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DRK-Blutspende weist Thailand-Reisende zurück

Erstellt von Jinjok, 27.08.2003, 21:12 Uhr · 49 Antworten · 6.212 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Jinjok

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    DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Jeder kennt die Berichte aus der Zeitung und dem abendlichen TV. Bedonders nach Großereignissen mit vielen Verletzten wird immer wieder betont, wie knapp die Blutreserven der Blutbanken doch seien. Angesichts der Sommerhitze sinke die Haltbarkeit der Konserven noch weiter und so reichen die Vorräte immer nur wenige Tage und große Krankenhäuser mußten in den letzten Wochen planbare OP's immer wieder verschieben, da nicht genügend Reserve an Blut für Notfälle da war.

    Meine Frau war in Thailand aktive Blutspenderin beim Thailändischen Roten Kreuz. Blut zu spenden ist für einen Buddhisten ähnlich verdienstvoll wie andere Arten von Tambun. Sie hat mittlerweile schon den 3. Spenderausweis in denen nun schon 64 Blutspenden protokolliert sind. Als nun am Montag im Nachbarort das mobile Zapfkommando des DRK zur Spende aufrief, hatten wir uns endlich aufgerafft und wollten den klammen Blutbanken etwas gutes tun.

    Nachdem wir bei der Anmeldung die Hürde mit den thailändischen Spenderausweisen genommen hatten gings daran den Fragebogen auszufüllen. Ich habe meiner Frau im Schnelldurchlauf die Fremdwörter erklärt und dann sind wir zur Ärztin reingegangen. Sie guckte weil wir zusammen kamen. "Dann lassen sich ein paar Fragen schneller klären, draußen ist sehr voll" erläuterte ich. Ihre Frau hat den Bogen allein ausgefüllt?

    Nein das haben wir gemeinsasm gemacht, viele der Fachbegriffe kann ich mir ja nur zusammenreimen. "Dann kann Ihre Frau sowieso kein Blut spenden. Später muß sie noch ganz allein die Haftungsauschlußerklärung durchlesen, verstehen und unterschreiben. Die darf ich ihr und auch sie ihr nicht übersetzen oder erläutern", sagte Frau Doktor. "Sie kann erst Blutspenden, wenn sie so gut Deutsch kann, daß sie alles allein versteht. Ich stelle sie so lange von der Spende zurüc". Es versteht sich von selbst, daß ich die Erklärung nicht mal zu sehen bekam und meine frau kein Exemplar zum Üben erhielt. Der nächste Bitte!

    Sie überflog meinen Fragebogen. Sie waren im letzten halben Jahr im außereuropäischen Ausland? Ja. Wo? Thailand. Ach! Das ist aber schade. Ganz Asien und Teile Afrikas sind doch Malaria verseucht wie jeder weiß. Da haben wir gern eine Quarantäne von länger als einem halben Jahr. Heißt das, ich kann auch kein Blutspenden, weil ich in Thailand war? Ja. Malaria ist schon mal nach sehr langer Inkubationszeit ausgebrochen und daher verzichten wir auf solche Konserven. Der nächste Bitte!

    Also ich denke, dem DRK-Blutspende-Dienst scheint es so schlimm mit den Konserven nicht zu gehen. Ausländer werden nicht genommen, wenn sie die Fragebögen nicht gänzlich ohne fremde Hilfe verstehen können und Urlauber müssen mehr als 6 Monate Quarantäne halten. Wird ein fettes Jahr für die Blutsauger - wo doch derUrlaub in Balkonien der Hit war!

    Wer nicht will der hat und wer nicht ißt ist satt - sagte meine Omma, als sie noch lebte. Ich hatte am Montag echt den kaffee offen und sonen Hals! Danke DRK!!
    Jinjok

    PS: Wir fliegen alle halbe Jahre nach Thailand

  2.  
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  3. #2
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Nach diesem Bericht habe "ich auch den kaffee auf"
    oder "einen Hals"
    Wir wollten nächste Woche auch spenden.
    Na denn.............
    Bringen wir doch lieber unseren Lebenssaft nach THL!
    Interessieren würde mich hier noch, ob man als Farang
    in THL auch so dumm beim ThaiRK ausgefragt wird.....

  4. #3
    Avatar von seven

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    @Jinjok
    Die Frageböge des DRK kenne ich nicht, aber wenn ich die Bögen des BRK 100 % richtig ausfüllen würde, könnte ich nie spenden.

    Also das mit der Erklärung leuchtet mir noch ein. Wir hatten erst vor ein paar Jahren einen riesigen AIDS-Skandal beim BRK, da geht man inzwischen auf Nummer sicher.

    Die 6 Monate Sperre, sobald Du nach Thailand fährst ist auch normal. Die Ärzte bei uns haben einen dicken Katalog und da stehe diese Fristen drin, auch wenn der Arzt bei mir sagt, dass der Sinn recht zweifelhaft ist. Kein Arzt wird aber das Risiko einer - womit auch immer - verseuchten Spende selbst tragen wollen und das müsste er, wenn er gegen - sicher nicht von ihm geschaffene - Regeln verstößt.

    An die Frist habe ich mich inzwischen gewöhnt, auch wenn sie bewirkt, dass ich nur einmal jährlich spenden kann. 1-2mal im Jahr bin ich ja in Thailand, da ist es schwer mal 6 Monate hier zu sein. Diese Frist für Thailand gilt allerdings nur, wenn man die großen Städte verlässt. Reisen anch Bangkok oder Chiang Mai bewirken nur eine 3monatige Sperre. Wer ins benachbarte Ausland wie Laos oder Kambodscha geht, ist wieder mit 6 Monaten dabei.
    Aber - so sagte mir mal ein Arzt - auch wenn man immer von Malaria redet, es geht den Ärzten hauptsächlich um AIDS. Die Inkubationszeit bis man im Körper nachweisbare Abwehrkräfte bei HIV-Infektion feststellen kann, liegt bei 6 Monaten. Um ehrlich zu sein, habe ich dafür auch Verständnis. Wenn ich mal am anderen Ende der Leitung liege möchte ich auch sicher gehen, dass die Spende sauber ist.

    Bei uns steht aber auch noch eine Frage drin, ob man bereits Geschlechtsverkehr mit Menschen aus Afrika und / oder Südostasien hatte. Da wird zwar noch mal nach Kontakt zu Prostituierten, Homo5exuellen etc. gefragt, aber allein 5exuelller Kontakt mit einem Menschen aus den genannten Gebieten disqualifiziert einen hier schon zu spenden. Das ist für mich schon Diskriminierung.

    So wie Du den Vorfall geschildert hast, waren die Leute aber nicht besonders freundlich. Das findet man hier nicht. Bei uns gibt es eine ständige Anlaufstelle für Blutspenden mit recht arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten. Selbst als ich mal wegen der Unkenntnis über die Fristen abgelehnt wurde, war man sehr nett und erkannte mich nach Ablauf der Frist gleich wieder. Alle kümmern sich rührend um einen - auch die hübschen Schwestern - was wohl auch daran liegt, dass meißt nicht so viel los ist.

  5. #4
    Avatar von MichaelNoi

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    "Bei uns steht aber auch noch eine Frage drin, ob man bereits Geschlechtsverkehr mit Menschen aus Afrika und / oder Südostasien hatte"

    Hatte ich und habe ich weiterhin
    Meine Frau bleibt auch Südostasiatin, wenn sie hier in D lebt,
    also kein Blutspenden möglich

  6. #5
    Avatar von MenM

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Habe gleiches erlebt in 2000 in Koeln, wo auch fuer eine spende "geworben" wuerde. Ein kollege von mir tuet auch jedes jahr blut geben und ich hatte gesagt, komm ich gehe mit.
    Beim gespraech mit dem Artz wurde ich auch abgelehnt wegen meine auslandsreisen ( Dom Rep und Thailand ). Da hat das "projekt" blutgeben fuer mich ein ende wegen meine jaehrlichen Thailandreisen.(und andere abenteurlichen gegenden)
    Schade fuer die leuten die das blut(serum) brauchen.

    Allerdings meine frau hats noch nicht versucht, und wird sie auch nicht, sie geht ja auch mit im urlaub

  7. #6
    Avatar von odysseus

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Servus Jinjok
    Ja, Undank ist des Weltens Lohn, kann man dazu nur noch sagen.

  8. #7
    Avatar von conny

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    @ Jinjok
    War zuerst sprachlos, als ich deinen Bericht gelesen habe. Und zwar über die Aroganz der DRK Mitarbeiter und deren Regeln.

    Seven hat mit seiner Schilderung dann bezgl. der Gründe/Regeln dann etwas für Aufklärung gesorgt.

    Ich finde jetzt auch, dass das Problem in erster Linie war, dass ihr nicht vernünftig über die Beweggründe aufgeklärt wurdet, warum man das Blut deiner Frau nicht haben möchte und dass die DRK Leute recht unfreundlich waren.

    Also - take it easy - spendet euer Blut für die Verwandtschaft, wenn diese es einmal benötigen sollten (was hoffentlich niemals der Fall sein wird).

    Gruß
    Conny

  9. #8
    Avatar von Peter-Horst

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Hallo Jinjok,

    da ist da schon mal jemand der aktiv was machen möchte,
    in Eurem Falle Blutspenden, und dann klappt es nicht.

    Schlußfolgerung es muß genug Spender geben, wenn man die Messlatte so Hoch anlegen kann.

    Gruß Peter (der jetzt gelernt, das er nie zum Blutspenden gehen braucht)

  10. #9
    Avatar von seven

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    Ich kann mich noch an einen Zeitungsartikeln vor 1-2 Jahren erinnern, in dem es darum ging, dass Afrikaner prinzipiell schon aufgrund ihrer Herkunft abgelehnt wurden. Der betroffenen Mensch sah darin eine Diskriminierung und beschwerrte sich, mit wenig Erfolg.

    Fakt ist aber, dass gerade im südlichen Afrika 20-30 % der Menschen mit HIV infiziert sind und man da ganz einfach kein Risiko eingehen will. Warum man dies aber einfach so auf Menschen aus Südostasien ausweitet ist mir nicht klar. Ich denke, dass darin auch der Grund für die Ablehnung von Jiaps Spende lag. Der Fragebogen war bloß die einfachere Begründung. Hätte mal Jinjok sehen wollen, wenn man ihm sagt, dass man keine Spende von Thailänderinnen nimmt.

    Die privaten Spenderfirmen, die auch Geld für eine Spende zahlen, sehen das m. E. lockerer. Probiert es doch einfach mal da.

  11. #10
    Avatar von Peter65

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    Re: DRK-Blutspende lehnt Thailandreise zurück

    @ Peter-Horst
    Schlußfolgerung es muß genug Spender geben, wenn man die Messlatte so Hoch anlegen kann.
    Gruß Peter (der jetzt gelernt, das er nie zum Blutspenden gehen braucht)
    Die Messlatte wird so hoch gelegt, weil hier wegen jedem Scheiss prozessiert wird, und wer will sich darauf einlassen (als Arzt oder DRK), dass er diese Bestimmungen nicht einhält, oder grosszügig auslegt.

    Dich möchte ich sehen, wenn Du bei einer Transfusion infiziert werden würdest, weil ein Arzt meinte Blutspenden auch dann anzunehmen, wenn die Vorschriften nicht eingehalten wurden.

    Die unfreundliche Behandlung von Jinjok und seiner Jiap ist was anderes, aber das ist IMHO nicht die Regel, zumindest in den Krankenhäusern, die mir bekannt sind.
    Deswegen wird ja Blutspenden als solches nicht zu was Schlechtem!?

    Grüsse,
    Peter

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