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Die Thai-Könige.

Erstellt von Otto-Nongkhai, 05.12.2006, 12:39 Uhr · 36 Antworten · 6.724 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Die Thai-Könige.

    Man hoert immer wieder,die Armen wollen,dass die Reicen das Geld mit ihnen teilen.Die Armen sollen aber erst einmal Eigenleistung bringen,als auf schmarozender Weise ,oft aus Faulheit Alimentation zu fordern.
    Die Geschichte der Bettler,die im Background einen Porsche stehen haben kennen wir ja.
    Ist aber ein anderer Punkt und gehoert nicht in diesen Thread!

  2.  
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  3. #12
    Avatar von dutlek

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    Re: Die Thai-Könige.

    Zitat Zitat von Tschaang-Frank",p="425794
    Das erste Thailand" wurde ganz klar von Ramkhamhaeng in einer ehemaligen Khmer Siedlung gegruendet.
    Auch nicht ganz richtig...
    Koenig Ramkhamhaeng hat zwar sehr viel in Bewegung gebracht, aber gegruendet hat er (das erste??) Thailand nicht. Sein Vater, Koenig Pho Khun Sii In-thraa-thid war offiziell der erste Koenig von Thailand. Es gibt verschiedene Ansichten ueber seine Regierungszeit. Allgemein wird geschrieben, das er ab pho.so. 1800 regiert hat. Aber bevor Khun Sii In-thraa-thid Koenig wurde, regierte Khun Sii-naao-nam-thum als Herrscher die Stadt Tschaliang (das heutige Sii Sa-sad-tscha-naa-lai) In der Inschrift aus dem Tempel Wat sii tschum (die zweite gefundene Inschrift. Man nimmt auch an, das sie aelter als die Inschrift von Ramkhamhaeng ist) wird hauptsaechlich ueber Khun Sii-naao-nam-thum geschrieben. Es wird daher angenommen, dass das heutige Thailand seinen Ursprung aus der Gegend dieser Stadt hat.

    und Ramkhamhaeng hat ..... u.a das erste Thai Alphabet festgelegt
    Auch bevor er Koenig war, hatten die ihre Schrift. In Sukhothai damals wurden die Woerter aber nicht einheitlich geschrieben und es gab keine einheitliche Grammatik. Jeder schrieb es so, wie er fuer richtig hielt. Ramkhamhaeng hat nur etwas Ordnung da rein gebracht und die Schrift der Sprache angepasst, sodass alles gesprochene in der damaligen Zeit auch einheitlich geschrieben werden konnte. Laut den verschiedenen Ueberlieferungen zufolge hat sich hat Befoelkerung aber nicht damit anfreunden koennen und die alte Schrift weiterhin benutzt. Koenig Ramkhanhaeng hat die Schrift so wie sie auf der Inschrift ist benutzt. Da seine Inschrift der aelteste Fund der thailaendischen Sprache ist, geht man davon aus, das dies auch das erste Alphabet, bzw. Schrift, ist.

    Gruss.....Rolf

  4. #13
    Avatar von zero

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    Re: Die Thai-Könige.

    Zitat Zitat von dutlek",p="426650
    .... Auch bevor er Koenig war, hatten die ihre Schrift ....
    Das darf man aber in Thailand nicht so einfach behaupten. Einen Universitätsprofessor hat es vor ein paar Jahren einen kräftigen Karriereknick eingebracht und ich glaube sogar seinen Job gekostet, als er öffentlich publizierte und wissenschaftlich nachwies dass König Ramkhamhaeng nicht der Erfinder der Thaischrift sein kann. Die Geschichte Thailands ist immer noch etwas das man von ganz oben glaubt "kontrollieren" zu müssen.

  5. #14
    Avatar von Merzer

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    Re: Die Thai-Könige.

    So ganz richtig ist das eigentlich alles nicht - einen "thailändischen König" in seiner heutigen Form gibt es erst seit dem Militärputsch 1932 (wobei Begriff und Konzept "Thailand" ja noch jünger sind und aus der ersten Regierungszeit von Diktator Phibun Songkram stammen und so zwischen 1939 und 1942 mit verschiedenen Dekreten umgesetzt wurden).

    Früher gab es eine Vielzahl verschiedener, miteinander konkurrierender und auch gegeneinander kriegsführender Königreiche unter den Tai-Völkern, jeweils mit unterschiedlicher Sprache und Schrift (wobei sich Ayutthaya langfristig durchsetzen und alle anderen Königreiche erobern bzw. assimilieren konnte). Nach dem Untergang von Ayutthaya Ende des 18. Jahrhunderts dann übergangweise die Regierung unter Thaksin, nach dessen Ermordung dann Übernahme der Macht durch General Chakri (der halt schnell und entschieden genug die Situation nutzte, hat sonst keinerlei Legitimation) und dessen Nachfolger.

    Zu diesem Zeitpunkt waren die regionalen Königreiche gegenüber den Chakri-Königen tributpflichtig, mußten ggf. Truppenkontingente bereitstellen, wurden aber ansonsten weitgehend in Ruhe gelassen (allerdings erfolgte im Laufe der Zeit ein immer größerer Transfer an Kompetenzen Richtung Bangkok, bis Ende des 19. Jahrhunderts begonnen wurde, das importierte Nationalstaatskonzept umzusetzen).

    Die endgültige Abschaffung der regionalen Könige (Nan, Lanna usw.) erfolgte ebenfalls erst 1932, und erst seit diesem Zeitpunkt gibt es nur noch einen König (im gleichen Zeitraum Verbot regionaler Sprachen und Schriften usw.). Übrigens stammen die ganzen Gesetze hinsichlich Majestätsbeleidigung, Aufstehen bei der Hymne usw. auch aus den frühen 40er Jahren und hatten nicht zuletzt den Hintergrund, Personen zu disziplinieren, die sich mit dem neuen zentralen König nicht so sehr anfreunden konnten...

    Erst mit der Umbenennung in "Thailand" dann endgültig der Schritt zum Nationalstaat heutiger Prägung, was auch im Namen zum Ausdruck kommt (der Begriff Siam wurde übrigens überwiegend für die Kommunikation mit dem Ausland genutzt, intern dominierte die Verwendung von "Ayutthaya", da sich das neue System als Weiterführung des alten Königreichs von Ayutthaya verstand - dieser Name kommt ja auch noch in der endlosen Namensfolge von Krung Thep usw. vor).

    Mit Bezug auf frühere Jahrhunderte von einem "thailändischen" König oder einer "thailändischen Sprache oder Schrift" zu sprechen, mag im Sinne des heutigen thailändischen Selbstverständnisses sein, sachlich richtig ist es nicht (so wie meine Chat-Bekannte meinte: My father is Khmer, my mother is Lao, I am 100 % Thai ) :-)

  6. #15
    woody
    Avatar von woody

    Re: Die Thai-Könige.

    Hallo Merzer,
    freue mich ueber deinen kompententen Beitrag, der angenehm aus dem ueblichen Gesuelze heraussticht
    gruss woody

  7. #16
    Avatar von Merzer

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    Re: Die Thai-Könige.

    Nebenbei bemerkt ist es auch eher Zufall, daß der jetzige König Phumiphon tatsächlich thailändischer König wurde:

    König Prajadhipok alias Rama VII (wobei die einheitliche Bezeichnung "Rama" nebst Nummerierung wiederum eine Kontinuität vorgaukelt, die es eigentlich nie gab - dieser Beiname wurde den früheren Königen erst Anfang des 20. Jahrhunderts nachträglich verliehen - Rama I bis Rama VI nannten sich selbst nie so, und sie regierten auch über höchst unterschiedlich strukturierte Staatsgebilde, die dank recht expansiver Außenpolitik immer größer und inhomogener wurden) trat 1935 unter dem Druck der Militärs zurück und setzte sich ins Ausland ab (teilweise krankheitsbedingt, teilweise unter politischem Druck und einer vermeintlichen Verwicklung in unsaubere Geschäfte).

    Gleichzeitig war seine Stellung so geschwächt, daß er darauf verzichtete, einen Nachfolger zu benennen - dies übernahm jetzt die Militärregierung, die sich nach längerem Überlegen für Ananda Mahidol entschied.

    Für ihn sprach die Tatsache, daß er in der Schweiz lebte und erst 9 Jahre alt war - sprich: er hatte eine besonders schwache Stellung, was dem Militär gelegen kam. Stattdessen wurden einige Militärs als Regenten eingesetzt, und es erfolgte keine formale Krönung Mahidols zum König - in anderen Worten: es gab zwischen 1935 und 1946/1950 keinen König, sondern nur Militärs, von denen einige formal als Regenten fungierten (Mahidol besuchte während dieser Zeit Thailand nur zweimal für kurze Zeit und lebte ansonsten weiterhin in der Schweiz).

    Deshalb trägt der heutige König Phumiphon auch den Beinamen Rama VIII, obwohl er erst seit 1946 im Amt ist (oder seit 1950, da er erst zu diesem Zeitpunkt formal gekrönt wurde), Rama VII jedoch schon 1935 zurücktrat. Mahidol kam übrigens 1946 unter mysteriösen Umständen ums Leben (es spricht vieles für Mord). Nachfolger und offiziell gekrönter König wurde daraufhin sein Bruder - der heutige König.

    Wie dem auch sei - der heutige König verdankt seine Stellung den Militärs, was seine wirklich hervorragende Amtsausübung nicht schmälern soll. Für eine solche Konstruktion lassen sich ja auch andere Beispiele finden - ich denke da an Spanien, wo Juan Carlos ja auch durch General Franco eingesetzt wurde.

    Ist allenfalls noch erwähnenswert, daß es sich bei der heutigen Chakri-Dynastie um keine ethnischen Tai handelt, sondern um ein altes Mon-Adelsgeschlecht (die Mutter von Rama I war indes Chinesin, wie auch Vorgänger Thaksin Halbchinese war).

  8. #17
    Avatar von DisainaM

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    Re: Die Thai-Könige.

    Die ersten diplomatischen Kontakte zwischen Deutschland und dem siamesischen Königsreich begannen erst sehr spät.

    Im Gebiet des 1806 aufgelösten Deutschen Reiches, das nach dem Sturz Napoleons I. 1815 nur
    in einem losen Staatenbund, dem Deutschen Bund mit dem Bundestag in Frankfurt a.M., organisiert
    war, wurden die dem Deutschen Zollverein (unter preußischer Führung 1834 als vornehmlich
    wirtschaftliche Vereinigung, die nachhaltig die Industrialisierung förderte, gegründet) angehörigen
    Hansestädte Bremen, Lübeck und Hamburg aufgrund ihrer Handelsinteressen in Thailand zuerst
    diplomatisch aktiv, nachdem unter Queen Victoria 1848 alle Schiffe in Hinterindien hinsichtlich
    Aus- und Einfuhr den englischen gleichgestellt wurden. Theodor Thies aus Hamburg, 1859
    zum hanseatischen Konsul ernannt, schloß für die drei Städte am 25.10.1858 einen Freundschafts-,
    Handels- und Schiffahrtsvertrag ab, der den übrigen mit europäischen Staaten und den USA
    geschlossenen entsprach und am 04.12.1861 vom Senat der Stadt Lübeck bestätigt wurde [
    Nach der ersten Reise von König Chulalongkorn nach Deutschland, begannen sich die Kontakte von Deutschland und dem Königreich Siam zu intensivieren, da ein besonderes Interesse des Königs an der preussischen Kadettenausbildung bestand.
    Im Zeitraum von 1897 bis 1907 studierten bereits bis zu 27 siamesische Prinzen in
    Deutschland. Ein Netzwerk persönlicher, politischer und ökonomischer Beziehungen entsteht, das
    zum Teil noch in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hineinwirkt.
    Die siamesischen Prinzen werden in den Kadettenanstalten Wahlstadt, Naumburg (Saale) und Berlin-Lichterfelde ausgebildet.

    Die Ausbildung der Kadetten erfolgte durch Militärs,

    hier die Kompanie von Major von Boehn, (Naumburg 1917) der mit seinen erfahrenden Stab (genannt Schleifer), für die Formung der Kadetten verantwortlich waren.

    Nach dem Vorbild der kaiserlichen Kadettenanstalten entstanden in Thailand ebenfalls Kadettenanstalten, die das Erziehungssystem übernahmen, und heutzutage in Filmen, wie
    Lurd Kattaya
    http://www.nangthai.de/video-store/g...php?FilmId=331
    der Bevölkerung vermittelt werden.

  9. #18
    Avatar von dutlek

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    Re: Die Thai-Könige.

    So ein altes Bild hab ich auch mal aufgenommen. Im Kurpark von Bad Homburg, als Koenig Chulalongkorn 1907 die Saalaa stiftete.


  10. #19
    Avatar von Otto-Nongkhai

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    Re: Die Thai-Könige.

    Wir gratulieren seiner Mayestaet,dem Koenig von Thailand,zu seinem 80.ten Geburtstag und wuenschen viel Glueck und Gesundheit.

    Thailand braucht seinen Koenig,gerade jetzt in einer Zeit voller Veraenderungen,Erneuerungen und Zukunftsproblemen.
    Es lebe der Vater der Thai-Nation!!!!

    Seine Mayestaet König ,BHUMIPOL ADULYADEJ ,Rama 9 ,wurde am 5.Dezember 1927 in Cambridge Massachusetts USA geboren.

  11. #20
    Avatar von Merzer

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    Re: Die Thai-Könige.

    Wozu soll denn die "Thai-Nation" überhaupt gut sein? Wäre es nicht sinnvoller, die verschiedenen ethnischen Gruppen in Thailand könnten wieder ihre eigenen Sprachen, Schriften und Kulturen verwenden, anstatt "Thai" zu sein?

    Lao heißen jetzt Isan, Malaien heißen jetzt Thai Muslim und Chinesen müssen "thailändische" (sprich: indische) Namen annehmen.

    Mein Vorschlag: einfach abwickeln, wie Sowjetunion, Österreich-Ungarn, Jugoslawien, künftig Belgien usw.

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