört nicht zum überleben.

    Tja - Tierversuche. Schlimm - aber sie haben wohl auch schon einige Menschenleben gerettet... (und dabei das tausendfache an Tierleben verschenkt)- dafür gibts wohl keine Waagschale ...

    Zurück zu Buddha.
    Sidhartha hat sich doch selber für den Leidensweg entschieden. Kann man das denn mit dem allgehiemen Leiden vergleichen?

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