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Die Strassenkinder von Mae Sai

Erstellt von Claus, 26.02.2002, 19:49 Uhr · 9 Antworten · 810 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Claus

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    Die Strassenkinder von Mae Sai

    Zukunft für Straßenkinder von Mae Sai

    Die 24-Jährige will sich weiterhin engagieren: ´Wir haben so viel, die so wenig. Wenn man nur ein bisschen was tut, kann man mit wenig Geld viele Schritte tun´

    BIETIGHEIM-BISSINGEN. In Asien war Verena Schmidt schon öfters. ´Man sieht unglaublich viel Armut, aber als Tourist nimmt man das irgendwann nicht mehr wahr. ´ Die Bissingerin, die in München Pädagogik und Psychologie studiert, wollte ´einfach einmal längere Zeit an einem Ort bleiben und konkret etwas helfen.´ Sie arbeitete nun zwei Monate in einem Projekt für Straßenkinder im ´Goldenen Dreieck´ in Thailand.

    FRANK WITTMER - Über das Projekt ´Eine Zukunft für Straßenkinder´ sei sie bei einer Recherche im Internet gestolpert. In Kornwestheim hat sich ein Verein gegründet, der versucht, Straßenkindern in Thailand eine Zukunftsperspektive zu bieten. Von Deutschland aus wird vor allemmit Geld und Sachspenden geholfen.Verena Schmidt, die sich in ihrem Pädagogikstudium mit den Problemen von Straßenkindern beschäftigt, wollte mehr tun: Sie arbeitete in dem Projekt mit, das 45 Kindern eine Heimat bietet. ´Ich war zunächst erschrocken über die Armut in Burma und Thailand´, sagt die 24-Jährige. ´Die Kinder wachsen auf der Straße auf, Misshandlungen, 5exueller Missbrauch, Kriminalität und Drogen sind an der Tagesordnung.´ In Thailand sei der Anbau von Drogen verboten, dafür würden aber im Nachbarland Burma um so mehr Opium und Aufputschmittel (Amphetamine) hergestellt. Die Drogen werden über die offene Grenze von Burma geschmuggelt. ´Das machen vor allem die Kinder, die an der Grenzbrücke herumlungern´, hat Verena Schmidt beobachtet. Die Straßenkinder sind meist selbst drogenabhängig. ´Alkohol und Klebstoff-Schnüffeln sind ein Riesenproblem.´ Eine andere Perspektive gebe es kaum: ´Die Kinder gehören zum Stamm der Akha. Die Akha sind eine Minderheit in Burma und Thailand. Die Akha haben keine Papiere, das heißt, sie sind rechtlos und bekommen keine Arbeit. Sie kennen sich aber gut in den Bergen im Grenzland aus, deshalb bleibt ihnen nur der Schmuggel.´ Es gebe kaum eine Möglichkeit für die Akha, aus dem Kreislauf von Armut, Drogenschmuggel und Kriminalität auszubrechen. Heimat, Essen, Bildung Eine Möglichkeit schafft der ehemalige Kunststudent Ngaow in der thailändischen Grenzstadt Mae Sai: Er nimmt die heimatlosen Kinder in das Projekt ´Zukunft für Straßenkinder´ auf. In dem Heim bietet das bunt zusammengewürfelte Team aus internationalen und einheimischen ehrenamtlichen Helfern den Kindern ein sicheres Zuhause, regelmäßiges Essen und etwas Bildung. ´Das läuft alles ganz zwanglos ab´, hat Verena Schmidt erfahren. Man kann die Kinder nicht von der Straße holen und gleich in ein System pressen.´ Alles sei freiwillig, die Kinder können kommen und gehen, wie sie wollen. Mit Händen und Füßen Der Tagesablauf ist einfach: spielen, baden, fischen, tanzen und zusammen kochen: ´Morgens Reis, Mittags Reis, Abends Reis, sehr viel Knoblauch und Chili. Ich hab dann Spaghetti als deutsche Spezialität verkauft.´ Die 24-jährige Studentin hat den Vier- bis Fünfzehnjährigen täglich etwas Englisch beigebracht. ´Die Verständigung war natürlich ein Problem, ich kann ein klein wenig Thai, aber die Akha haben ihre eigene Sprache.´ Mit Händen und Füßen und einigen aufgeschnappten Worten klappte die Verständigung. Das weitere war leicht: ´Die Kinder sind unglaublich dankbar, wenn sie etwas Liebe und Aufmerksamkeit bekommen.´ Eine Attraktion war die blauäugige und blonde Deutsche ohnehin: ´Ich war die Frisierpuppe, die haben mir ununterbrochen Zöpfe geflochten.´ Die Fröhlichkeit zerbrach aber schnell: ´Die Trauer der Kinder kommt immer wieder durch.´ Da ist das 13-jährige Mädchen Mitschu. ´Der Vater wollte sie an ein ....... verkaufen, damit er sich einen Fernseher leisten kann.´ Schließlich habe sie der Vater doch mitgenommen, damit sie in Bangkok ´Blumen verkauft´. Mitschu habe zwar noch regelmäßig angerufen, aber niemand wisse genau, was aus ihr geworden ist. Da ist der neunjährige Junge Jallo, der an einem Wochenende 40 Kilometer gelaufen ist, um zu Hause zu erfahren, dass seine Eltern tot sind. ´Man hat ihm nicht viel angemerkt, als er zu uns zurückkam´, erzählt Verena Schmidt. ´Morde und Hinrichtungen sind in Burma leider üblich, auch wenn es offiziell nie zugegeben wird.´ Es sind zu viele Kinder, die geschlagen, 5exuell missbraucht werden oder ganz ohne Eltern auf der Straße aufwachsen. ´Amphetamine putschen auf, machen high´, erklärt die von uns befragte Bietigheimer Sportmedizinerin Dr. Tanja Engels die Auswirkungen des Drogenkonsums. ´Die Drogen helfen den Kindern möglicherweise, ihr Elend zunächst zu ertragen und machen sie gefügig für den 5exuellen Missbrauch.´ Ohne Hilfe heißt die Zukunft der Kinder daher leider allzu oft: Für die Mädchen das ......., für die Jungen der Drogenschmuggel. Oder: Betteln. Das Haus ist voll Das Projekt ´Zukunft für Straßenkinder´ versucht Abhilfe zu schaffen. ´Das Haus ist aber bereits übervoll. Wir träumen von einem größeren Haus mit Land, wo die Kinder lernen können, Reis anzubauen und zu fischen.´ Verena Schmidt und der Kornwestheimer Verein hoffen auf Spenden. Langfristig sollen die Straßenkinder eine öffentliche Schule besuchen, damit sie später ihren Lebensunterhalt verdienen können. ´Dazu brauchen sie aber erst einmal Papiere, und die sind sehr, sehr teuer in Thailand.´ Wieder zu Hause in Bissingen, muss Verena Schmidt erst einmal jobben, ´um das Geld für die Reise wieder herein zu bekommen´. Sie möchte sich weiter für die Straßenkinder in Thailand einsetzen: ´Es war eine sehr eindrucksvolle Erfahrung. Die Liebe der Kinder hat mich bewegt. Es ist ein riesiges Gefälle zischen hier und dort. Mir wird erst bewusst, was ich wirklich brauche, und was nicht. Wir haben so viel, die so wenig. Wenn man nur ein bisschen was tut, kann man mit wenig Geld viele Schritte tun.´ Der Kornwestheimer Verein ´Kinderleben - Eine Zukunft für Straßenkinder in Mae Sai´ im Internet: http://www.kinderleben.org, oder: Bernd Fiedler, Telefon (0 71 54) 18 70 15.

    Quelle: Bietigheimer Zeitung

  2.  
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  3. #2
    Airport
    Avatar von Airport

    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    Claus,
    unterhalte dich wegen diesem Thema mal mit TschangF. !!
    Der hat mit dieser organisation im letzten Jahr reichlich Erfahrung gesammelt.
    Ausserdem war dieses Projekt letztes Jahr schon ein Thema hier im Nittaya, und das Ergebnis war sehr Zwiespaeltig....

    In diesem Sinne........
    [move:8822cba04a]FAAG JAI BAI ISSAAN. . !!!!!!!![/move:8822cba04a]

    Letzte Änderung: Airport am 26.02.02, 23:50

  4. #3
    Avatar von natong

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    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    ...hier der Thread dazu.

  5. #4
    Avatar von Claus

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    192

    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    @ Airport, @natong:

    Ok ! Ich sehe gerade beim Querlesen, dass ich mir dazu dann doch etwas Zeit nehmen muss. Wer ich auch mit Sicherheit machen. Intressiert mich nun doch schon. Eine Wertigkeit, ein Urteil ... eigentlich nicht mal ... im Moment eine eigene Meinung ... man möge es verstehen ... gebe ich im Moment dazu also noch nicht ab. Erst wenn ich alles mal gelesen habe.

  6. #5
    Airport
    Avatar von Airport

    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    Danke Natong,
    aber ich glaube das war nur einer von mehreren Threats :???:
    Trotzdem, ich sehe Du kannst dich auch daran erinnern, und TschangF. hat mir noch ne Menge im letzten Jahr darueber erzaehlt. Nicht unbedingt positives. Aber nur zur Beruhigung: Die Kinder haben dadurch keinen Schaden erlitten...

    In diesem Sinne....
    [move:320bf4b424]FAAG JAI BAI ISSAAN. !!!!![/move:320bf4b424]

  7. #6
    Avatar von natong

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    256

    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    ..zu der zeit lief so einiges zum thema kinderleben.
    (in verschiedenen Threads)

    danach kam dann die sache mit NAK`s Spendenaktion.

  8. #7
    Avatar von Jinjok

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    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    @Claus
    Um es auf zwei Punkte zu bringen:

    -Foren-Schreiber äußerten Kritik an der Praxis den buddhistischen Kinder im Vorschulalter christliche Gebete ausführen zu lassen, bevor sie das Essen erhalten

    -Die Protagonisten der Aktion wollten sich bei der Gründung des Vereins nicht mit Foren-Usern in Verbindung gebracht werden, da sie nicht ausschließen können, daß da 5extouristen darunter sind. Geld aus den Foren wollten sie zurückschicken. Man ist seriös.


    Danach war es kein Thema mehr.
    mfg jinjok

  9. #8
    Avatar von heini

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    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    hmmmmmmm jinjok,
    glaubst du nicht auch, das es den kindern völlig egal ist, von wem das geld (hilfe) stammt!?
    ich hatte auch seinerzeit, ohne jeglichen hintergedanken dort hilfe angeboten................ man wollte sie nicht! kein problem für mich, gebe sie der aktion "unsere Kinder"........
    und du kannst sicher sein........ die aktion ist auch "seriös"!
    gruss heini

  10. #9
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    Zu dem Thema Spenden, und woher sie kommen können, fällt mir ein:
    Anfang der 70-er Jahre gab es einen Film ´M.A.S.H.´ mit Donald Sutherland in der Hauptrolle. Hatte zu der Zeit schon Kult-Charakter. Handelte von einem Feldlazarett während des Korea-Krieges.
    Was mich am meisten beschäftigte, war die Tatsache, daß ein Arzt in Tokyo ein ....... betrieb, um nebenan den Unterhalt für eine Kinderklinik zu finanzieren. Nur ´ein´ Beispiel dafür, in welch absurder Welt wir leben.

    Letzte Änderung: Kali am 27.02.02, 12:47

  11. #10
    Avatar von Jinjok

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    Re: Die Strassenkinder von Mae Sai

    @Heini
    Ich wollte mit dem Posting keine Wertung abgeben. Ich nur das Unbegreifliche noch mal auf den Punkt bringen. Ich sehe es wir Du, den Kindern wird ihr Reis nicht schlechter schmecken. Wer die geldgeber im fernen Pratet Jöreman sind, davon haben sie so oder so keinen Schimmer.
    mfg jinjok

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